Krieg in der Ukraine Selenskyj wendet sich an Russen – »Schweigen kommt einer Mitschuld gleich«

Wer jetzt nicht seine Stimme erhebe, der unterstütze den Krieg – mit dieser Botschaft hat sich der ukrainische Präsident an die Bevölkerung Russlands gerichtet. Auch für alle anderen Länder hatte er eine Botschaft.
Präsident Wolodymyr Selenskyj (Mitte) bei einem Besuch in Tschornomorsk am 29. Juli

Präsident Wolodymyr Selenskyj (Mitte) bei einem Besuch in Tschornomorsk am 29. Juli

Foto: Ukraine Presidency / ZUMA Wire / IMAGO

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Bevölkerung Russlands aufgerufen, ihre Stimme gegen den Krieg zu erheben. »Das Böse findet in einem solchen Maßstab statt, dass Schweigen einer Mitschuld gleichkommt«, sagte er am Sonntag in seiner allabendlichen Videoansprache.

»Wenn Sie die russische Staatsbürgerschaft haben und schweigen, bedeutet dies, dass Sie nicht kämpfen, was bedeutet, dass Sie das unterstützen«, sagte Selenskyj. Im Unterschied zu früheren Appellen an die Bevölkerung des kriegsführenden Nachbarlandes sprach der Präsident sie aber nicht auf Russisch, sondern auf Ukrainisch an.

Auch in der Ukraine und im Rest der Welt sollte jeder »alles in seiner Macht Stehende tun, damit Russland und diejenigen, die den Krieg unterstützen, einen immer höheren Preis für den russischen Staatsterror bezahlen«.

Russland hat die Ukraine am 24. Februar angegriffen und führt den Krieg immer weiter. Aussichten auf eine Verhandlungslösung gibt es derzeit nicht. Nach verschiedenen Umfragen unterstützt angeblich eine Mehrheit der Russen den Kurs von Präsident Wladimir Putin. Dabei ist unsicher, wie aussagekräftig dies ist. Offene Kritik an dem Krieg wird vom russischen Machtapparat streng bestraft.

ktz/dpa
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