Mit Waffen aus dem Westen Selenskyj plant Rückeroberung der von Russland besetzten Gebiete

Der ukrainische Präsident Selenskyj verteidigt die Gegenoffensive: »Nach und nach werden wir auch andere Regionen unseres Landes befreien.« Russland feuert Raketen vom Kaspischen Meer aus ab.
Russische Militärfahrzeuge im besetzten Mariupol Mitte Juli

Russische Militärfahrzeuge im besetzten Mariupol Mitte Juli

Foto: AFP

Wolodymyr Selenskyj plant, von Russland besetzte Gebiete seines Landes zurückzuerobern. »Es ist uns bereits gelungen, einen Teil des nach dem 24. Februar besetzten Territoriums zu befreien«, sagte der ukrainische Präsident in der Nacht zum Sonntag in seiner täglichen Videoansprache. »Nach und nach werden wir auch andere Regionen unseres Landes befreien, die zurzeit besetzt sind.«

Knapp fünf Monate nach Kriegsbeginn hatte die Ukraine zuletzt Gegenoffensiven im Süden gestartet und etwa vor einigen Tagen in der Region Cherson ein russisches Munitionslager beschossen. Bei der Rückeroberung besetzter Gebiete sollen auch aus dem Westen gelieferte Waffen  zum Einsatz kommen.

Selenskyj warf Russland darüber hinaus vor, im Krieg gegen sein Land gezielt Falschnachrichten einzusetzen. Die Ukrainer bräuchten »eine Art emotionaler Souveränität«, um dieses »Informationsspiel« nicht mitzuspielen, sagte er. Unwahrheiten etwa über angeblich vorbereitete Raketenangriffe verfolgten nur einen Zweck: »den Raketen- und Artillerieterror gegen unseren Staat durch Informationsterror zu ergänzen«.

Ukrainische Armee: Russland feuert Raketen vom Kaspischen Meer aus ab

Die ukrainischen Luftstreitkräfte berichten derweil von feindlichen Raketen, die aus großer Entfernung aus der Region des Kaspischen Meeres heraus abgefeuert worden sein sollen. Vier von insgesamt sechs Raketen seien am Samstag über den Gebieten Dnipro im Osten und Saporischschja im Süden abgefangen worden, teilten die ukrainischen Luftstreitkräfte mit. Zwei weitere seien auf landwirtschaftlich genutztem Gebiet in der zentralukrainischen Region Tscherkassy eingeschlagen. Der Schaden werde noch untersucht.

An das Kaspische Meer grenzen neben Russland unter anderem auch die Südkaukasus-Republik Aserbaidschan und das zentralasiatische Kasachstan. Nach ukrainischer Darstellung sollen bei dem Beschuss Langstreckenbomber vom Typ Tupolew Tu-95 zum Einsatz gekommen sein.

Aus Moskau gab es zunächst keine Bestätigung. Das russische Verteidigungsministerium hatte jedoch kurz zuvor bekannt gegeben, die Angriffe gegen das Nachbarland fast fünf Monate nach dem Einmarsch wieder ausweiten zu wollen.

kko/dpa
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