Krieg in Osteuropa Uno spricht von 14 Millionen vertriebenen Ukrainerinnen und Ukrainern

Durch die russische Invasion seien laut Uno-Flüchtlingskommissar Millionen Menschen aus ihren Häusern vertrieben worden. Die ukrainische Regierung geht zudem von Tausenden Vermissten aus. Das waren die News am 2. November.
Eine Frau in Isjum, Gebiet Charkiw: Warten auf eine kostenlose SIM-Karte

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Foto: DIMITAR DILKOFF / AFP
Das Wichtigste in Kürze
  • UNO: 14 Millionen vertriebene Ukrainerinnen und Ukrainer

  • Ukrainische Regierung schätzt Zahl der Vermissten auf 7000

  • Moskau: »Militärische Konfrontation zwischen Nuklearmächten vermeiden«

  • Nordkorea liefert nach US-Angaben heimlich Artilleriegeschosse über den Nahen Osten an Russland.

  • Geschätzt 400.000 Russen sind wegen der Mobilmachung außer Landes geflohen.

  • Russland will wieder am Getreideabkommen teilnehmen.

  • Laut der »New York Times« haben hochrangige russische Militärs über Szenarios für einen möglichen Einsatz von Atomwaffen in der Ukraine gesprochen.

  • Russland hat Kiew beschossen. Offenbar konnten aber zwölf von 13 iranischen Drohnen abgefangen werden.

Ukraine meldet schwere Kämpfe besonders um Städte Bachmut und Soledar

22.16 Uhr: Die Ukraine hat von intensiven Kämpfen mit russischen Einheiten im Donbass besonders um die Städte Bachmut und Soledar berichtet. »Dutzende Angriffe an einem Tag« seien zurückgeschlagen worden, sagte die stellvertretende Verteidigungsministerin Hanna Maljar im ukrainischen Fernsehen. Rücke die russische Armee vor, antworte die Ukraine umgehend mit einer Gegenattacke.

Russland setzte nach Angaben des ukrainischen Generalstabs Angriffe mit Raketen und iranischen Drohnen auf Infrastruktur in mehreren Regionen des Landes fort. Den Behörden im Raum Charkiw zufolge wurden bei Attacken fünf Frauen und zwei Männer verletzt. Die Angreifer hätten mit Schüssen aus Artillerie vier Privathäuser, zwei Hochhäuser und ein Geschäft beschädigt, hieß es. Unabhängig bestätigen ließen sich die Angaben aus dem Kampfgebiet laut Nachrichtenagentur dpa nicht.

Region Kiew wieder ohne Stromversorgung

22.06 Uhr: In der Region Kiew ist zwischenzeitlich die Stromversorgung durch eine Notabschaltung nach einem Anstieg des Verbrauchs unterbrochen worden. Dies sei nötig geworden, um größere Schäden am Stromnetz abzuwenden, teilen ukrainischen Behörden laut Nachrichtenagentur Reuters mit. Russland hatte in den vergangenen Tagen gezielt die Energie-Infrastruktur angegriffen.

Uno: 14 Millionen vertriebene Ukrainerinnen und Ukrainer

21.50 Uhr: Laut Uno-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi sind infolge des russischen Angriffskriegs etwa 14 Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer aus ihren Häusern vertrieben worden. Er nannte das »die schnellste und größte Vertreibung seit Jahrzehnten«.

Grandi sagte vor dem Uno-Sicherheitsrat, dass die Ukrainer »einem der härtesten Winter der Welt unter extrem schwierigen Bedingungen« gegenüberstehen. Dazu gehöre auch die fortschreitende Zerstörung der zivilen Infrastruktur, die die humanitäre Hilfe »schnell wie einen Tropfen auf den heißen Stein« erscheinen lasse.

Ukrainische Regierung schätzt Zahl der Vermissten auf 7000

20.50 Uhr: Die ukrainische Regierung schätzt die Zahl der Vermissten im Krieg gegen Russland auf rund 7000. Genaue Angaben seien wegen der Kampfhandlungen aber unmöglich, teilte die stellvertretende Verteidigungsministerin Hanna Maljar der Agentur Unian zufolge mit. Die Zahlen würden meist spät und ungenau übermittelt.

Maljar rief die Bevölkerung auf, keine persönlichen Angaben über vermisste Angehörige im Internet zu verbreiten – zumal, wenn es sich um Soldaten handele. »Der Feind nutzt diese Information. Veröffentlichen Sie kein Foto eines Vermissten in Uniform und mit persönlichen Daten. Diese Person könnte sich in den vorübergehend besetzten Gebieten in Zivil verstecken, und das könnte ihn entlarven. Es könnte auch den Gefangenenaustausch erschweren.« Die Vize-Verteidigungsministerin appellierte, sich im Bedarfsfall an spezielle Koordinierungsstellen zu wenden.

Moskau: »Militärische Konfrontation zwischen Nuklearmächten vermeiden«

19.35 Uhr: Nach Spekulationen über eine mögliche nukleare Eskalation im Ukrainekrieg hat Russland den rein defensiven Charakter seiner Atomdoktrin betont. In der gegenwärtigen turbulenten Lage sei es die wichtigste Aufgabe, »jedwede militärische Konfrontation zwischen Nuklearmächten zu vermeiden«, erklärte das Außenministerium in Moskau am Mittwoch.

Kurz nach dem Angriff auf die Ukraine im Februar hatte Russland seine Atomstreitkräfte in eine höhere Bereitschaftsstufe versetzt – mutmaßlich, um mögliche militärische Unterstützer der Ukraine abzuschrecken. Im Westen wurde zuletzt spekuliert, dass Russland auf die militärischen Misserfolge in der Ukraine vom Spätsommer mit dem Einsatz einer taktischen Atombombe reagieren könnte.

Fast 200.000 ukrainische Schülerinnen und Schüler an deutschen Schulen

19.05 Uhr: Bundesweit scheint sich die Zahl ukrainischer Kinder und Jugendlicher an Schulen um die Marke von 200.000 einzupendeln. Die Kultusministerkonferenz (KMK) meldete am Mittwoch 197.268 Schülerinnen und Schüler. Die meisten von ihnen sind bisher in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg untergekommen. Insgesamt gibt es in Deutschland etwa elf Millionen Schülerinnen und Schüler.

Arabische Liga will neutral bleiben

18.50 Uhr: Die arabische Welt hält sich bislang mit Kritik an Russland und dem Angriffskrieg gegen die Ukraine zurück. Die 22 Mitgliedstaaten der Arabischen Liga plädieren im Ukrainekrieg zwar für einen Verzicht auf Gewalt und eine politische Lösung, wie sie auf einem Gipfel am Mittwoch mitteilten. Die Länder wollen aber neutral bleiben, wie es in einer Abschlusserklärung hieß.

Doch ein Streit innerhalb der Organisation offenbart, dass die Einstellung zu Russland nicht zwangsläufig bei allen Mitgliedern wirklich so neutral ist. Gastgeber Algerien hatte im Vorfeld des Treffens der arabischen Staats- und Regierungschefs, das erstmals seit dreieinhalb Jahren wieder zustande kam, gefordert, Moskaus Verbündeten Syrien wieder aufzunehmen. Doch die Initiative scheiterte am Widerstand einiger Länder.

Russland kann Getreideabkommen laut Putin jederzeit kündigen

16.41 Uhr: Russland nach den Worten von Präsident Wladimir Putin jederzeit aus dem Getreideabkommen mit der Ukraine aussteigen. Sobald die Ukraine abgegebene Garantien verletze, werde Russland das Abkommen erneut kündigen, sagt Putin in einer Rede. Die Ukraine habe sich Putin zufolge dazu verpflichtet, keine neuen Angriffe aus dem Schwarzen Meer zu starten. Falls diese Garantien verletzt werden sollten, werde Russland die Kooperation beenden, Getreidelieferungen aus der Ukraine über die Türkei jedoch nicht verhindern.

Nord-Stream-1-Röhre laut Betreiber auf rund 250 Metern Länge zerstört

16.32 Uhr: Nach Angaben der Betreibergesellschaft ist eine Röhre der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 1 auf einer Länge von rund 250 Metern zerstört. Nach vorläufigen Untersuchungsergebnissen gebe es am Meeresboden zwei jeweils drei bis fünf Meter tiefe Krater, teilte die Nord Stream AG mit. Sie liegen demnach etwa 248 Meter voneinander entfernt. Der dazwischen liegende Abschnitt von Leitung 1 des Doppelstrangs sei zerstört. Trümmer seien mindestens in einem Radius von 250 Metern verstreut.

Vergangene Woche hatte die Nord Stream AG Untersuchungen an der Röhre in der schwedischen ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) angekündigt. Für die Begutachtung der Schäden in der dänischen AWZ fehlten demnach Genehmigungen der Behörden.

Leseempfehlung: Welche Waffen gegen die Kamikazedrohnen helfen

16.12 Uhr: Kleine Billigflieger mit Sprengsätzen: Gegen solche Miniattacken hat die Bundeswehr bisher kaum Mittel. Dabei gibt es verblüffend einfache  Lösungen:

Geschätzt 400.000 Russen wegen Mobilmachung außer Landes geflohen

15.51 Uhr: Laut westlichen Regierungsquellen sind infolge der Mobilmachung schätzungsweise 400.000 Russen aus ihrer Heimat geflohen. Bei der Zahl seien noch nicht diejenigen berücksichtigt, die wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine das Land schon vorher verlassen hätten. Neben der Flucht ins Ausland seien auch viele Russen im eigenen Land untergetaucht, um der Einziehung in die Streitkräfte zu entgehen, sagten die Regierungsvertreter laut der Nachrichtenagentur dpa im Gespräch mit Journalisten.

Nordkorea liefert laut USA heimlich Artilleriegeschosse an Russland

15.36 Uhr: Die US-Regierung wirft Nordkorea vor, Russland im Krieg gegen die Ukraine heimlich mit Militärausrüstung zu unterstützen. Nordkorea versuche, die Lieferungen von Artilleriegeschossen über andere Länder, etwa im Nahen Osten, zu verschleiern, sagte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrats, John Kirby. »Wir werden weiterhin beobachten, ob die Lieferungen tatsächlich ankommen.«

Es handle sich um eine »beträchtliche Zahl«. Die US-Regierung gehe aber nicht davon aus, dass diese Lieferungen den Verlauf des Kriegs beeinflussen könnten, so Kirby weiter. Die Lieferungen zeigten nicht nur, wie sehr Nordkorea bereit sei, Russland zu unterstützen. Sie seien auch ein Zeichen für Russlands Mangel an militärischer Ausrüstung, so Kirby.

Zu der Debatte, wie wahrscheinlich ein Atomwaffeneinsatz durch Russland ist, sagte Kirby, die Sorgen seien im Verlauf der Monate gewachsen (siehe dazu auch Eintrag von 10.42 Uhr). »Wir beobachten das, so gut wir können.«

Kernkraftgegner kritisieren Atomgeschäfte mit Russland

15.24 Uhr: Mehrere Antiatomkraft-Initiativen haben vor dem Treffen der G7-Außenminister in Münster von der Bundesregierung ein Ende aller Uran- und Atomgeschäfte mit Russland gefordert. Das geht aus einem offenen Brief  an Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hervor. Auf europäischer Ebene solle sich die Ministerin für »umfassende Sanktionen im Atomsektor« einsetzen.

Der russische Staatskonzern Rosatom liefere weiterhin rund 20 Prozent des in der EU verbrauchten Urans, schrieben die Aktivisten. Besonders die Geschäfte zwischen Deutschland, Frankreich und Russland sehen sie kritisch: Im September war erstmals seit Beginn des Angriffs auf die Ukraine wieder russisches Uran an eine Brennelementefabrik in Lingen im Emsland geliefert worden, die dem französischen Staatskonzern Framatome gehört.

Ein Sprecher des Bundesamts für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung hatte auf Genehmigungen dafür aus dem Jahr 2021 verwiesen. Rosatom ist auch maßgeblich am Betrieb des von russischen Truppen besetzten ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja beteiligt.

Uno begrüßt Moskaus Wiedereinstieg in Getreideabkommen

14.43 Uhr: Russland will wieder am Abkommen zum Getreideexport aus der Ukraine über das Schwarze Meer teilnehmen – die Vereinten Nationen begrüßen das. Das teilte ein Sprecher von Uno-Generalsekretär António Guterres mit. Guterres setze sein Engagement für die »Erneuerung und vollständige Umsetzung der Initiative fort«, hieß es.

»Für Millionen Notleidende weltweit sind diese Schiffe Hoffnungsträger, die Leben retten können«, sagte Martin Frick, Leiter des Berliner Büros des Uno-Welternährungsprogramms (WFP). Seit der Unterzeichnung des Abkommens im Sommer habe das WFP mehr als 220.000 Tonnen Weizen von ukrainischen Häfen aus für Hungernde in Afghanistan, Äthiopien und dem Jemen abtransportiert. Weitere 160.000 Tonnen sollten bald folgen.

Russlands Rückkehr zum Getreideexportabkommen resultiert nach ukrainischer Einschätzung aus der Erkenntnis einer Fehleinschätzung. Die Kehrtwende zeige, dass Erpressung, Eskalation und Drohungen scheitern, wenn sie auf eine entschlossene Antwort treffen, sagte der ukrainische Präsidentenberater Mychailo Podoljak. Russland sei auch zu dem Abkommen zurückgekehrt, weil sich herausgestellt habe, dass der Getreideexportkorridor auch ohne seine Beteiligung funktioniere.

Lettland verlängert Ausnahmezustand an Grenze zu Belarus

14.04 Uhr: Die lettische Regierung hat den Ausnahmezustand in den Regionen entlang der Grenze zum benachbarten Belarus erneut verlängert – er gilt nun bis zum 10. Februar 2023. Die Sonderregelung gilt bereits seit über einem Jahr. Sie wurde am 10. August 2021 verhängt, weil Tausende Migranten versuchten, von Belarus aus illegal über die EU-Außengrenze zu gelangen. Ein weiterer Faktor für die Verlängerung ist nach Angaben des Innenministeriums Russlands Krieg gegen die Ukraine, der von der autoritären Führung in Minsk unterstützt wird.

»Super Please« – Ukraine bittet mit Scherzvideo um Leopard-Panzer

13.49 Uhr: Mit dem leicht abgewandelten Hit »Supergeil« bittet das ukrainische Militär auf Twitter um Leopard-Kampfpanzer aus Deutschland. In den Videoclip von Künstler Friedrich Liechtenstein wurden Fotos der bereits gelieferten Flugabwehrwaffen Gepard und Iris-T geschnitten – tituliert als »Super Gepard« und »Super Iris«. Damit habe man schon eine »Super Defense« (Super Verteidigung), heißt es. Doch dann kommen Szenen von »Super Leopard« im Einsatz – verbunden mit einem »Super Please«. Am Ende heißt es »Dankeschön Deutschland«. Das Video wurde vom ukrainischen Verteidigungsministerium auf der Plattform veröffentlicht.

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Die Bundesregierung lehnt die Lieferung von Kampfpanzern Leopard und Schützenpanzern Marder bislang ab mit dem Hinweis, dass auch kein anderer Partner der Ukraine so moderne westliche Panzer gebe. Die Ukraine hofft auf Panzer dieser Typen, um besetzte Gebiete leichter befreien zu können. Um international Aufmerksamkeit und Hilfe zu finden, setzt die ukrainische Führung stark auf soziale Medien. Die Memes und Videoschnipsel sind trotz der ernsten Kriegslage oft humorvoll.

Ukraine dankt Türkei und Uno für Hilfe bei Getreideabkommen

13.39 Uhr: Die ukrainische Regierung hat sich laut der Nachrichtenagentur Reuters bei der Türkei und den Vereinten Nationen (Uno) für ihre Rolle bei der Entscheidung Russlands, sich wieder an dem Abkommen für Getreideexporte über das Schwarze Meer zu beteiligen. Infrastrukturminister Olexander Kubrakow hob insbesondere die Bemühungen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan und des Uno-Generalsekretärs António Guterres hervor.

Selenska: »Russland stellt Technologie in den Dienst des Terrors«

13.22 Uhr: Die Frau des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, Olena Selenska, hat Russland vorgeworfen, moderne Technologien für die Verbreitung von Terror einzusetzen. »Russland nutzt solche Technologien – Drohnen, Internetspionage und Internetangriffe auf kritische Infrastrukturen – um Schrecken zu verbreiten«, sagte Selenska am Dienstagabend auf der Technologie-Konferenz Web Summit in Lissabon. Sie bat die Teilnehmer, ihr Wissen und Können für die Unterstützung der Ukraine einzusetzen.

Zu Videos der Schäden, die die russischen Luftangriffe unter anderem mit Drohnen in der Ukraine angerichtet haben, sagte Selenska, in ihrem Land falle jeden Tag das Licht, der Strom und das Internet aus. »Russland stellt Technologie in den Dienst des Terrors«, klagte sie. Russland hat mit seinen Angriffen auf die Energieversorgung nach ukrainischen Angaben rund 40 Prozent des Energienetzes schwerbeschädigt. Um eine Überlastung des Netzes zu vermeiden und Reparaturen zu ermöglichen, wird den Kunden zeitlich gestaffelt der Strom abgeschaltet.

Schoigu bekräftigt militärische Zusammenarbeit mit Belarus

12.25 Uhr: Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu hat bei einem Besuch in Minsk das Ziel einer engen militärischen Zusammenarbeit mit Belarus bekräftigt. Der Aufbau eines gemeinsamen Verteidigungsraums sei besonders wichtig mit Blick auf die sich verschärfende Konfrontation zwischen dem Westen und Russland, sagte Schoigu bei einem Treffen mit seinem belarussischen Amtskollegen Viktor Chrenin. Es gebe bereits unter anderem eine gemeinsame Militärdoktrin und ein System der Luftverteidigung, sagte Schoigu.

Russland hatte zuletzt Tausenden Soldaten, Panzer und schwere Militärtechnik nach Belarus verlegen lassen  – an die Grenze zur Ukraine. Die Regierung in Kiew sieht auch Belarus als Kriegspartei, weil das Land russischen Truppen seine Militärbasen für Angriffe auf die Ukraine überlassen hatte. Nach Darstellung von Minister Chrenin in Minsk haben Belarus und Russland mit der Vorbereitung eines neuen Militärmanövers für 2023 begonnen.

Russland will offenbar britischen Botschafter einbestellen

12.14 Uhr: Der britische Botschafter soll nach Angaben des russischen Außenministeriums einbestellt werden. Russland wirft Großbritannien unter anderem Mithilfe bei einem Angriff auf den Krim-Marinehafen Sewastopol am vergangenen Samstag vor. »In diesem Zusammenhang wird der britische Botschafter in Kürze ins russische Außenministerium einbestellt werden«, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums laut der Nachrichtenagentur Reuters. Großbritannien hat die Beschuldigungen als falsch zurückgewiesen.

Polen errichtet Stacheldrahtzaun an Grenze zu Kaliningrad

11.34 Uhr: Neue Mauer in Osteuropa: Die 200 Kilometer lange Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad will Polen absichern – und baut deshalb nun eine Grenzanlage. Es soll auch elektronische Überwachung geben. Lesen Sie hier mehr:

Moskau steigt offenbar wieder in Getreideabkommen ein

11.28 Uhr: Russland nimmt nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau seine Teilnahme an dem Getreideabkommen mit der Ukraine wieder auf. »Die Russische Föderation ist der Ansicht, dass die derzeit erhaltenen Garantien ausreichend sind, und nimmt die Umsetzung des Abkommens wieder auf«, schrieb das Verteidigungsministerium laut der Nachrichtenagentur Reuters in einer Erklärung. Dank der Vermittlung der Türkei habe die Ukraine zugesichert, den Seekorridor nicht für Kampfhandlungen gegen Russland zu nutzen.

Der türkische Präsident Tayyip Erdoğan bestätigte das: In einer Rede im Parlament sagte Erdoğan, der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu habe seinen türkischen Amtskollegen darüber informiert, dass die Teilnahme an dem Abkommen am Mittwoch wieder aufgenommen werde.

Das von den Uno und der Türkei vermittelte Abkommen soll die Verschiffung ukrainischen Getreides über das Schwarze Meer ermöglichen. Am Wochenende hat Russland allerdings erklärt, es setze das Abkommen aus. Die Regierung in Moskau begründete dies damit, dass sie nach einem Drohnenangriff auf ihre Schwarzmeer-Flotte  nicht mehr die Sicherheit ziviler Schiffe garantieren könne. Dennoch hatten am Montag mehrere Frachter ukrainische Häfen verlassen.

Russische Militärs sollen laut US-Medienbericht über Atomwaffeneinsatz gesprochen haben

10.42 Uhr: Hochrangige russische Armeeangehörige sollen kürzlich darüber gesprochen haben, wann und wie Moskau nukleare Waffen in der Ukraine einsetzen könnte. Das berichtet die »New York Times « unter Berufung auf nicht näher benannte amerikanische Amtsträger. Der russische Präsident Wladimir Putin sei nicht an den Gesprächen beteiligt gewesen.

Die US-Regierung unter Joe Biden sei dennoch »beunruhigt« über die Gespräche, hieß es weiter – weil diese zeigen würde, »wie frustriert die russischen Generäle über ihre Misserfolge vor Ort waren«. Es deute auch darauf hin, »dass Putins verschleierte Drohungen zum Einsatz von Atomwaffen möglicherweise nicht nur Worte sind«. Gleichzeitig seien keine Vorbereitungen zu einem Angriff mit russischen Atomwaffen beobachtet worden.

Die Informationen über die Gespräche der russischen Militärs seien Mitte Oktober in der US-Regierung verbreitet worden, berichtet die »New York Times« weiter. Details zu den Szenarios für einen möglichen Atomwaffeneinsatz, die von den Russen besprochen worden sein sollen, nannten die US-Amtsträger demnach nicht. Der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrates, John Kirby, sagte der Zeitung, man nehme Russlands Drohungen sehr ernst. Gleichzeitig sehe man »keine Anzeichen dafür, dass Russland Vorbereitungen für einen solchen Einsatz trifft«.

Eindrücke aus der Hauptstadt: Nachts in Kiew

10.15 Uhr: Wegen der ständigen russischen Angriffe auf die Energie-Infrastruktur wird in der Hauptstadt sowie in anderen Regionen der Ukraine aktuell regelmäßig der Strom abgeschaltet. Damit sollen eine Überlastung des Netzes verhindert und Reparaturarbeiten sicher durchgeführt werden. Vierzig Prozent des Energiesystems sind laut Präsident Selenskyj »schwer beschädigt«. Eindrücke aus Kiew vom 1. November:

Menschen auf einer dunklen Straße in Kiew

Menschen auf einer dunklen Straße in Kiew

Foto: Ed Ram / Getty Images
Eine Frau mit einem Blumenstrauß und andere Menschen warten vor dem St. Michaelskloster darauf, dass eine Ampel auf Grün springt

Eine Frau mit einem Blumenstrauß und andere Menschen warten vor dem St. Michaelskloster darauf, dass eine Ampel auf Grün springt


Foto: ROMAN PILIPEY / EPA

Getreideexporte der Ukraine um rund ein Drittel gesunken

9.49 Uhr: Die ukrainischen Getreideexporte sind wegen des russischen Angriffskriegs im Vergleich zum Vorjahr gesunken, und zwar von 19,7 Millionen Tonnen auf fast 13,4 Millionen Tonnen. Das geht laut der Nachrichtenagentur Reuters aus Daten des Landwirtschaftsministeriums hervor. Demnach wurden in der laufenden Saison, die von Juli 2022 bis Juni 2023 geht, bisher 5,1 Millionen Tonnen Weizen, 7,1 Millionen Tonnen Mais und 1,1 Millionen Tonnen Gerste ausgeführt.

Die Regierung rechnet damit, dass die Ukraine in diesem Jahr zwischen 50 und 52 Millionen Tonnen Getreide ernten könnte. Im Jahr 2021 war ein Rekordwert von 86 Millionen Tonnen erreicht worden.

Russische Truppen kommen laut London nur äußerst langsam voran

8.37 Uhr: Nach Einschätzung britischer Geheimdienste rücken selbst die brutalen paramilitärischen Söldnertruppen Wagner in der Ukraine nur sehr langsam vor. Das Verteidigungsministerium in London verwies auf Aussagen des Wagner-Chefs Jewgeni Prigoschin, wonach seine Einheiten täglich 100 bis 200 Meter vorrückten. Prigoschin habe zwar gesagt, dies sei in der modernen Kriegführung normal. Das britische Ministerium betonte aber, die russische Militärdoktrin sehe Vorstöße von 30 Kilometern pro Tag vor.

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Zum Vergleich teilte die Behörde weiter mit: »Im Februar planten die russischen Streitkräfte einen 1000 Kilometer weiten Vormarsch durch die Ukraine innerhalb eines Monats. Im September erzielten die ukrainischen Einheiten Vorstoße von mehr als 20 Kilometern pro Tag.«

Streitkräfte stoppen russischen Angriff mit iranischen Kamikaze-Drohnen

8.15 Uhr: Kiew ist nach Behördenangaben in der Nacht zu Mittwoch erneut beschossen worden. Die ukrainischen Streitkräfte hätten zwölf von 13 Drohnen abgeschossen, die aus iranischer Produktion stammten, teilte Andrij Jermak, der Stabschef des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, auf Telegram mit. »Wir sind derzeit im Gespräch über die Lieferung moderner Luftverteidigungssysteme, wir arbeiten jeden Tag daran«, schrieb er weiter.

Ukrainische Hauptstadt baut 1000 Heizstationen

5 Uhr: Kiew bereitet sich auf den Fall eines großflächigen Ausfalls der Strom- und Gasversorgung vor. Laut Bürgermeister Vitali Klitschko sei zu befürchten, dass es nach den wiederholten russischen Angriffen auf die Infrastruktur der Ukraine im schlimmsten Fall im Winter zu einem solchen Ausfall kommen könnte. Dafür will Kiew mehr als 1000 Heizstationen im Stadtgebiet einrichten.

Die Stationen sollen laut Klitschko mit Generatoren ausgestattet und damit unabhängig vom Strom- und Gasnetz sein. Zudem sollen die Stationen etwa über Wasservorräte verfügen. Lesen Sie hier alle Nachrichten aus der Nacht im Überblick.

kko/til/aeh/jok/AFP/dpa/Reuters
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