Krieg in Osteuropa Russische Raketen beschädigen Hälfte des ukrainischen Stromnetzes

Die Angriffe der Kremltruppen haben das ukrainische Stromnetz anscheinend stärker zerstört als bisher bekannt war. Und: Moskau lässt das Silvesterfeuerwerk ausfallen. Das waren die News am Freitag.
Odessa im Blackout am 17. November

Odessa im Blackout am 17. November

Foto: OLEKSANDR GIMANOV / AFP
Das Wichtigste in Kürze
  • »Beinahe die Hälfte unseres Energiesystems ist ausgefallen«, hat der ukrainische Regierungschef Denys Schmyhal bekannt gegeben.

  • Dem ukrainischen Außenminister Kuleba zufolge sind ukrainische Experten an der Einschlagstelle einer Rakete in Polen.

  • Nach dem Rückzug der Truppen aus Teilen der Region Cherson baut Moskau seine Verteidigungsanlagen auch auf der annektierten Halbinsel Krim aus.

  • Im Kohle- und Stahlrevier Donbass im Osten der Ukraine liefern sich ukrainische und russische Truppen offenbar heftige Gefechte, der ukrainische Generalstab meldet Artillerie- und Panzerbeschuss.

  • Schweden sieht den Sabotageverdacht als Grund für die Explosionen an den beiden Nord-Stream-Gaspipelines in der Ostsee bestätigt.

Selenskyj: Heftige Kämpfe in Donezk gehen weiter

23.15 Uhr: Die schweren Kämpfe zwischen russischen und ukrainischen Truppen im ostukrainischen Gebiet Donezk dauern nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj an. Es gebe »weder eine Entspannung noch eine Atempause«, sagte Selenskyj am Freitagabend in seiner täglichen Videoansprache. Etwa 100 russische Angriffe seien am Vortag in der Region Donezk abgewehrt worden.

Die ukrainischen Truppen würden durch Grenzschutzeinheiten aus Charkiw und Sumy unterstützt. Eine Brigade der Nationalgarde kämpfe in Bachmut. »Wir werden dem Feind in keinem der Frontgebiete nachgeben«, sagte Selenskyj. »Wir reagieren überall, wir halten unsere Positionen überall.«

Trotz der heftigen Gefechte im Kohle- und Stahlrevier Donbass im Osten der Ukraine verändert sich der Frontverlauf derzeit kaum, wie aus den militärischen Lageberichten beider Seiten für Freitag hervorging. In den fast neun Monaten seit dem russischen Einmarsch am 24. Februar haben die russischen Kräfte nur geringe Geländegewinne erzielt.

Klitschko: Zukunft der Ukraine als Teil der europäischen Familie

23.01 Uhr: Der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko hat auf dem Deutschlandtag der Jungen Union den angestrebten EU-Beitritt seines Landes hervorgehoben. »Wir sehen unsere Zukunft als Teil der europäischen Familie«, sagte Klitschko in einer am Freitagabend bei der Veranstaltung in Fulda eingespielten Video-Grußbotschaft.

Zugleich erklärte er: »Das ist kein Krieg, das ist ein Genozid.« Russland versuche, die ukrainische Bevölkerung von der Wasser- und Stromversorgung abzuschneiden. Mehr als eineinhalb Millionen Einwohner in Kiew und mehr als zehn Millionen Menschen im ganzen Land seien bereits ohne Strom. »Putin will eine Ukraine ohne Ukrainer.« Besonders kritisch werde die Situation, wenn der Winter mit Temperaturen von bis zu minus 20 Grad Celsius komme.

Die Menschen wollten dennoch in der Ukraine bleiben. »Unser gemeinsames Ziel ist, Frieden wieder nach Europa zu bringen«, sagte Klitschko. Dafür seien Verteidigungswaffen nötig. Man verteidige nicht nur die Ukraine, sondern auch gemeinsame Werte. Klitschko schloss mit den Worten: »Gemeinsam sind wir zig mal stärker. Die Unterstützung für die Ukraine ist ein Schlüssel für den Frieden für Europa.«

Ukrainischer Rüstungskonzern will mit Nato-Staaten Waffen produzieren

21.41 Uhr: Der staatliche ukrainische Rüstungskonzern Ukroboronprom will gemeinsam mit mindestens sechs Nato-Mitgliedstaaten schwere Waffen und militärische Ausrüstung produzieren. Mit Polen, Frankreich, Dänemark, Tschechien und einigen anderen Staaten seien Abkommen geschlossen worden, teilte der Konzern auf seiner Webseite mit. Um welche weiteren Länder es sich handelt, wurde nicht bekannt gegeben.

Es würden gemeinsame Rüstungsunternehmen gegründet und Produktionslinien für Munition gebaut, hieß es weiter. Außerdem sollen dem ukrainischen Konzern zufolge gemeinsam Panzerfahrzeuge und Mehrfachraketen produziert und neue High-Tech-Waffen entwickelt werden. Zu diesem Zweck würden bestehende Fabriken genutzt sowie auch neue Einrichtungen an sicheren Orten geschaffen.

Ukrainischer Botschafter bedankt sich für deutsche Solidarität

20.33 Uhr: Der Botschafter der Ukraine, Oleksij Makejew, hat sich für die Unterstützung und Solidarität aus Deutschland für sein Land während des russischen Angriffskriegs ausdrücklich bedankt. Er spüre, dass die Herzen in Deutschland auch blau-gelb schlagen, sagte Makeiev auf dem Deutschlandtag der Jungen Union (JU) in Fulda.

Botschafter Oleksij Makejew mit dem scheidenden JU-Bundesvorsitzenden Tilman Kuban

Botschafter Oleksij Makejew mit dem scheidenden JU-Bundesvorsitzenden Tilman Kuban

Foto: Boris Roessler / dpa

Seit Ausbruch des Krieges sei viel von der deutschen Führung gemacht worden. Die deutschen Waffenlieferungen würden eine entscheidende Rolle für den Sieg in dem Krieg spielen und buchstäblich Leben retten.

Das Ziel sei, die Ukraine wieder aufzubauen, zu modernisieren und als Mitglied der EU und der Nato Teil der europäischen Familie zu sein, erklärte der Botschafter und appellierte indirekt für weitere Waffenlieferungen aus Deutschland.

Selenskyj fordert weitere Sanktionen gegen Russland

20.21 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat angesichts der massiv verstärkten Raketenangriffe Russlands auf die Ukraine neue Sanktionen des Westens gefordert. »Wir brauchen ein neues europäisches Sanktionspaket«, sagte Selenskyj am Freitag in einer an die irische Universitätsgemeinschaft gerichteten Videobotschaft. Die russische Aggression höre ebenso wie die russischen Lügen nicht auf. »Deshalb sollte der internationale Druck auf Russland nicht einen einzigen Tag lang nachlassen«, sagte der Staatschef.

Selenskyj warf Moskau vor, gegen die Abschlusserklärung des G20-Gipfels auf der indonesischen Insel Bali in zahlreichen Punkten zu verstoßen. In der Erklärung werde die Bedeutung des internationalen Rechts und ein multilaterales Systems als Garant von Frieden und Stabilität betont.

Russland aber fahre fort, die internationalen Beziehungen zu zerstören und gebe gleichzeitig vor, gemeinsam mit allen anderen gegen diese Destabilisierung zu kämpfen. Moskau mobilisiere alle Ressourcen, um der »größte Terrorstaat der Geschichte« zu werden, so Selenskyj.

Hunderte in Cherson festgenommen oder vermisst

19.52 Uhr: Hunderte Menschen in der Region Cherson wurden während der russischen Besatzung festgenommen oder sind verschwunden. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung der amerikanischen Universität Yale, die vom US-Außenministerium gefördert wurde. Zudem sind nach den Erkenntnissen der Yale-Spezialisten Dutzende Menschen vermutlich gefoltert worden.

Die Nachrichtenagentur Reuters konnte nach eigenen Angaben den Untersuchungsbericht einsehen. Demnach sind 226 Festnahmen und Vermisstenanzeigen zwischen März und Oktober dokumentiert.

Behörde: 30 Prozent des ukrainischen Territoriums vermint

18.37 Uhr: Rund 30 Prozent des Territoriums der Ukraine sind infolge des russischen Angriffskrieges nach Kiewer Angaben vermint. Das entspreche etwa der doppelten Größe Österreichs, teilte der Staatliche Notfalldienst auf seiner Homepage mit. Die Fläche und die Zahl der Minen auf ukrainischem Territorium habe sich im Vergleich zurzeit vor dem Krieg verzehnfacht.

Schon seit dem 2014 ausgebrochenen Konflikt zwischen ukrainischen Regierungstruppen und den von Russland unterstützten Separatisten wurden in der Ostukraine Landminen eingesetzt.

Minenräumer in Region Cherson

Minenräumer in Region Cherson

Foto: IMAGO/Nina Liashonok / IMAGO/Ukrinform

In den Regionen Cherson und Mykolajiw werde die Räumung von Sprengkörpern fortgesetzt, hieß es weiter. Mehr als 8000 Quadratkilometer sollen entmint werden. Er hoffe, dass in den nächsten Tagen die Stromversorgung in den zurückeroberten Gebieten wiederhergestellt werde, sagte der Vorsitzende des Notfalldienstes, Serhij Kryk. Es werde mehrere Monate dauern, bis die Infrastruktur im Gebiet Cherson wiederhergestellt sei.

Selenskyj dankt Erdoğan wegen Getreideabkommen

18.24 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdoğan in einem Telefonat über das Getreideabkommen und dankte der Türkei für ihre Unterstützung. Auch Kremlchef Wladimir Putin telefonierte mit Erdoğan.

Die Ukraine werde ein »Garant für Ernährungsstabilität«, versicherte Selenskyj bei Twitter. Er habe mit Erdoğan auch über Sicherheitsfragen und die Zusammenarbeit im Energiebereich gesprochen.

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Polen verwehrt Russland Zugang zum OSZE-Gipfel

18.15 Uhr: Polen untersagt der russischen Delegation den Zutritt zum bevorstehenden OSZE-Gipfel. Außenamtssprecher Lukasz Jasina bestätigte, dass Moskau der Zugang zu dem Dezembertreffen der OSZE in Zentralpolen verwehrt werde. Das Jahrestreffen der 57 Außenminister der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, bei dem Polen die Präsidentschaft innehat, soll am 1. und 2. Dezember in Lodz stattfinden.

Als er nach der Anwesenheit des russischen Außenministers Sergej Lawrow bei dem Treffen gefragt wurde, antwortete Jasina: »Wir erwarten keinen Besuch von Minister Lawrow in Lodz.« Angesichts des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine hatten Polen und die drei Baltenrepubliken entschieden, Russen nur noch unter Beschränkungen ins Land zu lassen, auch wenn diese mit Visa ausgestattet sind.

Finnlands Grenzzaun zu Russland soll 200 Kilometer lang werden

18.06 Uhr: Finnland hat einen konkreten Plan für den Bau eines Zauns an der Grenze zu Russland vorgestellt: Etwa 200 Kilometer der 1300 Kilometer langen Grenze sollen dem Grenzschutz zufolge für 380 Millionen Euro mit einem Zaun versehen werden, sagte Brigadegeneral Jari Tolppanen vom finnischen Grenzschutz der Nachrichtenagentur AFP. Der Zaun soll demnach über drei Meter hoch und mit Stacheldraht bestückt sein. Besonders sensible Bereiche sollen mit Nachtsichtkameras, Scheinwerfern und Lautsprechern ausgestattet werden, sagte Projektleiter Ismo Kurki laut der AFP auf einer Pressekonferenz. Mit einer Fertigstellung wird bis 2026 gerechnet.

Bisher werden Finnlands Grenzen hauptsächlich von leichten Holzzäunen gesichert, die vor allem Vieh davon abhalten sollen, auf die falsche Seite zu wandern.

Moskau lässt Silvesterfeuerwerk ausfallen

17.30 Uhr: Die Moskauer Stadtverwaltung will wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine die anstehenden Silvesterfeiern bescheidener gestalten als in den vergangenen Jahren. »Wir halten es in diesem Jahr für sinnvoll, auf die Ausrichtung von Feuerwerken und großen Straßenkonzerten zu verzichten«, teilte der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin auf Telegram mit. Die Stadt werde aber dennoch festlich geschmückt, versprach er.

Die Stadtverwaltung hatte zuvor online darüber abstimmen lassen, ob die Silvesterfeiern trotz Kriegs abgehalten werden sollten. Dabei hätten 300.000 Moskauer ihre Stimme abgegeben und 80 Prozent für die Feierlichkeiten votiert. Doch etwas mehr als die Hälfte der Befragten habe sich dafür ausgesprochen, den Umfang einzuschränken und auf große Konzerte zu verzichten.

Russische Raketen beschädigen Hälfte des ukrainischen Stromnetzes

16.40 Uhr: Russische Raketenangriffe haben das ukrainische Stromnetz anscheinend noch stärker beschädigt als bisher bekannt. »Beinahe die Hälfte unseres Energiesystems ist ausgefallen«, sagte Regierungschef Denys Schmyhal der Nachrichtenagentur Unian zufolge. Die Ukraine benötige daher zusätzliche Unterstützung von der Europäischen Union im Energiebereich, auch finanziell.

Russland attackiert seit Oktober zunehmend den ukrainischen Energiesektor. Selbst in der Hauptstadt Kiew mit rund drei Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern gibt es in vielen Stadtteilen nur stundenweise Strom.

DER SPIEGEL

Putin und Erdoğan telefonieren zu Getreideabkommen

15.33 Uhr: Einen Tag nach Verlängerung einer Vereinbarung über ukrainische Getreideexporte haben die Präsidenten Russlands und der Türkei miteinander telefoniert. Dabei sprachen sich Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdoğan nach Kreml-Angaben dafür aus, das Abkommen vollständig und im Paket umzusetzen. Moskau versteht darunter, dass nicht nur die Ukraine Getreide ausführen kann, sondern dass auch russische Exporte von Getreide und Dünger erleichtert werden.

Den Angaben vom Freitag nach sprachen die Staatschefs auch über bilaterale wirtschaftliche Projekte. »Besondere Aufmerksamkeit wird den Aussichten auf die Umsetzung der vom russischen Präsidenten im Oktober gestarteten und von Recep Tayyip Erdoğan unterstützten Initiative zur Schaffung eines großen Gashubs in der Türkei gewidmet«, so der Kreml.

Die Vereinten Nationen und die Türkei hatten im Juli erreicht, dass Russland die Seeblockade ukrainischer Schwarzmeer-Häfen speziell für Getreideexporte aufhebt. Die Ukraine ist ein wichtiger Lieferant für die weltweite Versorgung mit Lebensmitteln. Zwischenzeitlich setzte Russland das Abkommen zwar für einige Tage aus und drohte mit einer Nichtverlängerung. Die Uno und die Türkei teilten aber am Donnerstag mit, dass das Abkommen über den 19. November hinaus um 120 Tage verlängert worden sei.

Ukrainische Experten wohl bereits an Einschlagstelle in Polen

14.05 Uhr: Dem ukrainischen Außenminister Dmytro Kuleba zufolge sind ukrainische Experten an der Einschlagstelle einer Rakete in Polen. Die Ukraine kooperiere offen und konstruktiv, schreibt er auf Twitter.

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Bei dem Vorfall am Dienstag waren zwei Menschen ums Leben gekommen. Die polnische Regierung sowie westliche Staaten gehen davon aus, dass es sich um eine ukrainische Abwehrrakete gehandelt habe, die vom Kurs abgekommen sei.

G7-Innenminister werfen Russland »grausamste Verbrechen« vor

Innenministerin Nancy Faeser (Mitte) mit ihrer britischen Amtskollegin Suella Braverman im Kloster Eberbach

Innenministerin Nancy Faeser (Mitte) mit ihrer britischen Amtskollegin Suella Braverman im Kloster Eberbach

Foto: Heiko Becker / REUTERS

13.20 Uhr: Die Innenministerinnen und -minister der G7-Staaten haben einen sofortigen Stopp der russischen Angriffe auf die Ukraine gefordert und ihre Unterstützung für die Strafverfolgung der Verantwortlichen bekräftigt. »Nach wie vor erreichen uns täglich Bilder grausamster Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung und der Zerstörung ziviler Infrastruktur in der Ukraine«, sagte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) zum Abschluss der Ministerberatungen im hessischen Kloster Eberbach. »Das muss aufhören, Putin muss diesen brutalen Krieg beenden.«

Die Innenministerinnen und -minister tauschten sich nach Faesers Angaben »intensiv« darüber aus, »wie wir die Aufklärung von Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit weiter vorantreiben – damit die Kriegsverbrecher sich eines Tages vor Gerichten verantworten müssen«. Die G7-Gruppe habe zudem verabredet, ihre Unterstützung für Polizeikräfte und Strafverfolgungsbehörden der Ukraine fortzusetzen sowie entschlossen gegen russische Desinformationskampagnen vorgehen zu wollen. »Wir haben verabreden, uns hierzu enger zu vernetzen und gute Ideen der anderen Partner zu übernehmen«, sagte Faser.

Panzerhaubitzen wegen Ersatzteilmangels außer Gefecht

13.14 Uhr: 14 deutsche Panzerhaubitzen wurden an die Ukraine geliefert, nun tauchen unerwartete Probleme auf: Nach SPIEGEL-Informationen gibt es einen eklatanten Mangel an Ersatzteilen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Deutsche Gasspeicher weiter zu fast 100 Prozent gefüllt

13.04 Uhr: In Teilen Deutschlands liegen die Temperaturen derzeit nur knapp über dem Gefrierpunkt – der Gasverbrauch dürfte damit deutlich ansteigen. Bislang sind die deutschen Gasspeicher allerdings weiter gut gefüllt. Am Freitag meldete der europäische Gasspeicherverband GIE einen Füllstand von 99,98 Prozent.

Unter anderem die milden Außentemperaturen haben im Herbst für einen deutlich sinkenden Gasverbrauch in Deutschland gesorgt. Die Befüllung der Speicher wurde dadurch begünstigt. Insgesamt lag der Gasverbrauch im Oktober laut Bundesnetzagentur rund 33 Prozent unter dem durchschnittlichen Verbrauch der Jahre 2018 bis 2021.

In den deutschen Gasspeichern lagerten am Morgen 245,4 Terawattstunden Erdgas. Zum Vergleich: Im Januar und Februar 2022 wurden laut Bundesnetzagentur in Deutschland insgesamt knapp 227 Terawattstunden Erdgas verbraucht.

Spionage für Russland: Gericht verhängt Bewährungsstrafe gegen Bundeswehrsoldaten

12.31 Uhr: Ein 66-jähriger Ex-Reserveoffizier soll jahrelang Informationen an Russland weitergegeben haben – über Reservisten, EU-Sanktionen und den Cyberbereich. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht verurteilte den 66-Jährigen am Freitag zu einem Jahr und neun Monaten Haft auf Bewährung. Lesen Sie hier mehr dazu.

Militärexperten über Russlands Aggression: »Ich sehe keine Zukunft für Putin«

12.05 Uhr: Wie gefährlich ist Russland – auch für Europa? Und wie ist die Lage in der Ukraine? Militärexperte Oberst Andreas Jödecke gab bei einer digitalen SPIEGEL-Veranstaltung mit Abonnentinnen und Abonnenten Antworten:

DER SPIEGEL

Russland bestätigt Ausbau der Verteidigungsanlagen

11.55 Uhr: Nach dem Rückzug der russischen Truppen aus Teilen der ukrainischen Region Cherson baut Moskau seine Verteidigungsanlagen auf der angrenzenden Halbinsel Krim aus. Mit den Befestigungsarbeiten solle »die Sicherheit der Krim-Bewohner garantiert« werden, sagte der von Moskau eingesetzte Besatzungschef der 2014 annektierten ukrainischen Halbinsel, Sergej Aksjonow. Die Sicherheit der Krim müsse jedoch »hauptsächlich durch Maßnahmen auf dem Territorium« der Region Cherson gewährleistet werden.

Seit der Annexion der Krim 2014 betrachtet Moskau die Halbinsel als russisches Staatsgebiet, international wird dies nicht anerkannt. Vergangene Woche hatten sich die russischen Truppen aus Teilen der Region Cherson zurückgezogen, was es den ukrainischen Streitkräften ermöglichte, ihre Geschütze näher an der Krim in Stellung zu bringen.

Ukraine meldet heftige Gefechte im Donbass

11 Uhr: Im Kohle- und Stahlrevier Donbass im Osten der Ukraine liefern sich ukrainische und russische Truppen offenbar heftige Gefechte. Der ukrainische Generalstab meldet Artillerie- und Panzerbeschuss auf Dörfer wie Wodjane, Krasnohoriwka und Marjinka bei der Stadt Awdijiwka. Die Kiewer Angaben waren nicht unabhängig überprüfbar, deckten sich in diesem Fall aber mit Berichten russischer Militärblogger.

Das von der Ukraine kontrollierte Awdijiwka liegt wenige Kilometer nördlich von Donezk. Weil dort schon seit 2014 die Front zwischen ukrainischen Kräften und den moskautreuen Milizen verläuft, sind die Stellungen der Ukraine gut ausgebaut. In den fast neun Monaten seit dem russischen Einmarsch am 24. Februar haben die russischen Kräfte nur geringe Geländegewinne erzielt. Zuletzt wurde nach russischen Angaben des Dorf Opytne erobert.

Weiterer Schwerpunkt der Gefechte ist laut Lagebericht des ukrainischen Generalstabs die Region um die Stadt Bachmut. Dort seien ukrainische Stellungen mit Panzern, Minenwerfern, Rohr- und Raketenartillerie beschossen worden. Auch hier ist der Frontverlauf seit Monaten praktisch unverändert.

Litauen hilft Ukraine bei Wiederaufbau von Energieinfrastruktur

10.50 Uhr: Litauen unterstützt die von Russland angegriffene Ukraine mit Anlagen und Ausrüstung beim Wiederaufbau von zerstörter Energieinfrastruktur. Nach Angaben des Energieministeriums in Vilnius wurden von Firmen und Organisationen des litauischen Energiesektors seit Kriegsbeginn am 24. Februar bisher Sachmittel im Wert von drei Millionen Euro an Kiew übergeben. Darunter seien Stromgeneratoren, Kraftstoff und Transformatoren sowie Ausrüstungen für die Reparatur von Umspannwerken und Gasleitungen gewesen. Weitere Unterstützung im Wert von zwei Millionen Euro soll in Kürze folgen, teilte das Ministerium des baltischen EU- und Nato-Landes am Freitag mit.

»Russland zerstört absichtlich die Energieinfrastruktur der Ukraine. Nach unserem Kenntnisstand sind 40 Prozent der Infrastruktur beschädigt – das sind mehr als 400 kritische Objekte in der ganzen Ukraine«, sagte Energieminister Dainius Kreivys. Litauen sei eines der wenigen Länder, in denen noch Anlagen sowjetischer Bauart vorhanden seien, die im ukrainischen Energiesektor verwendet würden.

Moskau signalisiert Interesse an Gefangenenaustausch im Fall Griner

9.48 Uhr: Die zweifache Basketball-Olympiasiegerin Brittney Griner wurde in Russland mit Cannabisöl erwischt und musste dafür in eine Strafkolonie. Jetzt bietet Moskau einen Austausch an – gegen einen berüchtigten Kriminellen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Schweden spricht von Sabotage als Grund für Nord-Stream-Explosionen

9.44 Uhr: Schweden sieht den Sabotageverdacht als Grund für die Explosionen an den beiden Nord-Stream-Gaspipelines in der Ostsee bestätigt. An den Leitungen seien Reste von Sprengstoff gefunden worden, teilte die Staatsanwaltschaft in Stockholm mit.

An den nach Deutschland verlaufenden Röhren waren Ende September in dänischen und schwedischen Gewässern vier Lecks festgestellt worden. Bereits kurz danach wurde weitgehend Sabotage als Grund angenommen.

Durch die Pipeline Nord Stream 1 hatte Russland bis zum Lieferstopp Gas aus Sibirien nach Deutschland und in weitere europäische Länder gepumpt. Nord Stream 2 wurde wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine nie in Betrieb genommen.

Moskau bereitet sich offenbar auf weitere ukrainische Durchbrüche vor

9.22 Uhr: Nach dem Rückzug aus dem Gebiet westlich des Flusses Dnjepr  konzentrieren sich die russischen Streitkräfte nach Ansicht britischer Geheimdienstexperten weiter auf Umrüstung, Neuorganisation und die Vorbereitung von Verteidigungsanlagen. So seien demnach neue Grabensysteme nahe der von Russland bereits seit 2014 besetzten Schwarzmeer-Halbinsel Krim sowie zwischen den Gebieten Donezk und Luhansk errichtet worden.

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»Einige dieser Standorte liegen bis zu 60 Kilometer hinter der aktuellen Frontlinie, was darauf hindeutet, dass die russischen Planer Vorbereitungen für den Fall weiterer größerer ukrainischer Durchbrüche treffen«, heißt es in dem täglichen Geheimdienst-Update des Verteidigungsministeriums.

Es sei zudem wahrscheinlich, dass Moskau versuchen werde, einen Teil der aus Cherson zurückgezogenen Kräfte zu verlegen, um die Offensiven nahe der Stadt Bachmut in der Oblast Donezk zu auszuweiten.

Macron beim Apec-Gipfel: Ukrainekrieg »ist auch Ihr Problem«

8.30 Uhr: Der französische Präsident Emmanuel Macron hat die Länder der Asien-Pazifik-Region aufgefordert, sich dem »wachsenden Konsens« gegen den russischen Angriffskrieg anzuschließen. »Dieser Krieg ist auch Ihr Problem«, sagte Macron bei einer Rede auf dem Asien-Pazifik-Gipfel (Apec) in der thailändischen Hauptstadt Bangkok. Macron ist als Ehrengast zu dem Spitzentreffen geladen.

Frankreichs oberste Priorität sei es, zum Frieden in der Ukraine beizutragen und zu versuchen, »eine globale Dynamik zu entwickeln, um Druck auf Russland auszuüben«, sagte Macron. Frankreich wolle dabei eng mit China, Indien und der gesamten Region zusammenarbeiten. Asiatische Länder wie China, Indien, Vietnam oder Kambodscha tragen die Sanktionen gegen Russland bislang nicht mit.

Der Apec gehören 21 Staaten beiderseits des Pazifiks an. In ihnen leben weit mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung.

Papst bietet Vatikan als Vermittler zwischen Kriegsparteien an

8.00 Uhr: Papst Franziskus bietet den Vatikan als Vermittler im Ukrainekrieg an. In einem Interview der italienischen Zeitung »La Stampa« ruft das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche Russland und die Ukraine auf, den Konflikt zu beenden. Auf die Frage, ob er eine Aussöhnung zwischen den beiden Ländern für möglich halte, fordert der Papst alle auf, darin nicht aufzugeben. »Aber alle müssen sich dazu verpflichten, die Herzen zu entmilitarisieren und dabei mit dem eigenen beginnen, und dann die Gewalt zu entschärfen und zu entwaffnen. Wir müssen alle Pazifisten sein. Den Frieden wollen, nicht nur einen Waffenstillstand, der nur der Aufrüstung dienen kann. Echten Frieden, der die Frucht des Dialogs ist.«

sak/fek/kko/kfr/dpa/Reuters/AFP
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