Selenskyj besucht Front in Südukraine »Alles, was uns gehört, holen wir zurück«

Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich einen Eindruck von der Verwüstung und der Lage in der Südukraine verschafft. Er bedankte er sich für den Einsatz seiner Landsleute und sendete eine Botschaft aus dem Zug.
Ein Video von Eckhard Klein
DER SPIEGEL

Der ukrainische Präsident Selenskyj hat die Frontlinie in der Südukraine besucht. In Mykolajiw besuchte er unter anderem ein Krankenhaus und vergab Orden an medizinisches Personal, Pflegekräfte und später dann auch mehrere ukrainische Soldaten und Führungskräfte. Auch in Odessa verschaffte sich der Präsident ein Bild über die Lage. In der Nacht von Samstag auf Sonntag fuhr er per Zug zurück nach Kiew.

Wolodymyr Selenskyj Präsident Ukraine

»Ich habe mit unseren Verteidigern gesprochen - Militär, Polizei, Nationalgarde, Territorialverteidigung. Ihre Stimmung ist zuversichtlich, und wenn man ihnen in die Augen schaut, sieht man, dass sie alle nicht an unserem Sieg zweifeln. Ich dankte ihnen für ihren Dienst, für den Schutz unseres Staates. Dankte den Eltern solch tapferer Kinder. Wirklich sehr stark. Ich habe eine Auszeichnung verliehen. Den Orden des Goldenen Sterns der Ukraine bekam Oberst Vadym Suikharevsky, Kommandeur der 59. Motorisierten Infanteriebrigade. Wir werden niemandem den Süden abgeben. Alles, was uns gehört, holen wir zurück. Und das Meer bleibt ukrainisch und sicher.«

Die Moral unter den Soldatinnen und Soldaten der Ukraine scheint tatsächlich hoch zu sein. Jetzt aufgetauchte Videoaufnahmen sollen zwei Soldatinnen zeigen, die im Schützengraben zur Melodie des italienischen Partisanenlieds »Bella Ciao« singen. Ihr Text handelt von ungebrochenem ukrainischem Kampfeswillen. Am Ende heißt es, es werde wieder Frieden sein.