Neuer Videoappell von Selenskyj »Wir haben nichts zu verlieren, außer unserer Freiheit«

Per Video macht der ukrainische Präsident Selenskyj seinem Land erneut Mut. 16.000 Freiwillige aus dem Ausland hätten sich gemeldet, um für die Ukraine zu kämpfen. Für Kremlchef Putin hatte er einen Corona-Vergleich übrig.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einem Video am Mittwoch bei der Sondersitzung des EU-Parlaments

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einem Video am Mittwoch bei der Sondersitzung des EU-Parlaments

Foto: Sepp Spiegl / imago images/sepp spiegl

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Menschen in seinem Land aufs Durchhalten eingeschworen. »Wir haben nichts zu verlieren, außer unsere Freiheit«, sagte Selenskyj in einem am Vormittag auf Facebook veröffentlichten Video. Die ukrainische Armee würde den Angriffen der Russen weiterhin standhalten, so der Staatschef weiter – trotz der verstärkten Luftangriffe Moskaus seit Mitternacht.

Wer glaube, die Ukrainerinnen und Ukrainer würden Angst zeigen oder aufgeben, »der weiß nichts über die Ukraine!«, so Selenskyj weiter.

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Seit mittlerweile sieben Tagen attackiert die russische Armee das Nachbarland Ukraine in einem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg. Immer mehr Städte werden mit russischer Artillerie beschossen, die Hafenstadt Cherson ist bereits erobert. Die Ukrainerinnen und Ukrainer leisten erbitterten Widerstand, Selenskyj wirbt mehrmals täglich mit Videonachrichten im Netz für eine internationale Unterstützung der Ukraine.

Auch in der neuesten Botschaft berichtet Selenskyj von weiteren Hilfsgütern und Waffenlieferungen, die die Ukraine erhalten habe. Zudem hätten sich bislang 16.000 Freiwillige aus dem Ausland gemeldet, um für die Ukraine zu kämpfen.

Selenskyj warnte zugleich: Die russische Armee gehe nun weniger vorsichtig vor und attackiere mittlerweile massiv zivile Einrichtungen im Land. Die veränderte Taktik Russlands und der Beschuss von Zivilisten in den Städten zeige aber, dass die Ukraine dem ursprünglichen Plan Moskaus, einen schnellen Sieg durch einen Landangriff zu erringen, erfolgreich Widerstand geleistet habe. Vor zwei Jahren habe die Ukraine ihren ersten Coronafall verzeichnet, so Selenskyj, »vor einer Woche nun hat uns ein anderes Virus attackiert«.

Hilfe für die Menschen in der Ukraine – hier können Sie spenden

An Putin gerichtet, sagte Selenskyj, der Kremlchef dürfe gerne ruhig russischsprachige Menschen beschützen – aber nicht überall auf der Welt, sondern in seinem eigenen Land. Putin hatte den Schutz von Russisch sprechenden Menschen in der Ukraine vor einer angeblichen »faschistischen« Kiewer Regierung als eine der konstruierten Rechtfertigungen benutzt, um die Ukraine zu attackieren.

mrc/Reuters