Video zur militärischen Lage Selenskyj spricht von »strategischem Wendepunkt«

Videos gehören zum wichtigsten Kommunikationsmittel des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Nun verkündete er eine Wende im Krieg – allerdings ohne konkrete Begründung.
Ausschnitt aus einem Video vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj

Ausschnitt aus einem Video vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj

Foto: Uncredited / dpa

Vor gut zwei Wochen hat Russland die Ukraine angegriffen. Bislang hat die Kremlarmee weder Kiew einnehmen noch die Lufthoheit über dem Land erringen können – doch zugleich kesselt das russische Militär immer mehr Städte ein und hat nun auch den westlichen Teil des Landes unter Beschuss genommen.

Nach Ansicht des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ist sein Land dennoch auf Siegeskurs. Die Ukraine habe im Krieg mit Russland einen »strategischen Wendepunkt« erreicht, sagte er in einer neuen im Fernsehen übertragenen Ansprache. Es brauche noch Zeit und Geduld, bis der Sieg erreicht sei. »Es ist unmöglich zu sagen, wie viele Tage wir noch brauchen, um ukrainisches Land zu befreien. Aber wir können sagen, dass wir es schaffen werden.«

Auf welchem Wege das gelingen soll, begründete Selenskyji nicht. Die Ansicht des Präsidenten – zumindest insofern, dass die russische Invasion deutlich stockender läuft als vom Kreml geplant – wird jedoch von westlichen Geheimdiensten geteilt. Putin soll laut Aussagen von mit Russland betrauten Experten über den Kriegsverlauf frustriert sein, auch Quellen aus dem russischen FSB melden, man habe sich verkalkuliert.

Zunehmend rigoroser

Auch nach Einschätzung des Pentagons agiert das russische Militär zunehmend rigoroser – und versucht nun gezielt, ukrainische Städte zu umzingeln. »Charkiw und Tschernihiw, Mariupol – wir sehen diese Bemühungen, einzukreisen und zu umzingeln«, sagte ein hoher US-Verteidigungsbeamter.

Selenskyj fordert in seiner Ansprache erneut die internationale Gemeinschaft auf, ihre Sanktionen gegen Russland zu verschärfen. Wenn der Krieg mit Russland weitergehe, dann bedeute das, dass mehr Sanktionen seitens der Partner der Ukraine notwendig seien. Die Europäische Union müsse mehr tun, forderte Selenskyj. Für die Angriffe der russischen Truppen auf die Fluchtkorridore aus belagerten ukrainischen Städten müsse Russland bestraft werden.

Videobotschaften gehören zum wichtigsten Darstellungsmittel Selenskyjs seit Kriegsbeginn. Fast täglich gibt er im Netz die Lage im Ukrainekrieg aus seiner Sicht wieder. Erst in der Nacht hatte Selenskyj Russland vorgeworfen, einen Hilfskonvoi auf dem Weg in die belagerte Stadt Mariupol beschossen zu haben.

mrc/Reuters
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