Krieg in der Ukraine Kreml sperrt sich gegen direktes Treffen von Putin und Selenskyj

Mehrmals haben sich Delegationen aus Russland und der Ukraine zu Verhandlungen getroffen. Der ukrainische Präsident Selenskyj will ein Gespräch direkt mit Putin. Der Kreml wiegelte nun ab – und stellte neue Forderungen.
Der russische Machthaber Wladimir Putin

Der russische Machthaber Wladimir Putin

Foto: Alexander Vilf / AP

Der Krieg in der Ukraine geht auch in der vierten Woche unvermindert weiter, Verhandlungen zwischen der angegriffenen Ukraine und dem Aggressor Russland kommen jedoch kaum voran. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bereits mehrmals auf unmittelbare Gespräche zwischen ihm und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gepocht.

Nun erteilte der Kreml dem Wunsch nach einem Treffen eine Absage – und machte Kiew neue Vorwürfe.

Moskau sieht derzeit keine Voraussetzung für ein Treffen des russischen und des ukrainischen Präsidenten zu Friedensverhandlungen. »Sie haben einfach nichts zum Festklopfen, keine Vereinbarungen, die sie festhalten könnten«, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge. Für ein Treffen müssten »Hausaufgaben« gemacht und die Ergebnisse der Verhandlungen vereinbart werden, bevor sich Putin und sein ukrainischer Kollege treffen könnten.

Angeblich »konstruktiver« werden

Bisher sei das nicht in Sicht, es brauche mehr Dynamik von ukrainischer Seite, meinte Peskow. »Diejenigen, die können, sollten ihren Einfluss auf Kiew nutzen, um Kiew verhandlungsbereiter, konstruktiver bei diesen Verhandlungen zu machen.«

Die »internationalen Strukturen« sollten auch Druck auf die Ukraine ausüben, damit mehr Menschen über die humanitären Korridore umkämpfte Städte verlassen könnten – »falls natürlich das offizielle Kiew irgendwelche Macht über die nationalistischen Einheiten hat«, sagte Peskow. Russland behauptet immer wieder, nationalistische Kämpfer in der Ukraine würden die Korridore sabotieren und pocht zudem darauf, Flüchtenden fast nur Routen gen Russland zu ermöglichen. Die Ukraine wiederum wirft russischen Truppen vor, die Zivilisten auf der Flucht zu beschießen – und will eher Fluchtrouten gen Westen etablieren.

Russische Soldaten waren auf Befehl von Kremlchef Wladimir Putin vor mehr als drei Wochen in das Nachbarland einmarschiert. Russische Einheiten beschießen zivile Einrichtungen und versuchen, die großen Städte im Land einzunehmen. Der Kreml will erreichen, dass die Ukraine einen sogenannten neutralen Status erhält – also einen Verzicht der Ukraine auf einen Nato-Beitritt. Das Hinarbeiten auf den Nato-Beitritt sowie einen EU-Beitritt ist jedoch eigentlich in der ukrainischen Verfassung festgeschrieben.

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Bisher treffen sich lediglich niederrangige Delegationen beider Länder zu Verhandlungen im benachbarten, prorussischen Belarus. Ein zusätzliches Treffen der Außenminister aus Moskau und Kiew in der Türkei verblieb ergebnislos.

mrc/dpa
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