News zum Krieg in Osteuropa Frankreich, Türkei und Griechenland planen Evakuierungsmission für Mariupol

Emmanuel Macron hat eine neue humanitäre Initiative angeschoben. In den nächsten »48 bis 72 Stunden« möchte er mit Kremlchef Putin über den Plan sprechen. Und: Kanzler Scholz nennt den Krieg »ein Verbrechen«. Das waren die News am 25. März.
Zerstörung in Mariupol: »Dramatische Bedingungen«

Zerstörung in Mariupol: »Dramatische Bedingungen«

Foto: Alexander Ermochenko / REUTERS
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Kommandozentrale der ukrainischen Luftwaffe in Winnyzja ist nach ukrainischen Angaben mit russischen Marschflugkörpern angegriffen und stark beschädigt worden.

  • Erstmals hat ein Flugzeug Geflüchtete aus der Ukraine aus deren Nachbarland Moldau direkt nach Deutschland gebracht.

  • Die russischen Streitkräfte konzentrieren sich nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau auf die völlige »Befreiung« des Donbass.

  • Als Reaktion auf den Krieg in der Ukraine wird die tschechische Hauptstadt Prag den Straßenabschnitt vor der russischen Botschaft in »Straße der ukrainischen Helden« umbenennen.

  • Der russische Botschafter in Rom erstattet Anzeige gegen italienische Zeitung »La Stampa«.

  • Nach Angaben des russischen Generalstabs sind in der Ukraine 1351 russische Soldaten getötet worden.

Box-Weltmeister Usyk hat die Ukraine verlassen

23.16 Uhr: Oleksandr Usyk, Box-Weltmeister im Schwergewicht nach Version der WBA, IBF und WBO und einer der prominentesten aktiven ukrainischen Sportler, ist aus seinem Heimatland ausgereist, um sich auf sein für den Sommer geplantes Rematch gegen den Briten Anthony Joshua vorzubereiten. Usyk hatte Joshua im September 2021 in London einstimmig nach Punkten besiegt und ihm so die WM-Gürtel abgenommen. Nach Beginn der russischen Invasion war Usyk in die Ukraine gereist, um sein Heimatland zu verteidigen. Nun hat er das Land verlassen, um mit der Vorbereitung auf den Kampf gegen Joshua zu beginnen. Das bestätigte sein Promoter Alexander Krassyuk dem US-Boxexperten Dan Rafael.

Eigentlich ist ukrainischen Männern zwischen 18 und 60 Jahren die Ausreise untersagt. Eine Ausnahme gilt für Väter von mindestens drei minderjährigen Kindern. Usyk ist dreifacher Vater. Zudem hatte der renommierte US-Boxpromoter Bob Arum laut eigenen Angaben in Gesprächen mit der ukrainischen Regierung eine Sonderregelung für Usyk und Ex-Weltmeister Vasyl Lomachenko erwirkt, um beiden die Chance zu geben, im Boxring für ihr Land zu kämpfen. Anders als Usyk hat sich Lomachenko bislang gegen die Rückkehr zum Sport entschieden. Er will weiterhin in der Ukraine bleiben und bei der Verteidigung gegen die russischen Truppen helfen.

Frankreich plant mit Türkei und Griechenland Mission zur Evakuierung von Mariupol

22.06 Uhr: Frankreich hat eine gemeinsame Initiative mit der Türkei und Griechenland zur Evakuierung der belagerten ukrainischen Stadt Mariupol angekündigt. Die drei Länder wollen einen »humanitären Einsatz starten, um all jene zu evakuieren, die Mariupol verlassen wollen«, wie Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Freitagabend nach dem EU-Gipfel in Brüssel sagte. Er werde in den nächsten 48 bis 72 Stunden erneut mit Kremlchef Wladimir Putin sprechen, »um die Einzelheiten auszuarbeiten«.

Er hoffe, möglichst viele Akteure »in diese Operation einbeziehen zu können« und wolle erreichen, dass die Evakuierung in den kommenden Tagen beginnt. Französische Regierungsvertreter hätten am Freitag mit dem Bürgermeister von Mariupol gesprochen. Die 150.000 verbliebenen Einwohner lebten dort unter »dramatischen Bedingungen«, sagte Macron. Nach Angaben der Behörden in Mariupol wurden in der heftig umkämpften Hafenstadt bereits mehr als 2000 Zivilisten getötet. Allein bei dem Beschuss eines als Schutzort dienenden Theaters in der vergangenen Woche gab es demnach vermutlich 300 Todesopfer.

Habeck befürchtet Benzin-Hamsterkäufe

21.41 Uhr: Wirtschaftsminister Robert Habeck befürchtet Hamsterkäufe für den Fall, dass im Zuge des Ukrainekriegs russische Öl- und Gaslieferungen abrupt beendet werden. »Was würde passieren, wenn wir sagen: Es gibt kein Öl mehr, wir müssen alle Öl und Benzin sparen?«, fragte der Grünen-Politiker am Freitag in einem ARD-Interview. Wahrscheinlich würde nicht weniger Auto gefahren, sondern es gäbe einen Ansturm auf die Tankstellen – »und alle hamstern Öl wie zu Beginn der Pandemie das Klopapier«.

Ukraine startet laut Pentagon Offensive zur Rückeroberung von Cherson

21.36 Uhr: Die ukrainische Armee hat US-Angaben zufolge eine Offensive zur Rückeroberung der Stadt Cherson im Süden des Landes gestartet. »Die Ukrainer versuchen, Cherson zurückzugewinnen, und wir würden sagen, dass Cherson derzeit wieder umkämpftes Territorium ist«, sagte ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums am Freitag in Washington.

»Wir können nicht genau bestätigen, wer die Kontrolle über Cherson hat, aber die Stadt scheint nicht so eindeutig unter russischer Kontrolle zu sein wie zuvor«, sagte der Ministeriumsvertreter, der anonym bleiben wollte. Das nahe der von Russland annektierten Halbinsel Krim gelegene Cherson war als erste Großstadt der Ukraine nach dreitägiger Belagerung Anfang März von der russischen Armee eingenommen worden.

Scholz bezeichnet möglichen Chemiewaffeneinsatz als »Sakrileg«

20.43 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz hat einen möglichen russischen Einsatz von Chemiewaffen in der Ukraine als »Sakrileg« bezeichnet. Er weist die russischen Vorwürfe zurück, dass es in der Ukraine chemische oder biologische Waffen gebe. Diese Warnungen Moskaus dürften kein Vorwand sein, dass Russland selbst solche Waffen einsetzen könnte. »Das ist eine Grenzüberschreitung – nach all den Grenzüberschreitungen wäre das die weiteste und furchtbarste«, fügt er hinzu. Scholz sagte zudem: »Dieser Krieg ist ein Verbrechen, und das ist Putins Krieg. Darüber darf es keinen Zweifel geben.«

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD): »Das ist eine Grenzüberschreitung«

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD): »Das ist eine Grenzüberschreitung«

Foto: Michael Kappeler / dpa

Ukraine: Kommandozentrale der Luftwaffe durch russische Raketen beschädigt

20.35 Uhr: Die Kommandozentrale der ukrainischen Luftwaffe in Winnyzja ist nach ukrainischen Angaben mit russischen Marschflugkörpern angegriffen und stark beschädigt worden. Nach Angaben der ukrainischen Armee feuerten die russischen Streitkräfte sechs Marschflugkörper ab. Einige seien von der ukrainischen Luftabwehr abgefangen worden, andere hätten Gebäude getroffen und »erhebliche Schäden angerichtet«, erklärte das Kommando der ukrainischen Luftwaffe im Messengerdienst Telegram.

Die Folgen des Raketenangriffs würden noch ermittelt, hieß es weiter. Auf Telegram veröffentlichte die Armee ein Foto eines zerstörten Gebäudeteils.

Macron sieht keinen Grund für Rubel-Zahlungen für Energielieferungen

20.27 Uhr: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat erklärt, es gebe keinen Grund, der russischen Forderung nachzukommen, für Energielieferungen in Rubel zu zahlen. Aus den Vertragstexten gehe hervor, dass es untersagt sei, Zahlungen in Rubel zu verlangen. Russland wolle mit Rubel-Zahlungen Sanktionen des Westens umgehen.

Frankreich bestellt russischen Botschafter wegen Karikaturen ein

20.22 Uhr: Frankreichs Außenministerium hat den russischen Botschafter nach der Veröffentlichung von Karikaturen auf dem Twitter-Account der Botschaft einbestellt. »Diese Veröffentlichungen sind inakzeptabel. Wir haben dies heute gegenüber dem russischen Botschafter deutlich gemacht«, hieß es am Freitag aus dem Außenministerium in Paris. »Wir bemühen uns, einen anspruchsvollen Dialogkanal mit Russland aufrechtzuerhalten, und diese Handlungen sind völlig unangebracht.«

Eine der Zeichnungen zeigt kniende Europäer, die den Hintern einer Figur lecken, die Uncle Sam, also die USA, darstellt, und auf Englisch den Titel trägt, »Europäische Solidarität, wie sie ist«. Die zweite Karikatur zeigt bildlich das kranke Europa, das auf einem Bett liegt und von seinen Peinigern, den USA und der EU, mit verschiedenen Substanzen namens »Neonazismus«, »Russophobie« oder »Covid-19« geimpft wird. Beide Karikaturen waren bereits am Donnerstag wieder vom Twitter-Account der russischen Botschaft gelöscht worden.

Ukraine meldet Tod von weiterem russischen General

20.15 Uhr: Die Ukraine hat den Tod eines weiteren russischen Generals bei Kämpfen gemeldet. Ukrainische Truppen hätten bei einem Bombenangriff auf den Flughafen von Tschornobajiwka in der Region Cherson den Kommandanten der 49. Armee des südlichen Distrikts, General Jakow Rjasanzew, getötet, erklärte Präsidentenberater Oleksij Arestowytsch am Freitag. Rjasanzew ist bereits der sechste russische General, dessen Tod die Ukraine seit Kriegsbeginn vor einem Monat meldet. Überprüfen lassen sich die Angaben nicht.

Russland hat bislang nur den Tod von General Andrej Suchowezki sowie des stellvertretenden Chefs der Nordmeerflotte, Kapitän Andrej Palij bestätigt. Ein US-Militärexperte hatte Anfang März CNN gesagt, die russische Armee begehe in der Ukraine »wiederholt dieselben Fehler« und nutze unverschlüsselte Geräte zur Kommunikation, sodass sich der Standort der Nutzer orten lässt.

Antidepressiva-Hamsterkäufe in Russland

20.08 Uhr: Die Menschen in Russland horten nicht nur Zucker und Grundnahrungsmittel – sondern auch Antidepressiva, Schlaf- und Verhütungsmittel. Seit Kriegsbeginn wurden doppelt so viele Medikamente verkauft wie sonst. Sehen Sie hier unser Video über Hamsterkäufe in Russland.

Weniger Anbaufläche für Sonnenblumen in der Ukraine

19.51 Uhr: Die Anbaufläche für Sonnenblumen in der Ukraine wird dieses Jahr wegen des Krieges um 28 Prozent kleiner ausfallen. Von zuvor 6,66 Millionen Hektar könnten nur noch 4,81 Millionen Hektar genutzt werden, teilt das ukrainische Landwirtschaftsministerium mit. Die Ukraine ist der weltweit größte Produzent von Sonnenblumenkernen und der größte Exporteur von Sonnenblumenöl.

Sonnenblumenfeld in der Ukraine (2021): Dieses Jahr 28 Prozent weniger Anbaufläche

Sonnenblumenfeld in der Ukraine (2021): Dieses Jahr 28 Prozent weniger Anbaufläche

Foto: Maxym Marusenko / imago images/NurPhoto

Ukraine will tote russische Soldaten mit Gesichtserkennung identifizieren

19.47 Uhr: Die Ukraine setzt Software zur automatischen Gesichtserkennung ein, um gefallene russische Soldaten zu identifizieren und deren Familien in der Heimat zu benachrichtigen. Das sagte. der ukrainische Digitalminister Mykhailo Fedorov.

Lesen Sie hier unsere Meldung dazu .

Auch Gratis-Version von Spotify nicht mehr in Russland verfügbar

19.36 Uhr: Der Musikstreaming-Marktführer Spotify gibt nach der Bezahlversion auch seine kostenlosen Dienste in Russland auf. Grund sind die neuen Gesetze, mit denen die Verbreitung angeblicher Falschinformationen über russische Streitkräfte für strafbar erklärt wurde, wie ein Sprecher am Freitag dem Finanzdienst Bloomberg sagte. Das bedeute ein Risiko nicht nur für Spotify-Mitarbeiter, sondern »möglicherweise sogar unsere Hörer«.

Zum Gratis-Teil von Spotify gehören nicht nur ein Musikdienst mit Werbung, sondern auch eine Podcast-Plattform. Spotify hatte ursprünglich den Verbleib in Russland ungeachtet des Krieges in der Ukraine damit begründet, dass es wichtig sei, den Zugang zu unabhängigen Nachrichten und Informationen zu gewährleisten. Die kostenpflichtige Abo-Version des Musikdienstes konnte Spotify größtenteils nicht mehr anbieten, da die großen Zahlungsabwickler sich nach dem Angriff auf die Ukraine aus Russland zurückgezogen haben.

Selenskyj telefoniert mit Erdoğan

19.32 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einem Telefonat mit dem türkischen Präsidenten Erdoğan die Ergebnisse des Nato-Gipfels und eine drohende Lebensmittelknappheit besprochen. Es sei auch über Möglichkeiten zur Vermeidung einer Hungersnot geredet worden, teilt Selenskyj mit. Erdoğans Büro zufolge unterstrich der Präsident auf dem Gipfel seine Unterstützung für die Ukraine.

Personal in Tschernobyl vier Tage nicht ausgetauscht

19.23 Uhr: Das diensthabende Personal der in russischer Hand befindlichen radioaktiven Abfallanlagen von Tschernobyl ist seit vier Tagen nicht mehr ausgetauscht worden. Das teilte der UN-Atomwächter am Freitag mit. Die Ukraine könne nicht sagen, wann sich das ändere. In der Stadt, in der ein Großteil des Personals lebe, werde gekämpft. Die jetzt im Dienst befindlichen Mitarbeiter ersetzten bereits eine Schicht, die mehr als drei Wochen vor Ort war.

Papst verurteilt »schändlichen Krieg« in der Ukraine

19.07 Uhr: Papst Franziskus hat bei einem Gottesdienst den »schändlichen Krieg« in der Ukraine verurteilt. »In diesen Tagen (...) zerstören Bomben die Häuser so vieler unserer wehrlosen ukrainischen Brüder und Schwestern«, sagte der Papst in seiner Predigt während eines Bußgottesdienstes am Freitag, in dem er die Ukraine und Russland »dem unbefleckten Herzen Mariens« weihte.

»Der schändliche Krieg, der über so viele Menschen hereingebrochen ist und unter dem alle leiden, löst in einem jeden Furcht und Schrecken aus«, fügte der Papst vor rund 3500 Menschen im Petersdom hinzu, unter ihnen der ukrainische Botschafter und Vertreter des diplomatischen Korps im Vatikan.

Strafrechtliche Konsequenzen für »Z« -Symbol in Niedersachsen möglich

18.47 Uhr: Niedersachsen hat strafrechtliche Konsequenzen für das Verwenden des »Z«-Symbols in der Öffentlichkeit angekündigt. »Wer durch das ›Z‹-Symbol öffentlich Zustimmung zum Angriffskrieg von Russlands Präsidenten Putin auf die Ukraine zum Ausdruck bringt, muss in Niedersachsen mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen«, sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Freitag.

»Z«-Symbol (in St. Petersburg)

»Z«-Symbol (in St. Petersburg)

Foto: ANATOLY MALTSEV / EPA

Seit Beginn des Angriffskrieges ist auf Panzern und Uniformen der Russen häufig ein weißes »Z« zu sehen. Das Zeichen ist zum Symbol für die Unterstützung Russlands geworden, es wird auch außerhalb des Kriegsgebietes auf Gebäuden, an Autos oder an der Kleidung gezeigt, um damit Zustimmung zum Angriff Russlands auszudrücken.

Start der Luftbrücke – Ukraine-Geflüchtete kommen mit Flug aus Moldau in Frankfurt an

18.29 Uhr: Erstmals hat ein Flugzeug Geflüchtete aus der Ukraine aus deren Nachbarland Moldau direkt nach Deutschland gebracht. Etwa 130 Menschen – vor allem Frauen und Kinder – landeten am Freitagabend in einer Lufthansa-Maschine auf dem Flughafen Frankfurt. Das war der Auftakt der von der Bundesregierung angestoßenen internationalen Luftbrücke für Geflüchtete aus Nachbarländern der von Russland angegriffenen Ukraine. Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) und Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) empfingen die Menschen auf Deutschlands größtem Airport.

Geplant war, die Menschen mit Bussen zur Erstaufnahme nach Bitburg in der Eifel in Rheinland-Pfalz zu bringen. Laut Faeser hatte sich dieses Bundesland bereit erklärt, die vor dem Krieg in ihrer Heimat Geflohenen aufzunehmen.

Offenbar mehrere Hundert Leasingflugzeuge von Russland angeeignet

18.26 Uhr: Seit Inkrafttreten der westlichen Sanktionen hat Russland nach Angaben europäischer Luftfahrtbehörden mehrere hundert Linienflugzeuge gestohlen. Den Leasingfirmen entstünden dadurch Schäden in Milliardenhöhe, hieß es am Freitag bei einer Videokonferenz von Eurocontrol, der europäischen Organisation zur Sicherung der Luftfahrt.

Laut den nach dem russischen Angriff auf die Ukraine verhängten EU-Sanktionen haben Russlands Luftfahrtunternehmen bis Montag Zeit für die Rückgabe geleaster Maschinen. Ein am 14. März von Russlands Präsident Wladimir Putin erlassenes Gesetz erlaubt es russischen Fluggesellschaften jedoch, die im Ausland gemieteten Maschinen in Russland registrieren zu lassen. Damit könnten Inlandsflüge trotz der westlichen Sanktionen stattfinden. Im Ausland können die Maschinen hingegen beschlagnahmt werden.

»Die meisten Flugzeuge, mit denen sie ins Ausland fliegen könnten, sind geleaste Maschinen europäischer oder amerikanischer Herkunft, die nun ihren rechtmäßigen Eigentümern, den Leasingfirmen, gestohlen wurden«, sagte der bei der EU-Kommission für Transport zuständige Henrik Hololei.

Lindner rät Energieversorgern von Zahlungen in Rubel ab

18.17 Uhr: Bundesfinanzminister Christian Lindner rät deutschen Energieversorgern, Gaslieferungen aus Russland nicht in Rubel zu bezahlen – trotz entsprechender Forderungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Lesen Sie hier unsere Meldung dazu.

Moskau: Kiew zieht Friedensverhandlungen absichtlich in die Länge

18.12 Uhr: Russland hat der Ukraine vorgeworfen, die Verhandlungen über ein Kriegsende weiter absichtlich in die Länge zu ziehen. »Sie haben es nicht eilig, sie glauben, dass die Zeit auf ihrer Seite ist«, sagte der russische Delegationsleiter Wladimir Medinski der Agentur Tass zufolge. Die ukrainische Seite handle nicht unabhängig, behauptete Medinski. »Deshalb stimmt der aktuelle Stand der Dinge nicht optimistisch.« Moskau wirft Kiew vor, auf Anweisung Washingtons zu handeln.

Polens Präsident: »Wir sagen nicht Flüchtlinge – es sind Gäste«

18.06 Uhr: Polens Staatsoberhaupt Andrzej Duda hat beim Besuch von US-Präsident Joe Biden die Bereitschaft seines Landes unterstrichen, den Menschen aus der Ukraine zu helfen. »Wir sagen nicht Flüchtlinge – es sind unsere Gäste«, sagte Duda am Freitag im polnischen Rzeszow vor einem Treffen der beiden Präsidenten mit Vertretern von Hilfsorganisationen. Die Ukrainer seien »Brüder und Nachbarn«, die momentan durch den russischen Angriffskrieg aus ihrer Heimat vertrieben würden, so Duda. Er dankte Biden für die Unterstützung nicht nur im militärischen, sondern auch im humanitären Bereich.

Moskau: Mehr als 1300 tote russische Soldaten

17:53 Uhr: Nach Angaben des russischen Generalstabs sind in der Ukraine 1351 russische Soldaten getötet worden. Bei der »Spezialoperation« seien zudem 3825 Soldaten verletzt worden, teilte das Militär der Agentur Interfax zufolge in Moskau mit. Es waren die ersten offiziellen Zahlen seit Anfang März, als die Zahl mit 498 getöteten Soldaten angegeben worden war. Experten gehen allerdings von Tausenden toten russischen Soldaten aus.

Biden bezeichnet Putin erneut als »Kriegsverbrecher«

17:45 Uhr: US-Präsident Joe Biden hat Russlands Präsidenten Wladimir Putin bei seinem Besuch in Polen erneut einen »Kriegsverbrecher« genannt. Die Verwüstung in der Ukraine gehe »von einem Mann aus, den ich, offen gesagt, für einen Kriegsverbrecher halte«, sagte Biden im polnischen Rzeszow etwa 90 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt. »Und ich denke, das wird auch der rechtlichen Definition entsprechen«, fügte er hinzu. Biden hatte Putin bereits in der Vergangenheit als Kriegsverbrecher bezeichnet. Das Weiße Haus hatte daraufhin betont, dass der US-Präsident aus seinem Herzen gesprochen habe.

Am Abend will Biden weiter nach Warschau reisen. Dort steht für Samstag eine Rede zum Ukraine-Krieg auf dem Programm. Auch weitere Treffen mit politischen Führungspersönlichkeiten Polens sind geplant.

Russischer Botschafter erstattet Anzeige gegen italienische Zeitung »La Stampa«

17:25 Uhr: Der russische Botschafter in Italien geht wegen eines Leitartikels, in dem über eine Ermordung von Kreml-Chef Wladimir Putin spekuliert wird, juristisch gegen die Tageszeitung »La Stampa« vor. Botschafter Sergej Rasow erstattete Anzeige bei der Staatsanwaltschaft in Rom wegen Anstiftung zu einem Verbrechen. Der Artikel des Kriegsreporters Domenico Quirico verstoße gegen die »Ethik, die Moral und die Regeln des Journalismus«, erklärte er.

Biden dankt US-Truppen bei Besuch in Polen

17:01 Uhr: Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hat US-Präsident Joe Biden den US-Soldaten in Polen für deren Einsatz an der Ostflanke der Nato gedankt. »Ich bin aus einem einfachen, wesentlichen Grund gekommen«, sagte Biden bei einem Truppenbesuch in Rzeszow, rund 90 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt. »Um danke zu sagen. Danke, danke, danke für Ihren Dienst.« Er fügte hinzu: »Gott segne Sie alle und schütze Sie.« Biden unterstrich, dass durch Truppenverstärkungen wegen des Ukraine-Krieges inzwischen 100.000 US-Soldaten in Europa seien.

»Verteidigungsstruktur der Nato« – Russland will Westflanke verstärken

16:40 Uhr: Russland will als Reaktion auf die Nato-Aktivitäten vor seinen Grenzen seine Westflanke militärisch stärken. An der Ostflanke der Nato habe sich eine gewaltige Gruppierung gebildet, »eine mächtige militärische Infrastruktur, eine Verteidigungsstruktur der Nato«, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte laut Peskow Verteidigungsminister Sergej Schoigu bereits zu Schritten für eine Verbesserung der Verteidigungslinie aufgefordert – noch vor den jüngsten Ankündigungen der Nato, ihre Präsenz im Osten weiter zu verstärken.

»Straße der ukrainischen Helden« – Tschechiens Hauptstadt setzt ein Zeichen

16:10 Uhr: Als Reaktion auf den Krieg in der Ukraine wird die tschechische Hauptstadt Prag den Straßenabschnitt vor der russischen Botschaft in »Straße der ukrainischen Helden« umbenennen. Das habe der Gemeinderat beschlossen, teilte ein Sprecher mit. Eine nahe gelegene Brücke über eine Bahnstrecke werde zudem nach dem ukrainischen Soldaten Witalij Skakun benannt. Der Pionier soll den Angaben nach mit der Sprengung einer Brücke im Süden der Ukraine, bei der er selbst ums Leben kam, den russischen Vormarsch verzögert haben. Der Rest der Allee, der nicht an die russische Botschaft grenzt, behält den bisherigen Namen »Korunovacni« (Krönungsstraße).

Weißes Haus: USA werden »unter keinen Umständen« Chemiewaffen einsetzen

15:55 Uhr: Die USA werden nach Angaben des nationalen Sicherheitsberaters Jake Sullivan »unter keinen Umständen« Chemiewaffen einsetzen, auch nicht im Falle eines russischen Chemiewaffeneinsatzes in der Ukraine. Russland werde in dem Fall einen »hohen Preis« zahlen, sagte Sullivan am Freitag an Bord der US-Präsidentenmaschine Air Force One vor Journalisten. »Ich sage nur soviel: Die Vereinigten Staaten haben nicht die Absicht, Chemiewaffen zu nutzen. Punkt. Unter keinen Umständen.«

Bereits mehr als 3,7 Millionen Menschen aus Ukraine geflohen

15:15 Uhr: Die Zahl der Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine ist auf mehr als 3,7 Millionen gestiegen. Das Uno-Flüchtlingshilfswerk UNHCR registrierte laut seiner Website bis Freitagmittag 3.725.806 Menschen, die seit Beginn der russischen Invasion am 24. Februar aus der Ukraine flüchteten. Dies entsprach einem Anstieg von mehr als 50.000 Flüchtlingen im Vergleich zum Vortag. Insgesamt mussten nach Uno-Angaben bereits mehr als zehn Millionen Menschen in der Ukraine ihre Häuser verlassen. 6,5 Millionen Menschen leben demnach derzeit als Binnenflüchtlinge in der Ukraine.

Moskau: Fokus liegt auf »Befreiung« des Donbass

14:37 Uhr: Die russischen Streitkräfte konzentrieren sich nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau auf die völlige »Befreiung« des Donbass. Generell werde nicht ausgeschlossen, verbarrikadierte ukrainische Städte zu stürmen, erklärt das Ministerium laut russischer Nachrichtenagentur Ifax. Für die »Spezial-Operation« in der Ukraine habe das Ministerium zwei Optionen erwogen: entweder innerhalb der Separatisten-Gebieten im Donbass oder im gesamten Territorium der Ukraine.

Orban weist Selenskyjs Forderung nach Waffentransit zurück

14:21 Uhr: Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban hat erneut mit Nachdruck Forderungen des Nachbarlands Ukraine nach Transit für Waffen sowie Ausweitung der Sanktionen gegen Russland zurückgewiesen. Beide Forderungen würden ungarischen Interessen widersprechen, erklärte Orbans Sprecher Bertalan Havasi nach Angaben der staatlichen ungarischen Nachrichtenagentur MTI. Er bekräftigte damit die Position, die Orban am Donnerstag in einer Ansprache bei Facebook formuliert hatte.

Am Vorabend hatte sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner Videoansprache anlässlich des EU-Gipfeltreffens speziell an Orban gewandt. Er forderte ihn auf, im Krieg zwischen Russland und der Ukraine eine eindeutige Position zu beziehen.

Hohe Ausfallquoten – russische Truppen kämpfen weiter mit Problemen

13:54 Uhr: Vier Wochen nach ihrer Invasion in der Ukraine hat die russische Armee an einigen Frontabschnitten offenbar Probleme, kommt an anderen Stellen aber voran. Die ukrainischen Truppen haben nach britischen Angaben Städte und Verteidigungsstellungen bis zu 35 Kilometer östlich von Kiew zurückerobert. Russland hat nach US-Angaben zudem massive Probleme mit seinen präzisionsgelenkten Raketen. Die beim Angriff auf die Ukraine benutzten Hightech-Waffen kämen auf Ausfallquoten von bis zu 60 Prozent, sagten US-Regierungsvertreter mit Verweis auf Geheimdienstinformationen der Nachrichtenagentur Reuters.

Das ukrainische Verteidigungsministerium teilte indes mit, es sei russischen Truppen gelungen, eine Landbrücke von der Region Donezk im Osten bis zur Halbinsel Krim zu schaffen. Russland hat die Krim 2014 annektiert. Das russische Verteidigungsministerium teilte laut einem russischen Agenturbericht mit, man habe ein großes Treibstofflager in der Nähe der ukrainischen Hauptstadt Kiew durch Raketenbeschuss zerstört.

Andrang von Ukraine-Geflüchteten bei den Tafeln

13.14 Uhr: Die Tafeln zur Ausgabe von kostenlosen Lebensmitteln an Bedürftige verzeichnen laut SPIEGEL einen großen Andrang von Geflüchteten aus der Ukraine. So stellten bei der Samstagsausgabe an der Münchner Großmarkthalle Ukrainerinnen und Ukrainer 800 von insgesamt 1250 Tafelgästen. Am Wochenende zuvor waren es nur rund 200 gewesen. »Wir haben eine zweite Nachmittagsschicht mit Freiwilligen eingerichtet und mussten eine Warteliste anlegen«, berichtet Steffen Horak, der Sprecher der Münchner Tafel. Diese kaufe derzeit pro Woche vier bis fünf Tonnen Lebensmittel zu, weil die gespendete Ware nicht ausreiche. Die Mehrkosten liegen in München bei 12.000 bis 15.000 Euro pro Woche.

Auch die Tafeln in Nürnberg oder Augsburg meldeten gestiegene Zahlen, ebenso die Berliner Tafel. »Die Folgen des Kriegs in der Ukraine sind bei den Tafeln schon jetzt deutlich spürbar«, sagt Jochen Brühl, Vorsitzender des Dachverbandes Tafel Deutschland, dem die Münchner Tafel nicht angehört. Zu den Geflüchteten kämen Menschen, die sich die gestiegenen Energie- und Lebensmittelkosten nicht mehr leisten können. Brühl: »Durch den Zuwachs der Kundinnen und Kunden bei gleichzeitigem Spendenrückgang sind die Tafeln aktuell gefordert wie nie zuvor.«

»Totaler Krieg«: Lawrow attackiert Westen mit NS-Vokabular

12.41 Uhr: Mit Blick auf westliche Sanktionen hat Russlands Außenminister Sergej Lawrow von einem gegen Moskau gerichteten »hybriden Krieg« gesprochen. »Heute haben sie uns einen echten hybriden Krieg erklärt, den totalen Krieg«, sagte Lawrow bei einer Sitzung mit Vertretern einer Diplomatie-Stiftung der Staatsagentur Tass zufolge. »Diesen Begriff, der in Hitler-Deutschland verwendet wurde, sprechen jetzt europäische Politiker aus, wenn sie davon sprechen, was sie mit der Russischen Föderation tun wollen.« Die tatsächliche Verwendung des Begriffs durch namhafte EU-Politiker in den vergangenen Wochen ist nicht bekannt.

Im Jahr 1943 hatte NS-Propagandachef Joseph Goebbels in seiner berüchtigten Sportpalastrede zum »totalen Krieg« aufgerufen.

Lawrow sagte weiter, Europas Politiker wollten Russland »zerstören, brechen, vernichten, erdrosseln«. »Wenn wir diese Gesetzlosigkeit der Sanktionen sehen, ist natürlich klar, dass all diese Werte, die uns unsere westlichen Kollegen ständig gepredigt haben – nämlich Meinungsfreiheit, Marktwirtschaft und die Unverletzlichkeit des Privateigentums, die Unschuldsvermutung – wertlos sind.«

Erdoğan fordert Putin zu »ehrenvollem Abzug« auf

12:20 Uhr: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat Wladimir Putin aufgefordert, einen »ehrenvollen Abzug« aus der Ukraine zu machen. »Wir müssen jetzt sagen ›Jetzt musst du der Architekt des Schrittes sein, der zum Frieden getan werden muss‹«, sagte Erdoğan laut dem türkischen Präsidialamt in Richtung des russischen Präsidenten.

Erdoğan wiederholte jedoch, keine Sanktionen gegen Russland verhängen zu wollen. Für die Türkei sei es unmöglich, die Beziehungen zu Russland aufzugeben.

Recep Tayyip Erdoğan und Wladimir Putin im März 2020

Recep Tayyip Erdoğan und Wladimir Putin im März 2020

Foto: Mikhail Klimentyev/ Sputnik/ Kremlin/ EPA-EFE/ Shutterstock

Fluchtkorridor bis in die Großstadt Saporischschja geplant

12:01 Uhr: Für die Evakuierung von Zivilisten aus der von russischen Truppen belagerten Hafenstadt Mariupol stehen zahlreiche Fahrzeuge im nahe gelegenen Berdjansk bereit. »Gerade befinden sich dort 48 Busse«, sagte Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk in einer Videobotschaft. In der etwa 70 Kilometer von Mariupol entfernten Stadt befinde sich zudem ein Tankfahrzeug für die Betankung von Privatfahrzeugen.

Für die weitere Flucht sei mit der russischen Seite ein Korridor bis in die Großstadt Saporischschja vereinbart. Darüber hinaus gebe es eine Vereinbarung über eine weitere Fluchtroute vom russisch besetzten Melitopol nach Saporischschja.

Moskau: USA wollen mit Warnungen von eigenen Problemen ablenken

11:55 Uhr: Russland bezeichnet Warnungen der USA vor einem russischen Einsatz von Chemie-Waffen in der Ukraine als taktisches Manöver. Es diene nur dazu, um die Aufmerksamkeit von für die USA unangenehmen Fragen abzulenken, sagt der Sprecher des Präsidialamtes in Moskau, Dmitri Peskow. Das Militär werde Präsident Wladimir Putin nun Vorschläge unterbreiten, wie Russland auf die Stärkung der Nato-Ostflanke reagieren solle, sagt er in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Zur Frage, ob Russland ukrainische Städte wie Mariupol wieder aufbauen werde, gebe es keine offizielle Stellungnahme, sagte Peskow.

Gazprom soll Plan für Rubel-Zahlungen ausarbeiten

11:36 Uhr: Der russische Präsident Wladimir Putin hat den Energieriesen Gazprom angewiesen, Zahlungen für seine Erdgasexporte in der Landeswährung Rubel zu akzeptieren. In den kommenden Tagen solle der Konzern herausfinden, wie dies geschehen könne, teilte der Kreml in Moskau mit. Sprecher Dmitri Peskow wies zugleich darauf hin, dass Novatek als Russlands größter Produzent von verflüssigtem Erdgas solche Anweisungen nicht erhalten habe.

Ukraine meldet vier Todesopfer in Charkiw

11:15 Uhr: Bei einem russischen Angriff auf eine medizinische Einrichtung in der ostukrainischen Großstadt Charkiw sind nach ukrainischen Angaben vier Menschen getötet worden. »Sieben Zivilisten wurden bei einem Bombardement mit Mehrfachraketenwerfern verletzt, vier davon starben an ihren Verletzungen«, erklärte die Polizei im Online-Dienst Telegram. Der Angriff am frühen Morgen habe »einem medizinischen Zentrum« im Süden von Charkiw gegolten.

Biden plant Rede in Warschau

10:45 Uhr: Vor dem Hintergrund des russischen Angriffs auf die Ukraine wird US-Präsident Joe Biden bei seiner zweitägigen Polen-Visite in Warschau eine Rede halten. Der Auftritt Bidens am Warschauer Königsschloss sei für den späten Samstagnachmittag zwischen 17 und 18 Uhr geplant, sagte ein Sprecher der US-Botschaft in Warschau der Deutschen Presse-Agentur.

Ab Montag: Keine Züge mehr zwischen Helsinki und St. Petersburg

10:30 Uhr: Die Zugverbindung zwischen der finnischen Hauptstadt Helsinki und der russischen Metropole St. Petersburg wird ab Anfang nächster Woche eingestellt. Der Allegro-Schnellzug fahre ab Montag vorerst nicht mehr, teilte das finnische Bahnunternehmen VR mit. Bislang habe man den Zugverkehr gemäß den Anweisungen der Behörden aufrechterhalten, um den Zugang finnischer Staatsbürger zu ihrem Heimatland zu sichern. Diejenigen, die Russland in Richtung Finnland verlassen wollten, hätten dazu in den vergangenen Wochen Zeit gehabt. Der letzte Zug aus St. Petersburg Richtung Finnland fährt somit am Sonntag.

Der Allegro legt die etwa 400 Kilometer lange Strecke zwischen Helsinki und St. Petersburg in gut dreieinhalb Stunden zurück. Er galt zuletzt als einzige größere öffentliche Verkehrsverbindung zwischen Russland und der EU, nachdem beide Seiten den Luftraum für die jeweils andere gesperrt hatten.

Ifo-Index bricht ein - »Firmen rechnen mit harten Zeiten«

10:20 Uhr: Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat sich nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine massiv eingetrübt. Das Barometer für das Geschäftsklima fiel im März auf 90,8 Punkte nach 98,5 Zählern im Februar, wie das Münchner Ifo-Institut zu seiner monatlichen Umfrage unter rund 9000 Managern mitteilte (Mehr dazu lesen Sie hier).

Bürgermeister von Boryspil ruft Bürger zur Flucht auf

09:45 Uhr: Der Bürgermeister von Boryspil, Wolodymyr Borysenko, ruft die Zivilisten zur Flucht aus der nahe dem internationalen Flughafen von Kiew gelegenen Stadt auf. Bislang hätten 20.000 Menschen Boryspil verlassen, sagt er im Fernsehen. Dass sich in den umliegenden Dörfern viele Zivilisten aufhielten, mache es den ukrainischen Truppen schwer, die russischen Einheiten aus dem Gebiet zu vertreiben. Der Flughafen Boryspil liegt rund 30 Kilometer östlich der Hauptstadt Kiew.

Polnischer Vizeaußenminister pocht auf mehr Sanktionen

09:11 Uhr: Der polnische Vizeaußenminister Szymon Szynkowski vel Sek hat die Forderung nach härteren Sanktionen gegen Russland bekräftigt und warnt den Westen vor einer »Politik der Angst«. »Wir fordern stärkere Sanktionen. (...) Und das erwarten wir auch von der deutschen Regierung«, sagte Szynkowski vel Sek im Deutschlandfunk vor dem Besuch von US-Präsident Joe Biden in Polen. Entscheidend in der jetzigen Phase des Konflikts sei außerdem mehr Unterstützung für die Ukraine - humanitär und auch mit Waffen.

Kiew: Seit Kriegsbeginn 135 Kinder getötet

08.30 Uhr: Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor rund einem Monat sind nach Angaben aus Kiew bereits 135 Kinder getötet worden. Mehr als 180 Kinder seien verletzt worden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft am Freitag mit. Die meisten Kinder und Jugendlichen seien in der Region Kiew sowie in den ostukrainischen Regionen Charkiw und Donezk ums Leben gekommen. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Am Donnerstag seien im Donezker Gebiet zwei Kinder im Alter von sechs und dreizehn Jahren durch Beschuss verletzt worden, hieß es. Im Gebiet Saporischschja seien am selben Tag drei Teenager durch eine Minenexplosion schwer verwundet worden.

Ukraine hat angeblich Städte bei Kiew zurückerobert

8.05 Uhr: Die ukrainischen Truppen haben nach britischen Angaben Städte und Verteidigungsstellungen bis zu 35 Kilometer östlich von Kiew zurückerobert. Dazu beigetragen habe, dass die russischen Truppen sich zurückfallen ließen, weil ihre Nachschublinien überdehnt seien, teilt das britische Verteidigungsministerium mit.

Brasilien gegen Ausschluss Russlands von den G20

07.40 Uhr: Brasilien lehnt einen Ausschluss Russlands aus dem G20-Format ab, den US-Präsident Joe Biden fordert. Seine Regierung sei »klar« gegen »Initiativen in verschiedenen internationalen Gremien«, Russland auszuschließen, sagte der brasilianische Außenminister Carlos França im Senat. »Das Wichtigste wäre im Moment, dass all diese Foren (G20, Welthandelsorganisation und Welternährungsorganisation) voll funktionsfähig sind«. Und dafür müssten »alle Länder, einschließlich Russland, anwesend sein«.

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat es bislang vermieden, den russischen Angriffskrieg in der Ukraine offen zu verurteilen. Brasiliens Landwirtschaft ist hochgradig von Importen russischer Düngermittel abhängig.

SPD-Politiker Roth für schnellere Waffenlieferungen an Ukraine

07.35 Uhr: Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Michael Roth, hat zu mehr Tempo bei den Waffenlieferungen an die Ukraine aufgerufen. »Wir müssen bei den Waffenlieferungen jetzt den Turbo einschalten«, sagte der SPD-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). »Es gilt nun alles zu tun, um die Wehrhaftigkeit und Verteidigungsfähigkeit der Ukraine nachhaltig zu stärken, um Putin in den Gesprächen zu einer diplomatischen Lösung zu bewegen.« Roth sagte, es gehe vorrangig um leicht bedienbare Waffensysteme zur Verteidigung, nach der die Ukraine immer wieder frage.

Minister Heil: Ukrainische Berufsabschlüsse schnell anerkennen

07.23 Uhr: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) dringt auf eine schnellere Anerkennung von Berufsabschlüssen, um Geflüchtete aus der Ukraine rasch in den Arbeitsmarkt integrieren zu können. »Es kommen vermutlich auch sehr viele sehr gut ausgebildete Menschen«, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Darunter seien auch Pflegekräfte, Ingenieure, Ärztinnen und Erzieherinnen. »Es ist wichtig, dass wir ukrainische Berufsabschlüsse schnell und unkompliziert anerkennen«, sagte Heil. »Da müssen wir erheblich besser und schneller werden.«

Medwedew behauptet, Sanktionen seien wirkungslos

06.46 Uhr: Die verhängten Sanktionen hätten keinerlei Auswirkungen auf die russische Regierung, sagte der ehemalige russische Präsident und Putin-Vertraute Dmitrij Medwedew in einem Interview mit der Nachrichtenagentur RIA. Es sei »töricht« zu glauben, die Sanktionen könnten etwas bewirken. Sie würden die russische Gesellschaft nur festigen und nicht zu Unmut in der Bevölkerung über die Behörden führen.

Ukraine meldet Attacken auf russische Kriegsschiffe

06.30 Uhr: Das russische Landungsschiff »Saratow« soll zerstört und die Landungsschiffe »Cäsar Kunikow« und »Nowotscherkassk« beschädigt worden sein: Die Ukraine hat im besetzten Hafen von Berdjansk nach eigenen Angaben Kriegsschiffe des Kremls attackiert. Zuvor hatte die ukrainische Marine mitgeteilt, sie habe den Truppentransporter »Orsk« zerstört.

Am Freitag geteilte Aufnahmen vom Hafen zeigten ein großes brennendes russisches Kriegsschiff. Andere Schiffe entfernten sich von dem Inferno. Weitere russische Verluste würden noch »geklärt«.

Die Marine hatte bereits am Donnerstag eine Nahaufnahme des Truppentransporters »Orsk« sowie zwei Fernaufnahmen, auf denen ein in Brand stehendes Schiff im Hafen von Berdjansk zu sehen ist, geteilt. Ob es sich dabei um die »Orsk« handelt, war nicht eindeutig erkennbar.

Strahlenschutz-Amt hat Kernwaffen-Szenario im Blick

05.31 Uhr: Das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat nach eigenen Angaben auch das Szenario eines russischen Atomwaffen-Einsatzes in der Ukraine im Blick. »Wir untersuchen alle möglichen Szenarien, und Kernwaffen sind natürlich auch ein mögliches radiologisches Szenario, auch wenn wir natürlich hoffen, dass es dazu niemals kommt«, sagte BfS-Präsidentin Inge Paulini der Nachrichtenagentur dpa.

Ihre Behörde sei seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine am 24. Februar »in Dauerbeobachtung« der Lage vor Ort, das Amt beobachte die Gefahr eines Austritts von radioaktiver Strahlung sehr genau. Einen solchen Austritt habe es aber in der Ukraine – trotz heftiger Kämpfe auch in der Nähe von Atomkraftwerken – bislang noch nicht gegeben.

Paulini sagte, dass bei einem Kernwaffen-Einsatz auch radioaktive Stoffe freigesetzt würden, die sich aber anders verhielten als die Stoffe, die bei einem AKW-Unfall austreten würden. Es gebe »einen grundsätzlichen Unterschied zwischen einem großen Reaktorunfall in der Ukraine oder einem Austritt von Radioaktivität über eine Kernwaffe«, so Paulini. Denn bei einem Atomwaffeneinsatz hätten die Stoffe eine andere Zusammensetzung und würden mehr »kurzlebige Radionuklide« enthalten. Das bedeutet, dass sie sehr wahrscheinlich schneller zerfallen.

Folglich wäre in Deutschland bei einem Atomwaffeneinsatz in der Ukraine die Strahlenbelastung laut Paulini voraussichtlich geringer als nach einem großen Unfall in einem ukrainischen AKW. »Vor Ort wären die Folgen je nach Szenario aber verheerend«, so Paulini.

Australien verhängt weitere Sanktionen gegen Russland und Belarus

04.58 Uhr: Australien verhängt weitere Sanktionen gegen Russland und Belarus. Die neuen Maßnahmen richteten sich direkt gegen den belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko und Mitglieder seiner Familie sowie gegen 22 »russische Propagandisten und Desinformationsaktivisten« im Zusammenhang mit Moskaus Krieg in der Ukraine, teilte das Außenministerium in Canberra mit. Damit erhöhe sich die Zahl der von Australien sanktionierten »kremlfreundlichen Propagandisten« auf 32.

Einen Monat nach Beginn der russischen Invasion in die Ukraine solle sichergestellt werden, dass diejenigen, die Russlands Angriff auf seinen Nachbarn unterstützten, »einen hohen Preis zahlen«, so Außenministerin Marise Payne. Die Regierung von Belarus unter Lukaschenko leiste weiter »strategische Unterstützung« für Russland und habe es den russischen Streitkräften unter anderem erlaubt, vor der Invasion wochenlang in ihrem Land zu trainieren und ballistische Raketen von Belarus aus in die Ukraine abzufeuern.

»Wir verhängen auch Sanktionen gegen seinen Sohn Viktor Lukaschenko, der zuvor hohe Positionen im Bereich der nationalen Sicherheit in der belarussischen Regierung innehatte, und seine Frau Galina Lukaschenko, die First Lady von Belarus«, so Payne. In enger Abstimmung mit den Partnern könnten weitere Sanktionen gegen beide Länder folgen, um die zu bestrafen, »die die Verantwortung tragen und an den Machthebeln sitzen«.

Kiew: Abzug einzelner russischer Verbände nach hohen Truppenverlusten

04.07 Uhr: Im Nordosten der Ukraine sollen sich nach Angaben der ukrainischen Streitkräfte russische Truppen nach hohen Verlusten teils zurückgezogen haben. Das teilte der ukrainische Generalstab in seinem Lagebericht mit. Demnach beobachte man den Rückzug bestimmter russischer Einheiten hinter die russische Grenze nach dem Verlust von mehr als der Hälfte des Personals.

In den Gebieten würden russische Einheiten weiter die zweitgrößte Stadt Charkiw und die Großstadt Sumy blockieren. Bei Isjum im Gebiet Charkiw bereiteten sich russische Truppen auf eine neue Offensive vor. Moskau gelinge es teilweise, die Landverbindung zwischen dem russischen Gebiet Rostow an der ukrainischen Grenze und der von Russland annektierten Halbinsel Krim zu halten.

Ukrainischen Angaben zufolge wurden in der Nacht zu Freitag zudem ukrainische Streitkräfte in der Region Dnipropetrowsk angegriffen. Russland habe zwei Raketenangriffe auf eine Militäreinheit am Rande der Stadt Dnipro ausgeführt, teilte eine lokale Behörde der Region auf Facebook mit. Die Gebäude der Einheit seien dabei »erheblich« beschädigt worden und zwei Brände ausgebrochen. Weitere Details etwa zu Opfern gab es zunächst nicht. Die Angaben sind nicht unabhängig zu prüfen.

London: Ukraine startet Angriffe in von Russland besetzten Gebieten

03.24 Uhr: Nach Ansicht britischer Geheimdienste haben die ukrainischen Streitkräfte damit begonnen, hochwertige Ziele in von Russland gehaltenen Gebieten anzugreifen. Darunter seien etwa ein Landungsschiff oder ein Munitionslager in der Stadt Berdjansk, heißt es in einem Update des britischen Verteidigungsministeriums unter Berufung auf Geheimdienstinformationen.

Der ukrainische Generalstab hatte mitgeteilt, bei einem Angriff auf den von russischen Einheiten eingenommenen Hafen der Stadt Berdjansk das Landungsschiff »Saratow« zerstört zu haben. Zwei weitere derartige Schiffe, »Caesar Kunikow« und »Novotscherkassk«, seien beschädigt worden. Die Angaben konnten nicht unabhängig geprüft werden.

Es sei wahrscheinlich, dass die ukrainischen Streitkräfte weiterhin auf logistische Vermögenswerte in von Russland kontrollierten Gebieten abzielten, hieß es in dem britischen Bericht weiter. Dies werde das russische Militär dazu zwingen, der Verteidigung seiner Versorgungskette Vorrang einzuräumen, und ihm die dringend benötigte Nachschubversorgung für Streitkräfte vorzuenthalten. Das werde die Fähigkeit russischer Truppen zur Durchführung von Offensivoperationen schmälern und der ohnehin schon schwindenden Moral weiter schaden.

EU-Gipfel beschließt Solidaritätsfonds für die Ukraine

02.46 Uhr: Die EU-Staaten haben zur finanziellen Unterstützung der Ukraine den Aufbau eines Solidaritätsfonds beschlossen. Das geht aus einer beim Gipfeltreffen in Brüssel veröffentlichten Erklärung der Staats- und Regierungschefs hervor.

In dem Text heißt es: »Angesichts der Zerstörungen und enormen Verluste, die der Ukraine durch die militärische Aggression Russlands entstanden sind, verpflichtet sich die Europäische Union, die ukrainische Regierung bei ihrem unmittelbaren Bedarf und nach Beendigung des russischen Angriffs beim Wiederaufbau einer demokratischen Ukraine zu unterstützen.«

Zur Beschaffung von Mitteln für den Fonds soll zu gegebener Zeit eine Geberkonferenz organisiert werden. Zudem sind internationale Partner eingeladen, sich bereits an der Entwicklung des Fonds zu beteiligen.

Ins Gespräch gebracht hatte den Solidaritätsfonds Ende vergangener Woche EU-Ratspräsident Charles Michel nach einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Als Grund wurde genannt, dass die Ukraine Zugang zu internationaler Liquidität benötige, um den Import von Gütern des täglichen Bedarfs und militärischer Ausrüstung zu finanzieren. Unter den derzeitigen Umständen sei das Land nicht in der Lage, Anleihen auf dem internationalen Finanzmarkt auszugeben. Auch private Investitionen würden abgezogen.

Der Fonds soll den Angaben zufolge zunächst das Funktionieren der Behörden sowie die Fortsetzung der Verteidigungsbemühungen gegen Russland und Nothilfe sicherstellen. Langfristig könnten dann massive Investitionen für den Wiederaufbau der Wirtschaft finanziert werden, um die Ukraine wirtschaftlich im Westen zu verankern.

IAEA »besorgt« über russischen Angriff auf Wohnort von Tschernobyl-Mitarbeitern

01.26 Uhr: Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat sich »besorgt« über einen russischen Angriff auf den Wohnort des Personals der Atomruine von Tschernobyl geäußert. Die Ukraine habe die IAEA darüber informiert, dass »russische Streitkräfte ukrainische Kontrollpunkte in der Stadt Slawutytsch beschossen haben«, teilte die Uno-Behörde am Donnerstag in Wien mit. In der Stadt leben »viele Menschen, die im nahe gelegenen Kernkraftwerk Tschernobyl arbeiten«.

IAEA-Chef Rafael Grossi zufolge passierte der Angriff »nur wenige Tage, nachdem das technische Personal des Kernkraftwerks Tschernobyl nach fast vierwöchiger Arbeit ohne Schichtwechsel endlich nach Slawutytsch gehen und sich dort ausruhen konnte«. Die Mitarbeiter durch den Beschuss »in Gefahr« gebracht worden.

Russland hatte am ersten Tag des Kriegs vor einem Monat die Kontrolle über das Gelände der Atomruine übernommen. Daraufhin hatten rund hundert ukrainische Techniker für rund vier Wochen ohne Ablösung den Betrieb aufrechterhalten müssen.

Die IAEA verwies zudem auf Waldbrände in der Nähe der Anlage in den vergangenen Tagen. Diese hätten allerdings »kein größeres radiologisches Problem« dargestellt.

Grossi kritisierte, dass trotz intensiver Bemühungen noch keine Einigung mit Moskau und Kiew über die Entsendung von IAEA-Personal zu den zahlreichen Nuklearanlagen in der Ukraine erzielt werden konnte.

Selenskyj fordert bei EU-Gipfel Energie-Sanktionen gegen Russland

01.05 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat beim EU-Gipfel erneut Energie-Sanktionen gegen Russland verlangt. Er drängte die europäischen Staats- und Regierungschefs nach Angaben eines EU-Mitarbeiters in einer Videoansprache dazu, den Druck auf Moskau weiter zu erhöhen. Sein Land kämpfe auch für die Freiheit der EU, so Selenskyj demnach in seiner gut zehnminütigen Rede.

Der ukrainische Staatschef hatte bereits mehrfach einen Einfuhrstopp für russisches Gas und Öl sowie Kohle von der EU verlangt. Polen und andere osteuropäische Länder dringen ebenfalls darauf. »Solange wir Energie von Russland kaufen, finanzieren wir den Krieg«, kritisierte auch die finnische Regierungschefin Sanna Marin in Brüssel.

Videoschalte mit Wolodymyr Selenskyj beim G7-Gipfel in Brüssel

Videoschalte mit Wolodymyr Selenskyj beim G7-Gipfel in Brüssel

Foto: Jesco Denzel / dpa

Deutschland gerät damit zunehmend unter Druck. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ist gegen ein Energieembargo, wie es die USA verhängt haben. Scholz hatte erst am Mittwoch im Bundestag gewarnt, ein solcher Schritt würde Deutschland »in die Rezession stürzen«.

In einer Videobotschaft dankte Selenskyj derweil den Bürgerinnen und Bürgern der Ukraine für ihren Widerstand.

Die ukrainischen Verteidiger hätten den Feind überall aufgehalten, sagte er. Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer, die alles für den Sieg der Ukraine und den Frieden täten, hätten Orden verdient. »Ich danke jedem und jeder von ihnen«, sagte Selenskyj.

Russland und Ukraine tauschen Kriegsgefangene aus

0.33 Uhr: Russland und die Ukraine haben nach Angaben beider Seiten Kriegsgefangene ausgetauscht. »Im Austausch für zehn gefangene Besatzer haben wir zehn unserer Soldaten zurückbekommen«, teilte die ukrainische Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk auf Facebook mit. Sie beschuldigte die russischen Streitkräfte außerdem, Zivilisten festzuhalten und zu foltern.

Es handelte sich nach Wereschtschuks Angaben um den »ersten echten Austausch von Kriegsgefangenen« seit Beginn des russischen Einmarsches vor einem Monat. Darüber hinaus wurden demnach elf russische zivile Seeleute, die von einem Schiff gerettet worden waren, das im Schwarzen Meer in der Nähe von Odessa gesunken war, nach Russland geschickt. Im Austausch seien 19 Seeleute, die von den Russen gefangen genommen worden waren, in die Ukraine zurückgekehrt.

Der Kreml bestätigte den Gefangenenaustausch am Abend, auch die Zahl der freigelassenen Kriegsgefangenen. Am Mittwoch hatte das russische Außenministerium bereits erklärt, dass seit Beginn der russischen Invasion zwei Austausche stattgefunden hätten – ohne da jedoch genauere Details zu nennen.

In einem am Abend veröffentlichten Video erklärte Wereschtschuk außerdem, dass die russischen Streitkräfte 14 ukrainische Beamte, meist Abgeordnete lokaler Parlamente oder Vertreter von Gemeinden, gefangen genommen hätten. Sie forderte deren Freilassung und sagte, dass die Gefangennahme von Zivilisten gegen das Völkerrecht verstoße.

Unter Berufung auf Zeugenaussagen von Ukrainern, die von den russischen Streitkräften freigelassen wurden, beschuldigte sie die russischen Soldaten zudem der Folter. Sie versprach, dass die Verantwortlichen sich vor der internationalen Justiz verantworten müssten. »Alle Mitglieder der russischen Armee, die diese Erklärung hören, müssen wissen, dass niemand ungestraft bleiben wird«, sagte sie.

Biden kündigt höhere Getreideexporte aus den USA und aus Kanada an

0.12 Uhr: Wegen der Lieferausfälle von Getreide nach der russischen Invasion der Ukraine wollen Kanada und die USA ihre Exporte erhöhen. Die befürchtete Nahrungsmittelknappheit weltweit werde »Wirklichkeit«, sagte US-Präsident Joe Biden nach den Gipfeln der Nato und G7-Staaten in Brüssel. Beide Länder hätten deshalb darüber gesprochen, wie sie die Ressourcen »schneller erhöhen und verteilen« könnten.

Der US-Präsident rief die anderen Länder auf, alle Beschränkungen für ihre Nahrungsmittelexporte auszusetzen. Die USA prüften zudem »umfangreiche Investitionen, um den Bedarf an humanitärer Hilfe, insbesondere an Nahrungsmittelhilfe, zu decken«.

Die Ukraine und Russland stehen für rund 30 Prozent der Getreide-Exporte weltweit. Wegen der Kämpfe und geschlossener Häfen in der Ukraine sowie aufgrund der Sanktionen gegen Russland sind die Lieferungen drastisch eingebrochen. Die größten Importeure von Getreide aus Russland und der Ukraine sind aber vor allem bevölkerungsreiche Länder wie Ägypten, Türkei, Bangladesch und Nigeria.

sol/bam/cop/als/asc/dpa/AFP/Reuters