Krieg in Osteuropa Russland droht Moldau mit militärischen Maßnahmen

Seit Anfang der 1990er-Jahre sind russische Truppen im Moldau abtrünnigen Transnistrien stationiert. Nun warnt Russlands Außenminister: Eine Gefährdung der Streitkräfte werde als Angriff auf Russland gewertet.
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Russland droht Moldau mit militärischen Maßnahmen, sollte die Sicherheit russischer Truppen in der von Separatisten beherrschten Region Transnistrien bedroht werden. Damit riskiere Moldau einen militärischen Konflikt mit Russland, erklärte Außenminister Sergej Lawrow. »Jede Gefährdung der Sicherheit russischer Truppen (in Transnistrien) würde nach internationalem Recht als ein Angriff auf Russland gewertet.«

Russische Truppen sind seit Anfang der 1990er-Jahre in Transnistrien stationiert, nachdem sich die Region in einem gewaltsamen Konflikt von Moldau losgesagt hatte. Die Transnistrische Moldauische Republik wird von Russland, nicht aber von der internationalen Gemeinschaft anerkannt. Nach Angaben Russlands soll die Militärpräsenz in Transnistrien für Frieden sorgen.

Die Republik Moldau, die unlängst zusammen mit der benachbarten Ukraine den EU-Kandidatenstatus erhalten hat, fordert den Abzug russischer Truppen. In Moldau gibt es seit Längerem die Befürchtung, dass der Kreml seine Armee auch in ihr Land einmarschieren lassen könnte.

Im April warnte das ukrainische Militär vor einer Aktivierung russischer Truppen. »Die Einheiten der russischen Streitkräfte sind in volle Gefechtsbereitschaft versetzt worden«, hieß es in einem auf Facebook veröffentlichten Bericht des ukrainischen Generalstabs. Zudem seien auch die Sicherheitskräfte der moldauischen Separatisten in erhöhte Bereitschaft versetzt worden.

In der seit 1992 von Moldau abtrünnigen Region hatten sich zuvor mehrere Explosionen ereignet. Das Regime in der transnistrischen Hauptstadt Tiraspol wirft der Regierung in Kiew vor, die »Anschläge« organisiert zu haben. Kiew weist die Vorwürfe zurück und spricht davon, dass der russische Geheimdienst FSB Transnistrien in den russischen Krieg gegen die Ukraine hineinziehen wolle.

Russland hatte bereits im April mit militärischen Maßnahmen gedroht. Auslöser waren damals angebliche Anschläge in Transnistrien.

muk/Reuters
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