Konflikt in Osteuropa Nato rechnet mit rund 30.000 russischen Soldaten in Belarus

Russland will Soldaten für ein gemeinsames Manöver nach Belarus verlegen. Die Nato betrachtet das mit Sorge. Generalsekretär Stoltenberg fürchtet, dass Moskau den militärischen Druck an der Grenze zur Ukraine erhöht.
Gemeinsames Übungsmanöver: Russische und belarussische Panzer fahren auf dem Schießplatz von Brestsky

Gemeinsames Übungsmanöver: Russische und belarussische Panzer fahren auf dem Schießplatz von Brestsky

Foto: -- / dpa

Neue russische Truppenbewegungen alarmieren die Nato. Das Verteidigungsbündnis rechnet damit, dass Russland gerade rund 30.000 Soldaten in das nördlich der Ukraine gelegene Partnerland Belarus verlegt. Mit den Kampftruppen kämen auch Kampfflugzeuge, atomar bestückbare Iskander-Raketen, Luftabwehrsysteme vom Typ S-400 und Spezialeinheiten des Militärgeheimdienstes GRU, sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg in Brüssel am Rande eines Treffens mit Nordmazedoniens Ministerpräsident Dimitar Kovacevski.

Die Verlegung sei die größte in das Nachbarland seit Jahrzehnten. Den Erwartungen der Nato zufolge werde sie zudem mit Russlands jährlicher Atomwaffenübung kombiniert.

»In den vergangenen Tagen haben wir eine bedeutende Bewegung russischer Streitkräfte nach Belarus gesehen. Dies ist der größte russische Einsatz dort seit dem Kalten Krieg«, sagte er. Er forderte Russland auf, »zu deeskalieren«, und wiederholte Warnungen aus dem Westen, dass »jede weitere russische Aggression schwerwiegende Folgen haben und einen hohen Preis nach sich ziehen würde«.

Angaben der Regierung in Moskau zufolge werden die Truppen für ein gemeinsames Manöver mit den belarussischen Streitkräften verlegt. Ihrer Darstellung nach werden weniger als 13.000 russische Soldaten beteiligt sein.

Russland kritisiert Entsendung zusätzlicher US-Truppen

Angesichts eines Aufmarschs von zusätzlich mehr als 100.000 Soldaten an der russischen Grenze zur Ukraine wird im Westen befürchtet, dass der Kreml einen Einmarsch in sein Nachbarland in Erwägung zieht. Für möglich wird allerdings auch gehalten, dass nur Ängste geschürt werden sollen, um die Nato-Staaten zu Zugeständnissen bei Forderungen nach neuen Sicherheitsgarantien zu bewegen. Moskau will die Nato dazu bringen, eine weitere Ostererweiterung und insbesondere eine Aufnahme der Ukraine auszuschließen. Zudem verlangt Russland einen Rückzug von Nato-Truppen aus östlichen Bündnisstaaten.

Die USA entsenden wegen der Krise Tausende Soldaten nach Osteuropa. Wie das Pentagon am Mittwoch mitteilte, sollen 2000 Soldaten vom Stützpunkt Fort Bragg im Bundesstaat North Carolina inbesondere nach Polen verlegt werden, 300 von ihnen aber auch nach Deutschland.

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»Die derzeitige Lage macht es erforderlich, dass wir die Abschreckungs- und Verteidigungshaltung an der Ostflanke der Nato stärken«, sagte Pentagon-Sprecher John Kirby am Mittwoch. Präsident Joe Biden habe klargemacht, dass die USA auf die »wachsende Bedrohung für die Sicherheit und Stabilität Europas antworten« würden.

In Moskau stößt das auf Kritik. Der Einsatz zusätzlicher US-Truppen in Osteuropa würde die Spannungen in der Region verschärfen, sagte der Kreml.

asc/dpa/AP/Reuters
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