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»Acht Milliarden« – Russlands Krieg Wie lange halten die Ukrainer durch?

Was der Bundeskanzler auf seinem Blitzbesuch in den Vororten von Kiew sah, hat ihn sichtlich bewegt. Was die Ukrainer vor Ort von Scholz erwartet haben – und wie zermürbt sie nach fast vier Monaten Krieg sind.

»Es ist ein furchtbarer Krieg.«

So fasste Bundeskanzler Olaf Scholz am Donnerstag die Situation in der Ukraine zusammen, als er diese Woche gemeinsam mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem italienischen Premier Mario Draghi dem Land einen Blitzbesuch abstattete – auch um in Kiew Solidarität zu demonstrieren.

Militärexperten sprechen derweil von der »gefährlichsten« und der »entscheidenden« Phase des Krieges.

Welche konkreten Folgen die angekündigte Unterstützung der drei wichtigsten Länder der EU für die Ukrainer haben werden, das wird sich zeigen. Immerhin dürfte durch den Besuch die Skepsis gegenüber den zögerlichen Deutschen im Land etwas nachlassen. Denn bislang, so erzählt es SPIEGEL-Korrespondent Christian Esch, schlug einem als deutscher Journalist in der Ukraine Ärger entgegen: »Ich erinnere mich, dass ich mich rechtfertigen musste, als ich in Kiew an einer Straßensperre angehalten wurde und meinen deutschen Pass vorzeigte – und mir dann vorgehalten wurde, dass die deutsche Regierung ja sozusagen unter einer Decke mit Russland stecken würde.«

Esch war schon Monate vor dem Kriegsbeginn Ende Februar und seitdem immer wieder in der Ukraine, zuletzt in Charkiw im Osten des Landes. Dort lernte er einen prekären Alltag kennen. Darüber berichtet er im Podcast. Denn die Kämpfe haben sich zwar inzwischen auf den Donbass konzentriert, aber sie können sich jederzeit wieder ausweiten auf andere Landesteile: »Im Interesse der Russen ist es ja nicht, nur irgendwelche Gebiete zu erobern, sondern wichtig ist es, das friedliche Leben in der Ukraine zu zerstören.«

Die lang ersehnte Normalität ist für die Bürger in weite Ferne gerückt, auch wenn sie alles tun, um ihre zerstörten Städte wieder bewohnbar – und sogar schön – zu machen. »Aber die schiere Angst, die sitzt einfach sehr tief. Und es gibt nicht diesen einen Moment, leider, in dem die Ukraine sagen könnte: So, überstanden, jetzt legen wir wenigstens hier in dieser Region schon mal wieder los mit unserem friedlichen Wiederaufbau.«

Nach dem erratisch wirkendem Kriegsbeginn gehe die russische Armee jetzt, so Esch, systematisch vor, wie nach Lehrbuch aus der Kriegsakademie: »Die russische Armee ist sichtlich gescheitert an den ursprünglichen Zielen, die ihr gesetzt wurden von Putin, nämlich schnell einen Regime Change herbeizuführen in Kiew und große Teile der Ukraine unter Kontrolle zu bringen. Aber wenn das Ziel ist, ein Land zu zerstören, das kann Putin allemal.«

Wie die Chancen der Ukrainer an der Front aussehen, und wie abseits der Front der Krieg die Menschen zunehmend zermürbt, erläutert Christian Esch in der aktuellen Podcast-Episode.

Die aktuelle Folge hören Sie hier:

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