Die News zum Krieg in Osteuropa am Freitag Russische Armee meldet »vollständige Befreiung« des Asow-Stahlwerks

Nach russischen Angaben haben sich alle Kämpfer in der Hafenstadt Mariupol ergeben. Und: Italien schlägt Schritte für einen dauerhaften Frieden vor. Das war der Überblick am 20. Mai.
Das Asow-Stahlwerk am 5. Mai: Das russische Militär meldet am Freitag die »vollständige Befreiung« des Werks

Das Asow-Stahlwerk am 5. Mai: Das russische Militär meldet am Freitag die »vollständige Befreiung« des Werks

Foto: Uncredited / dpa
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Ukraine erhält im Juli die ersten 15 Flugabwehrkanonenpanzer Gepard aus Beständen der deutschen Industrie.

  • Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder will den Aufsichtsrat beim russischen Ölkonzern Rosneft verlassen.

  • Das ukrainische Militär hat die verbleibenden Kämpfer des Asow-Regiments im Mariupoler Stahlwerk laut dessen Anführer angewiesen, die Verteidigung der Stadt aufzugeben.

  • Die »New York Times« dokumentiert Hinrichtungen in Butscha.

  • Das deutsche Verteidigungsministerium bringt den Ringtausch mit Leopard-2-Panzern voran. Tschechien beabsichtigt die Abgabe von 20 Kampfpanzern des Typs T-72 aus eigenen Beständen an die Ukraine – dafür soll Tschechien als Ersatz noch in diesem Jahr 14 Leopard 2 A4 Kampfpanzer und einen Bergepanzer auf Leopard 2 Basis erhalten.

  • Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Lage im Donbass als »Hölle« bezeichnet. Die Armee arbeite weiter an der Befreiung der Region Charkiw – Russland halte mit Angriffen dagegen.

  • Die russische Armee hat die »vollständige Befreiung« des Asow-Stahlwerks gemeldet. Alle Kämpfer hätten sich ergeben, die gesamte Stadt sei unter russischer Kontrolle. Zuvor hatte die Ukraine noch ein Video veröffentlicht, in dem Soldaten weiter im Gebäude ausharren.

Selenskyj will Fonds für Entschädigung nach russischen Angriffen

23.51 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat einen Fonds ins Gespräch gebracht für Entschädigungszahlungen an Länder, die etwa unter russischen Angriffen leiden. Gemeinsam mit anderen Partnerländern müsse ein Mechanismus entwickelt werden, »damit jeder, der unter Russlands Handeln gelitten hat, eine Entschädigung für alle Verluste erhalten kann«, sagte das Staatsoberhaupt in einer Videoansprache . Das könne in einem »multilateralen Abkommen« geregelt werden.

Selenskyj schlug vor, russisches Kapital und Eigentum im Ausland einzufrieren oder zu beschlagnahmen und diesem neuen Fonds zuzuführen. »Das wäre gerecht«, meinte Selenskyj. Russland würde so das »wahre Gewicht jeder Rakete, jeder Bombe, jedes Projektils zu spüren bekommen, das es auf uns abgefeuert hat«.

Chodorkowski und Kasparow in Russland als »ausländische Agenten« eingestuft

21.51 Uhr: Russland hat den Kremlkritiker Michail Chodorkowski und den früheren Schach-Weltmeister Garri Kasparow als »ausländische Agenten« eingestuft. Sie seien auf die entsprechende Liste des Justizministeriums in Moskau gesetzt worden, meldete die Staatsagentur Tass. Beide seien an politischen Aktivitäten beteiligt und dabei von der Ukraine und den USA finanziert worden, so die Begründung.

Russische Armee meldet »vollständige Befreiung« des Asow-Stahlwerks

21.03 Uhr: In der ukrainischen Hafenstadt Mariupol haben sich nach russischen Angaben nun alle Kämpfer in dem belagerten Stahlwerk Azovstal ergeben. Die Industriezone sei damit vollständig unter russischer Kontrolle, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Es seien insgesamt 2439 ukrainische Soldaten seit dem 16. Mai in russische Gefangenschaft gekommen.

Selenskyj wirft Russland Beschuss eines Kulturzentrums im Osten des Landes vor

20.11 Uhr: »Die Besatzer haben Kultur, Bildung und Humanität als ihre Feinde gewählt«: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den russischen Truppen den Beschuss eines Kulturzentrums im Osten des Landes vorgeworfen und Moskau dafür scharf angegriffen. Bei dem Angriff in der Stadt Losowa seien sieben Menschen verletzt worden, darunter ein Kind, erklärte Selenskyj im Messenger-Dienst Telegram. Das Zentrum in der etwa 150 Kilometer südlich von Charkiw gelegenen Stadt sei erst kürzlich wiedereröffnet worden. Die Angaben konnten nicht von unabhängiger Seite überprüft werden.

Russlands »Wunderwaffe«?

19.32 Uhr: Russland versucht in Kriegszeiten mit einer neuen Laserwaffe Eindruck zu machen. Doch Experten vergleichen das Gerät mit einer besseren Mikrowelle. Insgesamt hat die Technik einen entscheidenden Nachteil. Lesen Sie hier, was hinter Russlands Ankündigung von Laserwaffen steckt.

Deutschland und Katar beschließen Energiepartnerschaft

Unterzeichnen eine Absichtserklärung für eine tiefere Zusammenarbeit: der Energieminister von Katar, Saad Sherida Al-Kaabi, und Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne)

Unterzeichnen eine Absichtserklärung für eine tiefere Zusammenarbeit: der Energieminister von Katar, Saad Sherida Al-Kaabi, und Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne)

Foto: MICHELE TANTUSSI / REUTERS

19.20 Uhr: Im Ringen um mehr Unabhängigkeit von russischem Gas hat die Bundesregierung eine Energiepartnerschaft mit Katar geschlossen. Der Energieminister des Landes, Saad Sherida Al-Kaabi, und Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) unterzeichneten in Berlin eine Absichtserklärung für eine tiefere Zusammenarbeit. Lesen Sie hier die ausführliche Meldung.

Italien legt Plan für Ende des Kriegs vor

18.58 Uhr: Italien hat bei der Uno einen Plan vorgelegt, wie der Ukrainekrieg möglicherweise beendet werden könnte. Der Vorschlag sehe unter anderem die Bildung einer internationalen Vermittlungsgruppe mit Vertretern der Uno, der EU und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) vor, sagte der italienische Außenminister Luigi Di Maio.

Ziel sei es, »Schritt für Schritt« vorzugehen, um am Ende »einen dauerhaften Frieden mit einem echten Friedensabkommen« zu erreichen, sagte Di Maio. So könne beispielsweise mit örtlich begrenzten Waffenstillständen, der Evakuierung von Zivilisten und sicheren Fluchtkorridoren begonnen werden.

Die Einzelheiten des Plans wurden nicht veröffentlicht, laut der italienischen Tageszeitung »La Repubblica« sieht das Dokument jedoch vier Schritte vor: einen Waffenstillstand in der Ukraine und die Demilitarisierung der Front unter Uno-Aufsicht, Verhandlungen über den Status der Ukraine, ein bilaterales Abkommen zwischen Kiew und Moskau über die Krim und den Donbass sowie ein multilaterales Abkommen über Frieden und Sicherheit in Europa.

Die Ukraine würde nach dem italienischen Vorschlag den Angaben zufolge zwar der EU, nicht aber der Nato beitreten. Die umstrittenen Gebiete Krim und Donbass hätten »volle Autonomie«, stünden aber unter ukrainischer Souveränität.

OSZE schickt Menschenrechtsbeobachter in die Ukraine

18.26 Uhr: Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) intensiviert ihre Untersuchung von Menschenrechtsverletzungen im Zuge des russischen Angriffskriegs in der Ukraine. Dabei stehen die Zivilbevölkerung und Kriegsgefangene im Fokus. Angriffe auf Zivilisten, Tötungen, Verschleppungen und Folter seien die dringlichsten Themen, teilte  das OSZE-Büro für Demokratie und Menschenrechte (ODIHR) mit. Beobachter wurden in das Land entsandt, um Zeugen und Überlebende zu befragen. Bis zur Erstellung eines Berichtes werde es wohl Monate dauern.

Ukraine meldet drei Tote nach Angriff auf Schule in Sjewjerodonezk

17.49 Uhr: Russische Truppen sollen nach ukrainischen Angaben eine Schule in Sjewjerodonezk westlich von Luhansk beschossen haben. Menschen hätten sich darin versteckt, sagte der Gouverneur der Oblast Luhansk, Serhiy Haidai. Das berichtete der ukrainische Internetsender Hromadske. Demnach seien drei Erwachsene gestorben. Die Angaben konnten nicht unabhängig geprüft werden.

Justiz beschuldigt russische Rocklegende der Diskreditierung der Armee

17.39 Uhr: Der russische Rockstar Juri Schewtschuk muss sich wegen des Vorwurfs der Diskreditierung der russischen Armee vor Gericht verantworten. Dem Musiker wird vorgeworfen, bei einem Konzert die Offensive gegen die Ukraine und Präsident Wladimir Putin verurteilt zu haben, wie ein Gericht in Ufa der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti mitteilte. Der Vorgang wurde an ein Gericht in St. Petersburg weitergeleitet, dem Wohnort des 65-Jährigen.

Der Sänger sagte vor seinem Publikum in Ufa laut online verbreiteten Videos, dass »Vaterland nicht bedeutet, dem Präsidenten ständig in den A... zu kriechen«. »Jetzt töten wir Menschen in der Ukraine, warum? Unsere Jungs sterben in der Ukraine, warum?«, rief er der Menge zu. Die Jugend der Ukraine und Russlands sterbe wegen »der napoleonischen Pläne unseres Cäsars«.

Schewtschuk droht in diesem Fall eine Geldstrafe, bei Wiederholung drohen allerdings bis zu fünf Jahre Haft. Als Anführer der in der ehemaligen Sowjetunion sehr bekannten Rockband DDT prangerte Schewtschuk im Laufe der Jahre wiederholt den Einfluss von Putin an und stellte ihn 2010 sogar bei einem im Fernsehen übertragenen Treffen zur Rede.

EU-Außenbeauftragter: Russland heizt Nahrungskrise militärisch an

16.56 Uhr: Russland geht laut dem EU-Außenbeauftragen Josep Borrell mit militärischen Aktionen gezielt gegen die Lebensmittelproduktion in der Ukraine vor. »Russische Truppen bombardieren ukrainische Felder, verhindern die Aussaat, plündern Lebensmittelvorräte, blockieren ukrainische Häfen und erhöhen so die Preise für Lebensmittel und Düngemittel«, sagte Borrell in Brüssel. Die Lebensmittelversorgung sei vor allem wegen Russlands Invasion in der Ukraine in Gefahr. Vor dem Krieg wurde in der Ukraine unter anderem eine für den Weltmarkt relevante Menge Weizen angebaut.

Es sei klar, dass zunächst Menschen in Ländern mit niedrigem Einkommen betroffen seien, die von Lebensmittel- und Düngemittelimporten abhingen, sagte Borrell. Zudem widersprach er Behauptungen aus Russland, die EU-Sanktionen gegen Moskau seien in erster Linie für die Preissteigerungen verantwortlich. »Dies ist eine falsche Behauptung Russlands.« Es sei der Krieg selbst, der diese Nahrungsmittelkrise und ihre hohen Preissteigerungen verursache, sagte er. Die EU-Sanktionen richteten sich nicht gegen Lebensmittel und nicht gegen Düngemittel. Die EU verhindere auch keine russischen Exporte in diesen Bereichen.

Putin warnt vor Hackerangriffen – auf Russland

15.50 Uhr: Die Cyberangriffe durch ausländische »staatliche Strukturen« auf Russland haben nach Worten des russischen Präsidenten zugenommen. Russland müsse seine Cyberabwehr verstärken, indem es das Risiko der Verwendung ausländischer Software und Hardware verringere. »Es wird gezielt versucht, die Internetressourcen der kritischen Informationsinfrastruktur Russlands zu deaktivieren«, sagte Putin. Zuletzt gab es vermehrt Cyberattacken weltweit, für die russische Hacker verantwortlich gemacht wurden.

Ukraine erhält im Juli erste Gepard-Panzer aus Deutschland

15.34 Uhr: Die Ukraine erhält im Juli die ersten 15 Flugabwehrkanonenpanzer Gepard aus Beständen der deutschen Industrie. Das ist das Ergebnis eines Gesprächs von Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) mit ihrem ukrainischen Amtskollegen Olexij Resnikow.

Zu dem Paket gehört demnach auch Ausbildungsunterstützung durch die Bundeswehr, die Bereitstellung von knapp 60.000 Schuss Munition sowie eine Lieferung von weiteren 15 Panzern noch im Sommer. Lesen Sie hier die ausführliche Meldung.

Russland will WTO-Strategie wegen Sanktionen überprüfen

15.24 Uhr: Der russische Präsident Wladimir Putin lässt die Maßnahmen der Länder in der Welthandelsorganisation (WTO) bewerten, die den Handel mit Russland einschränken. Dazu habe Putin die Regierung in Moskau angewiesen, wie aus einem auf der Webseite des Präsidialamts veröffentlichten Dokument hervorgeht. Putin hat im April gesagt, dass »illegale« Beschränkungen für russische Unternehmen durch westliche Staaten gegen die Regeln der Welthandelsorganisation verstießen. Der Präsident hat die Regierung aufgefordert, ihre WTO-Strategie bis zum 1. Juni zu aktualisieren.

US-Verlag bringt Comic über Leben von Wolodymyr Selenskyj heraus

14.32 Uhr: Ein US-Verlag erzählt in Comicform die Geschichte des ukrainischen Präsidenten, der 2019 ohne Erfahrung in die Politik kam und nun ein Land im Krieg anführt. Das Motiv für die Publikation ist auch ein persönliches.

G7 sichern Ukraine zusätzliche 9,5 Milliarden Dollar zu

14.11 Uhr: Die führenden Industrienationen werden Kiew zusätzlichen in Höhe von 9,5 Milliarden US-Dollar unterstützen. Darauf verständigten sich die Finanzminister der G7 auf dem Petersberg bei Bonn.

Seit Jahresbeginn hätten die G7 damit insgesamt 19,8 Milliarden US-Dollar an Finanzhilfen für die Ukraine mobilisiert, hieß es in der Abschlusserklärung des Ministertreffens. Das Geld solle helfen, die grundlegenden staatlichen Leistungen des Landes auch während des russischen Angriffskriegs aufrechtzuerhalten und Finanzierungslücken zu schließen. Offen blieb zunächst, ob es sich ausschließlich um Zuschüsse oder auch um Darlehen handelt. Deutschland beteiligt sich mit Zuschüssen von rund einer Milliarde Euro.

Russland will Gaslieferungen an Finnland ab Samstag einstellen

13.45 Uhr: Die russischen Gaslieferungen ins benachbarte Finnland sollen laut dem finnischen Gasunternehmen Gasum am Wochenende gestoppt werden. Das habe Gazprom angekündigt. Ersatz soll es aus den baltischen Staaten geben.

EU zahlt weitere 600 Millionen Euro aus

13.43 Uhr: Die EU hat weitere 600 Millionen Euro einer bereits beschlossenen Finanzhilfe für die Ukraine freigegeben. Das Geld sei am Freitag ausbezahlt worden, teilte die EU-Kommission mit. Es ist Teil eines 1,2 Milliarden-Kredits zu günstigen Konditionen, der kurz nach Kriegsbeginn beschlossen worden war. Die erste Hälfte wurde bereits im März ausbezahlt.

Das Geld soll vor allem die wirtschaftliche und finanzielle Stabilität des Landes sichern. In dieser Woche kündigte die EU-Kommission an, noch in diesem Jahr weitere Kredite von bis zu neun Milliarden Euro für die Ukraine vorzuschlagen.

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Insgesamt hat die EU die Ukraine den Angaben zufolge seit Beginn des russischen Kriegs bereits mit 4,1 Milliarden Euro unterstützt. Hinzu kommen 1,5 Milliarden Euro für die Finanzierung von Waffen und militärischer Ausrüstung. Weitere 500 Millionen Euro für das Militär wurden bereits politisch bewilligt.

Gerhard Schröder gibt seinen Posten bei Rosneft auf

13.39 Uhr: Wegen seiner Jobs bei russischen Staatskonzernen steht Altkanzler Gerhard Schröder in der Kritik. Wie Rosneft nun mitteilte, will Schröder seinen Posten beim russischen Ölkonzern nicht verlängern.

Asow-Kommandeur: Kiew hat Ende der Verteidigung von Mariupol angeordnet

13.21 Uhr: Das ukrainische Militär hat die verbleibenden Kämpfer des Asow-Regiments im Mariupoler Stahlwerk laut dessen Anführer angewiesen, die Verteidigung der Stadt aufzugeben. »Das höhere Militärkommando hat den Befehl gegeben, das Leben der Soldaten unserer Garnison zu retten«, sagte der Asow-Kommandeur Denys Prokopenko in einem am Freitag veröffentlichten Video. Es werde daran gearbeitet, die Leichen getöteter Kämpfer aus der Anlage zu bringen.

Luhansk laut russischen Angaben fast eingenommen

12.53 Uhr: Die russischen Truppen sind nach Angaben aus Moskau weiter auf dem Vormarsch im ostukrainischen Donbass-Gebiet. »Die Befreiung der Luhansker Volksrepublik nähert sich dem Abschluss«, sagte der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu demnach am Freitag bei einer Sitzung des Ministeriums.

Russland hat vor dem Einmarsch in die Ukraine die Separatistengebiete im Osten des Nachbarlandes als souveräne Staaten anerkannt. Während die Ukraine von einer blutigen Okkupation durch Russland spricht, redet Russland von einer »Befreiung« der Regionen von Nationalisten.

Stellvertretende Regierungschefin in Kiew: Nur Bruchteil der Kriegsverbrechen wird angezeigt

12.32 Uhr: In der Ukraine wird nach Angaben der stellvertretenden Regierungschefin Olha Stefanischyna nur ein kleiner Teil der von russischen Soldaten begangenen Gräueltaten angezeigt. »Wir haben Beweise für viele Verbrechen, auch sexuelle, gefunden, die oft nicht angezeigt werden«, sagte die Politikerin der italienischen Tageszeitung »La Repubblica«. Sie sprach von einer Taktik der Russen, um die Moral der ukrainischen Bevölkerung zu brechen.

»Mit den Entsandten der Europäischen Union untersuchen wir diese lautlosen Verbrechen, wir errichten Zentren für die Überlebenden, für jene, die Folter und sexuelle Straftaten erlitten haben«, erklärte Stefanischyna. »In den nächsten Monaten werden wir mehr Informationen haben. Nur zehn Prozent dieser Art von Verbrechen werden angezeigt.«

Reaktion auf Ausweitung der Nato: Kreml errichtet neue Militärstützpunkte

11.52 Uhr: Als Antwort auf die Ausweitung der Nato will Russland im Westen des Landes zwölf neue Militärstützpunkte errichten. Das kündigte Verteidigungsminister Sergej Schoigu an. Nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen sagte er: »Bis Ende des Jahres werden zwölf Militärbasen und Einheiten im westlichen Militärbezirk eingerichtet.« Die Errichtung der neuen Stützpunkte sei eine »angemessene Gegenmaßnahme«.

Schoigu prangerte demnach »die Zunahme der militärischen Bedrohungen an den russischen Grenzen« an und beschuldigte die USA und die Nato. Schoigu sprach den Angaben zufolge vor ranghohen Vertretern seines Ministeriums und des Militärs.

Russischer Verteidigungsminister: Fast 2000 Kämpfer im Asow-Stahlwerk haben sich ergeben

11.45 Uhr: Laut dem russischen Verteidigungsminister Sergej Schoigu haben sich mittlerweile nahezu 2000 Verteidiger der letzten Bastion ukrainischer Kämpfer in der Hafenstadt Mariupol ergeben. Damit haben nach russischen Angaben der Großteil der Bewaffneten in dem Werksgelände die Waffen niedergelegt. Sie seien in Kriegsgefangenschaft genommen worden.

Russisches Parlament denkt über Anhebung der Altersgrenze für das Militär nach

11.38 Uhr: Die russische Staatsduma erwägt eine Heraufsetzung der Altersbegrenzung von Soldaten auf über 40 Jahre. Zudem sollen sich Ausländer auch im Alter von über 30 künftig zum Militärdienst melden können, wie aus einem Entwurf für das Parlament auf dessen Internetseite hervorgeht. Damit würde das Militär ältere professionelle Personen rekrutieren können, heißt es zur Begründung. Bislang dürfen sich Russen im Alter von 18 bis 40 und Ausländer von 18 bis 30 Jahren für das Militär melden.

Anwalt fordert laut Bericht Freispruch für russischen Soldaten in Kriegsverbrecherprozess

11.27 Uhr: Der Anwalt des in Kiew wegen Kriegsverbrechen angeklagten russischen Soldaten hat laut der Nachrichtenagentur AFP einen Freispruch für seinen Mandanten gefordert. »Unter Berücksichtigung aller Beweise und Zeugenaussagen bin ich der Meinung, dass Herr S. des ihm zur Last gelegten Verbrechens nicht schuldig ist«, sagte der Verteidiger von Wadim S. demnach Freitag vor Gericht. Der 21-Jährige sagte über seine Tat, es tue ihm »wirklich leid«.

Die Staatsanwaltschaft fordert eine lebenslange Haftstrafe wegen Kriegsverbrechen. Wadim S. hatte gestanden, einen unbewaffneten Zivilisten am 28. Februar im nordukrainischen Dorf Tschupachiwka aus einem gestohlenen Auto heraus erschossen zu haben. »Ich weiß, dass Sie mir nicht vergeben können, aber ich bitte dennoch um Vergebung«, sagte er am Donnerstag bei der Verhandlung in Kiew zu der Frau des 62-jährigen Opfers.

S. wollte den ukrainischen Ermittlern zufolge nach einem Angriff auf seinen Konvoi in der Nordukraine mit vier Kameraden in einem gestohlenen Auto fliehen. Das Opfer war demnach Zeuge des Autodiebstahls. Vor Gericht bestätigte S. diese Darstellung.

Deutsche Exporte nach Russland um fast zwei Drittel geringer

11.09 Uhr: Die deutschen Exporte nach Russland sind in Folge des Angriffskriegs auf die Ukraine deutlich zurückgegangen. Ihr Wert betrug im April noch rund 900 Millionen Euro, wie das Statistische Bundesamt auf der Grundlage vorläufiger Zahlen berichtete. Das waren 63,1 Prozent weniger als im April des Vorjahres. Auf der Liste deutscher Export-Bestimmungsländer außerhalb der EU rutschte die mit Sanktionen belegte Russische Föderation von Platz 5 auf Rang 14.

»New York Times« dokumentiert Hinrichtungen in Butscha

9.55 Uhr: Alles deutet darauf hin, dass russische Truppen im Kiewer Vorort Butscha Hunderte Zivilisten gezielt und kaltblütig getötet haben. Die »New York Times«  hat nun mehrere Videos veröffentlicht, die Tötungen von Zivilisten durch russische Fallschirmjäger zeigen.

Die Zeitung interviewte außerdem Zeugen und Gerichtsmediziner vor Ort. Demnach stammen die Videoaufnahmen vom 4. März – damals war Butscha gerade von russischen Truppen besetzt worden. Laut der Times sind die Videos »der bisher klarste Beleg, dass die Männer in Gewahrsam der russischen Truppen waren, ehe sie hingerichtet worden sind«.

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Nach dem Abzug russischer Truppen hatten Bilder getöteter ukrainischer Zivilisten aus der Vorortgemeinde der Hauptstadt Kiew weltweit für Entsetzen gesorgt. Insgesamt wurden in Butscha mehr als 400 Leichen gefunden, teils mit auf den Rücken gebundenen Händen.

Die Ukraine spricht von einem Massaker an Zivilisten und wirft Russland Kriegsverbrechen vor. »Die russische Armee hat damit nichts zu tun«, behauptete dagegen Kremlchef Wladimir Putin bei einem Gespräch mit UN-Generalsekretär António Guterres. Putin ehrte nach dem Abzug Soldaten, die in Butscha im Einsatz waren.

London: Russland riskiert weitere Zermürbung seiner Streitkräfte

9.40 Uhr: Nach den Gefechten in Mariupol riskiert Moskau nach Einschätzung britischer Geheimdienste eine weitere Zermürbung seiner Streitkräfte. Der ukrainische Widerstand in der Hafenstadt habe die russischen Truppen enorm geschwächt, hieß es am Freitagmorgen in einem Lagebericht des britischen Verteidigungsministeriums.

Der Wiederaufbau und die Neuausstattung der Streitkräfte könne sich, wenn man ihn sorgfältig durchführe, länger hinziehen, so die Briten. Da russische Kommandeure jedoch stark unter Druck stünden, sichtbare Erfolge zu erreichen, sei es wahrscheinlich, dass Moskau seine Truppen ohne angemessene Vorbereitung in seine Offensive in der Donbass-Region schicke. Damit riskiere man, die Soldaten weiter zu zermürben.

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Nach russischen Angaben haben sich seit Wochenbeginn 1730 ukrainische Bewaffnete ergeben, die sich in den Bunkern unter dem Stahlwerk in Mariupol verschanzt hatten. Sie seien in Kriegsgefangenschaft genommen worden, hieß es. Auch die Briten sprachen von rund 1700 ukrainischen Soldaten, die sich wahrscheinlich ergeben hätten. Eine unbekannte Anzahl befinde sich noch in dem Werk.

Strack-Zimmermann kritisiert Zögern bei Lieferung schwerer Waffen

9.34 Uhr: Die Vorsitzende des Bundestags-Verteidigungsausschusses, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, hat der Bundesregierung zu langes Zögern bei der Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine vorgeworfen. »Man wartet zu lange – das hätte alles schon geliefert werden können«, sagte Strack-Zimmermann im ZDF-Morgenmagazin. Die der Ukraine zugesagten Panzerhaubitzen und Gepard-Panzer werden der Verteidigungspolitikerin zufolge gerade erst für ihren Kampfeinsatz vorbereitet.

Für den Gepard musste zudem erst Munition gefunden werden. Es sei deshalb noch kein Großgerät an die Ukraine geliefert worden. Der Krieg dauere jetzt schon fast 90 Tage, sagte Strack-Zimmermann. Wäre bereits nach vier Wochen begonnen worden, das vorzubereiten, »hätte man das alles auf den Weg bringen können«.

Die FDP-Politikerin sprach sich erneut für die Einsetzung eines Sonderkoordinators zur Koordinierung der militärischen Hilfe für die Ukraine aus. Die Waffenlieferungen werden laut Strack-Zimmermann bisher im Bundeskanzleramt koordiniert. Bundeskanzler Olaf Scholz werde hier vom Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn, beraten. Dieser habe die Brille der Bundeswehr auf und werde »nicht freiwillig alle Depots öffnen«, ergänzte die FDP-Politikerin.

Timoschenko: Wunsch nach EU-Beitritt Grund für Angriff

8.30 Uhr: Die frühere ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko sieht im Wunsch ihres Landes nach einem EU-Beitritt den Grund für den russischen Angriffskrieg. »Wir sind das einzige Land, das heute mit dem Leben seiner Bürger und mit seinem Blut für den Wunsch bezahlt, in die europäische Heimat zurückzukehren«, sagte sie der »Augsburger Allgemeinen«. »Es handelt sich ja nicht um ein neues Ziel der Ukrainer. Sie bekunden schon lange klar ihren Willen, wieder Teil Europas zu werden. Das ist der Grund, warum Putin den Krieg begonnen hat.«

Timoschenko war zweimal Regierungschefin der Ukraine. Bekannt wurde sie 2004 als Gesicht der prowestlichen Orangenen Revolution. Die Politikerin trat 2019 zum dritten Mal bei der Präsidentenwahl in der Ukraine an, unterlag aber bereits im ersten Wahlgang.

Ex-Ministerpräsidentin Julia Timoschenko

Ex-Ministerpräsidentin Julia Timoschenko

Foto: Sergei Chuzavkov/ AP

Ukrainisches Militär meldet weitere schwere Gefechte im Donbass

7.33 Uhr: Im Osten der Ukraine laufen weiter schwere Gefechte um die Donbass-Region. »Der Gegner führt eine Offensive im Raum Lyssytschansk und Sjewjerodonezk durch«, meldete der ukrainische Generalstab in seinem Lagebericht. Nach Angaben aus Kiew konnten die ukrainischen Truppen den Angriff auf Sjewjerodonezk abwehren, in dem Vorort Toschkiwka werde weiter gekämpft.

Wenige Kilometer weiter südlich an der Gebietsgrenze zwischen Luhansk und Donezk gibt es demnach Kämpfe um die Ortschaften Wyskrywa und Olexandropillja etwa zehn Kilometer östlich der Kleinstadt Bachmut. Diese gilt als ein weiteres strategisches Zwischenziel der russischen Angriffe. Insgesamt seien 14 Attacken in den Gebieten Donezk und Luhansk abgewehrt worden. Im Gebiet Charkiw, wo die Ukrainer in den letzten Wochen zur Gegenoffensive übergegangen sind, konnte Kiew keine weiteren Gebietsgewinne vermelden. Die Russen konzentrierten sich hier auf die Verteidigung ihrer Frontlinie. Von unabhängiger Seite konnten die Berichte nicht überprüft werden.

Ukraine wirft Russland Behinderung der Flucht von Zivilisten vor

6.42 Uhr: Im Gebiet Saporischschja im Süden der Ukraine behindern die russischen Besatzungstruppen angeblich die Flucht von Zivilisten auf ukrainisch kontrolliertes Gebiet. »Derzeit befinden sich in der Stadt Wassyliwka vor dem russischen Checkpoint mehr als tausend Fahrzeuge, die nicht auf das von der Ukraine kontrollierte Gebiet gelassen werden«, sagte die Vizechefin der Gebietsverwaltung von Saporischschja, Slata Nekrassowa, der Nachrichtenagentur Ukrinform am Donnerstagabend. In sozialen Netzwerken sind inzwischen auch entsprechende Videos aufgetaucht.

Spionageallianz will Ermittlungen zu Kriegsverbrechen in Ukraine unterstützen

6.40 Uhr: Die Justizminister des Geheimdienstnetzwerks Five Eyes haben der Ukraine ihre Unterstützung bei der Verfolgung russischer Kriegsverbrechen zugesagt. Sie würden auch die Ermittlungen des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) unterstützen, erklärten die Ressortverantwortlichen der USA, Großbritanniens, Australiens, Neuseelands und Kanadas.

Die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft hatte zuletzt mitgeteilt, in mehr als 11.000 Fällen zu mutmaßlichen Kriegsverbrechen zu ermitteln. Am Mittwoch hatte die ukrainische Justiz einen ersten Prozess gegen einen russischen Soldaten begonnen, dem die Ermordung eines ukrainischen Zivilisten zur Last gelegt wird. Dem geständigen 21-Jährigen droht lebenslängliche Haft.

Der IStGH hat indessen 42 Ermittler in die Ukraine geschickt, um mögliche Kriegsverbrechen zu untersuchen.

Selenskyj spricht von »Hölle« im Donbass, Region sei »komplett zerstört«

6.25 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Situation im Donbass angesichts des russischen Angriffskriegs als »Hölle« bezeichnet. Die Armee arbeite weiter an der Befreiung der Region Charkiw, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache am Donnerstag. »Aber im Donbass versuchen die Besatzer, den Druck zu erhöhen. Da ist die Hölle, und das ist keine Übertreibung«, so der Präsident weiter. Der Donbass sei »komplett zerstört«.

Die Kämpfe zwischen russischen und ukrainischen Truppen gingen vor allem im Osten der Ukraine im Donbass weiter. Das Kommando der ukrainischen Kräfte in der Region berichtete am Donnerstag davon, dass 14 feindliche Angriffe abgewehrt worden seien. Überprüfbar waren die Angaben nicht. Als ein Anzeichen für die Härte der Kämpfe wurden erneut zahlreiche zivile Todesopfer verzeichnet. Allein im Gebiet Donezk wurden nach Behördenangaben fünf Menschen getötet.

Video zeigt ukrainische Kommandeure angeblich noch im Stahlwerk

5.16 Uhr: Die Befehlshaber des letzten militärischen Widerstands der Ukraine in Mariupol befinden sich nach eigenen Angaben immer noch im Stahlwerk Azovstal. Ukrainische Medien verbreiteten ein Video, in dem der Vize-Kommandeur des Regiments Asow, Swjatoslaw Palamar, zu sehen ist. »Ich und das Kommando sind auf dem Werkgelände von Azovstal. Es läuft eine gewisse Operation, zu deren Details ich nichts sagen werde. Wir danken der ganzen Welt, danken der Ukraine«, sagte Palamar. Die Echtheit des Videos war nicht sofort zu überprüfen, in ukrainischen Medien stieß es auf breite Resonanz.

Belarus kauft starke russische Waffen Iskander und S-400

5.15 Uhr: Das autoritär regierte Belarus hat von Moskau zwei der leistungsstärksten russischen Waffensysteme gekauft: die Kurzstreckenraketen Iskander und das Luftabwehrsystem S-400. Das sagte der belarussische Staatschef Alexander Lukaschenko in Minsk, wie die Staatsagentur Belta meldete. Zur Zahl der erworbenen Raketensysteme machte er keine Angaben, er sprach von einer »hinreichenden Anzahl«. Die Boden-Boden-Raketen vom Typ Iskander sollten bis Ende des Jahres geliefert werden.

»Mit einer solchen Bewaffnung ist das schon eine ganz andere Armee«, sagte Lukaschenko über seine Streitkräfte. Die Raketen und Marschflugkörper Iskander werden von schweren Lastwagen abgefeuert und haben bis 500 Kilometer Reichweite. Sie können konventionelle oder nukleare Sprengköpfe tragen. Die S-400 kann Flugzeuge und anfliegende Raketen im Umkreis von 400 Kilometern bekämpfen.

Tschechien soll erste Leopard-Panzer noch in diesem Jahr erhalten

4.30 Uhr: Für die Übergabe von Panzern an die Ukraine soll der Nato-Partner Tschechien zügig mit Leopard-2-Panzern aus Deutschland ausgestattet werden. »Die Auslieferung soll noch dieses Jahr beginnen und auch einen 30-Tage-Vorrat an 120 mm Munition umfassen«, teilte das deutsche Verteidigungsministerium den zuständigen Obleuten im Bundestag mit. »Gerät und Munition kommen aus Beständen der Industrie und werden durch die Bundesrepublik Deutschland finanziert. Die Folgeversorgung liegt in der Verantwortung Tschechiens.« Das Schreiben lag der Nachrichtenagentur dpa in Berlin vor.

Tschechien beabsichtige, durch die Abgabe von 20 Kampfpanzern des Typs T-72 aus eigenen Beständen die Ukraine signifikant zu unterstützen. »In einem ersten Schritt soll Tschechien als Ersatz für die eigene Abgabe 14 Leopard 2 A4 Kampfpanzer und einen Bergepanzer auf Leopard 2 Basis erhalten«, heißt es darin.

Moskau: 1730 ukrainische Soldaten aus Asow-Stahlwerk haben sich ergeben

3.42 Uhr: Nach langem verzweifelten Widerstand haben in dieser Woche nach russischen Angaben insgesamt 1730 ukrainische Soldaten aus dem belagerten Asow-Stahlwerk in Mariupol aufgegeben. Allein in den vergangenen 24 Stunden hätten sich weitere 771 Kämpfer der nationalistischen Asow-Brigade ergeben, teilte das russische Verteidigungsministerium am Donnerstag mit. Der stellvertretende Asow-Kommandeur Swjatoslaw Palamar erklärte jedoch in einem Video, dass er sich mit dem Rest der Offiziere noch in der Fabrik befindet.

Blinken: Russland soll Blockade ukrainischer Häfen beenden

3.00 Uhr: US-Außenminister Antony Blinken appelliert vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen an Russland, die Blockade der ukrainischen Häfen zu beenden, damit Lebensmittel ausgeführt werden könnten. "Die Lebensmittelversorgung von Millionen von Ukrainern und Millionen weiterer Menschen auf der ganzen Welt ist buchstäblich in Geiselhaft genommen worden«, sagt er. Ein hochrangiger Beamter in Moskau weist die Vorwürfe zurück und erklärt, die Russen seien "keine Idioten" und würden keine Lebensmittel exportieren, solange gegen sie strenge Sanktionen verhängt seien.

EU möchte Vermögen russischer Oligarchen zum Wiederaufbau nutzen

2.15 Uhr: Die Europäische Union prüft Möglichkeiten, eingefrorene Vermögen russischer Oligarchen zur Finanzierung des Wiederaufbaus der Ukraine nach dem Krieg zu verwenden. Dies erklärt die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen am Donnerstagabend im ZDF. Dadurch könne Russland nach dem Krieg einen Beitrag zum Wiederaufbau leisten, so die Kommissionspräsidentin.

Wirtschaftsexperte will gemeinsame EU-Schulden für Ukraine-Wiederaufbau

1.00 Uhr: Der »Wirtschaftsweise« Achim Truger hat sich dafür ausgesprochen, den Wiederaufbau der Ukraine über gemeinsame Schulden der Europäischen Union zu finanzieren. Ein Modell ähnlich wie der Corona-Wiederaufbaufonds könne grundsätzlich auch für die geplante finanzielle Unterstützung der Ukraine sinnvoll sein, sagte Truger den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Selenskyj: Ukraine braucht im Abwehrkampf jeden Monat Milliarden

0.03 Uhr: Für die Ukraine bedeutet der russische Angriffskrieg nach Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj jeden Monat ein Haushaltsloch von etwa fünf Milliarden US-Dollar (4,8 Milliarden Euro). Das sagte der Staatschef in seiner abendlichen Videoansprache am Donnerstag in Kiew. »Um im Krieg um die Freiheit bestehen zu können, brauchen wir schnelle und ausreichende finanzielle Unterstützung«, sagte er.

Die ausländischen Partner der Ukraine sollten Hilfen nicht als Ausgaben oder Geschenke sehen. »Das ist ihr Beitrag zu ihrer eigenen Sicherheit.« Die Ukraine schützt andere Länder vor dem Krieg. Gemeinsam müsse Sorge getragen werden, dass Russland mit seiner Aggression keinen Erfolg habe.

mrc/sog/tfb/AFP/svs/dpa/Reuters