Ukrainekrieg Strack-Zimmermann wirft Polen überzogene Erwartungen an Panzer-Ringtausch vor

Polen will mehr Panzer, FDP-Verteidigungsexpertin Strack-Zimmermann kontert: »Wir können uns die gewünschten Panzer nicht aus den Rippen schneiden.« Und: Kiew meldet erneut Angriffe auf Odessa.
Marie-Agnes Strack-Zimmermann: »Nicht wirklich hilfreich«

Marie-Agnes Strack-Zimmermann: »Nicht wirklich hilfreich«

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Michael Kappeler / dpa

EU-Kommissarin: Jüngste Gaskürzung politisch motiviert

8.55 Uhr: Die vom russischen Konzern Gazprom für diese Woche angekündigte weitere Kürzung der Gaslieferung ist nach den Worten der EU-Energiekommissarin Kadri Simson politisch motiviert. Sie weist die Behauptung des Unternehmens zurück, die Lieferung müsse wegen der Wartung einer Turbine verringert werden. »Wir wissen, dass es dafür keinen technischen Grund gibt«, sagte Simson bei ihrer Ankunft zu einem Treffen der Energieminister der EU-Länder in Brüssel. »Das ist ein politisch motivierter Schritt, und darauf müssen wir vorbereitet sein. Und genau aus diesem Grund ist die präventive Reduzierung unseres Gasbedarfs eine kluge Strategie.« Sie erwarte, dass die Ministerinnen und Minister eine Einigung über den Notfallplan der EU erreichen, der die Länder verpflichtet, ihre Gasnachfrage zu drosseln.

Strack-Zimmermann wirft Polen überhöhte Erwartungen bei Panzer-Ringtausch vor

8.28 Uhr: Die FDP-Verteidigungsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat Polen überzogene Erwartungen beim vereinbarten Panzer-Ringtausch vorgeworfen. »Wir können uns die gewünschten Panzer schließlich nicht aus den Rippen schneiden«, sagte die Vorsitzende des Bundestags-Verteidigungsausschusses dem Portal »Zeit Online«. Das wisse auch die polnische Regierung.

Für den vereinbarten Ringtausch – die Verlegung von sowjetischen T-72-Panzern aus Polen in die Ukraine – wünschte sich Polen laut Strack-Zimmermann zunächst eine Eins-zu-eins-Kompensation durch deutsche Leopard-2-Panzer. »Später erwarteten die polnischen Vertreter 44 bis 58 Leopard A4 zu bekommen«, sagte Strack-Zimmermann. Die Bundesregierung habe »20 Stück im Laufe des Jahres 2023 zugesagt, weil diese erst bereitgestellt werden müssen«. Nun aber werde von polnischer Seite über deutsche Medien Druck erzeugt.

»Das ist nicht wirklich hilfreich, zumal hinter den Kulissen durchaus fair miteinander umgegangen wird.« Strack-Zimmermann forderte direkte Waffenlieferungen an die Ukraine, darunter auch Schützenpanzer Marder, Transportfahrzeuge vom Typ Fuchs sowie Leopard-2-Panzer: »Das stößt zwar auf wenig Begeisterung im Kanzleramt, das nur in Absprache mit den USA und Frankreich Kampfpanzer liefern will. Deutschland könnte aber beispielhaft vorangehen.« Die Ukraine könne nicht warten, »bis wir uns hier sortiert haben«.

Kiew: Russischer Raketenangriff auf Region Odessa

7.45 Uhr: Nach Angaben des ukrainischen Militärs haben die russischen Streitkräfte die Region Odessa erneut angegriffen. Eine Rakete sei eingeschlagen, sagt ein Sprecher der Militärverwaltung in Odessa im ukrainischen Fernsehen. Sie sei aus Richtung des Schwarzen Meeres gekommen. Details über mögliche Opfer nennt er nicht.

Bürgermeister von Mykolajiw meldet Angriff auf Hafen

7.20 Uhr: Russische Truppen haben nach Angaben des Bürgermeisters von Mykolajiw die Infrastruktur des Hafens in der Region angegriffen. »Ein massiver Raketenangriff auf den Süden der Ukraine wurde aus Richtung des Schwarzen Meeres und unter Einsatz der Luftwaffe gestartet«, sagte Olexandr Senkewitsch dem ukrainischen Staatsfernsehen. Einzelheiten über die Folgen des Angriffs nannte er nicht.

Offenbar Großbrand in Öllager in Donezk nach ukrainischem Beschuss

6.40 Uhr: In einem Öllager im Bezirk Budjonnowsky in der Region Donezk ist einer Meldung der russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge ein Großbrand ausgebrochen. Zuvor hätten ukrainische Truppen das Gebiet beschossen, meldete Tass unter Bezug auf einen Reporter vor Ort. Bislang gebe es keine Berichte über Tote oder Verletzte.

sak/dpa/Reuters
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