+++ Krieg in der Ukraine +++ Russland will Kinschal-Raketen nach Kaliningrad verlegt haben

Der Kreml spricht von »strategischer Abschreckung«: Drei russische Abfangjäger samt Hyperschallraketen sind nun angeblich an der Grenze zu EU und Nato stationiert. Und: Dänemark will seine Flotte ausbauen. Das waren die News am 18. August.
Überflug einer mit einer »Kinschal« ausgerüsteten MiG-31 über Moskau aus Anlass einer Militärparade (2018)

Überflug einer mit einer »Kinschal« ausgerüsteten MiG-31 über Moskau aus Anlass einer Militärparade (2018)

Foto:

Pavel Golovkin / dpa

+++ Das Wichtigste in Kürze +++
  • Russland hat nach eigenen Angaben Kampfflugzeuge mit den Hyperschallraketen Kinschal (Dolch) in seine Ostsee-Exklave Kaliningrad verlegt.

  • Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat mit Blick auf das russisch besetzte Atomkraftwerk Saporischschja vor einer Nuklearkatastrophe gewarnt.

  • Der wichtigste militärische Geheimdienst der Ukraine wirft Russland vor, eine Art »Provokation« an dem von Russland kontrollierten Atomkraftwerk in der südukrainischen Region Saporischschja vorzubereiten. Zuvor hatte Moskau ähnliche Vorwürfe gegen Kiew erhoben.

  • Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Uno aufgefordert, die Sicherheit des von russischen Streitkräften besetzten Atomkraftwerks Saporischschja zu gewährleisten.

  • Russland schickt offenbar Kampfjets in seine Exklave Kaliningrad an der Ostsee. Dort sollen die Flieger rund um die Uhr im Einsatz sein.

  • Viele russische Panzer sind schwer beschädigt – das liegt nach britischen Angaben an mangelnder Schulung der Truppen, die nicht mit sogenannter Reaktivpanzerung umgehen könnten.

Russische Luftwaffe bei Kertsch aktiv

21.37 Uhr: Die russische Luftabwehr hat am Donnerstagabend über der Stadt Kertsch auf der Krim auf nicht genannte Objekte geschossen. Das teilte ein Berater der Führung der 2014 von Russland annektierten Halbinsel nach ersten Einschätzungen mit. »Es besteht keine Gefahr für die Stadt und die Brücke«, schrieb Berater Oleg Krjutschkow auf Telegram. In sozialen Netzwerken berichteten Bewohner von Kertsch, dass sie zwei Explosionen gehört hätten.

In der Hafenstadt beginnt die 18 Kilometer lange Brücke zwischen der Krim und dem russischen Festland. Die Ukraine sieht das 2018 eröffnete Bauwerk als legitimes militärisches Ziel an. Russland hat für den Fall eines Angriffs auf die Eisenbahn- und Straßenbrücke mit massiver Vergeltung gedroht.

Russland will Kinschal-Raketen nach Kaliningrad verlegt haben

19.50 Uhr: Als Drohgebärde gegen den Westen hat Russland nach eigenen Angaben Kampfflugzeuge mit den neuen Hyperschallraketen Kinschal (Dolch) in seine Ostsee-Exklave Kaliningrad verlegt. Drei Abfangjäger MiG-31 mit den Luft-Boden-Raketen seien als »zusätzliche Maßnahme zur strategischen Abschreckung« auf dem Luftwaffenstützpunkt Tschkalowsk stationiert worden. Das teilte das russische Verteidigungsministerium in Moskau der Agentur Interfax zufolge am Donnerstag mit. Kaliningrad liegt zwischen den EU-Ländern Polen und Litauen rund 500 Kilometer von Berlin, aber mehr als 1000 Kilometer von Moskau entfernt.

Die Marschflugkörper Kinschal fliegen nach russischen Angaben bis zu zehnmal schneller als der Schall, sind dabei trotzdem lenkbar und haben eine Reichweite von 2000 Kilometern. Sie können konventionell oder nuklear bestückt werden.

Erdoğan warnt vor »neuem Tschernobyl« in der Ukraine

18.32 Uhr: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat mit Blick auf das russisch besetzte Atomkraftwerk Saporischschja vor einer Nuklearkatastrophe gewarnt. »Wir wollen kein neues Tschernobyl erleben«, sagte Erdoğan laut dem Präsidialpalast am Donnerstag in Lwiw im Westen der Ukraine. Dort hatten sich Erdoğan, UN-Generalsekretär António Guterres und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zu Gesprächen getroffen

Russland rekrutiert Kämpfer in Strafkolonien

18.30 Uhr: Putins Truppen erleiden in der Ukraine hohe Verluste. Um die Reihen aufzufüllen, sucht die berüchtigte Wagner-Truppe in Strafkolonien nach neuen Kämpfern. Auf die Rekruten warten Geld, Amnestie und Orden – oder der Tod.

Lesen Sie hier  die Geschichte unserer Autoren Sven Petersen und Paul Svensson.

Guterres verlangt Demilitarisierung von AKW Saporischschja

18.22 Uhr: UN-Generalsekretär António Guterres hat erneut den Rückzug aller Truppen rund um das gefährdete ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja gefordert. »Das Gebiet muss entmilitarisiert werden«, sagte Guterres am Donnerstag nach einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdoğan in Lwiw.

Die Anlage dürfe nicht im Rahmen militärischer Operationen genutzt werden, sagte Guterres. »Stattdessen ist dringend eine Einigung erforderlich, um Saporischschja als rein zivile Infrastruktur wiederherzustellen und die Sicherheit des Gebiets zu gewährleisten.« Jede mögliche Beschädigung des AKWs sei »Selbstmord«.

Dänemark will eigene Flotte massiv ausbauen

17.51 Uhr: Dänemark hat vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine angekündigt, seine Marinestreitkräfte massiv auszubauen. Sein Land werde in den kommenden 20 Jahren 40 Milliarden Kronen (umgerechnet rund 5,38 Milliarden Euro) in die Flotte investieren und sei bereit, eigene Kriegsschiffe zu bauen, sagte Verteidigungsminister Morten Bodskov bei einem Termin mit Industrievertretern.

Die Situation in Europa sei »ernst«, sagte Bodskov. Die »gerade überstandene« Coronapandemie und der Krieg auf dem Kontinent hätten »Probleme für die Sicherheit unserer Lieferketten« geschaffen. Für die dänische Verteidigung sei es nicht tragbar, insbesondere in Kriegszeiten in Europa, Probleme beim Bau von Schiffen und anderen Ausrüstungsgegenständen zu haben. Deshalb handle die Regierung nun, um die Flotte zu stärken.

Ukraine beschuldigt Russland der Vorbereitung einer »Provokation« am Atomkraftwerk Saporischschja

17.40 Uhr: Der wichtigste militärische Geheimdienst der Ukraine wirft Russland vor, eine Art »Provokation« an dem von Russland kontrollierten Atomkraftwerk in der südukrainischen Region Saporischschja vorzubereiten. Der Geheimdienst gab die Erklärung ab, nachdem Moskau seinerseits Kiew und dem Westen vorgeworfen hatte, an dem AKW am Freitag eine »Provokation« zu planen.

Der Geheimdienst erklärt, ihm lägen Informationen vor, wonach Mitarbeiter des russischen Atomkonzerns Rosatom das Gelände verlassen hätten und die Anlage mit Ausnahme des Betriebspersonals für alle geschlossen sei.

Repressionen in Russland: »Ein Stück Papier ist gefährlicher geworden als eine Waffe«

17.30 Uhr: Marina Owsjannikowa wurde bekannt, als sie live im russischen Fernsehen den Angriff auf die Ukraine verurteilte. Hier erklärt sie aus dem Hausarrest, warum sie weiter gegen den Krieg protestiert – auch wenn ihr Haft droht.  

Linken-Reise in die Ukraine abgesagt

17.05 Uhr: Eine geplante Reise der Linken-Vorsitzenden Janine Wissler und anderer Parteimitglieder in die Ukraine ist aus Sicherheitsgründen abgesagt worden. Dies bestätigte ein Parteisprecher. Details zur Reise waren vorab von der linken Zeitung »Junge Welt«  veröffentlicht worden. Die für die Organisation der Reise zuständige Rosa-Luxemburg-Stiftung habe sich deshalb für die Absage entschieden, berichtet nun die »taz« .

Die Linke galt lange als russlandfreundlich. Den russischen Ukrainekrieg hat der jüngste Bundesparteitag in Erfurt aber klar verurteilt. Wissler sagte der »taz«, sie bedaure die Absage der Reise. »Nach den Beschlüssen des Bundesparteitags wäre es ein wichtiges Signal der Solidarität gewesen an die Menschen, die unter dem Krieg leiden, und auch an unsere Partner vor Ort«.

Statistiken aus Israel – Anzahl russischer Einwanderer nimmt rasant zu

17.01 Uhr: Die Zahl russischer Einwanderer nach Israel ist nach Angaben der dortigen Regierung stark gestiegen. Zwischen Januar und Juli 2022 wanderten mehr als 20.000 Russen nach Israel aus, wie aus israelischen Statistiken hervorgeht. Im Vergleich dazu zogen im gesamten Jahr 2019 nur knapp 16.000 russische Staatsbürger nach Israel. Ein besonders steiler Anstieg war 2022 nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine am 24. Februar zu verzeichnen: So kamen im Februar noch rund 700 Russen als Einwanderer nach Israel, im März waren es dann mehr als 3000. Nach israelischem Recht hat jede Person mit mindestens einem jüdischen Großelternteil Anspruch auf sofortige Einbürgerung. Rund 600.000 Russen erfüllen diese Voraussetzungen.

Dreiergipfel von Selenskyj, Guterres und Erdoğan beginnt in Lwiw

16.38 Uhr: Der Dreiergipfel des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit Uno-Generalsekretär António Guterres und dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdoğan hat begonnen. Der Uno-Chef und die beiden Präsidenten seien in Lwiw im Westen der Ukraine zusammengekommen, berichtet die türkische staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Im Anschluss an das Treffen soll es eine Pressekonferenz geben – laut Uno dürfte diese aber nicht live übertragen werden.

Bei den Treffen geht es für die Vereinten Nationen und die Türkei um den Versuch, knapp ein halbes Jahr nach dem russischen Angriff auf die Ukraine den Einstieg in eine Verhandlungslösung auszuloten. Daneben soll es um die Lage in dem von russischen Truppen besetzten AKW Saporischschja gehen und die Möglichkeiten einer internationalen Expertenmission. Selenskyj hatte am Mittwochabend erneut einen Abzug russischer Soldaten aus Europas größtem Kernkraftwerk gefordert.

Selenskyj: Uno muss Sicherheit des AKW Saporischschja gewährleisten

15.57 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Uno aufgefordert, die Sicherheit des von russischen Streitkräften besetzten Atomkraftwerks Saporischschja zu gewährleisten. Das teilte er nach dem Gespräch mit Uno-Generalsekretär António Guterres mit.

»Besondere Aufmerksamkeit wurde dem Thema der nuklearen Erpressung durch Russland im AKW Saporischschja gewidmet. Dieser vorsätzliche Terror des Aggressors kann global katastrophale Folgen für die ganze Welt haben«, schreibt Selenskyj bei Telegram : »Daher muss die Uno die Sicherheit dieses strategischen Objekts, seine Entmilitarisierung und vollständige Befreiung von russischen Truppen gewährleisten.«

Russland: Einsatz von Atomwaffen nur in »Notfällen«

15.30 Uhr: Das russische Außenministerium hat erklärt, Moskau werde sein Atomwaffenarsenal nur in »Notfällen« einsetzen und habe kein Interesse an einer direkten Konfrontation mit der Nato und den Vereinigten Staaten. Bei einem Briefing sagte der Sprecher des Außenministeriums, Iwan Netschajew, dass Atomwaffen nur als »Reaktionsmaßnahme« eingesetzt würden.

»Die russische Militärdoktrin erlaubt den Einsatz von Atomwaffen nur als Antwort auf die Bedrohung durch Massenvernichtung oder wenn die Existenz des Staates selbst bedroht ist«, sagte er: »Das heißt, der Einsatz eines Atomwaffenarsenals ist nur als Teil einer Reaktion auf einen Angriff zur Selbstverteidigung und nur in Notfällen möglich.«

Verhandlungen über Gefangenenaustausch von Brittney Griner dauern offenbar an

15.17 Uhr: Russland zufolge dauern die Verhandlungen über den möglichen Gefangenenaustausch von US-Basketballerin Brittney Griner an. Das russische Außenministerium teilt mit, es gebe eine »stille Diplomatie« mit den Vereinigten Staaten bezüglich eines möglichen Gefangenenaustauschs, an dem auch Griner beteiligt wäre.

»Ukraine Support Tracker«: Geberländer immer zurückhaltender mit Hilfszusagen

14.40 Uhr: Die Ukraine erhält aus dem Westen kaum noch neue Hilfszusagen. Vor allem die großen EU-Länder wie Deutschland, Frankreich oder Italien haben im Juli keine nennenswerten Militär- oder Finanzhilfen angekündigt.

Russland will AKW Saporischschja nicht entmilitarisieren

14.26 Uhr: Das russische Außenministerium hat einen Vorschlag des Uno-Generalsekretärs António Guterres zur Entmilitarisierung des Gebiets um das russisch kontrollierte Kernkraftwerk Saporischschja in der Südukraine zurückgewiesen. Bei einer Pressekonferenz sagte der Sprecher des Außenministeriums, Iwan Nechaev, die Vorschläge seien »inakzeptabel«.

Das Kernkraftwerk Saporischschja wurde im März von Russland eingenommen. Die Anlage liegt in der Nähe der Frontlinien und wurde in den letzten Wochen wiederholt beschossen. Russland und die Ukraine werfen sich gegenseitig Angriffe auf das AKW vor.

Erdoğan und Selenskyj beginnen Gespräche in Lwiw

14.21 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und sein türkischer Amtskollege Recep Tayyip Erdoğan haben sich zu gemeinsamen Gesprächen in der Ukraine getroffen. Die beiden seien im Potocki-Palast in Lwiw zusammengetroffen, berichtet der staatliche türkische Nachrichtensender Anadolu. Für den Nachmittag ist ein Dreier-Treffen mit Uno-Generalsekretär António Guterres geplant.

Bei den Treffen geht es für die Vereinten Nationen und die Türkei um den Versuch, knapp ein halbes Jahr nach dem russischen Angriff auf die Ukraine den Einstieg in eine Verhandlungslösung auszuloten. Daneben soll es um die Lage in dem von russischen Truppen besetzten AKW Saporischschja gehen und die Möglichkeiten einer internationalen Expertenmission.

43 Getreideschiffe seit Öffnung des Korridors in See gestochen

14.10 Uhr: Seit der Einigung auf den Korridor für ukrainisches Getreide  sind nach türkischen Angaben bereits 43 Schiffe in See gestochen. 25 davon hätten die Ukraine verlassen, 18 hätten sich auf den Weg zu ukrainischen Häfen gemacht, teilt das türkische Verteidigungsministerium mit. Somit seien mehr als 622.000 Tonnen Getreide aus ukrainischen Häfen verschifft worden, heißt es.

Die Uno und die Türkei hatten Ende Juli Vereinbarungen vermittelt, dass die Ukraine trotz des russischen Angriffskrieges wieder Getreide über ihre Schwarzmeerhäfen ausführen darf. Es wird geschätzt, dass mehr als 20 Millionen Tonnen Getreideerzeugnisse in der Ukraine lagern. Um die Vereinbarungen soll es auch bei dem am Donnerstag stattfindenden Treffen zwischen Uno-Generalsekretär António Guterres, dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdoğan und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Lwiw gehen.

Russischer Soldat kritisiert Ukraine-Invasion: »Was ist aus uns geworden?«

14.03 Uhr: Schlecht ausgerüstet, wenig genährt, desillusioniert und von Putin enttäuscht: In einem Tagebuch berichtet ein ehemaliger russischer Soldat von seinem Einsatz in der Ukraine und warum er nicht schweigen konnte.

Hilfsorganisationen bereiten Winterhilfe für Ukraine vor

13.32 Uhr: Knapp sechs Monate nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs haben Hilfsorganisationen in Deutschland mit der Vorbereitung der Winterhilfe für die Ukraine begonnen. »Das ist von elementarer Bedeutung, sonst wird nicht nur der Krieg, sondern auch der Winter weitere Menschenleben fordern«, sagte Manuela Roßbach vom Vorstand des Bündnisses Aktion Deutschland Hilft in Bonn.

Die Organisationen wollen vor Beginn des Winters Menschen in Not helfen, die teilweise in Ruinen leben müssen. Im Krieg beschädigte Privathäuser, Kindergärten und Schulen sollen winterfest gemacht werden. Fenster und Türen sollen beispielsweise ersetzt und Heizungen repariert werden. Außerdem sollen Sammelunterkünfte für Binnenflüchtlinge instand gesetzt werden.

Helfer verteilen zudem unter anderem Heizgeräte, feste Brennstoffe und warme Kleidung. Den Zusammenschluss "Aktion Deutschland Hilft" aus über 20 Hilfsorganisationen gibt es seit 2001. Für die Ukraine seien bisher 231,3 Millionen Euro an Spenden zusammengekommen. Rund 13.700 Tonnen Hilfsgüter wurden in den vergangenen Monaten in die Ukraine gebracht.

Hilfe für die Menschen in der Ukraine – hier können Sie spenden

Spendenkonto: Commerzbank
IBAN: DE65 100 400 600 100 400 600
BIC: COBADEFFXXX
Onlinespenden: aktionsbuendnis-katastrophenhilfe.de 

Im Aktionsbündnis Katastrophenhilfe haben sich Caritas international, Deutsches Rotes Kreuz, Unicef und Diakonie Katastrophenhilfe zusammengeschlossen.

Russland schickt Kampfjets nach Kaliningrad

13.22 Uhr: Russland schickt offenbar Kampfjets in seine Exklave Kaliningrad an der Ostsee. Das teilt das russische Verteidigungsministerium der Agentur Ria Novosti  zufolge mit. Demnach würden drei MiG-31E-Kampfflugzeuge, die mit Hyperschallraketen ausgerüstet seien, in die Region Kaliningrad verlegt. Die Jets sollten rund um die Uhr im Einsatz sein, heißt es.

Kaliningrad liegt an der Ostsee zwischen Litauen und Polen und hat keine direkte Landverbindung nach Russland. Das EU-Mitglied Litauen hatte seit Mitte Juni den Güterverkehr zwischen Russland und der Exklave beschränkt. Güter, die unter die EU-Sanktionen gegen Russland fallen, konnten nicht mehr mit der Bahn von Russland über Litauen nach Kaliningrad gebracht werden. Moskau hatte die Aufhebung der Beschränkungen gefordert und warf der EU vor, gegen ein 2002 geschlossenes Abkommen über Reisen nach Kaliningrad zu verstoßen. Die EU-Kommission hatte daraufhin Mitte Juli klargestellt, dass es kein allgemeines Verbot für Gütertransporte per Zug gebe. Verboten bleibe jedoch der Transit sanktionierter Militärausrüstung.

Russische Kampfjets haben möglicherweise finnischen Luftraum verletzt

13.11 Uhr: Zwei russische Kampfjets haben nach finnischen Angaben möglicherweise den Luftraum Finnlands verletzt. Die beiden MIG-31 hätten sich am Morgen der Küstenstadt Porvoo, die weniger als 150 Kilometer von Russland entfernt liegt, genähert, teilt das finnische Verteidigungsministerium mit . Der Grenzschutz habe eine Untersuchung des Vorfalls eingeleitet.

Uno-Generalsekretär Guterres zu Besuch in der Ukraine eingetroffen

12.45 Uhr: Uno-Generalsekretär António Guterres ist zu einem zweitägigen Besuch in der Ukraine eingetroffen. Guterres besucht die Stadt Lwiw im Westen des Landes. Bei einem dort geplanten Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdoğan soll es nach Uno-Angaben vor allem um die Umsetzung des Abkommens zu ukrainischen Getreideexporten gehen.

António Guterres (M.) in Lwiw

António Guterres (M.) in Lwiw

Foto: GLEB GARANICH / REUTERS

Selenskyj besucht Krankenhaus in Lwiw vor Treffen mit Erdoğan

12.40 Uhr: Vor einem Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan und Uno-Generalsekretär António Guterres hat der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj ein Militärkrankenhaus in Lwiw besucht. Selenskyj sprach in der westukrainischen Stadt mit Verwundeten und Ärzten, wie auf den am Donnerstag von seinem Pressedienst veröffentlichten Fotos zu sehen war. Er würdigte die Kämpfer als »Helden«.

»Russland wird diesen Krieg nicht gewinnen. Danke für den Schutz des ukrainischen Landes«, sagte Selenskyj einer Mitteilung in seinem Telegram-Kanal  zufolge. Mehreren Soldaten verlieh er Orden.

SPIEGEL-Umfrage: Große Mehrheit der Deutschen befürwortet eine Deckelung der Gaskosten

12.30 Uhr: Gas ist extrem teuer geworden – eine Preisobergrenze stößt bei zwei Dritteln der Deutschen auf Zustimmung, wie eine SPIEGEL-Umfrage zeigt. Ein anderer Vorschlag für niedrigere Kosten findet sogar noch mehr Unterstützung.

Mindestens 13 Tote nach russischen Raketenangriffen

12.18 Uhr: Im Osten der Ukraine sind bei massiven russischen Raketenangriffen auf die Stadt Charkiw nach offiziellen Angaben in der Nacht zum Donnerstag mindestens elf Menschen ums Leben gekommen. Dabei handele es sich ausschließlich um Zivilisten, teilte der ukrainische Militärgouverneur Oleh Synjehubow im Nachrichtendienst Telegram  mit. Weitere 35 Menschen seien verletzt worden. Zuvor war von vier Toten und 20 Verletzten die Rede gewesen.

Angriffe gab es Synjehubow zufolge auch in der rund 80 Kilometer südwestlich gelegenen Stadt Krasnohrad. Dort wurden nach Angaben der Behörden zwei Menschen getötet und zwei weitere verletzt. Die Informationen ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Russland spricht davon, Saporischschja abzuschalten

11.48 Uhr: Das russische Verteidigungsministerium teilt in Zusammenhang mit dem Beschuss des südukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja mit, dass es das Kraftwerk möglicherweise abschalten müsse, da Backup-Systeme beschädigt seien. Das Kernkraftwerk wurde im März von russischen Truppen erobert. Es geriet in den vergangenen Wochen mehrfach unter Beschuss. Russland und die Ukraine geben sich dafür gegenseitig die Schuld. Bei einem Unfall könnte radioaktives Material bis nach Mitteleuropa gelangen.

Kreml-Armee schützt ihre Panzer laut britischem Geheimdienst nur unzureichend

11.13 Uhr: Die russischen Truppen haben nach britischer Einschätzung Probleme beim Schutz ihrer Kampfpanzer. Dass viele Fahrzeuge in der Ukraine schwer beschädigt seien, liege mit hoher Wahrscheinlichkeit daran, dass die Panzer nicht gut genug mit sogenannter Reaktivpanzerung geschützt seien, heißt es in einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums auf Twitter . Solche Schutzhüllen können den Angaben zufolge Panzer bei Beschuss vor Schäden bewahren.

Die Geheimdienste gehen demnach davon aus, dass viele russische Truppen nicht ausreichend im Umgang mit solchen Schutzhüllen geschult sind. Deshalb seien diese nicht an den Panzern angebracht – oder zumindest nicht so, dass sie explosive Geschosse abhalten könnten. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine Ende Februar veröffentlicht die britische Regierung regelmäßig Geheimdienstinformationen zu dessen Verlauf. Moskau wirft London eine gezielte Desinformationskampagne vor.

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Estland berichtet von massiven Cyber-Angriffen

10.49 Uhr: Hacker haben staatliche Institutionen und private Unternehmen in Estland angegriffen – nachdem ein Sowjetpanzer-Denkmal in ein Museum verlegt worden war. Estland sei am Mittwoch den »umfangreichsten Cyberangriffen seit 2007« ausgesetzt gewesen, teilte der Staatssekretär für die IT-Infrastruktur, Luukas Kristjan Ilves, auf Twitter mit . Die sogenannten Denial-of-Service-Angriffe seien aber »ineffektiv« gewesen und »weitgehend unbemerkt« geblieben. Nach Medienberichten soll sich die russische Hackergruppe Killnet dazu bekannt haben.

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Bei Denial-of-Service-Angriffen ist der betroffene Server durch eine künstlich erhöhte hohe Nachfrage nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr erreichbar. Nach Angaben der Regierung funktionierten die Websites mit »geringfügigen Ausnahmen« aber den ganzen Tag über. »E-Estonia läuft und funktioniert«, schrieb Ilvey. Estland nennt sich selbst gern »E-Estonia«. Das EU- und Nato-Mitglied gilt in Europa als Vorreiter der Digitalisierung. Die rund 1,3 Millionen Bürger können fast alle Behördengänge übers Internet erledigen.

Estland hatte am Dienstag ein Sowjetpanzer-Monument nahe der estnischen-russischen Grenzstadt Narva demontieren und in ein Museum verlegen lassen. In dem Baltenstaat lebt eine große russische Minderheit.

Delegation um Linkenchefin Wissler sagt Reise in die Ukraine ab – Angst vor Anschlägen

10.39 Uhr: Eigentlich sollte eine Gruppe prominenter Linker nach Kiew und an andere Orte in der Ukraine fahren. Der Trip wurde nun kurzfristig abgesagt – wegen eines Leaks aus der Partei. Lesen Sie hier die gesamte Meldung.

Erneut Tote bei russischem Angriff auf Charkiw und Krasnohrad

10.34 Uhr: Bei russischen Angriffen auf die Großstadt Charkiw und das nahe gelegene Krasnohrad sind nach ukrainischen Angaben vier Menschen getötet worden. 20 weitere Menschen wurden laut Regionalgouverneur Oleg Synegubow bei dem Artilleriebeschuss am frühen Donnerstagmorgen verletzt, darunter auch Kinder. Mehrere Wohngebäude seien schwer beschädigt. Der Angriff ereignete sich nur wenige Stunden bevor Uno-Generalsekretär António Guterres und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan zu Gesprächen im Westen der Ukraine erwartet wurden.

Erst am Mittwoch waren bei einem russischen Angriff auf Charkiw sieben Menschen getötet worden. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einem »schändlichen und zynischen Angriff auf Zivilisten«, der »völlig ungerechtfertigt« sei und die »Machtlosigkeit des Aggressors« zeige.

Russland rekrutiert für den Krieg offenbar in Gefängnissen

9.28 Uhr: Der Kreml sucht nach Angaben von Menschenrechtlern in russischen Gefängnissen gezielt Freiwillige für den Einsatz in der Ukraine. Verdächtige und Angeklagte würden mit dem Versprechen angeworben, dass im Gegenzug das Strafverfahren eingestellt werde, berichtete die in Berlin lebende russische Bürgerrechtlerin Olga Romanowa bei Facebook . Es gebe Beispiele aus Untersuchungsgefängnissen im Moskauer Gebiet. »Aber ich denke, es hat überall begonnen«, schreibt Romanowa, die als Expertin für die Rechte von Gefangenen in Russland gilt.

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Da der seit bald einem halben Jahr dauernde Krieg in Russland nicht als »Krieg« gilt, gibt es keine Generalmobilmachung, die Armee ist auf Freiwillige angewiesen. Die Behörden haben in vielen Regionen damit begonnen, mit Straßenreklame für einen Einsatz in der Ukraine zu werben. Städte und Regionen gründen demnach eigene Bataillone.

Da in Russland fast alle Anklagen mit einem Schuldspruch enden, sollen Verdächtige und Angeklagte nun offenbar vor die Wahl gestellt werden: Krieg oder Gefängnis. Der Gründer des gegen Gewalt in russischen Gefängnissen geschaffenen Projekts Gulaga.net, Wladimir Ossetschkin, bestätigte in seinem Exil in Frankreich die Anwerbepraktiken in Gefängnissen. Es gebe dazu auch Informationen aus Sankt Petersburg, Rjasan, Twer und Brjansk.

Dem Internetportal Meduza zufolge gab es schon Anfang Juli Berichte in russischen Medien über die Suche nach Freiwilligen in zahlreichen Straflagern des Riesenreiches. Demnach soll die private Söldnerorganisation »Wagner« dort Straftäter für den Kriegseinsatz angeworben haben.

Das Internetportal Mediazona berichtete, dass der von den USA gesuchte Geschäftsmann Jewgeni Prigoschin, der als »Wagner«-Finanzier mit besten Kontakten zu Putin gilt, selbst in Straflagern Freiwillige angeworben haben soll. Im Gegenzug seien ihnen 100.000 Rubel (1600 Euro) Monatslohn, Prämien, Zahlungen an die Familien im Todesfall und eine Amnestie in Aussicht gestellt worden.

Russland warnt vor ukrainischer »Provokation« in Saporischschja

9.12 Uhr: Die Ukraine bereitet dem russischen Verteidigungsministerium zufolge während des geplanten Besuchs von Uno-Generalsekretär António Guterres des AKWs in Saporischschja am Donnerstag eine »Provokation« vor. In dem von Russland kontrollierten Atomkraftwerk und in seiner Umgebung gebe es keine schweren russischen Waffen, teilt das Ministerium in der von der staatlichen Nachrichtenagentur RIA verbreiteten Mitteilung zudem mit.

Das Verteidigungsministerium erklärte, die Ukraine habe Truppen in das Gebiet entsandt und plane, am Freitag von der Stadt Nikopol aus einen Artillerieangriff auf das Atomkraftwerk zu starten, während Guterres die Stadt Odessa besucht. »Die Verantwortung für die Konsequenzen« solle dann »den russischen Streitkräften« zugeschoben werden. Die Angaben lassen sich unabhängig nicht überprüfen.

Ein weiteres Schiff mit Getreide verlässt die Ukraine

8.58 Uhr: Ein weiteres Schiff mit Getreide hat den ukrainischen Hafen Tschornomorsk verlassen. Das berichtete das türkische Verteidigungsministerium auf Twitter . Demnach haben mittlerweile 25 Schiffe im Rahmen des türkisch vermittelten Schwarzmeer-Getreideabkommens die Ukraine verlassen.

Die »I Maria«, die unter der Flagge von Belize fährt, hat Mais geladen. Offensichtlich sollen heute noch vier weitere Frachter mit Getreide an Bord aus ukrainischen Häfen losfahren.

Selenskyj fordert bedingungslosen Abzug der Russen aus Saporischschja

8.51 Uhr: Vor einem Treffen mit Uno-Generalsekretär António Guterres hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erneut einen Abzug russischer Truppen aus dem AKW Saporischschja gefordert. »Dies muss ohne Bedingungen und so bald wie möglich geschehen«, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. »Nur absolute Transparenz und eine kontrollierte Lage in und um das AKW garantieren eine Rückkehr zu normaler nuklearer Sicherheit für den ukrainischen Staat, die internationale Gemeinschaft und die IAEA.«

Die Lage in dem von russischen Truppen besetzten größten Atomkraftwerk Europas beunruhigt die internationale Staatengemeinschaft seit Wochen. Immer wieder schlagen auf dem Kraftwerksgelände Geschosse ein, wobei sich Russland und die Ukraine gegenseitig für den Beschuss verantwortlich machen. Der Besuch einer IAEA-Mission in Saporischschja wird Thema bei dem heutigen Treffen Selenskyjs mit Guterres in Lwiw sein. Dritter Teilnehmer des Gipfels ist der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan.

Stabhochspringer Zernikel: »Der Krieg macht einen natürlich nervös«

8.40 Uhr: Der Krieg in der Ukraine ist auch während der Leichtathletik-EM in München ein Thema. Der deutsche Stabhochspringer Oleg Zernikel, der in Kasachstan geboren ist, sagte in einem Interview von »Münchner Merkur« und »tz«, er sei besonders bei der WM in den USA »mental nicht auf der Höhe gewesen«. Dennoch belegte der 27-Jährige Platz fünf und war damit bester deutscher Teilnehmer . »Der Krieg macht einen natürlich nervös. Als Sportsoldat denkt man zweimal darüber nach: Was passiert da gerade? Wie kann das ausgehen? Da versucht man natürlich, den Menschen so gut es geht zu helfen.«

Die ukrainische Weit- und Dreispringerin Maryna Bech-Romantschuk, wies auf die Belastung gerade für Sportler aus der Ukraine hin. »Es ist eine harte Zeit für alle ukrainischen Sportler. Du machst Leistungssport, sorgst dich aber jeden Tag um dein Land, deine Familie, deine Freunde«, sagte die 27-Jährige. Sie ist an diesem Donnerstag im EM-Finale Konkurrentin von Weltmeisterin Malaika Mihambo . Beide sind befreundet. »Malaika ist so nett. Ich mag es, mich mit ihr zu unterhalten und in ihrer Nähe zu sein. Wir sind wirklich gute Freunde geworden.«

Russland bringt offenbar Flugzeuge auf der Krim in Sicherheit

8.21 Uhr: Auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim ist es jüngst zu mehreren Explosionen gekommen. Nun reagiert Moskau laut einem Bericht des ukrainischen Geheimdienstes – und verlegt Flugzeuge und Hubschrauber. Lesen Sie hier die gesamte Meldung.

Das geschah in der Nacht: Tote und Verletzte in Charkiw, Estland beschränkt Einreise für Russen

8.04 Uhr: Die Ukraine meldet einen »zynischen Anschlag auf Zivilisten« in Charkiw. Estland verschärft seine Visaregelungen für Menschen aus Russland. Und: Selenskyj trifft Erdoğan und Guterres. Lesen Sie hier den Überblick, was in der Nacht geschah.

mgo/ptz/sol/AFP/dpa/Reuters
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