Hafenstadt im Mündungsgebiet des Dnjepr Russland meldet Einnahme von Cherson – Ukraine berichtet über weitere Kämpfe

Russland gibt an, die Stadt Cherson eingenommen zu haben – die ukrainische Regierung widerspricht. Offenbar gibt es zahlreiche zivile Opfer.
Ukrainische Soldaten bei Kiew

Ukrainische Soldaten bei Kiew

Foto: Emilio Morenatti / AP

Angaben des russischen Militärs zufolge ist die südukrainische Hafenstadt Cherson seit Mittwochmorgen eingenommen: »Russische Einheiten der Streitkräfte haben das Zentrum der Region Cherson vollständig unter ihre Kontrolle gebracht«, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, einer Mitteilung zufolge.

Doch nur wenige Stunden später dementierte die Ukraine die russischen Angaben über die Einnahme der Stadt. Der Berater des Büroleiters im ukrainischen Präsidialamt, Olexij Arestowitsch, sagte Nachmittag, die Kämpfe um die Provinzhauptstadt mit etwa 280.000 Einwohnern, seien noch im Gange: »Die Stadt ist nicht gefallen, unsere Seite verteidigt sie weiter«, sagte Arestowitsch bei einer Liveschaltung, die auf der Webseite des Präsidialamtes übertragen wurde. »Die Kämpfe auf den Straßen gehen weiter«, sagte er. Es werde noch um den südlichen Hafen gekämpft.

»Informationen, dass Cherson gefallen ist und so weiter – das ist nicht wahr. Unser Militär und die lokalen Verteidiger setzen den Widerstand in der Stadt und ihrer Umgebung fort«, so Arestowitsch nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters weiter.

Ukraine: Tote Zivilisten in Cherson

Ukrainische Medien hatten zuvor von Kämpfen in der Stadt mit etwa 280.000 Einwohnern berichtet. Der Berater des Innenministeriums, Anton Heraschtschenko, sprach von zahlreichen toten Zivilisten, die Cherson unter anderem mit sogenannten Molotowcocktails verteidigt hätten.

Die Stadt an der Mündung des Flusses Dnjepr war örtlichen Berichten nach eingekesselt. Von der Stadtverwaltung hieß es zudem, russische Soldaten hätten den Hafen und den Bahnhof übernommen. Es habe zahlreiche Tote und Verletzte unter ukrainischen Soldaten und Zivilisten gegeben.

col/AFP/dpa/Reuters
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