Ukraine-News am Freitag Selenskyj nennt Angriff auf Kriegsgefangene »Terroranschlag von unmenschlichen Monstern«

Der ukrainische Präsident macht Russland verantwortlich für die Tötung Dutzender Kriegsgefangener in einem Lager im Gebiet Donezk. Und: Der Moskauer Energiekonzern Gazprom beklagt weiter Probleme mit einer Gasturbine. Das waren die News am 29. Juli.
Wolodymyr Selenskyj bei einer Pressekonferenz am Donnerstag

Wolodymyr Selenskyj bei einer Pressekonferenz am Donnerstag

Foto: Efrem Lukatsky / dpa
Das Wichtigste in Kürze
  • Der britische Verteidigungsminister Ben Wallace geht davon aus, dass Russland seine Ziele in der Ukraine im Moment nicht erreicht: »Die Russen versagen derzeit in vielen Bereichen vor Ort«.

  • Die Söldner-Organisation Wagner hat nach Erkenntnissen des britischen Geheimdienstes wohl die Verantwortung für bestimmte Frontabschnitte in der Ostukraine erhalten.

  • Bei einem russischen Raketenangriff auf die Region Kiew sind nach Angaben des Gouverneurs 15 Menschen verletzt worden.

  • Mindestens 40 ukrainische Kriegsgefangene sind bei einem Angriff auf ein Gefängnis in der Region Donezk getötet worden. Russland und die prorussischen Separatisten machen Kiew für den Angriff verantwortlich. Die Ukraine beschuldigt Moskau hingegen, mit der Attacke »Folter und Mord« verdecken zu wollen. Die News.

Selenskyj verurteilt Tötung ukrainischer Kriegsgefangener

22.40 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Tötung Dutzender Kriegsgefangener in einem Lager im Gebiet Donezk verurteilt und Russland dafür verantwortlich gemacht. »Dies ist eine weitere Bestätigung, dass Russland ein Terrorstaat ist«, sagte Selenskyj am Freitagabend einer Mitteilung in seinem Kanal im Nachrichtendienst Telegram zufolge. »Es gibt ausreichend Beweise, dass dies ein geplantes Verbrechen war.« Für dieses werde es »Vergeltung« geben, sagte er später noch in seiner abendlichen Videobotschaft. Mehr als 50 ukrainische Verteidiger seien auf zynische Weise ermordet worden.

Russland wiederum gab der Ukraine die Schuld an dem Angriff. Demnach soll das Gebäude mit den Gefangenen mit einem von den USA gelieferten Mehrfachraketenwerfer vom US-Typ Himars beschossen worden sein.

Selenskyj dagegen sprach von einem »Terroranschlag, der von russischen unmenschlichen Monstern in Oleniwka« verübt worden sei. »Die Vereinten Nationen und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz, die das Leben und die Gesundheit unserer Kriegsgefangenen garantieren sollten, müssen umgehend reagieren«, forderte der Staatschef.

Medien zeigten Bilder von einem ausgebrannten Schlafsaal mit Leichen. Auch vor dem Gebäude, das Einschlagslöcher aufwies, lagen viele mit Planen abgedeckte Körper. Der ukrainische Verteidigungsminister Olexij Resnikow verglich die Tat von Oleniwka mit dem Massaker sowjetischer Soldaten in Katyn, die dort im Zweiten Weltkrieg 1940 Tausende polnische Gefangene erschossen und in Massengräbern verscharrt hatten. Russland sei ein Terrorstaat, der auf dem Schlachtfeld besiegt werden müsse, schrieb der Minister im Kurznachrichtendienst Twitter.

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Gazprom beklagt Probleme mit Gasturbine für Nord Stream 1

21.02 Uhr: Nach der Drosselung der Gaslieferungen durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 hat der russische Energieriese Gazprom ein Fortbestehen der Probleme mit einer aus Kanada nach Europa zurückgekehrten Gasturbine beklagt. So sei die Turbine von Kanada ohne Absprache mit Gazprom nach Deutschland und nicht direkt nach Russland gebracht worden, sagte der Vize-Chef des Staatskonzerns, Witali Markelow, am Freitag im russischen Staatsfernsehsender Rossija-24.

Russland könne die reparierte Turbine jetzt nur annehmen, wenn es Garantien von der EU und von Großbritannien über die Nichtanwendung der westlichen Sanktionen gebe. Markelow erklärte nicht, warum die Turbine nicht direkt einfach von der russischen Seite angenommen werden kann.

Die Bundesregierung wirft Russland Machtspiele um die Turbine vor. Diese stehe bereit zur Rückgabe nach Russland. Es gebe überdies keine technischen Gründe für die Drosselung der Gaslieferungen durch Nord Stream 1, hieß es in Berlin.

Lawrow spricht mit Blinken über Gefangenenaustausch

20.31 Uhr: Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat sich bei dem ersten Telefonat mit seinem US-Kollegen Antony Blinken seit Kriegsbeginn in der Ukraine für eine Normalisierung der Beziehungen zwischen Moskau und Washington ausgesprochen. Was den möglichen Austausch von russischen und US-amerikanischen Gefangenen angehe, sei der Übergang zu einem professionellen Dialog der »ruhigen Diplomatie« ohne Spekulationen vorgeschlagen worden, teilte das Außenministerium am Freitagabend in Moskau mit.

Blinken sagte in Washington, es habe am Freitag ein »offenes und direktes Gespräch« über ein amerikanisches Angebot zur Freilassung der in Russland inhaftierten US-Basketballerin Brittney Griner und des amerikanischen Staatsbürgers Paul Whelan gegeben. Moskau hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass es noch keine Einigung gebe.

Sergej Lawrow

Sergej Lawrow

Foto: IMAGO/Russian Foreign Ministry / IMAGO/ITAR-TASS

Ukraine will Russland zum Terrorstaat erklären lassen

18.55 Uhr: Nach dem mutmaßlichen Artillerieangriff auf ein Lager mit ukrainischen Kriegsgefangenen hat die Regierung in Kiew die internationale Gemeinschaft aufgefordert, Russland zu einem Terrorstaat zu erklären. »Die Russen haben ein weiteres schreckliches Kriegsverbrechen verübt und das Gefängnis im besetzten Oleniwka beschossen, in dem sie ukrainische Kriegsgefangene halten«, schrieb Außenminister Dmytro Kuleba am Freitag im Kurznachrichtendienst Twitter. Alle Partnerstaaten sollten diesen »brutalen Verstoß gegen das internationale Recht« hart verurteilen.

In Gefängnis bei Oleniwka in dem von Separatisten kontrollierten Teil des Donezker Gebiets waren zuvor nach russischen Angaben mehr als 50 Kriegsgefangene durch ukrainischen Beschuss getötet worden. Mehr als 100 Gefangene seien verletzt worden. Moskauer und örtlichen Angaben zufolge erfolgte der Angriff durch die ukrainische Armee mit Präzisionsraketenwerfern des Typs Himars. Kiew wies die Anschuldigungen zurück und warf wiederum der russischen Armee einen gezielten Beschuss der Baracke mit Angehörigen des umstrittenen Regiments Asow vor. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

Der Chef des ukrainischen Präsidentenbüros, Andrij Jermak, schloss sich der Forderung nach einer harten internationalen Verurteilung des Angriffs an. »Das ist ein zynisches und hinterhältiges Verbrechen, das in die Geschichte unter der Bezeichnung ›Terrorakt von Oleniwka‹ eingehen wird«, teilte Jermak bei Twitter mit. Den Russen sei es egal, wen sie töten. »Für sie ist der Mord wichtig und die ständige Lüge, um die Beweise zu verbergen«, schrieb der 50-Jährige. Zudem forderte Jermak vom Westen Raketen mit 300 Kilometer Reichweite für bereits vorhandene Mehrfachraketenwerfer US-amerikanischen Typs.

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Nordmazedonien überlässt Ukraine Kampfpanzer sowjetischer Bauart

18.42 Uhr: Das Balkanland Nordmazedonien überlässt der Ukraine mehrere Kampfpanzer aus sowjetischer Produktion. Das jüngste Nato-Mitgliedsland plane, seine Streitkräfte zu modernisieren und ihre Ausrüstung den Standards der Allianz anzupassen, teilte das Verteidigungsministerium am Freitag in der Hauptstadt Skopje mit.

Aus diesem Grunde gebe man an die Ukraine eine nicht näher genannte Anzahl von Kampfpanzern ab. Nordmazedonien hätte sie ansonsten ausrangiert, die von Russland angegriffene Ukraine habe aber dafür Bedarf, hieß es in der Stellungnahme. Das Land ist seit 2020 Mitglied der Nato.

Ukrainische Geheimdienste: Kriegsgefangenenlager wurde gesprengt

18.22 Uhr: Nach dem Angriff auf ein Kriegsgefangenenlager in der Ostukraine gehen die ukrainischen Geheimdienste von einer gezielten Sprengung durch russische Kräfte aus. Es soll Dutzende Tote geben. »Die Explosionen ereigneten sich in einem neu errichteten Gebäude, das speziell für die Gefangenen aus Asowstahl hergerichtet wurde«, behauptete der ukrainische Militärgeheimdienst in einer Mitteilung vom Freitag. Asowstahl ist das Stahlwerk in Mariupol, in dem sich die ukrainischen Soldaten verschanzt hatten, bevor sie aufgaben und in russische Gefangenschaft kamen.

Mit der Explosion in dem Ort Oleniwka im Gebiet Donezk habe angeblich die russische Söldnertruppe Wagner Spuren von Unterschlagung beim Bau vor einer anstehenden Inspektion verwischen wollen, hieß es in Kiew. Das russische Verteidigungsministerium in Moskau habe davon nichts gewusst. Das Ministerium hatte zuvor der Ukraine vorgeworfen, das Lager mit den Gefangenen beschossen zu haben, was diese zurückweist.

Der Inlandsgeheimdienst SBU ging ebenfalls von einer gezielten Sprengung aus und präsentierte ein angeblich abgehörtes Telefonat aus dem abtrünnigen Gebiet. »Nicht einer der Augenzeugen hat gehört, dass irgendeine Rakete zur Besserungsanstalt geflogen ist«, teilte die Behörde mit. Es habe kein charakteristisches Pfeifen gegeben. Russische Behauptungen, die ukrainische Armee habe die Anstalt beschossen, seien »Lüge und Provokation«.

Die von Russland unterstützten Separatisten präsentierten hingegen angebliche Bruchstücke von Himars-Raketen aus US-amerikanischer Produktion. Ihnen zufolge ist die Gefangenenunterkunft gezielt von den ukrainischen Streitkräften am späten Donnerstagabend beschossen worden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

USA verhängen weitere Sanktionen gegen Russland

17.36 Uhr: Die USA verhängen weitere Sanktionen gegen zwei Personen und vier Institutionen aus Russland. Wie das US-Finanzministerium auf seiner Internetseite mitteilt, stehen die Sanktionen im Zusammenhang mit Vorwürfen der Manipulation von Wahlen und der Cyberkriminalität.

Ukraine leitet Untersuchung zu Angriff auf Kriegsgefangene ein

16.45 Uhr: Die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft leitet eine Voruntersuchung zu einem Luftangriff ein, bei dem rund 40 ukrainische Kriegsgefangene getötet wurden. Das gibt die Behörde bekannt. Bei der Attacke auf das Gebiet einer Haftanstalt seien auch 130 Personen verletzt worden. Russland und die Ukraine machen sich gegenseitig für den Angriff in der von pro-russischen Separatisten kontrollierten Region Donezk verantwortlich. Nach russischen Angaben soll das Gebäude im Gebiet des Ortes Oleniwka mit in den USA hergestellten Himars-Raketen beschossen worden sein. Der ukrainische Generalstab bestritt einen Angriff seiner Truppen auf das Gefängnis.

Ukrainisches Gericht reduziert Haft für russischen Kriegsverbrecher auf 15 Jahre

15.00 Uhr: Ein ukrainisches Gericht hat die Strafe für den ersten verurteilten russischen Kriegsverbrecher im Berufungsverfahren reduziert. Vadim Schischimarin sei zu 15 Jahren Haft verurteilt, teilte das Gericht am Freitag in Kiew mit. Im Mai hatten die Richter über den damals 21-Jährigen eine lebenslange Haftstrafe verhängt.

Der junge Mann hatte zugegeben, einen unbewaffneten 62 Jahre alten Mann auf dem Fahrrad erschossen zu haben. Er betonte, dass er auf Druck eines anderen Soldaten gehandelt habe. Die beiden seien in einem gestohlenen Auto auf dem Weg zurück in russisches Gebiet gewesen.

Es war das erste Urteil in einem Kriegsverbrecherprozess nach der russischen Invasion in der Ukraine gewesen. Schischimarins Anwalt hatte Berufung eingelegt, weil das Urteil seiner Ansicht nach von gesellschaftlichem Druck beeinflusst gewesen war.

Selenskyj kündigt baldigen Beginn der Getreideexporte per Schiff an

14.09 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bei einem Besuch der Hafenstadt Odessa den baldigen Start der Getreideexporte übers Schwarze Meer angekündigt. »Ich denke, dass es heute oder morgen beginnt«, sagte der 44-Jährige am Freitag. Damit lege das erste Getreideschiff seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar ab.

Deutsche Panzerhaubitzen in der Ukraine zeigen Verschleißerscheinungen

13.17 Uhr: Bei deutschen Artilleriesystemen in der Ukraine gibt es erste Probleme. Nach SPIEGEL-Informationen sind einige der Panzerhaubitzen 2000 nach intensiven Gefechten bereits reparaturbedürftig. 

Macron und bin Salman wollen Folgen des Ukrainekriegs gemeinsam »abmildern«

12.57 Uhr: Frankreich und Saudi-Arabien wollen zusammenarbeiten, um die Auswirkungen des Ukrainekriegs »abzumildern«. Präsident Emmanuel Macron betonte die Notwendigkeit, sich »mit Blick auf eine Diversifizierung der Energieversorgung europäischer Staaten« weiter mit Saudi-Arabien abzustimmen, wie der Élysée mitteilt. Macron hatte am Vorabend den saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman im Präsidentenpalast in Paris empfangen und damit heftige Kritik von Menschenrechtsgruppen ausgelöst.

Im letzten Satz der dreiseitigen Erklärung des Élysée wurde erwähnt, dass es in dem Gespräch zwischen Macron und bin Salman auch um Menschenrechte gegangen sei.

Selenskyj meldet: Ukraine bereit für Getreideexporte

12.41 Uhr: Das Abkommen über sichere Transporte zeigt offenbar Wirkung: Die Ukraine steht nach den Worten ihres Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bereit für die ersten Getreidetransporte über das Schwarze Meer. Dafür warte man nur auf das Zeichen der Vereinten Nationen und der Türkei. »Unsere Seite ist vollständig vorbereitet. Wir haben alle Signale an unsere Partner – die Uno und die Türkei – gesendet, und unser Militär garantiert die Sicherheitslage«, zitiert ihn sein Büro.

Nach dessen Angaben besuchte Selenskyj den Hafen Tschornomorsk am Schwarzen Meer, um sich über die Vorbereitungen für die Getreideausfuhren zu informieren.

Ministerium: Bundeswehr liefert der Ukraine 16 Brückenlegepanzer

12.33 Uhr: Deutschland wird der Ukraine nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums 16 Brückenlegepanzer vom Typ Biber liefern. Damit könnten ukrainische Truppen im Gefecht Gewässer oder Hindernisse überwinden, teilt das Ministerium mit. Die ersten sechs Systeme würden ab Herbst noch in diesem Jahr geliefert, weitere zehn im kommenden Jahr. Dies ergänze Unterstützungsleistungen der Bundeswehr im Monat Juli wie die Lieferung von Panzerhaubitzen, Mehrfachraketenwerfern Mars II oder Flugabwehrkanonenpanzern vom Typ Gepard. Der Biber kann laut Bundeswehr bis zu 20 Meter breite Gräben oder Flüsse überbrücken.

Ukraine weist Verantwortung für Angriff auf Gefängnis zurück

11.56 Uhr: Russland und die prorussischen Separatisten in der Region Donezk beschuldigen Kiew, ein Gefängnis angegriffen zu haben. Die ukrainischen Streitkräfte weisen den Vorwurf nun zurück. Sie vermuten hinter dem Angriff ein Vertuschungsmanöver. Russland wolle »Folter und Mord« ukrainischer Kriegsgefangener verdecken.

Durch den Beschuss einer Haftanstalt, in der ukrainische Kriegsgefangene festgehalten werden, sind Berichten zufolge mindestens 40 Kriegsgefangene gestorben. Zudem wurden Dutzende Verletzte gemeldet.

Moskau will Termin für Gespräch mit US-Außenminister Blinken vorschlagen

10.58 Uhr: US-Außenminister Antony Blinken hat angekündigt, mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow telefonieren zu wollen. Nun hieß es aus Moskau, man werde bald einen Termin vorschlagen.

Vier Tote bei russischem Angriff auf Mykolajiw gemeldet

10.19 Uhr: Bei einem russischen Raketenangriff auf die Stadt Mykolajiw im Südosten der Ukraine sind laut Angaben des Gouverneurs der gleichnamigen Region mindestens vier Menschen getötet worden. Sieben weitere Menschen seien verletzt worden, teilt Witalij Kim auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Einige der Verletzten hätten sich in der Nähe einer Haltestelle des öffentlichen Nahverkehrs aufgehalten.

Russland wirft Ukraine Angriff auf Gefängnis in Region Donezk vor

10.14 Uhr: Russland hat der ukrainischen Armee vorgeworfen, bei einem Angriff auf ein Gefängnis in der von prorussischen Separatisten kontrollierten Region Donezk utzende Häftlinge getötet zu haben. Durch den Beschuss seien 40 »ukrainische Kriegsgefangene« getötet und 75 weitere verletzt worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Der Angriff sei mit einem der Himars-Raketenwerfer ausgeführt worden, den die Ukraine von den USA erhalten haben.

Auch die prorussische Separatisten im Gebiet Donezk haben sich zu dem mutmaßlichen Artilleriebeschuss geäußert. Demnach sollen mindestens 40 ukrainische Kriegsgefangene durch Artilleriefeuer der Kiewer Truppen ums Leben gekommen sein. 130 wurden demnach verletzt. »Volltreffer in einer Baracke mit Kriegsgefangenen«, teilte ein Vertreter der Separatistenführung in Donezk der Agentur Interfax zufolge mit. Aus Kiew gibt es keine Bestätigung für den Beschuss. Unabhängig können die Angaben nicht überprüft werden.

Der Separatistenvertreter warnte, dass sich die Opferzahlen noch erhöhen könnten. Unter den Trümmern werde noch nach weiteren Menschen gesucht. Seinen Angaben zufolge wurde die Haftanstalt Oleniwka, in der die moskautreuen Truppen ukrainische Kriegsgefangene halten, durch Mehrfachraketenwerfer vom Typ Himars beschossen.

Britischer Verteidigungsminister: »Russen versagen«

08.40 Uhr: Der britische Verteidigungsminister Ben Wallace denkt, dass Russland seine Ziele in der Ukraine derzeit nicht erreicht. Russland versage in »vielen Bereichen« in seinem Krieg in der Ukraine. Präsident Wladimir Putin könne erneut versuchen, seine Strategie zu ändern. »Die Russen versagen derzeit in vielen Bereichen vor Ort«, sagte Wallace bei Sky News: »Putins Plan A, B und C sind gescheitert, er könnte sich einen Plan D überlegen.«

Wagner-Söldner sollen Frontabschnitte kontrollieren

08.36 Uhr: Die Söldner-Organisation Wagner hat nach Erkenntnissen des britischen Geheimdienstes wohl die Verantwortung für bestimmte Frontabschnitte in der Ostukraine erhalten. Das sei eine maßgebliche Veränderung gegenüber dem Einsatz der Gruppe seit 2015, schreibt das Verteidigungsministerium in London auf Twitter und beruft sich auf den Militärgeheimdienst.

Zuvor seien die Wagner-Söldner vor allem an Einsätzen beteiligt gewesen, die sich von den offenen groß angelegten Aktivitäten des russischen Militärs unterschieden hätten. Der Grund für die Taktikänderung könne darin liegen, dass das russische Militär mit einem großen Mangel an Kampfinfanterie konfrontiert sei. Allerdings reichten die Wagner-Kräfte höchstwahrscheinlich nicht aus, um einen signifikanten Unterschied zu machen, heißt es in dem Bericht.

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Raketenangriffe auf Kiew

04.42 Uhr: Bei einem russischen Raketenangriff auf die Region Kiew sind nach Angaben des Gouverneurs 15 Menschen verletzt worden. Raketen schlugen in Militäreinrichtungen am Rande der Hauptstadt Kiew ein, sagte Olexij Kuleba, Gouverneur der Region, beim Messenger-Dienst Telegram. Mehr als zehn russische Raketen schlugen auch in der Region Tschernihiw nordöstlich von Kiew ein, wie der dortige Gouverneur dem ukrainischen Fernsehen mitteilte. Wie Kiew war auch Tschernihiw seit Wochen nicht mehr Ziel von Angriffen gewesen.

Selenskyj: Russland als Terror-Unterstützer einstufen

00.08 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert die Welt dazu auf, Russland klar als staatlichen Unterstützer von Terrorismus zu benennen. Niemand auf der Welt investiere mehr in Terrorismus als Russland, sagte er in einer Videobotschaft in der Nacht zu Freitag. Dies erfordere eine »rechtliche Antwort auf globaler Ebene«: Russland solle als »staatlicher Sponsor des Terrorismus« anerkannt werden.

Selenskyj berichtete in seiner Ansprache weiterhin von einem Treffen mit dem Stab des Obersten Befehlshabers der ukrainischen Streitkräfte. Dabei sei unter anderem um die Bereitstellung von Waffen sowie die Umsetzung des Verteidigungsplans der Ukraine gegangen. Derweil habe Russland am Donnerstag »eine Reihe strategisch sinnloser und brutaler Angriffe« auf den Donbass fortgesetzt, sagte Selenskyj. Auch in der Hauptstadt Kiew sei allein in der ersten Tageshälfte viermal Luftalarm ausgelöst worden.

ktz/ptz/mfh/asc/AFP/dpa/Reuters
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