»Nein zur Mobilisierung!« Russen gehen gegen Teilmobilmachung auf die Straße – mehr als 1300 Festnahmen

Im ganzen Land protestieren Russinnen und Russen gegen Wladimir Putins Kriegsentscheidung. SPIEGEL-Korrespondentin Christina Hebel berichtet von einem harten Durchgreifen der Sicherheitskräfte in Moskau.
Polizisten in Moskau: Zahlreiche Festnahmen

Polizisten in Moskau: Zahlreiche Festnahmen

Foto: ALEXANDER NEMENOV / AFP

In Russland protestieren unzählige Menschen gegen die von Präsident Wladimir Putin angeordnete Teilmobilmachung im Angriffskrieg gegen die Ukraine. Die Polizei habe bei den Demonstrationen in ganz Russland bislang mehr als 1300 Menschen in mindestens 38 Städten festgenommen, berichtet die Bürgerrechtsorganisation OVD-Info . Tendenz steigend.

In der Hauptstadt Moskau seien 260 Demonstranten festgesetzt worden, in Sankt Petersburg 267. In den beiden größten Städten des Landes gab es auch die größten Kundgebungen. In Moskau forderten die Menschen in Sprechchören ein »Russland ohne Putin«.

SPIEGEL-Korrespondentin Christina Hebel berichtet, auf dem Arbat, einer zentralen Straße in Moskau, machten die Sicherheitsbehörden Jagd auf einzelne. Viele Frauen seien gekommen.

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Die Sicherheitsbehörden griffen hart durch: »Immer noch werden wahllos Passanten mitgenommen; die Sicherheitskräfte haben klaren Befehl, alle von der Straße zu holen.«

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Auf Twitter kursieren viele weitere Videos, die das Vorgehen der Polizei gegen die Proteste zeigen.

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Staatsanwaltschaft drohte mit Freiheitsstrafen

In Moskau hatten die Behörden noch vor Beginn einer geplanten Demonstration nachdrücklich vor einer Teilnahme gewarnt: Die Staatsanwaltschaft drohte den Menschen mit bis zu 15 Jahren Haft. Seit Beginn des Krieges gegen die Ukraine vor knapp sieben Monaten geht die russische Staatsmacht unter anderem mit verschärften Gesetzen hart gegen Oppositionelle und Kriegsgegner vor.

In Tomsk und Irkutsk in Sibirien, in Jekaterinburg am Ural und an anderen Orten gingen OVD-Info zufolge trotzdem vereinzelt Menschen auf die Straße. Sie hielten Plakate mit den Farben der ukrainischen Flagge und Sprüchen wie »Nein zur Mobilisierung!« in die Höhe.

OWD-Info berichtete, dass bei den Protesten Festgenommenen auf mehreren Polizeistationen in Moskau Einberufungsbescheide ausgehändigt wurden.

Am Mittwochmorgen hatte Präsident Putin bei einer Ansprache im Fernsehen die Teilmobilisierung von Russlands Streitkräften befohlen. Insgesamt 300.000 Reservisten sollen zum Kampf gegen die Ukraine eingezogen werden. Hintergrund dürften personelle Schwierigkeiten Russlands bei dem am 24. Februar begonnenen Angriffskrieg sein.

ptz/heb/dpa
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