Krieg in der Ukraine Nato wirft Russland Einsatz von Streubomben vor

Die Nutzung von Streubomben wird international geächtet. Die Nato sieht aber Anzeichen für eine Anwendung des grausamen Kampfmittels von Russland im Krieg gegen die Ukraine.
Zerstörung in Charkiw: Auch in der ostukrainischen Millionenstadt soll Russland Streubomben eingesetzt haben, warnen Militärexperten

Zerstörung in Charkiw: Auch in der ostukrainischen Millionenstadt soll Russland Streubomben eingesetzt haben, warnen Militärexperten

Foto: OLEKSANDR LAPSHYN / REUTERS

Die Nato wirft Russland den Einsatz von Streubomben in der Ukraine vor. Es gebe zudem Berichte über die Verwendung weiterer Waffen durch Russland, die gegen internationales Recht verstießen, sagt Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Streubomben bestehen aus einer Vielzahl kleinerer Bomben. Sie können in Städten eingesetzt verheerende Folgen für die Bewohner haben. Über hundert Staaten haben diesen Waffentyp geächtet.

Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) hatte am Vortag Ermittlungen zu möglichen Kriegsverbrechen in der Ukraine aufgenommen. Das Ermittlungsverfahren starte »sofort«, erklärte IStGH-Chefermittler Karim Khan in der Nacht zum Donnerstag. Die USA zeigten sich derweil alarmiert über die hohe Zahl ziviler Opfer des russischen Angriffskriegs in der Ukraine. Der Bürgermeister der Stadt Mariupol berichtete über intensive russische Angriffe und sprach vom bislang »grausamsten« Tag des Kriegs. Viele der russischen Bomben schlugen in Wohngebiete ein – obwohl Russland an der Darstellung festhält, keine zivilen Ziele anzugreifen.

Die Sammlung von Beweismitteln »hat jetzt begonnen«, erklärte IStGH-Chefankläger Khan. Für seine Ermittlungen habe er die Unterstützung von 39 Staaten erhalten, darunter alle EU-Mitgliedstaaten, Großbritannien, Kanada, die Schweiz, Neuseeland und mehrere Länder in Lateinamerika. Die jetzt aufgenommenen Ermittlungen erstrecken sich laut Khan auf die Lage in der Ukraine seit dem 21. November 2013.

Wegen des Kriegs in der Ukraine befinden sich nach Uno-Angaben bereits mehr als eine Million Menschen auf der Flucht. Auch die USA und Menschenrechtsgruppen wie Amnesty International werfen Russland den Einsatz von international geächteten Streubomben in dem Konflikt vor.

muk/Reuters