Krieg in der Ukraine Nach Trinkwasser angestanden – Ukraine meldet acht Tote nach Raketenangriff in Lyssytschansk

Bei einem russischen Angriff in der Region Luhansk sind nach ukrainischen Angaben mindestens acht Zivilisten getötet und 21 weitere verletzt worden. Und: EU liefert Ukraine Notfallausrüstung für Nuklearangriff. Das waren die News am 27. Juni.
Ein Gebäude in Lyssytschansk liegt nach einem russischen Luftangriff in Trümmern (Archivbild): Lyssytschansk ist das nächste wichtige Ziel der russischen Truppen, nachdem sie die Nachbarstadt Sjewjerodonezk gänzlich eingenommen hatten

Ein Gebäude in Lyssytschansk liegt nach einem russischen Luftangriff in Trümmern (Archivbild): Lyssytschansk ist das nächste wichtige Ziel der russischen Truppen, nachdem sie die Nachbarstadt Sjewjerodonezk gänzlich eingenommen hatten

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Efrem Lukatsky / dpa

Das Wichtigste in Kürze
  • An Tag zwei des G7-Gipfels auf Schloss Elmau fordert der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj per Videoschalte von den Staats- und Regierungschefs der großen Industrieländer massive Hilfe nach Kriegsende.

  • Das ukrainische Militär hat laut eigenen Angaben westlich von Lyssytschansk russische Angriffe zurückgeschlagen und damit eine Einkesselung der strategisch wichtigen Großstadt im Osten des Landes verhindert. Zivilisten sollen die Stadt dennoch verlassen.

  • Die russische Armee wird nach Einschätzung Großbritanniens vornehmlich auf Reservisten setzen. Moskau zögere, eine allgemeine Mobilisierung anzuordnen, hieß es.

  • Die USA und die anderen G7-Staaten wollen weitere Sanktionen gegen Moskau verhängen. Die Maßnahmen richteten sich unter anderem gegen militärische Produktions- und Lieferketten.

Raketenangriff in Ostukraine: acht Tote in Schlange für Trinkwasser

21.47 Uhr: In einer Schlange vor einem Tankwagen mit Trinkwasser in der ukrainischen Stadt Lyssytschansk sind bei einem russischen Raketenangriff nach Behördenangaben acht Menschen getötet worden. Weitere 21 wurden verletzt, wie der Gouverneur des Gebiets Luhansk, Serhij Hajdaj, am Montag beim Nachrichtendienst Telegram schrieb.

Lyssytschank ist die letzte große Stadt in der Region, die noch unter ukrainischen Kontrolle ist, nachdem das russische Militär das benachbarte Sjewjerodonezk eroberte.

In der Stadt Charkiw wurden nach Angaben der regionalen ukrainischen Befehlshabers Oleg Sinegubow bei russischem Beschuss fünf Zivilisten getötet und 22 weitere verletzt. Unter den Verletzten seien fünf Kinder, schrieb Sinegubow bei Telegram.

Macron veröffentlicht Protokoll von Putin-Telefonat kurz vor Kriegsbeginn

19.30 Uhr: Vier Tage vor der russischen Invasion hatte der französischen Präsidenten Macron am Telefon versucht, Kremlchef Putin zu besänftigen. Eine Doku zeigt nun das Gespräch – und den Moment, als Putin Besseres zu tun hat. Lesen Sie hier mehr dazu.

Schwellenländer beim G7-Gipfel: Wo Putin kein Paria ist

18.59 Uhr: Olaf Scholz will Schwellenländer in Elmau enger an den Westen binden. Doch die fünf Geladenen halten Russland nicht so auf Abstand, wie sich die G7 das wünschen. Lesen Sie hier mehr dazu. 

Gouverneur: Mindestens zehn Tote bei Angriff auf Einkaufszentrum in Ukraine

18.45 Uhr: Bei dem russischen Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum in der Zentralukraine sind nach ukrainischen Angaben mindestens zehn Menschen getötet worden. Außerdem seien mehr als 40 Menschen verletzt worden, teilte der Gouverneur der Region Poltawa, Dmytro Lunin, am Montag mit. Der Angriff ereignete sich in Krementschuk, etwa 250 Kilometer südöstlich von Kiew. Lesen Sie hier mehr dazu.

Partnersuche auf dem G7-Gipfel: Mit neuen Freunden gegen Russland

18.15 Uhr: Beim Treffen geht es wieder um zusätzliche Waffen für die Ukraine. Doch über allem schwebt die Frage, wen der Westen für den Kampf gegen die russische Aggression gewinnen kann. Lesen Sie hier mehr dazu. 

G7-Staaten sagen Ukraine Budgethilfen von rund 28 Milliarden Euro zu

17.47 Uhr: Die führenden demokratischen Wirtschaftsmächte haben der Ukraine für dieses Jahr Finanzhilfen von bis zu 29,5 Milliarden US-Dollar (rund 28 Milliarden Euro) zugesagt. Man wolle das Land dabei unterstützen, seine Finanzierungslücke zu schließen und die Daseinsvorsorge für die Bevölkerung zu gewährleisten, hieß es in einem Papier der G7-Staaten. Offen blieb, ob es sich um Zuschüsse oder Kredite handelt. Eingerechnet sind dabei auch Gelder, die seit Jahresbeginn bereits gezahlt wurden.

Die Mittel sollen helfen, die grundlegenden staatlichen Leistungen des kriegsgebeutelten Landes aufrechtzuerhalten und etwa Renten und die Gehälter von Staatsbediensteten zu zahlen. Die Ukraine hatte für drei Monate um je rund 5 Milliarden Euro gebeten. Nach Ablauf der drei Monate könnte weitere Unterstützung nötig sein, hieß es damals.

Möglicher Nuklearangriff: EU liefert der Ukraine Notfallausrüstung

17.09 Uhr: Die EU-Kommission will als Vorbereitung auf einen möglichen russischen Angriff mit Massenvernichtungswaffen Spezialausstattung in die Ukraine schicken. »Medizinische Ausrüstung sowie Ausrüstung, die auf chemische, biologische oder nukleare Notfälle zugeschnitten ist, befinden sich auf dem Weg in die Ukraine«, erklärte der EU-Kommissar für Krisenmanagement, Janez Lenarcic, in Brüssel. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte zuletzt angekündigt, man wolle Bodenraketen vom Typ Iskander nach Belarus verlegen, die auch mit atomwaffenfähigen Sprengköpfen bestückt werden können.

Die Lieferung in die Ukraine im Wert von 11,3 Millionen Euro umfasst nach Angaben der Kommission unter anderem 300.000 Spezialschutzanzüge, 5600 Liter Dekontaminierungsmittel und 850 Geräte für Dekontaminierungsmaßnahmen. Für die medizinische Versorgung stelle die EU etwa Patientenmonitore, Infusionspumpen und Beatmungsgeräte bereit. »Krankenhäuser und medizinische Fachkräfte in der Ukraine arbeiten unter ständigem Beschuss. Wir müssen alles in unserer Macht Stehende tun, um ihnen die notwendigen Instrumente zur Rettung von Menschenleben zur Verfügung zu stellen«, so Lenarcic.

Ukraine meldet Raketenangriff auf Einkaufszentrum

16.38 Uhr: In Krementschuk ist eine russische Rakete in ein Einkaufszentrum eingeschlagen, Videos zeigen hohe Stichflammen und dicke Rauchschwaden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj spricht von mehr als 1000 Personen, die vor dem Angriff im Gebäude waren. Angaben zur Zahl der Verletzten oder möglichen Toten könnten vorerst nicht gemacht werden. Lesen Sie hier mehr dazu.

Kreml: Putin will an G20-Gipfel im Herbst teilnehmen

16.25 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin will am G20-Gipfel im Herbst in Indonesien teilnehmen. »Ja, wir haben bestätigt, dass unsere Teilnahme vorgesehen ist«, sagte Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge. Unklar blieb, ob der Kremlchef persönlich anreisen will oder per Video zugeschaltet sein wird.

Strack-Zimmermann fordert erneut deutsche Marder-Panzer für die Ukraine

Schützenpanzer Marder auf dem Truppenübungsplatz Bergen in der Lüneburger Heide

Schützenpanzer Marder auf dem Truppenübungsplatz Bergen in der Lüneburger Heide

Foto: Sven Eckelkamp / imago images/Sven Eckelkamp

15.32 Uhr: Die Vorsitzende des Bundestagsverteidigungsausschusses im Bundestag, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), dringt weiter darauf, der Ukraine deutsche Marder-Schützenpanzer zur Verfügung zu stellen. »Ich werde nicht müde, gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen der FDP zu fordern, dass aus dem Bestand der Bundeswehr mindestens 50 Marder-Panzer geschickt werden«, sagte sie dem TV-Sender der »Welt«. Positiv äußerte sich Strack-Zimmermann zu geplanten Sanktionen gegen russische Goldexporte.

»Wir haben jetzt die Panzerhaubitze 2000 geschickt, das ist exzellent«, sagte die FDP-Politikerin. Zudem beginne nun die Ausbildung an dem Raketensystem Mars 2 für das ukrainische Militär. Die Zeit dafür lasse sich leider nicht verkürzen. Es müssten aber bereits jetzt Entscheidungen für die nächsten möglichen Waffenlieferungen getroffen werden. »Das sind Raketenabwehrsysteme, das sind aber auch Panzer«, sagte Strack-Zimmermann.

Moskau: Mehr als 40 ukrainische Soldaten bei Angriff getötet

15.24 Uhr: Russische Truppen haben bei Angriffen auf die Region Mykolajiw im Südosten der Ukraine nach eigenen Angaben mehr als 40 ukrainische Soldaten getötet. In der Nähe des Dorfes Wyssunsk sei am Sonntag zudem Militärtechnik zerstört worden, teilte das russische Verteidigungsministerium am Montag in Moskau mit. Zudem seien in mehreren Gebieten insgesamt 24 Kommandoposten zerstört worden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Moskau bestätigte unterdessen auch Raketenangriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew vom Sonntag – bestritt aber, ein Wohnhaus getroffen zu haben. Der Angriff habe der Rüstungsfabrik Artem gegolten. Die Ukraine habe vermutlich Luftabwehrraketen eingesetzt, wovon eine dann wohl in ein Wohnhaus gestürzt sei, hieß es aus Moskau. Die ukrainische Seite wiederum hatte russische Raketen verantwortlich gemacht und von mehreren verletzten Hausbewohnern sowie einem Toten gesprochen.

Reaktion auf Sanktionen: Moskau untersagt weiteren Kanadiern Einreise

14.37 Uhr: Als Reaktion auf westliche Sanktionen hat Russland 43 weiteren Kanadiern aus Politik und Wirtschaft die Einreise untersagt. Auf der vom russischen Außenministerium veröffentlichten Liste stehen unter anderen die Präsidentin der Liberalen Partei, Suzanne Cowan, der ehemalige Gouverneur der Bank of England, Mark Carney, sowie mehrere hochrangige Beamte aus dem Umfeld von Premierminister Justin Trudeau. Das russische Außenministerium warf Trudeau vor, seine Regierung verfolge einen »Kurs militanter Russophobie«.

Erst im Mai hatte Russland seine Einreiseverbote gegen Kanadier ausgeweitet. Insgesamt stehen auf Moskaus sogenannter Stopp-Liste nun mehr als 700 Betroffene. Kanada wiederum hat – wie auch die USA und die EU – als Reaktion auf Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine weitreichende Strafmaßnahmen verhängt.

Ukrainer importieren mehr als 200.000 Gebrauchtwagen nach Kriegsbeginn

Autos an der ukrainisch-polnischen Grenze

Autos an der ukrainisch-polnischen Grenze

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- / dpa

14.31 Uhr: Aufgrund einer Sonderregelung haben die Ukrainer seit April mehr als 211.000 Gebrauchtwagen zollfrei in ihr Land eingeführt. Dem klammen ukrainischen Budget seien so umgerechnet über 630 Millionen Euro entgangen, schrieb der Parlamentsabgeordnete Jaroslaw Schelesnjak auf seinem Telegram-Kanal. Weil die Zollbefreiung am kommenden Freitag ausläuft, stiegen die täglichen Einfuhrzahlen zuletzt auf durchschnittliche 4700 Fahrzeuge am Tag. Der Massenimport hat zudem kilometerlange Warteschlangen vor allem an den Grenzen zum EU-Nachbarn Polen verursacht.

Die Zollbefreiung war im April, gut einen Monat nach Kriegsbeginn, beschlossen worden, damit Ukrainer aus den umkämpften Gebieten und vor allem die Armee zerstörte Fahrzeuge ersetzen können. Jedoch machten auch viele Bürger aus nicht vom Krieg betroffenen Gebieten von der Regelung Gebrauch. Sie führten auch Fahrzeuge der Premiumklasse zollfrei ein.

Johnson vergleicht Unterstützung für Ukraine mit Kampf gegen Hitler

13.52 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson hat die Unterstützung für die Ukraine im Krieg gegen Russland mit dem Kampf gegen den Nazidiktator Adolf Hitler verglichen. Der Preis für die Freiheit sei es wert, gezahlt zu werden, sagte Johnson der BBC am Rande des G7-Gipfels auf Schloss Elmau.

Die Demokratien hätten in der Mitte des 20. Jahrhunderts lange gebraucht, um eine Antwort zu Tyrannei und Aggression zu finden, und es sei sehr teuer gewesen. »Aber mit der Niederlage der Diktatoren, vor allem von Nazi-Deutschland, brachte dies viele Jahrzehnte der Stabilität, eine Weltordnung, die sich auf ein regelbasiertes internationales System stützte«, betonte Johnson. »Das ist schützenswert, das ist es wert, verteidigt zu werden, das bringt langfristigen Wohlstand.«

Putin fliegt nach Zentralasien

13.41 Uhr: Es ist seine erste Auslandsreise seit Kriegsbeginn: Russlands Präsident Wladimir Putin reist am Dienstag nach Tadschikistan in Zentralasien. Es sei ein Arbeitsbesuch beim tadschikischen Präsidenten Emomali Rachmon geplant, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Nachrichtenagentur Interfax zufolge in Moskau. Zu möglichen Inhalten der Gespräche machte er keine Angaben. Es werde einen formellen Teil geben.

Für Mittwoch ist die Teilnahme Putins bei einem Gipfel der Anrainerstaaten des Kaspischen Meeres in Turkmenistan geplant. Seit Beginn der Corona-Pandemie vor mehr als zwei Jahren nahm Putin überwiegend per Videoschalte an internationalen Gipfeln teil. Seine letzte bekannt gewordene Auslandreise führte Putin Anfang Februar nach China, wo er an der Eröffnung der Olympischen Winterspiele teilnahm.

Kreml: Werden uns im Falle von Gold-Importverbot umorientieren

13.39 Uhr: Der Kreml kritisiert das drohende Importverbot der G7-Staaten für russisches Gold als »unrechtmäßig« und will sich neue Märkte erschließen. »Der Edelmetallmarkt ist global, er ist ziemlich groß, voluminös und sehr vielfältig«, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag der Agentur Interfax zufolge. »Wenn ein Markt (...) durch unzulässige Entscheidungen an Attraktivität verliert, dann findet eine Umorientierung dorthin statt, wo diese Güter stärker nachgefragt sind und wo es bequemere und rechtmäßigere wirtschaftliche Lösungen gibt.«

Nach Angaben von US-Präsident Joe Biden wollen die G7-Staaten bei ihrem Gipfel in Elmau in Bayern ein Importverbot für russisches Gold verkünden. Damit würden Russland, das seit mehr als vier Monaten Krieg gegen das Nachbarland Ukraine führt, Milliardeneinnahmen aus diesem wichtigen Exportgut wegbrechen, hieß es. Die Europäische Union wird sich den Plänen für ein Importverbot für russisches Gold voraussichtlich anschließen.

G7 besorgt über Lieferung atomwaffenfähiger Raketen an Belarus

13.22 Uhr: Die G7-Staats- und Regierungschefs haben sich besorgt über die von Russland angekündigte Lieferung atomwaffenfähiger Raketen an Belarus gezeigt. In einem gemeinsamen Statement, das auf dem G7-Gipfel im bayerischen Elmau veröffentlicht wurde, heißt es, man sei angesichts dieser Ankündigung ernsthaft besorgt.

Russland will Boden-Raketen vom Typ Iskander nach Belarus verlegen, die auch mit atomwaffenfähigen Raketen bestückt werden können. Das versprach Präsident Wladimir Putin dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko. Die Verlegung werde in den nächsten Monaten erfolgen, sagte Putin der Staatsagentur Tass zufolge am Samstag bei einem Treffen mit Lukaschenko in St. Petersburg. Belarus ist ein enger Verbündeter Russlands.

Nato will Zahl der schnellen Eingreifkräfte drastisch erhöhen

13.17 Uhr: Bislang umfasst die »Nato Response Force« rund 40.000 Soldatinnen und Soldaten. Nun soll die Zahl massiv auf 300.000 Kräfte steigen, kündigte Nato-Generalsekretär Stoltenberg an. Es ist nicht die einzige Maßnahme. Lesen Sie hier mehr dazu.

Biden und von der Leyen wollen Europas Abhängigkeit von russischer Energie beenden

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und US-Präsident Joe Biden beim G7-Gipfel

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und US-Präsident Joe Biden beim G7-Gipfel

Foto: Susan Walsh / AP

13.15 Uhr: Infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine haben die USA ihre Exporte von Flüssiggas (LNG) nach Europa fast verdreifacht. Seit März seien die weltweiten LNG-Exporte nach Europa im Vergleich zu 2021 um 75 Prozent gestiegen, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung von US-Präsident Joe Biden und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die am Montag beim G7-Gipfel in Bayern veröffentlicht wurde. Man arbeite zusammen, um die Abhängigkeit Europas von russischer Energie zu beenden.

Biden und von der Leyen warfen Russland vor, Erdgas als »politische und wirtschaftliche Waffe« einzusetzen. Damit setze die Regierung in Moskau die Energiemärkte unter Druck, treibe die Preise für die Verbraucher in die Höhe und bedrohe die globale Energiesicherheit, kritisierten sie. »Dies wurde erst kürzlich durch die politisch motivierten akuten Unterbrechungen der Gaslieferungen an mehrere Mitgliedstaaten der Europäischen Union deutlich.«

G7 sichern Ukraine Unterstützung »so lange wie nötig« zu

13.01 Uhr: Die führenden demokratischen Wirtschaftsmächte haben der Ukraine angesichts des russischen Angriffskriegs ihre Hilfe »so lange wie nötig« zugesichert. »Wir werden weiterhin finanzielle, humanitäre, militärische und diplomatische Unterstützung leisten und stehen an der Seite der Ukraine so lange wie nötig«, hieß es in einem Statement des G7-Gipfels zur Ukraine.

Unter anderem stellten die Staats- und Regierungschefs darin eine Verschärfung der Sanktionen gegen Russland in Aussicht. Im Mittelpunkt sollten dabei die Rüstungsindustrie und der Technologiesektor stehen. »Wir sind entschlossen, Russlands Einnahmen, auch aus Gold, zu reduzieren«, hieß es zudem in dem Papier. Weitere Details wurden nicht genannt.

Separatisten: Noch 500 Zivilisten auf Gelände der Chemiefabrik Azot

12.37 Uhr: Auf dem Gelände der Chemiefabrik Azot in Sjewjerodonezk im Osten der Ukraine halten sich nach Darstellung prorussischer Separatisten noch rund 500 Zivilisten auf. Sie könnten das Werk noch nicht verlassen, weil einige Übergänge dort vermint seien, sagte der Vertreter der Luhansker Separatisten in Moskau, Rodion Miroschnik, im russischen Staatsfernsehen. Diese Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Spezialisten entschärften diese Minen, »damit diese Menschen selbst entscheiden können, ob sie auf dem Gebiet von Sjewjerodonezk bleiben oder es verlassen wollen«, sagte Miroschnik. Russland hatte die Einnahme der Stadt am Samstag gemeldet.

CNN: USA wollen Ukraine Raketenabwehrsystem Nasams liefern

12.36 Uhr: Die US-Regierung will der Ukraine einem Medienbericht zufolge ein modernes Boden-Luft-Raketenabwehrsystem zukommen lassen. Der Sender CNN  berichtete, die USA wollten noch in dieser Woche bekanntgeben, dass sie das System mit der Bezeichnung Nasams der Rüstungskonzerne Kongsberg (Norwegen) und Raytheon (USA) für die Ukraine gekauft hätten. Ukrainische Regierungsvertreter hätten um die Waffe gebeten, weil sie Ziele in einer Entfernung von mehr als 100 Meilen (rund 160 Kilometer) treffen könne. Vermutlich würden die USA in dieser Woche noch weitere militärsche Unterstützung ankündigen, darunter zusätzliche Artilleriemunition und Radargeräte.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert immer wieder die Lieferung von Raketenabwehrsystemen. Allein am Samstag habe Russland 62 Raketen auf die Ukraine abgefeuert, sagte er in seiner Videoansprache am Sonntagabend. Jede Verzögerung von Waffenlieferungen an die Ukraine sei eine Einladung an Russland, weiter zuzuschlagen.

Scholz: Werden Druck auf Putin weiter erhöhen

12.30 Uhr: Die führenden demokratischen Wirtschaftsmächte wollen den Druck auf Russlands Präsidenten Wladimir Putin wegen des Kriegs in der Ukraine weiter erhöhen. »Als G7 stehen wir geschlossen an der Seite der Ukraine u. werden sie weiter unterstützen«, teilte Kanzler Olaf Scholz während des G7-Gipfels via Twitter mit. »Dafür müssen wir harte, aber notwendige Entscheidungen treffen«, betonte der SPD-Politiker. Er versprach: »Wir werden den Druck auf Putin weiter erhöhen. Dieser Krieg muss enden.«

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Russland sieht sich nicht als zahlungsunfähig

12.26 Uhr: Der Kreml hat Berichte zurückgewiesen, wonach Russland seine Auslandsschulden nicht bezahlt haben soll. »Wir sind damit nicht einverstanden«, erklärte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge. Zuvor war in der Nacht eine 30-Tage-Frist ausgelaufen, innerhalb derer fällige Zinsen auf zwei Staatsanleihen in Auslandswährung zu zahlen waren. Es geht um eine Zahlung von 100 Millionen US-Dollar (94,7 Millionen Euro).

Russland betont, wirtschaftlich in der Lage und auch willens zu sein, die Schulden zu bedienen. Allerdings verhindern westliche Sanktionen die Auszahlung, da Moskau weder auf seine im Westen eingefrorenen Auslandsguthaben zurückgreifen, noch heimische Reserven an ausländische Geldinstitute überweisen kann.

Laut dem Finanzministerium in Moskau wurde die fällige Rate für die Zinsen bereits am 20. Mai überwiesen, fünf Tage bevor das von der Kontrollbehörde des US-Finanzministeriums OFAC erlassene Transaktionsverbot für russische Zahlungen in Kraft trat. Finanzminister Anton Siluanow nannte den drohenden Zahlungsausfall daher eine »Farce«.

Selenskyj fordert von G7 massive Hilfe für Kriegsende noch in diesem Jahr

Wolodymyr Selenskyj per Videoschalte beim G7-Gipfel

Wolodymyr Selenskyj per Videoschalte beim G7-Gipfel

Foto: Michael Kappeler / dpa

11.57 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat von den G7-Staaten gefordert, »alles zu tun«, um den Krieg mit Russland noch in diesem Jahr zu beenden. Bei den Gesprächen mit den G7-Staats- und Regierungschefs habe Selenskyj darauf verwiesen, dass der Krieg noch lange dauern werde, wenn er sich bis in den Winter hinziehe, hieß es aus G7-Kreisen bei dem Gipfel auf Schloss Elmau.

In einem per Videoschalte geführten Gespräch bat der ukrainische Präsident die Gipfelteilnehmer, Luftabwehrsysteme zu liefern und forderte eine Verschärfung der Sanktionen gegen Russland. Lesen Sie hier mehr dazu.

Institut für Weltwirtschaft Kiel schlägt Importzoll auf russisches Gas vor

10.41 Uhr: Das Institut für Weltwirtschaft Kiel (IfW) plädiert für Importzölle auf russisches Öl und Gas. Sie seien dem US-Vorschlag einer Preisobergrenze vorzuziehen, erklärte Handelsforscher Alexander Sandkamp mit Blick auf das G7-Treffen im bayerischen Elmau. »Ein Zoll mindert die Einnahmen Russlands und erhöht die Einnahmen der G7, womit die Belastungen der Bürgerinnen und Bürger durch die hohen Energiepreise abgefedert werden können.«

Aus Sicht des IfW wäre die Einführung eines Importzolls durch die wichtigsten westlichen Industrienationen G7 sinnvoll, weil die bisherigen Sanktionen die russische Wirtschaft vor allem auf längere Sicht träfen. Kurzfristig führten die bisherigen Sanktionen jedoch zu einem drastischen Anstieg der Energiepreise, wodurch Russland wiederum trotz sinkender Exportmengen sogar mehr Geld einnehme. »Ein Importzoll trifft Russlands Wirtschaft, weil Putin dadurch geringere Einnahmen erzielt, ohne dass wir komplett auf russische Ölimporte verzichten müssen«, sagt Sandkamp.

Finnland und Schweden wollen vor Nato-Gipfel mit Erdoğan über Beitrittsanträge sprechen

10.18 Uhr: Unmittelbar vor dem Nato-Gipfel wollen die Vertreter Schwedens und Finnlands mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan über ihre Nato-Beitrittsgesuche sprechen. Das Treffen zwischen Erdoğan, der schwedischen Ministerpräsidentin Magdalena Andersson und ihm solle am Dienstag vor Beginn des Nato-Gipfels in Madrid stattfinden, teilte der finnische Präsident Sauli Niinistö auf Twitter mit. An dem Gespräch soll demnach auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg teilnehmen.

Laut Helsinki sind für diesen Montag bereits Gespräche zu dem Thema im Nato-Hauptquartier in Brüssel geplant. Schwedischen Angaben zufolge wird Regierungschefin Andersson nach Brüssel reisen, um sich im Vorfeld des Nato-Gipfels mit Stoltenberg zu treffen. Die schwedische Regierungschefin hatte am Samstag mit Erdoğan telefoniert, nach Angaben Ankaras gab es aber keine Fortschritte. Das Nato-Mitglied Türkei blockiert die Beitrittsgesuche der beiden nordischen Länder. Es wirft ihnen vor, der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) Schutz zu gewähren.

Schweden und Finnland hatten im Mai unter dem Eindruck des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ihre jahrzehntelange militärische Neutralität aufgegeben und Anträge auf Nato-Mitgliedschaft gestellt. Dem Beitritt eines Staates zur Nato müssen alle 30 Mitgliedsländer zustimmen.

Behörden drängen Bürger zur Flucht aus Lyssytschansk

Straße nach Lyssytschansk: Die Stadt im Osten der Ukraine ist strategisch wichtig

Straße nach Lyssytschansk: Die Stadt im Osten der Ukraine ist strategisch wichtig

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Rick Mave / SOPA Images / ZUMA Press Wire / picture alliance / dpa

10.14 Uhr: Die ukrainischen Behörden fordern Zivilisten dringend zum Verlassen der umkämpften Stadt Lyssytschansk auf. »Die Situation in der Stadt ist sehr schwierig«, schreibt der Gouverneur der ostukrainischen Region Luhansk, Serhij Hajdaj, laut der Nachrichtenagentur Reuters auf dem Kurznachrichtendienst Telegram. Lyssytschansk wird von russischen Truppen angegriffen, die zuvor die strategisch wichtige Nachbarstadt Sjewjerodonezk erobert hatten. Lyssytschansk ist damit die letzte größere ukrainische Bastion in der Region Luhansk.

Wie viele Zivilisten noch in Lyssytschansk sind, blieb unklar. Vor dem russischen Einmarsch in die Ukraine am 24. Februar lebten dort rund 100.000 Menschen.

Auszeichnung des deutschen Buchhandels: Friedenspreis geht an Serhij Zhadan

10.07 Uhr: Der ukrainische Schriftsteller und Musiker wird geehrt für sein herausragendes künstlerisches Werk und seine humanitäre Haltung: Serhij Zhadan erhält in diesem Jahr den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Lesen Sie hier mehr dazu.

US-Regierung: G7 verhängen weitere Strafmaßnahmen gegen Moskau

10.04 Uhr: Wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine wollen die USA und die anderen G7-Staaten nach Angaben der US-Regierung weitere Strafmaßnahmen gegen Moskau verhängen. Die Maßnahmen richteten sich unter anderem gegen militärische Produktions- und Lieferketten, teilte das Weiße Haus am Rande des G7-Gipfels in Bayern mit. Die USA würden in Abstimmung mit den G7-Staaten Sanktionen gegen Hunderte weitere Personen und Institutionen erlassen sowie Strafzölle auf zahlreiche russische Produkte erheben.

Ein hochrangiger US-Regierungsvertreter machte deutlich, dass es beim US-Vorschlag für eine Preisobergrenze für russisches Öl noch keinen Durchbruch beim Gipfel gab. Der Regierungsvertreter sagte, dazu befinde man sich noch in Gesprächen mit anderen G7-Partnern. Man stehe aber kurz davor, dass die zuständigen Minister angewiesen würden, entsprechende Mechanismen zu entwickeln. Der Vorschlag der USA sieht vor, Russland dazu zu zwingen, Öl künftig für einen deutlich niedrigeren Preis an große Abnehmer wie Indien zu verkaufen.

London: Russland setzt in Ukraine verstärkt auf Reservisten

9.31 Uhr: Die russische Armee wird in ihrem Krieg gegen die Ukraine nach Einschätzung Großbritanniens vornehmlich auf Reservisten setzen. Die Kampfreserve bestehe aus freiwilligen Teilzeitkräften, die eigentlich für Sicherheitsaufgaben im Rücken der Front vorgesehen seien, teilte das Verteidigungsministerium in London unter Berufung auf Geheimdienstinformationen mit. Mit Veteranen, die in den vergangenen fünf Jahren gedient haben, würden vermutlich Bataillone aufgefüllt. »Trotz eines andauernden Mangels an einsatzfähigen Reservisten für die Ukraine wird die russische Führung wahrscheinlich weiter zögern, eine allgemeine Mobilisierung anzuordnen«, hieß es.

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Taktisch liege der russische Schwerpunkt zwar weiter auf dem Kessel um die Nachbarstände Sjwjerodonezk und Lyssytschansk. Doch sieht das britische Ministerium auch ein zusätzliches Vorhaben: »Eine Woche mit konstant schwerem Beschuss deutet darauf hin, dass Russland nun versucht, auf der nördlichen Isjum-Achse an Momentum zu gewinnen.« Die ukrainischen Streitkräfte würden dort allerdings die Front halten und dabei sehr gut das bewaldete Gelände für die Verteidigung nutzen.

Russland schlittert Richtung Zahlungsausfall

8.41 Uhr: Hohe Rohstoffpreise bringen Russland jede Woche Milliardensummen ein – doch wegen der Sanktionen kann das Land das Geld nicht an seine Gläubiger überweisen. Nun verdichten sich Hinweise auf einen Zahlungsausfall. Lesen Sie hier mehr dazu.

Scholz will G20 trotz Russlands Angriffskrieg »nicht torpedieren«

8.25 Uhr: Trotz des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hat sich Bundeskanzler Olaf Scholz für einen Erhalt der G20 ausgesprochen, der auch Russlands Präsident Wladimir Putin angehört. »Eins ist klar: Die G20 müssen auch weiter eine Rolle spielen«, sagte der SPD-Politiker im ZDF-»Morgenmagazin«, zu dem er vom G7-Gipfel auf Schloss Elmau zugeschaltet wurde. Es gebe »die gemeinsame Überzeugung, dass wir die G20 nicht torpedieren wollen«, fügte er hinzu. Die G20 ist eine Staatengruppe führender Wirtschaftsmächte, der neben den G7-Staaten unter anderen auch autoritär geführte Länder wie Russland, China und Saudi-Arabien angehören. Das nächste Gipfeltreffen ist für November in Indonesien geplant.

Die Frage, ob er sich dort mit Putin an einen Tisch setzen werde, beantwortete Scholz nicht klar. Er verwies darauf, dass auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj von den indonesischen Gastgebern zu dem Gipfel eingeladen worden sei und sagte: »Wir werden am Ende die Entscheidung kurz vor der Abreise treffen müssen, weil ja die Weltläufte sich bis dahin sehr erheblich verändern können.«

Ukrainisches Militär verhindert offenbar Kessel um Lyssytschansk

8.00 Uhr: Das ukrainische Militär hat laut eigenen Angaben westlich von Lyssytschansk russische Angriffe zurückgeschlagen und damit eine Einkesselung der strategisch wichtigen Großstadt im Osten der Ukraine verhindert. »Nahe Werchnjokamjanka haben die Verteidigungskräfte dem Feind erhebliche Verluste zugefügt und ihn zum Rückzug gezwungen«, teilte der ukrainische Generalstab in seinem Lagebericht mit. Werchnjokamjanka liegt nur wenige Kilometer westlich von Lyssytschansk an der letzten wichtigen Versorgungsstraße für die Stadt.

Lyssytschansk selbst war ukrainischen Angaben zufolge erneut Ziel schwerer Luft- und Artillerieangriffe. Russische Einheiten stehen im Süden bereits am Stadtrand. Mehrere Vororte sind ebenfalls unter Feuer geraten. In der Stadt sollen noch mehrere Tausend ukrainische Soldaten stationiert sein.

Selenskyj spricht bei G7-Gipfel

7.04 Uhr: Die Staats- und Regierungschefs aus sieben großen Industriestaaten (G7) setzen am Montag ihren Gipfel fort (10 Uhr). Den Auftakt am zweiten von drei Gipfeltagen auf Schloss Elmau macht eine Sitzung zum Ukrainekrieg. An ihr nimmt auch der per Video zugeschaltete ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teil. Schon am Sonntag hatte eine Bewertung der Wirksamkeit der Sanktionen der G7-Staaten gegen Russland wegen des Ukrainekrieg auf der Tagesordnung gestanden.

Bundeswehrgeneral sieht größte Gefahr an der Nordostflanke der Nato

7.00 Uhr: Der neue Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, Bernd Schütt, sieht die größte Gefahr für eine militärische Eskalation mit Russland an der Nordostflanke der Nato. »Und deswegen ist der Punkt der glaubwürdigen Abschreckung in dieser Region für mich ein ganz zentraler Punkt. Hier spielt die Präsenz von Landstreitkräften eine zentrale Rolle«, sagte der Generalleutnant der Nachrichtenagentur dpa. Verstärkte Übungen für die Landes- und Bündnisverteidigung werde es auch in seinem Kommando geben. Schütt: »Diese Art von intensiver Kriegsführung haben wir hier so noch nicht trainiert. Da bedarf es einer Anpassung bestehender Strukturen und Verfahren.«

Das Einsatzführungskommando in Schwielowsee bei Potsdam führt die Kontingente der Bundeswehr im Auslandseinsatz in nationalen Belangen wie bei Material, Personal und im Disziplinarwesen, nicht aber operativ. Bei Einsätzen wie in Litauen – wo die Bundeswehr einen multinationalen Gefechtsverband der Nato (eFP) führt – sind die deutschen Soldaten auch in die Verteidigungsplanungen des jeweiligen Landes eingebunden. Nach konkreter gewordenen russischen Drohgebärden im Streit über den Transitverkehr in die russische Ostsee-Exklave Kaliningrad sind Befürchtungen im Baltikum zuletzt gewachsen.

Ukrainische Schwarzmeerregion Odessa meldet Raketenangriffe

6.53 Uhr: Bei einem Raketeneinschlag im Gebiet Odessa im Süden der Ukraine sind offenbar sechs Menschen zu Schaden gekommen. Die Rakete sei von einem russischen strategischen Bomber des Typs Tu-22 abgefeuert worden, teilte das ukrainische Wehrkommando Süd am Montag mit. Unter den Opfern ist den Behördenangaben nach auch ein Kind. Aus den Angaben geht nicht hervor, ob die betroffenen Personen verletzt oder getötet wurden. Einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen der vergangenen Stunden finden Sie hier.

Selenskyj appelliert an Belarussen

0.05 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Menschen im Nachbarland Belarus aufgerufen, sich nicht in den russischen Angriffskrieg in der Ukraine hineinziehen zu lassen. »Der Kreml hat bereits alles für Sie entschieden«, sagte er am Sonntag mit Blick auf Moskau in seiner abendlichen Videoansprache. »Aber Sie sind keine Sklaven und Kanonenfutter. Sie dürfen nicht sterben.« Die Menschen sollten nicht andere für Belarus entscheiden lassen. »Ich weiß, dass die Menschen in Belarus uns unterstützen, nur uns, nicht den Krieg. Und deshalb will die russische Führung Sie in einen Krieg hineinziehen«, sagte Selenskyj.

Am Samstag hatte sich der belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko abermals mit Russlands Präsident Wladimir Putin getroffen. Dabei kündigte der Kremlchef die Lieferung von Raketensystemen vom Typ Iskander-M nach Belarus an, die auch mit nuklearen Sprengköpfen bestückt werden können. Nach jüngsten Angaben aus Kiew griffen russische Truppen die Ukraine zuletzt auch von Belarus aus an.

kfr/asc/ngo/dpa/AfP/Reuters
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