Ukraine-Invasion Russland streitet Meldungen über getötete Zivilisten ab

Die Regierung in Kiew meldet erste Opfer unter der Zivilbevölkerung. Nun behauptet der Kreml, entsprechende Bilder seien gefälscht – und diktiert zugleich russischen Medien, wie sie über den Krieg berichten dürfen.
Kreml, Moskau

Kreml, Moskau

Foto: Soeren Stache/DPA

Nach der völkerrechtswidrigen Invasion in der Ukraine bemüht sich der Kreml um eine Umdeutung der Ereignisse. »Der Zivilbevölkerung droht nichts«, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums Igor Konaschenkow am Mittag. Alle Videos, die Tote zeigen, seien Fälschungen. Die russische Armee führe »nur« Schläge gegen die ukrainische Armee und Luftwaffe aus, zivile Ziele würden nicht angegriffen. Ukrainische Soldaten würden zudem ihre Stellungen kampflos verlassen.

Aus der Ukraine klingen die Informationen über die Invasion hingegen anders: Nach Angaben ukrainischer Grenzschützer drangen erste russischen Bodentruppen und Panzer am Morgen ins Land vor. Mehr als 40 ukrainische Soldaten sind einem Berater des ukrainischen Präsidialamts zufolge bisher getötet worden. Mehrere Dutzend wurden demnach verletzt.

Am Mittag waren in Kiew erneut mehrere Explosionen zu hören. Russische Verbände versuchten, in die Region um die Hauptstadt einzudringen, teilt der ukrainische Grenzschutz mit. Auch mehrere Zivilisten wurden nach ukrainischen Angaben getötet. Bilder im Netz zeigen trauernde Ukrainer vor Getöteten, ein Video zeigt einen Fahrradfahrer, der nach einem Luftschlag tot zusammenbricht.

Russische Medien werden eingeschränkt

Das russische Präsidialamt behauptete hingegen, die Angriffe dienten dazu, die Ukraine von angeblichen »Nazis« zu säubern. Zudem müsse die Ukraine »demilitarisiert« werden. Ziel sei es nicht, das Land zu besetzen.

Die Lesart des »sauberen« Krieges soll auch in Russland selbst umgesetzt werden: Die russische Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor hat Medien im Land entsprechend gewarnt. Sie seien für die Veröffentlichung falscher Informationen bei der Berichterstattung über die russische Militäroperation gegen die Ukraine verantwortlich. Die Behörde verlangte von den Journalisten, dass sie nur Informationen verwenden, die »aus offiziellen russischen Quellen stammen«. Andernfalls drohten Strafen und Blockaden, so die Behörde.

mrc/heb/dpa