Ukrainekrieg Brand an Europas größtem Kernkraftwerk nach russischem Angriff gelöscht

Auf dem Gelände des AKW Saporischschja ist bei einem russischen Angriff ein Feuer ausgebrochen. In der Umgebung der Anlage soll keine erhöhte Radioaktivität gemessen worden sein. Laut Behörden ist der Brand nun gelöscht.
Screenshot aus Videomaterial am AKW Saporischschja

Screenshot aus Videomaterial am AKW Saporischschja

Foto: Zaporizhzhya NPP / REUTERS

Bei Kämpfen nahe Europas größtem Atomkraftwerk unweit der südukrainischen Großstadt Saporischschja ist nach Angaben der örtlichen Verwaltung ein Feuer ausgebrochen. Das Feuer sei am Freitagmorgen um 06.20 Uhr Ortszeit (05.20 Uhr MEZ) vollständig gelöscht worden, erklärte die ukrainische Katastrophenschutzbehörde auf Facebook. Bei dem Brand sei niemand verletzt worden.

Die Gefechte müssten aus Sicherheitsgründen sofort eingestellt werden, hatte der Bürgermeister der Nachbarstadt Enerhodar, Dmytro Orlow, beim Nachrichtendienst Telegram  gefordert. Er hatte zuvor über etwa hundert russische Militärfahrzeuge in dem Gebiet berichtet. In der Stadt seien Schüsse zu hören, teilte er mit.

Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba hat ein sofortiges Ende des Angriffs gefordert. »Wenn es explodiert, wird das zehnmal so groß wie Tschernobyl! Russen müssen SOFORT das Feuer einstellen«, schrieb er auf Twitter.

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Ein Sprecher hatte zuvor einen Brand in dem AKW gemeldet, nachdem ein Reaktorblock von einem russischen Angriff getroffen worden sei. Auf Livebildern ist der Beschuss des Kernkraftwerks zu sehen.

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Der AKW-Leitung zufolge war das Feuer in einem Gebäude für Ausbildungsveranstaltungen und einem Labor ausgebrochen. In dem AKW sei aktuell nur der vierte Block in Betrieb.

Laut der US-Energieministerin Jenniver Granholm wurden die Reaktoren sicher heruntergefahren. »Es gibt keine erhöhten Strahlenwerte in der Nähe der Anlage«, schrieb Granholm auf Twitter. Die Reaktoren seien durch eine robuste Schutzhülle gesichert.

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Auch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) erklärte, nach Angaben der ukrainischen Regierung sei in der Umgebung der Anlage keine erhöhte Radioaktivität gemessen worden. Die Behörde hatte ein Ende jeglicher Kampfhandlungen rund um das Atomkraftwerk gefordert und vor »ernster Gefahr« gewarnt, sollten Reaktoren getroffen werden.

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Energieversorgung in der Ukraine könnte massiv eingeschränkt werden

Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk sagte der »Bild«, das Atomkraftwerk sei nicht mehr unter ukrainischer Kontrolle. Dafür gab es zunächst keine offizielle Bestätigung. Saporischschja versorgt ein Viertel des Landes mit Strom und gilt als größtes AKW Europas. Die Energieversorgung in der Ukraine könnte in der Folge massiv eingeschränkt werden.

Bürgermeister Orlow hatte zuvor berichtet, russische Truppen hätten einen von Zivilisten errichteten Kontrollposten unter Beschuss genommen. Dabei seien zwei Menschen verletzt worden. Diese Angaben waren zunächst nicht unabhängig zu überprüfen. Russland dementiert vehement, gezielt Zivilisten anzugreifen.

Russland hatte der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien zufolge mitgeteilt, russische Einheiten hätten das Gebiet um das Atomkraftwerk am Fluss Dnipro unter ihre Kontrolle gebracht.

cop/mfh/dpa/AFP/Reuters