Krieg in der Ukraine Massive Explosion erschüttert Regierungsgebäude in Charkiw

In der ostukrainischen Stadt Charkiw hat es erneut schwere russische Angriffe gegeben. Ein Video zeigt einen Raketeneinschlag direkt im Zentrum der Stadt – gefolgt von einem gigantischen Feuerball.
Der Freiheitsplatz in Charkiw nach dem Raketeneinschlag

Der Freiheitsplatz in Charkiw nach dem Raketeneinschlag

Foto: Sergey Bobok / AFP

Der Freiheitsplatz im Zentrum der ostukrainischen Charkiw ist von einer schweren Explosion erschüttert worden. Nach Angaben von Charkiws Regionalverwalter Oleg Synegubov hat eine Rakete das Verwaltungsgebäude der Stadt getroffen. Ein von ukrainischen Medien verbreitetes Video zeigt den Einschlag und einen riesigen Feuerball vor der Fassade des Gebäudes.

Nachdem über Opfer zunächst keine Angaben gemacht worden waren, hieß es von einem Berater des ukrainischen Innenministeriums, es seien mindestens zehn Menschen getötet und 35 verletzt worden.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Charkiw ist die zweitgrößte Stadt des Landes. Seit Montag wird die Stadt immer wieder mit russischer Artillerie beschossen. Die russischen Truppen hatten auch in der Nacht zum Dienstag – dem mittlerweile sechsten Tag des Krieges – den Vormarsch auf die Stadt fortgesetzt.

»Das ist ein Verstoß gegen alle Konventionen«

Der Bürgermeister Charkiws, Ihor Terechow, erklärte in einer Videobotschaft , bei dem Beschuss am Montag seien 87 Wohngebäude beschädigt worden. Neun Menschen seien getötet und 37 weitere Personen verletzt worden. Die Informationen ließen sich nicht unabhängig prüfen. Terechow sagte zudem: »Der heutige Tag hat gezeigt, dass das nicht einfach Krieg ist. Das ist die Ermordung von uns, dem ukrainischen Volk.«

Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Beschuss Charkiws als Kriegsverbrechen bezeichnet. »Es wird definitiv ein Tribunal für dieses Verbrechen geben. Ein internationales. Das ist ein Verstoß gegen alle Konventionen.«

Das ukrainische Außenministerium teilte ebenfalls ein Video der Explosion. Es schrieb über den Angriff auf den Freiheitsplatz von Charkiw: »Russland führt Krieg unter Verletzung des humanitären Völkerrechts.« Russlands Hauptziel seien große Städte, die jetzt von seinen Raketen beschossen werden.

Das Außenministerium warf dem Nachbarland vor, Zivilisten zu töten und zivile Infrastruktur zu zerstören. Das ließ sich nicht unabhängig überprüfen. Russland weist den Vorwurf zurück.

mrc/Reuters