Russische Invasion Ukraine meldet 115 getötete Kinder seit Kriegsbeginn

Im Ukrainekrieg mehren sich die Berichte über russische Angriffe auf Krankenhäuser und Schulen. Laut der Ukraine sollen so bereits mehr als hundert Kinder dem Krieg zum Opfer gefallen sein. Auch die EU äußert sich deutlich.
Ein Vater verabschiedet sich von seiner Familie – sie flüchten mit dem Zug aus Odessa, er will sich zum Kämpfen melden

Ein Vater verabschiedet sich von seiner Familie – sie flüchten mit dem Zug aus Odessa, er will sich zum Kämpfen melden

Foto: SEDAT SUNA / EPA

Seit knapp einem Monat attackiert die russische Armee die Ukraine, immer stärker nehmen die Kremltruppen auch zivile Einrichtungen wie Kliniken und Schulen unter Beschuss. Dabei sind nach Angaben der Ukraine mittlerweile mindestens 115 Kinder getötet und mehr als 140 verletzt worden. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft am Morgen mit.

Die meisten Opfer habe es in der Hauptstadt Kiew gegeben. Der Generalstaatsanwaltschaft zufolge wurden seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine am 24. Februar etwa 530 Schulgebäude und Lehreinrichtungen angegriffen und beschädigt. 72 davon seien komplett zerstört worden.

Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Der Kreml behauptet, keine zivilen Einrichtungen ins Visier zu nehmen und nur Gebäude anzugreifen, in denen sich ukrainische Soldaten verstecken würden. Allerdings haben unabhängige Beobachter mittlerweile zahlreiche Angriffe auf Wohnblöcke und Krankenhäuser dokumentiert, in denen Zivilistinnen und Zivilisten ausharrten.

EU visiert neue Sanktionen an

Auch die EU verurteilt die russischen Angriffe. So sei die Zerstörung der ukrainischen Hafenstadt Mariupol ein »massives Kriegsverbrechen«, sagte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell. Auch Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) nannte die gezielten russischen Angriffe auf Zivilistinnen und Zivilisten in Krankenhäusern und Theatern in der Ukraine »eindeutig Kriegsverbrechen«.

Borrell forderte mit Blick auf den EU-Gipfel am Donnerstag eine weitere Verschärfung der Sanktionen gegen Russland, vor allem im Energiebereich. Auch Irland, Litauen und andere Mitgliedsländer sprachen sich dafür aus. Der litauische Außenminister Gabrielius Landsbergis warnte vor einer Sanktions-»Müdigkeit« in der EU und forderte ein Ölembargo gegen Moskau.

Baerbock verwies auf die Bemühungen der Bundesregierung, »unter Hochdruck« aus der Abhängigkeit von russischem Erdgas und Öl auszusteigen. EU-Diplomaten zufolge will Deutschland ein Energieembargo gegen Russland für den Fall einer massiven Eskalation des Ukrainekriegs zurückhalten – etwa bei einer Einnahme der Hauptstadt Kiew oder einem Einsatz von Atom- oder Chemiewaffen durch Russland.

Baerbock kündigte zudem ihre Zustimmung zu einer Verdopplung der EU-Militärhilfe für die Ukraine auf eine Milliarde Euro an. Borrell hatte die Aufstockung des EU-Fonds zum Kauf und zur Lieferung von Waffen vor gut zehn Tagen beim EU-Gipfeltreffen im französischen Versailles angekündigt.

mrc/dpa/AFP
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