Ukraine-News am Mittwoch Russland bringt offenbar Flugzeuge auf der Krim in Sicherheit

Der ukrainische Geheimdienst berichtet, dass die Kreml-Armee nach den Explosionen auf der Krim Kampfflugzeuge sichert. Und: Stoltenberg spricht von einer »ernsthaften Bedrohung« für die Sicherheit des AKWs in Saporischschja. Das waren die News am 17. August.
Rauch nach der Explosion eines Munitionslagers der russischen Armee auf der Krim

Rauch nach der Explosion eines Munitionslagers der russischen Armee auf der Krim

Foto: Uncredited / dpa
+++ Das Wichtigste in Kürze +++
  • Die russische Luftwaffe versucht laut ukrainischem Geheimdienst nach mehreren Explosionen auf der Krim, Kampfflugzeuge und Hubschrauber in Sicherheit zu bringen.

  • Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat sich besorgt um die Situation im AKW Saporischschja gezeigt. »Das Risiko eines nuklearen Unfalls oder Zwischenfalls« habe sich erhöht.

  • In Donezk ist eine russische Influencerin getötet worden. Laut ihrer Partei drehte sie im Donbass Videos.

  • Russlands Geheimdienst meldet die Festnahme von sechs Personen nach der gestrigen Explosion auf der Krim. Sie sollen einer islamistischen Gruppe angehören.

Ukraine: Sechs Tote bei russischem Angriff auf Charkiw

22.28 Uhr: Bei einem russischen Angriff auf die zweitgrößte ukrainische Stadt Charkiw sind mindestens sechs Menschen getötet worden. 16 weitere Menschen wurden nach Behördenangaben verletzt. Wie der Gouverneur der Region, Oleg Sinegubow, im Messengerdienst Telegram mitteilte, brach nach dem Angriff ein großes Feuer in einem Wohngebäude aus. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte auf Telegram, bei dem Angriff sei ein Wohngebäude »völlig zerstört« worden. Er bezeichnete den Angriff als »schändlich und zynisch«. Er zeige die »Machtlosigkeit des Aggressors«.

Charkiw im Nordosten der Ukraine liegt nur 40 Kilometer von der russischen Grenze entfernt und wird seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges Ende Februar regelmäßig bombardiert. Den russischen Truppen gelang es jedoch nicht, die Stadt einzunehmen. Seit Kriegsbeginn wurden laut Behörden Hunderte Zivilisten in der Region Charkiw getötet. Die russischen Streitkräfte konzentrieren ihre Offensive derzeit auf den Osten und den Süden der Ukraine.

Geheimdienst: Russland bringt Flugzeuge auf Krim in Sicherheit

21.54 Uhr: Die russische Luftwaffe versucht ukrainischen Geheimdienstangaben zufolge, nach mehreren Explosionen Kampfflugzeuge und Hubschrauber auf der Krim in Sicherheit zu bringen. Teils würden die Flugzeuge ins Innere der 2014 annektierten Halbinsel überführt, teils auf russisches Festland abgezogen. Das teilte der ukrainische Militärgeheimdienst auf Facebook mit. Beobachtet worden sei die Verlegung von mindestens 24 Flugzeugen und 14 Hubschraubern. Überprüft werden konnten die Angaben aus Kiew nicht.

Am 9. August hatten Explosionen den russischen Luftwaffenstützpunkt Saki an der Westküste der Krim erschüttert. Satellitenbilder zeigten später, dass mindestens sieben Kampfjets zerstört worden waren. Am Dienstag wurden schwere Detonationen in einem Munitionsdepot bei Dschankoj und eine kleinere Explosion auf dem Fliegerhorst Gwardejskoje nahe Simferopol beobachtet. Die Ukraine hat offiziell keine Verantwortung übernommen. Allerdings lassen die Schäden auf gezielte Aktionen gegen die Militäranlagen schließen.

Uno-Schiff mit Getreide für Äthiopien erreicht den Bosporus

21.27 Uhr: Das erste von der Uno gecharterte Schiff aus der Ukraine mit Getreide für Afrika hat den Bosporus erreicht. Die mit 23.000 Tonnen Weizen beladene »MV Brave Commander« wird nach Einschätzung der türkischen Küstenwache am Abend am südlichen Ende der Meerenge ankommen, bevor sie weiter nach Dschibuti fährt. Das Schiff war vom Schwarzmeerhafen Piwdennji in der Stadt Juschne aufgebrochen. Das Getreide an Bord ist für Äthiopien bestimmt.

Wegen des russischen Angriffskrieges waren monatelang alle Getreideexporte der Ukraine aus ihren Schwarzmeer-Häfen blockiert, was zu einer globalen Lebensmittelkrise beigetragen hatte. Im Juli einigten sich Russland, die Ukraine, die Türkei und die Uno auf ein Abkommen, um die Blockade zu überwinden. Die Exporte werden in Istanbul kontrolliert.

Uno-Generalsekretär vor Treffen mit Selenskyj in Lwiw angekommen

20.18 Uhr: Vor einem Dreiergipfel mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ist Uno-Generalsekretär António Guterres in Lwiw im Westen der Ukraine angekommen. Die Vereinten Nationen veröffentlichten am Mittwoch ein entsprechendes Foto des 73-jährigen Portugiesen. Das Treffen startet Uno-Angaben zufolge am Donnerstag um 14 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Der Beginn könne sich aber verzögern, hieß es.

Antonio Guterres

Antonio Guterres

Foto: JEON HEON-KYUN / AFP

Nach türkischer Ankündigung soll bei den Gesprächen auch die »Beendigung des Krieges zwischen der Ukraine und Russland auf diplomatischem Wege erörtert« werden. Guterres und Erdogan hatten Russland und die Ukraine zuletzt Ende Juli bei dem Abkommen zur Ausfuhr von ukrainischem Getreide zu einer Einigung gebracht. Aus New York hatte es damals geheißen, dass man auf diesem Erfolg aufbauen wolle.

UN-Kreise halten Verhandlungen für eine landesweite Waffenruhe aber nur für möglich, wenn keine der Kriegsparteien nennenswerte Geländegewinne mehr verzeichnen kann und vom Ziel eines Sieges Abstand nimmt. Gespräche zwischen Kiew und Moskau in den ersten Kriegswochen waren ohne Ergebnis abgebrochen worden

Stoltenberg warnt vor Atomunfall in Saporischschja

18.25 Uhr: Seit März wird das Atomkraftwerk Saporischschja, das größte Europas, von russischen Streitkräften besetzt. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg spricht nun von einer »ernsthaften Bedrohung für die Sicherheit dieser Anlage«. Er drängt auf eine Inspektion des AKWs durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA), laut Stoltenberg habe sich »das Risiko eines nuklearen Unfalls oder Zwischenfalls« erhöht. »Es ist dringend notwendig, eine IAEA-Inspektion zu ermöglichen und den Abzug aller russischen Streitkräfte zu erreichen«, erklärte Stoltenberg. Die russische Kontrolle über die Anlage in Saporischschja »gefährdet die Menschen in der Ukraine, in den Nachbarländern und die internationale Gemeinschaft«.

Das AKW wurde seit Ende Juli wiederholt beschossen , Kiew und Moskau machen sich gegenseitig für die Angriffe verantwortlich. In der vergangenen Woche hatte der Chef der IAEA, Rafael Grossi, in einer Dringlichkeitssitzung des Uno-Sicherheitsrats sofortigen Zugang zu der Anlage gefordert.

Auch Bundeskanzler Olaf Scholz hat »ernsthafte Sorge« über die Lage in Saporischschja geäußert. Es sei nicht akzeptabel, das Kraftwerk in Gefahr zu bringen, sagte Scholz am im brandenburgischen Neuruppin. Die Bundesregierung werde weiter darauf hinwirken, eine dramatische Situation vor Ort abzuwenden, sagte der SPD-Politiker. Es sei »eine ganz, ganz gefährliche Entwicklung, die da stattfinden kann«.

Dänemark drängt auf einheitliche Visaregeln für Russen, Kremlgegner warnt

17.46 Uhr: Mit Einreisesperren für Russinnen und Russen den Druck auf Moskau erhöhen? Estland, Lettland und Tschechien haben eine solche Regelung bereits getroffen, Finnland will die Zahl der Touristenvisa an Russen ab September stark begrenzen. Dänemark drängt nun auf eine Einigung innerhalb der EU: »Wenn es nicht mit einer gemeinsamen Lösung klappt, werden wir von dänischer Seite die Möglichkeiten ausloten, Einschränkungen einzuführen, um die Zahl der russischen Touristenvisa zu reduzieren«, sagte der dänische Außenminister Jeppe Kofod der Nachrichtenagentur Ritzau. »Ich finde es zutiefst beschämend, dass russische Touristen in Südeuropa sonnenbaden und in Saus und Braus leben können, während ukrainische Städte bis zur Unkenntlichkeit zerbombt werden.«

In Russland sorgt die Debatte für Empörung, selbst bei Oppositionellen. Der prominente Kremlgegner Wladimir Milow warnte vor einem »Visakrieg gegen die Russen«. Der Vertraute des inhaftierten Moskauer Oppositionspolitikers Alexej Nawalny sagte, dass einige europäische Politiker auf Russen »spucken«, sie als »Müll« und »Schweinehunde« betrachten würden. Das schade den im Westen gepredigten demokratischen Werten und spiele Kremlchef Wladimir Putin in die Hände, sagte Milow in einem am Mittwoch im Nawalny-Telegram-Kanal verbreiteten Video.

Russische Influencerin stirbt durch Mine im Donbass

16.55 Uhr: In Donezk ist eine russische Influencerin getötet worden. In prorussischen Telegram-Gruppen wurden Bilder der demnach 25 Jahre alten Zemfira Suleymanova veröffentlicht, dort wird sie als »Friedensaktivistin« gefeiert. Wie die russische Nachrichtenagentur Interfax berichtet , sei Suleymanova eine Reporterin des russischen Staatssenders RT gewesen. Demnach starb sie durch die Explosion einer Landmine. RT (Russia Today) dementierte laut Interfax später jedoch die Berichte, Suleymanova habe nie für den Sender gearbeitet. RT nannte sie in seiner Stellungnahme eine »Freiwillige und Journalistin«.

Aus dem Kriegsgebiet gibt es wiederholt widersprüchliche Angaben, die unabhängig nicht überprüft werden können.

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Die russische Nachrichtenagentur Ria  bezeichnete Suleymanova als Aktivistin der nationalbolschewistischen Partei »Anderes Russland« des verstorbenen Schriftstellers Eduard Limonow . Die Partei veröffentlichte bei Instagram einen Nachruf. Demnach sei Zemfira durch TikTok-Videos bekannt geworden, im Donbass habe sie unter anderem Videos gedreht und geschnitten. Laut der Nachrichtenagentur Nexta  argumentiert »Anderes Russland«, dass russischsprachige Gebiete an Russland zurückgegeben werden sollten. Eigentlich galt Limonows Partei als Opposition zu Wladimir Putin.

Russland plant militärische Zusammenarbeit mit Palästinensern

16.21 Uhr: Der russische Vize-Verteidigungsminister Alexander Fomin hat sich mit Generalmajor Nidal Abu Dukhan von der Palästinensischen Autonomiebehörde getroffen, um über eine Zusammenarbeit im Militär- und Geheimdienstbereich zu sprechen. Das teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit, ohne Details zu nennen.

Zudem verhandele Russland mit Mali über die Stärkung der Verteidigungsfähigkeiten des westafrikanischen Staats. Dort hatte die Bundeswehr kürzlich ihren Einsatz im Rahmen des Uno-Stabilisierungseinsatzes Minusma ausgesetzt . Grund war ein Streit mit der Militärregierung in Mali wegen nicht erteilter Überflugrechte für einen Transport neuen Personals.

Rund sechs Monate nach Beginn seiner Invasion in der Ukraine sucht Russland angesichts wiederholter Rückschläge weltweit nach Verbündeten. Am Montag kündigte Präsident Wladimir Putin an, Russland würde Partnerländer in Südamerika, Asien und Afrika aufrüsten. Die Palästinenser haben traditionell gute Beziehungen zu Russland, das zugleich versucht, seinen Status als neutraler Vermittler im Konflikt mit Israel zu bewahren.

Litauen für europaweiten Vergabestopp von Touristenvisa an Russen

16.12 Uhr: Die baltischen Staaten und Finnland haben Visavergaben an russische Staatsbürger bereits eingeschränkt, Polen will folgen – nun fordert Litauen eine EU-weite Regelung. »Am besten sollte es eine Entscheidung auf europäischer Ebene sein, mit der einfach die Gültigkeit dieser Visa aufgehoben wird und jeder damit aufhören würde, sie zu auszustellen«, sagte Litauens Außenminister Gabrielius Landsbergis.

Einzelregelungen seien aus seiner Sicht nicht zielführend, sagte der Chefdiplomat, da russische Bürger mit von anderen EU-Staaten ausgestellten Visa weiterhin einreisen dürfen. »Ein russischer Staatsbürger kann heute bei einem deutschen Konsulat in jeder russischen Stadt, in der es ein Konsulat gibt, ein Visum bekommen und über Finnland, Estland, Lettland, Litauen oder Polen dorthin reisen, wo er Urlaub machen möchte«, sagte er nach Angaben der Agentur BNS. Deutschland und auch die EU-Kommission in Brüssel lehnen einen grundsätzlichen Stopp von Touristenvisa ab.

Russland: Preis für Gasexporte dürfte sich 2022 mehr als verdoppeln

15.10 Uhr: Russland rechnet mit einer Verdoppelung des Preises für seine Gasexporte in diesem Jahr. Dieser werde angesichts sinkender Exporte bei durchschnittlich 730 Dollar pro 1000 Kubikmeter liegen, geht aus den Reuters vorliegenden Prognosen des Wirtschaftsministeriums hervor. Im vergangenen Jahr lag der Preis noch bei 305 Dollar. Bis Ende 2025 werde er aber allmählich sinken. Die neue Vorhersage übersteigt die bisherigen Schätzungen, die von einem Preisanstieg um 40 Prozent im laufenden Jahr ausgingen.

Das Volumen der Pipeline-Exporte des Staatskonzerns Gazprom dürfte den Prognosen zufolge auf 170,4 Milliarden Kubikmeter fallen. Im Mai war das Ministerium noch von 185 Milliarden ausgegangen, vergangenes Jahr waren es 205,6 Milliarden. Die russischen Gasexporte nach Europa sind im Zuge des Ukrainekriegs zurückgegangen.

Russland meldet Festnahmen nach Explosionen auf der Krim

14.11 Uhr: Einen Tag nach den neuen Explosionen auf der Krim melden die dortigen Behörden die Festnahme von sechs Personen. Diese gehörten der verbotenen Gruppe Hizb ut-Tahrir an, erklärte der russische Krim-Gouverneur, Sergej Aksjonow, auf dem Nachrichtendienst Telegram. Der russische Inlandsgeheimdienst FSB, der die Männer festgenommen hatte, bestätigte diese Angaben.

Einige der Festnahmen sollen in der Stadt Dschankoj erfolgt sein, unweit derer am Vortag ein Munitionslager explodiert war. Ein direkter Zusammenhang zu den Detonationen auf der völkerrechtlich zur Ukraine gehörenden Halbinsel wurde zwar nicht explizit genannt. Die Aktivitäten der Gruppe seien vom Territorium der Ukraine aus koordiniert worden, schrieb Aksjonow auf Telegram. Aus Kiew gab es zunächst keine Stellungnahme.

DER SPIEGEL

Moskau sprach bereits am Dienstag von einem »Sabotageakt«. Kiew äußerte angesichts des seit knapp einem halben Jahr andauernden russischen Angriffskriegs Genugtuung über den Vorfall, übernahm aber keine Verantwortung. Es war bereits die zweite Explosion auf der Krim innerhalb von rund einer Woche.

China schickt Soldaten zu Militärübung nach Russland

13.01 Uhr: China hat die Teilnahme an einem Militärmanöver in Russland angekündigt. Chinesische Soldaten würden für die gemeinsam mit Russland, Indien, Belarus und Tadschikistan angesetzten Übungen nach Russland entsandt, wie das chinesische Verteidigungsministerium bekannt gab. Die Teilnahme stehe nicht in Zusammenhang mit der derzeitigen internationalen und regionalen Lage. Die Übungen seien vielmehr Teil einer seit Jahren laufenden bilateralen Vereinbarung.

Verfassungsschutz erwartet mehr russische Propaganda und Spionage

12.33 Uhr: Der Verfassungsschutz rechnet in den kommenden Monaten mit verstärkten russischen Propaganda- und Spionageaktivitäten. »Russland nutzt insbesondere Fragen der Energieversorgung Europas als hybriden Hebel«, teilte das Bundesamt für Verfassungsschutz mit. Mit der gezielten Verbreitung von Falschinformationen, etwa zu Gasknappheit und Preissteigerungen, werde versucht, in Deutschland Angst vor einer möglicherweise existenzbedrohenden Energie- und Lebensmittelknappheit zu schüren.

»Russische Propaganda wird im extremistischen Milieu voraussichtlich noch zunehmen und Verschwörungsnarrative befeuern mit dem Ziel, einen Keil in unsere Gesellschaft zu treiben«, heißt es in der Mitteilung weiter. Es sei zudem zu erwarten, dass der russische Staat »seine politischen und militärischen Aufklärungsversuche weiter verstärken und anpassen wird«.

Der russische Angriffskrieg und seine Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Versorgungslage in Deutschland bergen nach Einschätzung des Inlandsgeheimdienstes grundsätzlich ein hohes Instrumentalisierungspotenzial für Extremisten. Es sei auch zu beobachten, dass sich verschiedene Akteure »zunehmend inhaltlich auf diesen Themenkomplex fokussieren« und diesen zur Mobilisierung nutzen wollten. Da dies sowohl Rechts- als auch Linksextremisten betreffe sowie Verfassungsfeinde, die keiner der beiden Kategorien zuzurechnen sind, sei für die Beobachtung dieser Aktivitäten eine »Sonderauswertung« eingerichtet worden.

Separatisten im Donbass wollen mit Nordkorea zusammenarbeiten

11.34 Uhr: Der Chef der prorussischen Separatistenrepublik Donezk hat Nordkorea eine »bilaterale Kooperation« angeboten. In einem Glückwunschschreiben zum nationalen Feiertag der Unabhängigkeit von Japan am 15. August schrieb Denis Puschilin an den nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un, eine »beiderseitig vorteilhafte bilaterale Kooperation« sei »im Einklang mit den Interessen der Bevölkerung beider Länder«. Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA zitiert aus dem Schreiben .

»Die Menschen im Donbass kämpfen heute für ihre Freiheit und für Gerechtigkeit, wie es das koreanische Volk vor 77 Jahren getan hat«, heißt es angeblich weiter in Puschilins Schreiben. Nordkorea hatte die prorussischen »Volksrepubliken« am 14. Juli offiziell anerkannt. Der russische Botschafter in Pjöngjang hatte im Juli vorgeschlagen, nordkoreanische Arbeiter zum Wiederaufbau im Donbass einzusetzen.

Guterres, Selenskyj und Erdoğan sprechen – auch über Frieden?

10.05 Uhr: Die Türkei konnte schon in Sachen Getreideverschiffung vermitteln. Bei einem Treffen mit dem Uno-Generalsekretär in Lwiw geht es nun um Handel, das AKW Saporischschja – und womöglich um diplomatische Wege aus dem Krieg. Lesen Sie hier die gesamte Meldung.

Kremlgegner Nawalny fordert härtere Sanktionen gegen Oligarchen

9.51 Uhr: Der im Straflager inhaftierte Dissident Alexej Nawalny hat den Westen zu strengeren Sanktionen gegen russische Oligarchen aufgefordert. »Lassen Sie uns nicht vergessen: Sanktionen sind notwendig, um den Aggressor zur Beendigung des Krieges zu zwingen«, heißt es auf seinem Twitter-Konto . Der 46-Jährige verbüßt in einem Straflager eine mehrjährige Haftstrafe.

Nawalny bemängelte, dass von den 200 Menschen, die das Magazin »Forbes« als reichste Russen listet, nur knapp ein Viertel auf westlichen Sanktionslisten stehe. Zwar stehe der Chef des Staatskonzerns Rosneft, Igor Setschin, auf einer Sanktionsliste der EU, nicht aber der Chef des Energieriesen Gazprom, Alexej Miller. Auf einer Liste der Vereinigten Staaten wiederum fehle der Milliardär Roman Abramowitsch, der einstige Besitzer des englischen Fußballklubs FC Chelsea.

Russlands bekanntester Oppositioneller, der vor zwei Jahren nur knapp einen Mordanschlag überlebte, hat schon lange vor dem von Präsident Wladimir Putin angeordneten Krieg harte Sanktionen gegen die kremlnahen Schwerreichen seines Landes gefordert. Wegen angeblichen Betrugs sitzt Nawalny in einem Straflager  etwa 260 Kilometer nordöstlich von Moskau. Im Mai bestätigte ein Gericht die neunjährige Haftstrafe. International gilt er als politischer Gefangener.

Britischer Geheimdienst sieht russisches Militär »zunehmend besorgt« über Krim

9.24 Uhr: In seinem täglichen Update befasst sich der britische Geheimdienst mit der Situation auf der Krim. Auf einer Militärbasis bei Dschankoj hatte es gestern Explosionen gegeben, das russische Verteidigungsministerium hatte diese als »Sabotageakt« bezeichnet. Die Briten berichten nun auch von Rauch, der über dem Flugfeld Hvardiiske aufgestiegen sei.

Beides seien die wichtigsten Luftwaffenstützpunkte der Krim, Dschankoj zudem ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt für die Versorgung der russischen Operationen in der Ukraine. Zwar seien Ursachen und Umfang der Schäden noch unbekannt, dennoch sei es sehr wahrscheinlich, dass russische Offiziere zunehmend besorgt über die offensichtliche Verschlechterung der Sicherheitslage auf der Krim seien.

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DER SPIEGEL

Die Warteschlange an der Brücke aufs russische Festland beweise, »dass die absolute Mehrheit der Bürger des Terrorstaates bereits versteht oder zumindest das Gefühl hat, dass die Krim kein Ort für sie ist«, sagte Selenskyj.

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mgo/svs/als/hba/dam/AFP/dpa/Reuters
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