Krieg in der Ukraine USA helfen Kiew mit 89 Millionen Dollar bei Räumung von Minen

Das US-Außenministerium hat für Schulung und Ausrüstung von 100 Kampfmittel-Räumungsteams Millionen zur Verfügung gestellt. Und: Kiew warnt vor hohen Risiken bei Beschuss von AKW Saporischschja. Das waren die News am 9. August.
Ein Mann sammelt Mienen nach den Gefechten in Irpin im April

Ein Mann sammelt Mienen nach den Gefechten in Irpin im April

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Efrem Lukatsky / dpa

  • In den vergangenen sechs Tagen seien ukrainischen Angaben zufolge mehr als 3000 Zivilisten aus der schwer umkämpften Region Donezk im Osten des Landes in Sicherheit gebracht worden, darunter fast 600 Kinder und 1400 Frauen.

  • Auf der von Russland annektierten ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim ist lokalen und Moskauer Angaben zufolge ein Munitionsdepot auf einem Luftwaffenstützpunkt explodiert. Ein Mensch soll getötet worden sein.

  • Die Ukraine hat eigenen Angaben zufolge 50 Militärtransporter von der Türkei erhalten.

  • Der ukrainische Geheimdienst hat nach eigenen Angaben einen Anschlag russischer Spione auf Verteidigungsminister Oleksij Resnikow und den Chef des Militärgeheimdienstes, Kyrylo Budanow, vereitelt.

  • Nach mehrfachem Beschuss des Atomkraftwerks Saporischschja stationieren die russischen Besatzungstruppen eigenen Angaben zufolge Luftabwehrsysteme rund um die Anlage.

USA helfen Ukraine mit 89 Millionen Dollar bei Räumung von Minen

20.09 Uhr: Das US-Außenministerium hat für die Anschaffung von Minenräumgeräten und Schulungsmaßnahmen in der Ukraine 89 Millionen Dollar bewilligt. Das teilt ein Vertreter des Ministeriums mit. Mit dem Geld soll die Ausrüstung von 100 Teams für die Beseitigung von Kampfmitteln bezahlt werden.

Ukraine warnt vor hohen Risiken bei Beschuss von AKW Saporischschja

19.40 Uhr: Der Chef der ukrainischen Energiebehörde Energoatom, Petro Kotin, warnt vor sehr hohen Risiken bei Einschlägen auf dem Gelände des Kernkraftwerks Saporischschja. Vergangene Woche hätten russische Truppen drei Leitungen beschädigt, die das Kraftwerk mit dem ukrainischen Stromnetz verbinden, sagt er der Nachrichtenagentur Reuters. Ein Teil des Beschusses sei in der Nähe von Lagern für abgebrannte Brennelemente eingeschlagen. In dem Bereich stünden 174 Behälter mit hochradioaktivem Material.

Mehr als 3000 Menschen aus Donezk evakuiert

18.35 Uhr: In den vergangenen sechs Tagen seien mehr als 3000 Zivilisten aus der schwer umkämpften Region Donezk im Osten des Landes in Sicherheit gebracht worden, darunter fast 600 Kinder und 1400 Frauen, teilte der Vizechef der Präsidialverwaltung, Kyrylo Timoschenko, mit. Die Evakuierung dauere an.

Laut Timoschenko haben seit der russischen Invasion im Februar 1,3 Millionen Menschen die Region verlassen. Viele der nach ukrainischen Angaben noch verbliebenen rund 350.000 Bewohner - darunter 50.000 Kinder - zögern jedoch, da ihnen die Mittel zum Neuanfang fehlen und sie nicht wissen, wohin sie gehen sollen.

Ende Juli hatte Kiew eine verpflichtende Evakuierung der Bewohner angekündigt. Angesichts des bevorstehenden Winters und fehlender Heizmöglichkeiten hatte die ukrainische Regierung ihre Bemühungen seit Juli verstärkt, noch mehr Menschen in Sicherheit zu bringen.

Ein Toter nach Explosionen auf Krim

18.20 Uhr: Auf der von Russland annektierten ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim ist lokalen und Moskauer Angaben zufolge ein Munitionsdepot auf einem Luftwaffenstützpunkt explodiert. Die staatliche Nachrichtenagentur Tass hatte zunächst vermeldet, dass fünf Menschen verletzt worden seien, darunter ein Kind, später berichtete die russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti, es habe keine Opfer gegeben. Außerdem sei die Ursache für die Detonationen kein Angriff gewesen. Nun teilte Krim-Chef Sergej Aksjonow mit, ein Mensch sei getötet worden.

Rauchwolken über Nowofedoriwka

Rauchwolken über Nowofedoriwka

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IMAGO/Stringer / IMAGO/ITAR-TASS

Moskau stellt Zugang zu besetztem AKW in Aussicht

17.38 Uhr: Russland will eigenen Angaben zufolge einen Besuch der Internationalen Atombehörde im kürzlich beschossenen Kernkraftwerk Saporischschja im von eigenen Truppen besetzten Süden der Ukraine ermöglichen. »Von unserer Seite aus sind wir bereit, maximal mögliche Unterstützung zur Lösung organisatorischer Fragen zu leisten«, teilte das russische Außenministerium mit. Zugleich beschuldigte Moskau die Vereinten Nationen, eine bereits geplante Inspektionsreise angeblich abgesagt und damit eine neue Eskalation herbeigeführt zu haben.

Das in der Stadt Enerhodar gelegene AKW Saporischschja war am vergangenen Wochenende mehrfach beschossen und teils beschädigt worden. Die kritische Infrastruktur soll aber weiter intakt sein. Russland und die Ukraine geben sich gegenseitig die Schuld. Unabhängig zu überprüfen sind die Vorwürfe bislang nicht.

Russische Öllieferungen durch die Ukraine eingestellt

15.48 Uhr: Bereits seit vergangenem Donnerstag fließt laut der russischen Staatsfirma Transneft kein Erdöl mehr durch die Ukraine nach Europa. Betroffen sind Ungarn, die Slowakei und Tschechien – aber nicht Deutschland. Lesen Sie hier mehr dazu.

Kaliningrad: Versorgung trotz EU-Abkommen nicht gesichert

15.23 Uhr: Die Versorgung Kaliningrads ist nach Angaben des örtlichen Gouverneurs trotz der Ausnahmen von EU-Sanktionen nicht gesichert. Laut Anton Alichanow kann Russland pro Jahr Güter im Volumen von 500.000 Tonnen von und in seine Exklave an der Ostsee transportieren. Einige der Quoten seien aber bereits ausgereizt, sagte Alichanow laut russischen Nachrichtenagenturen. So könne Kaliningrad bereits keinen Zement mehr aus Belarus einführen – bei einer Menge von normalerweise 200.000 Tonnen im Jahr.

Auch bei Eisen, Stahl, Ölprodukten, Düngemitteln, Frostschutz oder Holz seien die Quoten nahezu ausgeschöpft, wurde Alichanow weiter zitiert. Die Vereinbarung mit der Europäischen Union habe zwar ein »Worst-Case-Szenario« verhindert, aber die derzeitige Lage sei »alles andere als normal«.

Im Juni hatte Litauen den Transit von Gütern zwischen Kaliningrad und dem russischen Kernland sowie Belarus gestoppt und dies mit neuen EU-Sanktionen begründet. Die Regierung in Moskau reagierte empört. Daraufhin einigten sich Russland und die EU darauf, den Transport von Gütern nach bestimmten Quoten zuzulassen. Kaliningrad grenzt an die EU- und Nato-Staaten Litauen und Polen.

Mehrere Explosionen nahe russischer Militärbasis auf der Krim

15 Uhr: Auf der von Russland annektierten ukrainischen Schwarzmeerhalbinsel Krim ist lokalen und Moskauer Angaben zufolge ein Munitionsdepot auf einem Luftwaffenstützpunkt explodiert. In sozialen Netzwerken kursierende Videos zeigten zudem Explosionen und große Rauchwolken, die bei dem Ort Nowofedoriwka unweit des Badeortes Feodossija aufgenommen worden sein sollen. Es gebe keine Opfer, teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Lokale Medien berichten hingegen von mindestens fünf Verletzten.

Touristen verließen das Gebiet fluchtartig. Krim-Chef Sergej Aksjonow teilte mit, dass ein Bereich im Radius von fünf Kilometern rund um den Stützpunkt abgesperrt werde. Zur Ursache der Explosion äußerte er sich nicht. Beobachter gingen von einem Sabotageakt aus, da die ukrainischen Truppen über 200 Kilometer entfernt sind. Bisherigen Berichten zufolge verfügt die ukrainische Armee derzeit nicht über Raketen mit dieser Reichweite.

Kiew: 50 türkische Militärtransporter erhalten

14.31 Uhr: Die Ukraine hat eigenen Angaben zufolge 50 Militärtransporter von der Türkei erhalten. Weitere 150 sollen folgen, wie ukrainische Medien berichteten. Die gepanzerten Mannschaftstransporter vom Typ Kirpi sind mit Allradantrieb ausgestattet und können neben der Besatzung zwölf Soldaten transportieren. Die Türkei unterhält enge Beziehungen zu Kiew, aber auch zu Moskau. So gehörte sie zu den Vermittlern im Streit um monatelang in der Ukraine blockierte Getreideexporte.

Zwei weitere Frachter verlassen die Ukraine

14.10 Uhr: Zwei Schiffe mit insgesamt rund 70.000 Tonnen Getreide an Bord haben den ukrainischen Schwarzmeerhafen Tschornomorsk verlassen. »Das Schiff »Rahmi Yagci« wird 5300 Tonnen in die Türkei liefern, und fast 65.000 Tonnen Mais werden vom Frachter »Ocean Lion« nach Südkorea geliefert«, teilte das ukrainische Ministerium für Infrastruktur am Dienstag über den Onlinedienst Telegram mit.

Die Ausfuhren aus den ukrainischen Häfen waren bis zu einer von der Türkei vermittelten Einigung von den russischen Streitkräften blockiert worden. Mit den beiden Transporten vom Dienstag haben seit der Vereinbarung zwölf Schiffe die Ukraine verlassen.

Russland hat offenbar Ölexport über die Ukraine gestoppt

13.40 Uhr: Durch den südlichen Strang der Druschba-Pipeline fließt nach Angaben der Betreiberfirma seit Donnerstag kein russisches Erdöl mehr nach Europa. »Am 4. August wurde die Lieferung von russischem Öl über das Gebiet der Ukraine gestoppt«, erklärte das russische Staatsunternehmen Transneft. Als Grund gab es an, dass Ende Juli eine Banktransaktion aufgrund westlicher Sanktionen gegen Russland abgelehnt worden sei.

Von den Lieferausfällen seien Ungarn, die Slowakei und Tschechien betroffen, erklärte das Unternehmen weiter. Normalerweise fließen etwa 250.000 Barrel pro Tag durch den südlichen Strang. Der nördliche Strang der Druschba-Pipeline, über den Polen und Deutschland versorgt werden, verläuft nicht durch die Ukraine, sondern durch Belarus. Diese Lieferungen würden »wie gewohnt« fortgesetzt, erklärte Transneft.

Aus der Ukraine gab es bislang keine Bestätigung für den Stopp der Lieferungen. Auch aus den mutmaßlich betroffenen Ländern Ungarn, Slowakei und Tschechien gab es keine Berichte über ausgebliebenes Öl.

Russland: Europa sollte Selenskyjs »Launen« hinterfragen

12.50 Uhr: Russland hat Forderungen von Wolodymyr Selenskyj nach einem Reiseverbot für Russen in Europa scharf kritisiert. »Die Irrationalität seines Denkens in diesem Fall schießt über das Ziel hinaus«, sagte Kremlsprecher Dmitry Peskow in Moskau. Europa solle »sich fragen, ob Selenskyj alles richtig macht und ob seine Bürger für dessen Launen zahlen sollten«, sagt Peskow. »Jeder Versuch, Russland oder Russen zu isolieren, ist ein aussichtsloser Vorgang.« Selenskyj äußerte seine Forderung in einem Interview mit der »Washington Post« .

Kein russischer Oligarch hat seit Gesetzesverschärfung Vermögen offengelegt

12.45 Uhr: Russische Oligarchen haben offenbar trotz der jüngsten Gesetzesverschärfung im Frühjahr bislang in keinem Fall ihre Vermögenswerte in Deutschland offengelegt. Es sind bisher keine entsprechenden Anzeigen bei der Bundesbank oder dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle eingegangen. Sanktionierte Personen – darunter seit dem Angriff auf die Ukraine mehrere russische Oligarchen – müssen ihr Vermögen eigentlich offenlegen. Lesen Sie hier die gesamte Meldung.

Belarus startet Luftwaffenübung

12.17 Uhr: Die Luftwaffe von Belarus startet nach Angaben der Minsker Regierung noch heute ein Manöver. Der erste Teil der Übung solle diese Woche noch bis Donnerstag in Belarus laufen, teilt das Verteidigungsministerium mit. Der zweite Teil sei zwischen dem 22. und 25. August in Russland auf der Übungsbasis Aschuluk geplant. Bei den Manövern werde auch scharfe Munition eingesetzt.

Belarus ist ein enger Verbündeter Russlands. Seit dem Einmarsch in die benachbarte Ukraine kamen immer wieder Spekulationen auf, ob sich das Land an dem Krieg beteiligt. Von Belarus aus war ein Teil des russischen Militärs in die Ukraine eingefallen.

Airlines in Russland schlachten offenbar Flugzeuge für Ersatzteile aus

11.47 Uhr: Russische Airlines wie die staatliche Aeroflot demontieren laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters Flugzeuge, um an Teile zu kommen. Das berichtet die Agentur unter Berufung auf vier Brancheninsider. Mit den vor rund einem halben Jahr verhängten Sanktionen des Westens gegen Russland versiegten die Techniklieferungen.

Die russische Regierung hatte im Juni empfohlen, Flugzeuge für Ersatzteile auszuschlachten, damit im Ausland gebaute Jets – vornehmlich von Boeing und Airbus – bis 2025 in Betrieb bleiben können. Neben einem Langstreckenjet A350 von Airbus stehe noch eine Sukhoi Superjet-100 aus russischer Produktion am Boden, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person. Aeroflot wollte sich dazu auf Anfrage nicht äußern.

Die neueren Flugzeuggenerationen wie die A320neo oder die A350 von Airbus sowie die 737 MAX und die 787 von Boeing müssen ständig auf den neuesten technischen Stand gebracht werden. Nach Einschätzung von Experten aus dem Westen wird es daher selbst für ausgebuffte russische Ingenieure eine Herausforderung, die Jets flugfähig zu halten.

Russische Truppen stationieren Luftabwehr um Atomkraftwerk

10.40 Uhr: Nach mehrfachem Beschuss des Atomkraftwerks Saporischschja stationieren die russischen Besatzungstruppen eigenen Angaben zufolge Luftabwehrsysteme rund um die Anlage. »Die Luftabwehrsysteme des Kraftwerks werden verstärkt«, sagte der Chef der von Moskau eingesetzten Militärverwaltung in der Region, Jewgeni Balizki, im russischen Staatsfernsehen. Moskau und Kiew hatten sich in den vergangenen Tagen wiederholt gegenseitig für Angriffe auf das AKW verantwortlich gemacht. Unabhängig lassen sich die Angaben nicht überprüfen.

Balizkis Angaben zufolge arbeitet das Kraftwerk derzeit normal. Die Stromleitungen und beschädigten Blöcke des Meilers seien repariert, sagte er. Das Atomkraftwerk Saporischschja verfügt über insgesamt sechs Blöcke mit einer Gesamtleistung von 5700 Megawatt. Damit ist es das leistungsstärkste Kernkraftwerk in Europa. Bis zum Beschuss am Wochenende waren davon laut ukrainischen Angaben noch drei Blöcke in Betrieb.

Studie: Ukrainekrieg bremst die Wirtschaft und kostet Jobs

10.32 Uhr: 260 Milliarden Euro weniger Wertschöpfung und bis zu 150.000 weniger Jobs: Russlands Angriff auf die Ukraine kommt die deutsche Wirtschaft teuer zu stehen, zeigt eine neue Studie.

London: Russland verstärkt Stellungen in der Südukraine

10 Uhr: Die russische Offensive im Donbass kommt nach Einschätzung der britischen Geheimdienste weiter schleppend voran. In den vergangenen 30 Tagen sei Russland mit den Angriffen auf die Stadt Bachmut im Bezirk Donezk am erfolgreichsten gewesen, teilte das britische Verteidigungsministerium unter Berufung auf einen geheimdienstlichen Lagebericht mit. Allerdings sei Russland dort in diesem Zeitraum nur rund zehn Kilometer vorangekommen, in anderen Donbass-Sektoren sogar nur drei Kilometer. Dies sei »ziemlich sicher weniger als geplant«.

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Das vergangene Wochenende nutzte Russland den Angaben, um seine Stellungen im Süden der Ukraine zu verstärken. Dort versucht die ukrainische Armee aktuell, mit einer großangelegten Gegenoffensive, russisch besetzte Gebiete zurückzuerobern.

Russland schießt neuen Überwachungssatelliten ins All

9.20 Uhr: Russland hat für den Iran einen militärischen Überwachungssatelliten ins All geschossen. Der Start ist laut der Raumfahrtbehörde Roskosmos am Morgen auf dem russischen Weltraumbahnhof Baikonur erfolgt, wie die Agentur Interfax berichtete. Nach Medienangaben will Moskau den Satelliten zunächst für seinen Krieg in der Ukraine selbst nutzen.

Die Sojus-Rakete hat am Morgen insgesamt 17 Sonden ins All gebracht. Die größte davon ist der Überwachungssatellit für den Iran »Chayyam« – benannt nach einem persischen Mathematiker und Astronomen Omar Chayyam – den Russland im Auftrag von Teheran gebaut hat.

Nach Angaben der »Washington Post« kann der Satellit hochauflösende Aufnahmen von der Erde machen und erhöht damit die militärischen Möglichkeiten Teherans im Persischen Golf deutlich. In den nächsten Monaten werde aber zunächst Russland selbst die Sonde im Krieg gegen die Ukraine nutzen, schrieb das Blatt.

Getreidefrachter Razoni ankert unerwartet vor türkischem Hafen Mersin

9.03 Uhr: Das mit ukrainischem Getreide beladene Frachtschiff »Razoni« hat unerwartet vor dem türkischen Hafen in Mersin geankert. Das zeigten die Schiffsortungsdienste vesselfinder.com und marinetraffic.com. Eigentlich sollten die 26.000 Tonnen Mais in den libanesischen Hafen Tripoli und von dort nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa weiter ins benachbarte Syrien transportiert werden. Etwa einen Tag vor Ankunft änderte das Schiff dann seinen Kurs.

Die »Razoni« hatte den ukrainischen Schwarzmeerhafen Odessa vor einer Woche verlassen – als erstes Schiff nach Ende einer Getreide-Blockade Russlands. Nach einer Inspektion in Istanbul steuerte sie zuerst den Libanon an, erklärte als neues Ziel dann aber unerwartet »Order«, also einen unbestimmten Ort, von dem aus ein Händler die geladene Ware dann bestellt.

Seit Samstag lag die »Razoni« nahe der türkischen Küste bei Iskenderun vor Anker – und machte sich laut Marinetraffic dann in der Nacht zum Dienstag auf in Richtung des Hafens von Mersin. Der Hafenbetreiber war vorerst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die ukrainische Botschaft im Libanon teilte am Montagabend unter Berufung auf die Spediteure mit, der Käufer sei abgesprungen – unter Verweis auf eine fünf Monate lange Wartezeit. Man sei auf der Suche nach einem neuen Empfänger im Libanon oder anderswo. Dass die »Razoni« ihren Zielort kurz vor Ankunft geändert habe, sei aber »etwas seltsam«, sagte ein Sprecher von Marinetraffic.

Ukraine berichtet von massivem russischen Beschuss an Front

7.30 Uhr: Die ukrainische Seite berichtet von massivem russischen Beschuss an der Frontlinie im Osten. Es gebe schwere Kämpfe in Orten in der Nähe der Stadt Donezk, sagt der Gouverneur der gleichnamigen Region, Pawlo Kyrylenko, im ukrainischen Fernsehen. »Die Lage ist angespannt – an der gesamten Frontlinie wird ständig geschossen.« Es gebe auch viele Luftangriffe. »Der Feind hat keinen Erfolg. Die Region Donezk hält Stand.«

EU-Notfallplan für Gas ist in Kraft

5.41 Uhr: Der europäische Gas-Notfallplan zur Vorbereitung auf einen möglichen Stopp russischer Erdgaslieferungen ist heute in Kraft getreten. Der Plan sieht vor, dass alle EU-Länder ihren Gasverbrauch von Anfang August bis März nächsten Jahres freiwillig um 15 Prozent senken, verglichen mit dem Durchschnittsverbrauch der vergangenen fünf Jahre in diesem Zeitraum. Vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine hat Russland seine Lieferungen an die EU bereits drastisch reduziert.

Insgesamt müssen nach Zahlen der EU-Kommission 45 Milliarden Kubikmeter Gas gespart werden. Deutschland müsste etwa 10 Milliarden Kubikmeter Gas weniger verbrauchen, um das 15-Prozent-Ziel zu erreichen. Falls nicht genug gespart wird und es weitreichende Versorgungsengpässe gibt, kann im nächsten Schritt ein EU-weiter Alarm mit verbindlichen Einsparzielen ausgelöst werden. Der Notfallplan gilt zunächst für ein Jahr.

USA schnüren weiteres, riesiges Rüstungspaket für Ukraine

5.15 Uhr: Die US-Regierung unterstützt die von Russland angegriffene Ukraine weiter mit Hilfen in Milliardenhöhe und kündigt das bisher größte Rüstungspaket aus US-Beständen an das Land an. In dem eine Milliarde US-Dollar (rund 980 Millionen Euro) schweren Paket sind zusätzliche Munition, Waffen und Ausrüstung enthalten, um den kritischen Sicherheitsbedarf bei der Verteidigung der Ukraine zu decken, wie US-Präsident Joe Biden am Montag erklärte. Die USA rüsten die Ukraine im großen Stil auf, um das Land gegen Russland zu unterstützen. Hinzu kommen weitere 4,5 Milliarden US-Dollar (rund 4,4 Milliarden Euro) für den Staatshaushalt.

Das Rüstungspaket beinhaltet dem Pentagon zufolge unter anderem zusätzliche Munition für die Raketenwerfersysteme des Typs Himars und Nasams und 1000 Panzerabwehrraketen vom Typ Javelin. Hinzu kämen 50 gepanzerte medizinische Behandlungsfahrzeuge sowie medizinisches Material, darunter Erste-Hilfe-Kästen, Verbandsmaterial oder Monitore. Die Ausrüstung soll ausschließlich aus den Beständen des Verteidigungsministeriums direkt an die Ukraine gegeben werden. In der Vergangenheit hatte die US-Regierung auch Rüstungshilfen in Form einer Vereinbarung mit der Industrie angekündigt.

Todesstrafe im Prozess gegen Verteidiger von Asowstal gefordert

4.33 Uhr: Einer Gruppe gefangener ukrainischer Verteidiger des Stahlwerks Asowstal in Mariupol droht vor einem Gericht der von Russland kontrollierten Separatistenregion Donezk die Todesstrafe. In dem Strafprozess forderte die Staatsanwaltschaft am Montag die Höchststrafe, wie die offizielle Nachrichtenagentur der sogenannten Volksrepublik Donezk meldete. Ein Urteil solle am Mittwoch fallen.

Den Angeklagten, deren genaue Zahl nicht genannt wurde, werde die Tötung von mehr als 100 Menschen zur Last gelegt. Die Ukrainer gehörten zu einer Gruppe von Neonazis, die in dem nationalistischen Regiment Asow als eigene Einheit für Überfälle und Sabotage gedient hätten. In der ukrainischen Öffentlichkeit wird die Gruppe »Bären« genannt, in der russischen Presse ist von »Bären SS« die Rede.

US-Gericht billigt Beschlagnahmung von Airbus-Jet von Oligarchen

3.12 Uhr: Ein US-Gericht hat die Beschlagnahmung eines Airbus-Jets im Wert von 90 Millionen Dollar vom Oligarchen Andrei Skotsch gebilligt. Das teilen Staatsanwälte des Bundes in New York mit. Skotsch, der auch Abgeordneter im russischen Parlament ist, ist von der US-Regierung mit Sanktionen belegt worden. Das Flugzeug ist derzeit in Kasachstan geparkt. Eine Stellungnahme der kasachischen Botschaft war zunächst nicht zu bekommen.

Mehrheit glaubt nicht an Verhandlungsbereitschaft von Putin

15.43 Uhr: Nur 27 Prozent der Bundesbürgerinnen und -bürger glauben laut einer Forsa-Umfrage, dass Russlands Präsident Wladimir Putin eine friedliche Lösung in der Ukraine anstrebt. 67 Prozent geben in der Erhebung für die Sender RTL und ntv an, dass sie nicht davon ausgehen. 70 Prozent der Befragten zweifeln zudem, dass die Ukraine selbst mit westlichen Waffenlieferungen die russischen Truppen wieder aus den besetzten Gebieten verdrängen kann. 49 Prozent sind mit der aktuellen Ukraine-Politik der Bundesregierung zufrieden, je 22 Prozent finden sie entweder als zu weitgehend oder als nicht entschieden genug.

Bundesamt sieht keinen Hinweis auf freigesetzte Radioaktivität in Saporischschja

1.01 Uhr: Nach dem Beschuss des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja hat das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) bislang keine Hinweise auf freigesetzte Radioaktivität. »Es liegen keine Hinweise vor, dass in der Ukraine radioaktive Stoffe freigesetzt worden sein könnten«, teilte das Amt den Zeitungen der Funke Mediengruppe mit. Alle vorliegenden radiologischen Messwerte bewegten sich demnach »im normalen Bereich«. »Das BfS sieht keine akute Gefahr einer Freisetzung von radioaktiven Stoffen, teilt aber die Sorge um einen dauerhaft sicheren Betrieb des AKW Saporischschja.«

Saporischschja ist das größte Akw Europas. Die von russischen Verbänden besetzte Anlage wurde in den vergangenen Tagen mehrfach beschossen. Kiew und Moskau geben sich gegenseitig die Schuld.

Kiew warnt vor Angriffen auf Akw vor Atomkatastrophe

0.47 Uhr: Nach den Angriffen auf das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja hat Präsident Wolodymyr Selenskyj vor einer atomaren Katastrophe gewarnt und Vergleiche zur Tschernobyl-Katastrophe 1986 gezogen. »Die Welt sollte Tschernobyl nicht vergessen und sich daran erinnern, dass das Atomkraftwerk Saporischschja das größte in Europa ist«, sagte der ukrainische Staatschef. »Die Tschernobyl-Katastrophe war die Explosion eines Reaktors. Saporischschja hat sechs Reaktoren.«

Die Atomanlage Saporischschja im Süden der Ukraine war in den vergangenen Tagen zweimal unter Beschuss geraten. Dabei wurden Teile der Anlage beschädigt, ein Reaktor musste abgeschaltet werden. Russland und die Ukraine machen sich gegenseitig für die Angriffe verantwortlich.

Selenskyj fordert internationalen Reisebann für Russen

0.05 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert einen internationalen Reisebann für alle Russen, um Moskau von einer Annexion besetzter Gebiete abzuhalten. »Die wichtigsten Sanktionen sind es, die Grenzen zu schließen, denn die Russen nehmen anderen ihr Land weg«, sagte er der US-Zeitung »Washington Post« in einem Interview vom Montag. Die Russen sollten »in ihrer eigenen Welt leben, bis sie ihre Philosophie ändern«.

Im russisch besetzten Teil des südukrainischen Gebiets Saporischschja wurde am Montag ein Referendum über einen Beitritt zur Russischen Förderation angekündigt. Ähnliche Pläne gibt es für das besetzte Gebiet Cherson.

Selenskyjs Äußerungen stoßen auch auf eine wachsende Diskussion in der EU, die Erteilung von Touristenvisa an Russen zu erschweren oder ganz einzustellen. Auch wenn der Reiseverkehr durch gekappte Flug- und Bahnverbindungen erschwert ist, sind doch im Sommer viele Russen trotz Krieges in die EU gereist. Russlands Nachbar Lettland im Baltikum hat bereits die Visa-Bestimmungen verschärft. Finnland erwägt dies, fordert aber eine Lösung für den ganzen Schengen-Raum.

Kiew meldet Vereitelung von russischem Anschlag auf Verteidigungsminister

0.03 Uhr: Der ukrainische Geheimdienst hat nach eigenen Angaben einen Anschlag russischer Spione auf Verteidigungsminister Oleksij Resnikow und den Chef des Militärgeheimdienstes, Kyrylo Budanow, vereitelt. Es seien »Mörder der russischen Spezialdienste verhaftet worden, die Attentate planten«, teilte der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU auf dem Onlinedienst Telegram mit. Ein zugleich veröffentlichtes SBU-Video zeigt, wie eine bewaffnete Gruppe zwei Männer in Zivil überwältigt und mit Handschellen fesselt.

Die beiden Männer wurden den Angaben zufolge in Kowel im Nordwesten der Ukraine verhaftet. Einer der mutmaßlichen Verschwörer sei aus Russland über Belarus ins Land gekommen. Sie sollen die »physische Liquidierung« von Resnikow und Budanow vorbereitet haben. Dafür sollen sie für jeden »Mord« bis zu 150.000 Dollar (147.000 Euro) Belohnung in Aussicht gestellt bekommen haben.

mrc/svs/mgo/sak/czl/dpa/AFP/Reuters
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