Krieg in Osteuropa Lettlands Regierung will die Wehrpflicht wieder einführen

Seit 15 Jahren müssen junge Letten nicht mehr zum Militär – das soll sich bald ändern. Und: Nahe dem AKW Saporischschja gab es nach Beschuss einen Stromausfall. Das waren die News am Dienstag.
Lettische Soldaten bei einer Militärübung im Mai

Lettische Soldaten bei einer Militärübung im Mai

Foto: Ints Kalnins / REUTERS
+++ Das Wichtigste in Kürze +++
  • Russland rechnet mit einer besseren Wirtschaftsentwicklung – der Westen geht aber von anderen Zahlen aus

  • Kiew spricht von 50.000 gefallenen russischen Soldaten. Laut dem britischen Verteidigungsministerium sind es dagegen etwa halb so viele

  • Russland macht Sanktionen für angebliche Reparaturprobleme bei Nord Stream 1 verantwortlich

  • Nach US-Geheimdienstinformationen bezieht Russland wegen der westlichen Sanktionen Waffen aus Nordkorea

  • Mehr als 400.000 Menschen haben Russland im ersten Halbjahr verlassen

Von Russland eingesetzter Verwalter offenbar schwer verletzt

20.56 Uhr: Die örtlichen Behörden in der besetzten Stadt Berdiansk ändern ihre Angaben zu einem von Russland eingesetzten Verwalter, der Opfer einer Explosion geworden sein soll. Artjom Bardin sei lebensgefährlich verletzt, erklärt ein Mitarbeiter der Moskau-treuen Regierung im Internet. Zuvor hatte er der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, Bardin sei gestorben.

EU und USA importieren russische Industriemetalle

18.53 Uhr: Die Europäische Union (EU) und die USA haben Handelsdaten zufolge trotz des Kriegs ihre Einfuhren von wichtigen Industriemetallen aus Russland deutlich gesteigert. Wie aus von Reuters zusammengestellten Informationen von der internationalen Datenbank United Nations Comtrade hervorgeht, importierten die EU und die USA von März bis Juni bis zu 70 Prozent mehr Aluminium und Nickel im Vergleich zum selben Vorjahreszeitraum. Der Gesamtwert der Einfuhr dieser zwei Metalle belief sich im Berichtszeitraum auf 1,98 Milliarden Dollar. Die Preise für diese beiden Metalle kletterten kurz nach Beginn des Kriegs am 24. Februar auf Rekordhöhen.

Der Westen hat wegen des russischen Einmarsches in die Ukraine Sanktionen gegen diverse russische Produkte, Personen und Einrichtungen verhängt, jedoch die Industriemetalle größtenteils ausgespart. Mit den Strafmaßnahmen gegen Russland wollen die EU und die USA die Einnahmequellen Moskaus zur Kriegsfinanzierung austrocknen. Russland zählt zu den Ländern mit den reichsten Rohstoffvorkommen. Neben den Energieträgern Erdöl und Erdgas sowie Kohle verfügt das Land über wichtige Bodenschätze wie Eisenerz, Nickel, Kupfer, Aluminium und Gold.

Frankreich nimmt stillgelegte Gaspipeline nach Deutschland wieder in Betrieb

17.21 Uhr: Die Energiekrise wirft traditionelle Rollen über den Haufen: Frankreich als bislang wichtigster Stromlieferant Deutschlands wird zum Kunden. Und liefert im Gegenzug nun Gas. Lesen Sie hier mehr dazu.

Ukrainischer Präsidentenberater kündigt »großartige Neuigkeiten« an

17.20 Uhr: Der ukrainische Präsidentenberater Serhiy Leschtschenko kündigt »großartige Neuigkeiten« von der Gegenoffensive in der östlichen Region Charkiw an. »Heute Nacht wird es großartige Neuigkeiten von Präsident Selenskyj über den Gegenangriff in Raum Charkiw geben«, twittert er, ohne Einzelheiten anzugeben.

IAEA zeigt sich schwer besorgt über Situation am Atomkraftwerk Saporischschja

17.10 Uhr: Experten der Internationalen Atomenergiebehörde haben das von Russland besetzte Kraftwerk in der Südukraine inspiziert – jetzt ziehen sie Bilanz und verlangen schnelle Maßnahmen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Russisches Gericht entzieht auch Magazin von »Nowaja Gaseta« die Lizenz

17.01 Uhr: Unabhängige russische Medien sind seit Jahren großem Druck ausgesetzt, mit der »Nowaja Gaseta« hatte eine Zeitung bereits im März im Zuge der Kampagne gegen Kritiker der russischen Militärintervention in der Ukraine ihre Veröffentlichung in Print sowie online eingestellt. Und nun trifft es auch das Magazin der Zeitung: Ein Gericht in Moskau habe die Lizenz der »Nowaja Rasskas-Gaseta« widerrufen, teilte das Medium in den Onlinenetzwerken mit. Am Vortag hatten die russischen Behörden der Zeitung bereits die Drucklizenz aberkannt und damit international Kritik ausgelöst. Ohne Lizenz darf keines der beiden Angebote mehr gedruckt werden.

Schimpanse spaziert durch Charkiw

16.52 Uhr: Charkiw ist die zweitgrößte Stadt der Ukraine – und im Osten des Landes besonders hart vom Krieg getroffen. Nun sorgte ein ausgebüchster Schimpanse für Aufsehen in der Stadt. Das Tier entfloh bereits am Freitag seinem Gehege im Zoo der Stadt und spazierte unter anderem zum Platz der Freiheit in der Nähe des Tierparks. Social-Media-Nutzerinnen und -Nutzer veröffentlichten Videos, die zeigen, wie sich Menschen um den Schimpansen kümmern: Eine der Aufnahmen zeigt eine Frau auf dem Platz der Freiheit, laut dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk Suspilne Mowlennja  wohl eine Zoomitarbeiterin, die dem Schimpansen eine Jacke anzieht und ihn umarmt.

Zoodirektor Oleksiy Grioriev sagte dem Sender, dass das Tier zurück in den Zoo gebracht worden sei. Demnach gehe es dem Schimpansen gut. Seit Beginn des Kriegs wurden immer wieder Tiere aus anderen Zoos in den Charkiwer Zoo verlegt. Ein Video zeigte im April, wie die einzige Tapirfamilie, die in der Ukraine lebt, aus dem Feldman Ecopark in der Nähe von Charkiw evakuiert wird, weil der Zoo immer wieder unter Beschuss geriet.

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Ukraine startet Plattform für Investoren

16.27 Uhr: Die Ukraine stellt eine Plattform mit mehr als 500 Investitionsprojekten mit einem Gesamtvolumen von 400 Milliarden Dollar vor, in der Hoffnung, ausländische Geldgeber anzulocken. »Es muss jetzt in die Ukraine investiert werden, nicht erst nach dem Ende des Krieges«, erklärt Wirtschaftsministerin Julia Swyrydenko. Das Programm mit dem Namen »Advantage Ukraine« wurde im Juli angekündigt. Zu den zehn Schlüsselbranchen gehören der militärisch-industrielle Komplex, Energie, Pharmazeutik und Logistik.

EU könnte Visaerleichterung für Russen ab Montag aufheben

16.26 Uhr: Das zwischen der EU und Russland geschlossene Abkommen zur Erleichterung der Visa-Vergabe könnte bereits ab Montag ausgesetzt werden. Die EU-Kommission schlug den Schritt am Dienstag offiziell in Brüssel vor, nachdem die EU-Staaten zuletzt eine Grundsatzeinigung darüber erzielt hatten.

Eine neue gemeinsame Visaregelung für Russland dürfte dazu führen, dass russische Touristinnen und Touristen deutlich länger auf ihr Visum warten müssen. Zudem müssen sie in der Regel 80 statt 35 Euro Bearbeitungsgebühr bezahlen. Der Zugang zu Visa, die für mehrfache Einreisen gültig sind, soll beschränkt werden. Der Schritt ist eine weitere Strafmaßnahme der EU in Reaktion auf den russischen Krieg gegen die Ukraine.

Das Visaabkommen zwischen der EU und Russland gilt seit 2007. Kurz nach Kriegsbeginn am 24. Februar wurden die Erleichterungen bereits für Geschäftsleute, Regierungsvertreter und Diplomaten außer Kraft gesetzt. Länder wie Estland setzen sich für deutlich schärfere Maßnahmen ein und arbeiten an strikteren Regeln, um zumindest Urlaubs- und Shoppingreisen von Russen in die EU vollständig zu unterbinden.

Lettlands Regierung will die Wehrpflicht wieder einführen

16.20 Uhr: Lettland will als Reaktion auf Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine den Wehrdienst wieder einführen. Die Regierung des baltischen EU- und Nato-Landes unterstützt einen entsprechenden Vorschlag des Verteidigungsministeriums, das nun einen Gesetzentwurf ausarbeiten soll.

Der Wehrdienst soll laut dem Vorschlag von 2023 an eingeführt werden. Eingezogen werden sollen Männer im Alter von 18 bis 27 Jahren – zunächst auf freiwilliger Basis, später auch in verpflichtender Form. Frauen in der gleichen Altersgruppe sollen sich freiwillig für die elfmonatige militärische Ausbildung melden können. Das Parlament muss dem Vorhaben noch zustimmen. Lettland hatte die Wehrpflicht 2007 abgeschafft und seine Streitkräfte zu einer Berufsarmee umgebaut, die von einer Freiwilligenarmee unterstützt wird.

Tschetschenenführer Kadyrow will wohl doch nicht zurücktreten

15.15 Uhr: Der tschetschenische Führer und Putin-Unterstützer Ramsan Kadyrow will sich entgegen einer früheren Ankündigung offenbar doch nicht zurückziehen. Er wolle »dem Gerede ein Ende setzen«, schrieb Kadyrow auf Telegram . Er habe kein Recht, einfach wegzugehen, schrieb er weiter. »Ich kann erst gehen, wenn ich das Volk und den Präsidenten Russlands gefragt habe. Lassen wir also die Diskussion über einen unbefristeten Urlaub für die Zukunft. Im Moment werde ich nicht einmal meinen Jahresurlaub nehmen.«

Kadyrow hatte am Sonntag bekannt gegeben, eine »unbestimmte und lange« Pause von seinem Posten einzulegen. Nun schrieb er, er sei seit 15 Jahren auf seinem Posten und plane, den Rekord der längsten Amtszeit als Oberhaupt einer Region zu knacken – dieser liege bei 27 Jahren. Wer diesen Rekord halten soll, gab er nicht an.

Ramsan Kadyrow im Jahr 2019

Ramsan Kadyrow im Jahr 2019

Foto:

Musa Sadulayev/ dpa

Kadyrow ist offiziell Präsident der autonomen Republik Tschetschenien und gilt als enger Vertrauter Putins. Laut »Radio Free Europe« hatte Kadyrow bereits in der Vergangenheit einen Rücktritt angedeutet, diesen aber nie umgesetzt. Oft wird er als Putins »Bluthund« bezeichnet. Elitekämpfer aus Tschetschenien kämpfen nach Angaben Kadyrows auf russischer Seite in der Ukraine. In welcher Zahl ist allerdings unklar.

Scholz lehnt offenbar Bitte der Ukraine um mehr schwere Waffen ab

14.10 Uhr: Ein Rüstungskonzern wollte Leopard-2-Panzer an die Ukraine liefern. Bundeskanzler Scholz sagte dem Export laut einem Medienbericht aber nicht zu – trotz einer Bitte des ukrainischen Ministerpräsidenten. Lesen Sie hier mehr:

Stromausfall nahe ukrainischem AKW Saporischschja

13.34 Uhr: Nach erneutem Artilleriebeschuss beim südukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja ist es in der nahe gelegenen Stadt Enerhodar zu einem Stromausfall gekommen. Sowohl die von Russland eingesetzten Besatzungsbehörden als auch der aus der Stadt geflohene Bürgermeister Dmytro Orlow bestätigten den Vorfall auf Telegram. Dem Besatzungsvertreter Wladimir Rogow zufolge soll es sieben Einschläge im Bereich des Kraftwerk-Trainingszentrums gegeben haben. Ein Reaktor soll dennoch weiter 150 Megawatt für den Eigenbedarf der Kühlsysteme liefern.

Am Montag hatte der ukrainische Kraftwerksbetreiber Energoatom zuerst mitgeteilt, dass es beim sechsten und letzten noch betriebenen Block eine Notabschaltung gegeben habe. Später jedoch übermittelte Kiew an die Internationale Atomenergieorganisation (IAEA) die Information, der Strombedarf des Kraftwerks werde nach einer erzwungenen Trennung vom ukrainischen Netz weiter von einem in Betrieb befindlichen Reaktor gedeckt.

Russlands Verteidigungsministerium warf der Ukraine am Dienstag vor, Saporischschja innerhalb der vergangenen 24 Stunden 15 Mal mit Artillerie beschossen zu haben. Im Gegenzug macht Kiew die russischen Truppen, die das AKW bereits seit Anfang März besetzen, immer wieder für Angriffe auf das Gelände verantwortlich. Die Angaben beider Seiten lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Erdoğan macht Russlandsanktionen für Energiekrise in Europa verantwortlich

12.35 Uhr: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat die gegen Russland verhängten Sanktionen des Westens für die Energiekrise in Europa verantwortlich gemacht. Die europäischen Länder würden »ernten, was sie gesät haben«, sagte Erdoğan in Ankara. Putin setze alle seine Mittel und Waffen ein. »Erdgas ist leider eine davon«, sagte der türkische Staatschef. Er gehe davon aus, dass Europa in diesem Winter »ernsthafte Probleme« haben werde. Für sein Land hingegen gelte dies nicht.

Der türkische Präsident folgt mit diesen Äußerungen der Darstellung Moskaus. Am Montag hatte der Kreml den Westen für den Stopp der Gaslieferungen über Nord Stream 1 nach Europa verantwortlich gemacht. Die Probleme seien »wegen der Sanktionen der westlichen Staaten aufgetreten, es gibt keinen anderen Grund dafür«, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow.

Scherzender Putin inspiziert Manöver im Osten Russlands

12.27 Uhr: Russland hat Aufnahmen von einem demonstrativ gut gelaunten Präsidenten Wladimir Putin bei der Besichtigung eines Militärmanövers im äußersten Osten Russlands gezeigt. In einem Videoclip des Militärsenders »Swesda« ist zu sehen, wie er lächelnd und scherzend in einer Militärkampfjacke neben Verteidigungsminister Sergej Schoigu sitzt. Die beiden wohnen der »Wostok«-Übung bei, an der auch Truppen aus China und Indien beteiligt sind. Mit dem seit dem 1. September laufenden Manöver will Russland trotz des Kriegs in der Tausende Kilometer entfernten Ukraine offenbar demonstrieren, dass das russische Militär ungeachtet seiner derzeit schweren personellen und materiellen Verluste weiter in der Lage sein soll, seinen Aufgaben in anderen Landesteilen gerecht zu werden.

Russisch-britische Beziehungen: »Keine Änderungen zu erwarten«

12.13 Uhr: Der Kreml sieht unter der neuen britischen Premierministerin Liz Truss wenig Hoffnung auf eine Verbesserung der unterkühlten russisch-britischen Beziehungen. »Den Äußerungen von Frau Truss nach zu urteilen (…) können wir mit hoher Sicherheit davon ausgehen, dass keine Änderungen zu erwarten sind«, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bei einem Wirtschaftsforum in der Hafenstadt Wladiwostok am Pazifik der Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Die Frage, ob Russlands Präsident Wladimir Putin der bisherigen britischen Außenministerin zu ihrem neuen Amt gratulieren werde, beantwortete Peskow nicht.

Spionage mit Fake-Profilen: Hacker tricksten russische Soldaten angeblich mit Frauenfotos aus

12.05 Uhr: Russische Soldaten ließen sich einem Medienbericht zufolge von gefälschten Social-Media-Profilen attraktiver Frauen ködern. Die Kämpfer hätten ukrainischen Hackern so unfreiwillig ihren Standort verraten.

Russland rechnet mit besserer Wirtschaftsentwicklung – Westen zweifelt

11.40 Uhr: Russland geht davon aus, dass sich seine Wirtschaft besser entwickelt als ursprünglich erwartet – das ist aber umstritten. Dieses Jahr werde das Bruttoinlandsprodukt um 2,9 Prozent einbrechen, zitieren russische Nachrichtenagenturen Wirtschaftsminister Maxim Reschetnikow. 2023 werde mit einem Minus von nur noch 0,9 Prozent gerechnet. Letzten Monat war noch von Minus 4,2 Prozent für 2022 und von Minus 2,7 Prozent für 2023 ausgegangen worden. 2024 solle dann ein Plus von 2,6 Prozent herauskommen, sagte Reschetnikow den Berichten zufolge. Auf Quartalssicht sei aber ab Ende dieses Jahres mit Wachstum zu rechnen. Die russische Wirtschaft stecke die Sanktionen des Westens besser weg als zunächst erwartet, hieß es.

Im Westen sieht man das anders: Die Bundesregierung hält die Sanktionen für wirksam und erwartet einen deutlich stärkeren Wirtschaftseinbruch in Russland. »Seriöse Berechnungen prognostizieren eine Rezession in Russland«, hatte das Bundeswirtschaftsministerium kürzlich mitgeteilt. Es werde erwartet, dass das russische Bruttoinlandsprodukt »in einer Spanne von 6 bis 15 Prozent für das Jahr 2022« einbreche. Der Rat der EU geht von einem Rückgang um »mehr als elf Prozent« aus.

Russland fehlen laut Großbritannien Aufklärungsdrohnen

11.10 Uhr: Ein Mangel an Aufklärungsdrohnen erschwert nach Ansicht britischer Geheimdienstexperten zunehmend die Einsätze der russischen Truppen in der Ukraine. Das geht aus dem täglichen Update zum Ukrainekrieg des Verteidigungsministeriums in London hervor. »Angesichts von Verlusten auf dem Schlachtfeld ist es wahrscheinlich, dass Russland Schwierigkeiten hat, seine Bestände an unbemannten Luftfahrzeugen aufrechtzuerhalten«, hieß es in der Mitteilung auf Twitter. Das werde verschärft, da durch die Sanktionen Ersatzteile knapp seien. »Die begrenzte Verfügbarkeit von Aufklärungsdrohnen dürfte das taktische Lagebewusstsein der Kommandeure vermindern und Einsätze zunehmend behindern«, so die Einschätzung der Briten.

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Russland habe in den vergangenen Jahren zunehmend auf Drohnen gesetzt, besonders um Ziele für die Artillerie auszumachen. Diese seien jedoch anfällig für Abschüsse und elektronische Störsignale. In den vergangenen Tagen sei die Zahl der Drohneneinsätze westlich des Dnjepr-Flusses zurückgegangen. Auch mehrere Abschüsse seien gemeldet worden. Russland hat offenbar auch Drohnen von Iran gekauft – doch mit deren Qualität soll die russische Seite nicht zufrieden sein .

Kiew spricht von 50.000 gefallenen russischen Soldaten

10.35 Uhr: Die russische Armee soll nach ukrainischen Angaben viele Soldaten verloren haben: In den 195 Tagen seit Beginn der russischen Invasion seien 50.150 russische Soldaten getötet worden, teilte der ukrainische Generalstab mit. Das britische Verteidigungsministerium geht dagegen von lediglich etwa 25.000 getöteten russischen Soldaten aus. Russland selbst hat seit Langem keine Angaben mehr zu eigenen Gefallenen gemacht.

Ebenso will die ukrainische Armee bereits 2077 Panzer, 4484 gepanzerte Fahrzeuge, 236 Flugzeuge und 207 Hubschrauber abgeschossen haben. Es gibt keine unabhängigen Bestätigungen der Angaben.

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M100-Medienpreis geht an das ukrainische Volk

9.57 Uhr: Den Preis der Medienkonferenz M100 Sanssouci Colloquium erhält in diesem Jahr das ukrainische Volk. »Mit heldenhaftem Mut und unbeugsamem Willen verteidigt sich das ukrainische Volk seit Monaten gegen die brutale Invasion Russlands«, teilten die Veranstalter mit. »Es ist ein Krieg gegen Demokratie, Freiheit und unser Wertesystem.« Die Menschen in der Ukraine verdienten Respekt, Hochachtung, Unterstützung und Solidarität. Der Preis wird seit 2005 jährlich an Persönlichkeiten verliehen, die sich für Demokratie, europäische Verständigung, Meinungs- und Pressefreiheit einsetzen. Stellvertretend soll der frühere Profi-Boxer Waldimir Klitschko den M100 Media Award am 15. September im Schloss Sanssouci entgegennehmen.

Russland macht Sanktionen für »Reparaturprobleme« bei Nord Stream 1 verantwortlich

9.00 Uhr: Russland behauptet, eine Turbine der Pipeline Nord Stream 1 müsse aufwendig repariert werden – und macht westliche Sanktionen dafür verantwortlich, dass die Pipeline bis auf Weiteres angeblich kein Gas liefern könne. »Wir wissen nicht, wie die Reparaturarbeiten durchgeführt werden sollen, weil die Sanktionen dies verhindern«, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Der Kreml konstatiere »mit Bedauern, dass die Verantwortung für die Situation voll und ganz bei den europäischen Staaten und den Staaten liegt, die Sanktionen gegen unser Land eingeführt haben«.

Der russische Staatskonzern Gazprom hatte am Samstag nach einer planmäßigen Wartung der Turbine die Gaslieferungen nach Europa nicht wieder aufgenommen. Das Unternehmen begründete dies mit angeblich austretendem Öl aus der Maschine.

Der Turbinenhersteller Siemens Energy hatte bereits am Montag zurückgewiesen, dass der Betrieb deshalb eingestellt werden müsse. »Solche Leckagen beeinträchtigen im Normalfall den Betrieb einer Turbine nicht und können vor Ort abgedichtet werden«, sagte ein Sprecher. Die russische Seite sei darüber informiert worden. »Unabhängig davon, haben wir bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass in der Verdichterstation Portowaja genügend weitere Turbinen für einen Betrieb von Nord Stream 1 zur Verfügung stehen.«

Im Westen wird ein politischer Grund für den Lieferstopp vermutet. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) stellt sich darauf ein, dass Russland über die Leitung kein Gas mehr nach Europa liefern wird.

Russland nimmt mehr mit Energie ein, als es für den Krieg ausgibt

8.15 Uhr: Noch immer erzielt Russland laut einer neuen Analyse Rekorderlöse mit fossilen Brennstoffen, welche die Kosten des Ukrainekriegs deutlich übersteigen. Ganz vorne dabei als Abnehmer ist Deutschland. Lesen Sie hier mehr:

Mehr als 400.000 Menschen haben Russland im ersten Halbjahr verlassen

7.40 Uhr: Im ersten Halbjahr sind nach Angaben der russischen Statistikbehörde 419.000 Menschen aus Russland ausgereist. Das sind mehr als doppelt so viele wie im vergleichbaren Vorjahreszeitraum, wie die Nachrichtenagentur RBC meldete. Damit sind erstmals in der jüngeren russischen Geschichte mehr Menschen aus- als eingewandert (322.000 Personen).

Die Statistikbehörde Rosstat machte keine Angaben, welche Nationalität die Migranten haben. Russland ist traditionell ein Einwanderungsland für Bürger anderer Sowjetrepubliken. In diesem Jahr verlief die Migrationsbewegung allerdings in die andere Richtung. So sind 369.000 in diese Richtung ausgereist und nur 295.000 eingereist. Fast 80.000 Menschen wählten dabei die Ukraine als Zielland.

Russlands Angriffskrieg gegen das Nachbarland führte nicht nur zu einer Fluchtbewegung in der Ukraine, sondern auch zu einer Auswanderungswelle in Russland selbst. Politische Gegner gingen ins Exil, aber auch viele junge Spezialisten wanderten nach dem Rückzug westlicher Unternehmen aus Russland aus dem Land ab – auf der Suche nach besseren Arbeitsmöglichkeiten. Größere russische Gemeinden haben sich seither unter anderem in Armenien und Georgien gebildet – wegen der vergleichsweise einfachen Einreisebedingungen. Insgesamt ist die russische Bevölkerung im ersten Halbjahr – auch wegen des natürlichen Bevölkerungsschwunds – um 480.000 Menschen zurückgegangen.

Kiew will russische Munitionsdepots bei Cherson zerstört haben

6.41 Uhr: Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben vier russische Munitionsdepots in der Region Cherson zerstört. Auch würden Brücken über den Dnjepr unter Beschuss genommen, teilte das Südkommando der ukrainischen Streitkräfte mit. Nachdem zunächst wenig über den Verlauf der ukrainischen Gegenoffensive im Süden der Ukraine bekannt geworden war, meldeten die Behörden zuletzt Fortschritte im Norden der Region Cherson. Ein online veröffentlichtes Foto zeigt eine ukrainische Flagge, die auf einem Gebäude in dem Ort Wyssokopillja wehen soll. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte dem Sender ABC News, die Ukraine gehe Schritt für Schritt gegen die Besetzung ihres Territoriums vor. Der Konflikt könne jetzt nicht eingefroren werden, die Ukraine hole sich ihre Gebiete zurück. »Es ist nur eine Frage der Zeit.«

Washington: Russland bezieht Waffen aus Nordkorea

5.38 Uhr: Russland bezieht wegen der westlichen Sanktionen offenbar Artilleriemunition und Granaten aus Nordkorea. Das berichtet die Zeitung »New York Times«  unter Berufung auf kürzliche freigegebene Informationen des US-Geheimdienstes. Die Käufe zeigten, dass die Sanktionen zu greifen begännen und die Fähigkeit Russlands einschränkten, seine Invasion in der Ukraine aufrechtzuerhalten, zitiert das Blatt zwei US-Regierungsvertreter. Die Ukraine hat an mehreren Orten eine Gegenoffensive gestartet und zuvor russische Munitionslager zerstört.

Was in der Nacht geschah

5 Uhr: Die ukrainische Armee will in acht Orten Sturmangriffe abgewehrt haben. Präsident Selenskyj warnt vor Gefahr in Atomkraftwerk – und richtet emotionale Worte an Boris Johnson. Die wichtigsten News aus der Nacht finden Sie hier.

kko/col/ptz/hba/sak/czl/AFP/dpa/Reuters
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