Sorge um Eskalation Biden warnt Putin vor Atom- und Chemie-Waffeneinsatz

Antwortet der Kreml auf die jüngsten Rückschläge in der Ukraine mit dem Einsatz von Massenvernichtungswaffen? Das Weiße Haus hält ein solches Szenario offenbar für möglich, Präsident Biden richtet deshalb eine Botschaft an Putin.
US-Präsident Joe Biden mit First Lady Jill Biden und Oberst Matthew Jones

US-Präsident Joe Biden mit First Lady Jill Biden und Oberst Matthew Jones

Foto: Susan Walsh / AP

Die »New York Times« hat die Strategie der US-Regierung im Ukrainekrieg gerade wie folgt beschrieben: Man verfolge das Ziel, erfolgreich »den Frosch zu kochen«: Es gehe darum, die militärische Unterstützung für die Ukraine stetig, aber doch so langsam und maßvoll zu erhöhen, dass der Kreml sich nicht durch einen zu großen Schritt zu einem heftigen Gegenschlag provoziert fühlen könnte. Die jüngsten Erfolge der ukrainischen Truppen am Boden allerdings scheinen nicht nur Freude in der US-Hauptstadt auszulösen, sondern auch Sorge vor Putins Reaktion. So zitierte die Zeitung einen hohen US-Beamten mit den Worten, die »Erfolge der Ukraine auf dem Schlachtfeld könnten dazu führen, dass Russland sich in eine Ecke gedrängt fühle« (den vollständigen Artikel finden Sie hier ).

Joe Biden reagiert nun mit einer Doppelstrategie darauf. Zum einen hat auch der US-Präsident ukrainischen Forderungen nach noch leistungsfähigeren Waffen eine Absage erteilt, wie die »New York Times« schreibt. Zum anderen hat er eine deutliche Warnung an die Adresse des russischen Präsidenten Wladimir Putin formuliert. Der US-Präsident hat seinen Amtskollegen in einem TV-Interview vor dem Einsatz von Chemiewaffen oder taktischen Nuklearwaffen gewarnt.

Auch die US-Regierung zögert bei schwereren Waffen

Ein solcher Schritt der russischen Seite werde unweigerlich »das Gesicht des Krieges verändern«, wie es seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr der Fall gewesen sei, sagte Biden dem Fernsehsender CBS. »Tun Sie es nicht, tun Sie es nicht, tun Sie es nicht«, sagte Biden an Putin gerichtet. Andernfalls werde Moskau »noch mehr zum Außenseiter werden, mehr als jemals zuvor«, sagte Biden in dem Interview weiter. Der US-Präsident kündigte in diesem Fall eine harte Reaktion Washingtons an.

Taktische Atomwaffen haben eine geringere Reichweite und eine deutlich geringere Sprengkraft als strategische Kernwaffen. Seit der Invasion der Ukraine hat Russland wiederholt mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht. Die Ukraine hat bei einer Gegenoffensive gegen die russischen Truppen in den vergangenen Tagen große Erfolge im Osten des Landes erzielt. Putin erklärte hingegen, der Krieg gegen die Ukraine laufe nach Plan. »Die russische Armee nimmt immer neue Gebiete ein«, sagte er am Freitag. »Wir haben es nicht eilig.«

Die ukrainische Führung hatte sich unter anderem mit der Bitte um die Lieferung von noch leistungsfähigeren Raketen an Washington gewendet. Dabei geht es unter anderem um ATACMS-Raketen. Diese können mit Himars-Systemen verschossen werden, haben aber eine deutlich höhere Reichweite.

beb
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