Krieg in Osteuropa OSZE-Spitze verurteilt russische Angriffe als »Terror«
Zerstörtes Auto in Kiew
Foto: --- / dpaUS-Präsident Biden verspricht der Ukraine Luftabwehrsysteme.
Russland attackiert zahlreiche Gebiete in der Ukraine mit Raketen, darunter die Hauptstadt Kiew. Es gibt Tote und Verletzte. Mehr dazu lesen Sie hier.
Der ukrainische Geheimdienst SBU hat den russischen Ex-Präsidenten Dmitrij Medwedew nach den Angriffen zur Fahndung ausgeschrieben.
Laut Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht soll die Ukraine in Kürze das erste hochmoderne Luftverteidigungssystem aus Deutschland bekommen.
Biden verspricht Luftabwehrsysteme für Ukraine
22.19 Uhr: US-Präsident Joe Biden hat dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zugesagt, dass die Vereinigten Staaten die Ukraine nach dem verheerenden russischen Raketenbeschuss mit modernen Flugsystemen versorgt werden.
In einem Telefongespräch mit Selenskyj sicherte Biden die weitere Unterstützung der USA zu und verurteilte die »sinnlosen Angriffe« Russlands, die zivile Ziele trafen.
»Präsident Biden sagte zu, der Ukraine weiterhin die Unterstützung zukommen zu lassen, die sie für ihre Verteidigung benötigt, einschließlich moderner Luftabwehrsysteme«, heißt es in einer Erklärung des Weißen Hauses zu dem Telefonat.
Productive conversation with @POTUS. Air defense is currently the number 1 priority in our defense cooperation.
— Volodymyr Zelenskyy / Володимир Зеленський (@ZelenskyyUa) October 10, 2022
We also need US leadership with the G7's tough stance and with support for our UN GA resolution.
Russland scheitert mit Vorschlag geheimer Uno-Abstimmung
22.02 Uhr: Russland ist damit gescheitert, eine geheime Abstimmung zu seiner völkerrechtswidrigen Annexion von Teilen der Ukraine vor der Uno-Vollversammlung zu erzwingen. Eine große Mehrheit der 193 Uno-Mitglieder stimmte zu Beginn einer entsprechenden Dringlichkeitssitzung vor dem größten Uno-Gremium für eine öffentliche Wahl zu einer entsprechenden Beschlussvorlage.
Die Uno-Vollversammlung begann Beratungen zu den jüngsten völkerrechtswidrigen Annexionen von Teilen der Ukraine durch Russland. Am Ende der Sitzung, die sich aufgrund einer Vielzahl an Sprecherinnen und Sprechern bis Mittwoch hinziehen könnte, sollen die Mitgliedstaaten über eine Resolution zur Verurteilung Moskaus abstimmen. Russland hatte bereits im Vorfeld – anscheinend in der Hoffnung auf ein besseres Ergebnis – für eine geheime Abstimmung geworben.
OSZE-Spitze verurteilt russische Angriffe als »Terror«
21.14 Uhr: Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sieht die jüngsten russischen Angriffe in der Ukraine als »Terror« gegen die Zivilbevölkerung. »Diese abscheulichen militärischen Aktionen bedeuten die völlige Missachtung des Völkerrechts und des Kriegsvölkerrechts«, hieß es in einer Stellungnahme. »Das einzige Motiv für diese brutalen und grausamen Taten ist das Verbreiten von Terror, um taktisches und strategisches Versagen zu kompensieren«, sagte die OSZE-Spitze, darunter Polens Außenminister und OSZE-Vorsitzender Zbigniew Rau sowie die deutsche OSZE-Generalsekretärin Helga Maria Schmid.
Russland ist einer der 57 Mitgliedstaaten der OSZE. Die in Wien ansässige Organisation überwachte jahrelang den brüchigen Waffenstillstand zwischen der ukrainischen Armee und prorussischen Separatisten in der Ostukraine. Nach Beginn der russischen Invasion zogen die OSZE-Beobachter ab.
Selenskyj zeigt sich in Videoansprache kämpferisch
20.57 Uhr: Wolodymyr Selenskyj hat sich in seiner täglichen Videobotschaft kämpferisch ob der russischen Angriffe in der Ukraine gezeigt. Der ukrainische Präsident sagte, dass die zerstörten Gebäude wiederhergestellt und viele der russischen Drohnen abgeschossen worden seien. Selenskyj bat die Menschen, die Sicherheitsvorschriften und den Luftalarm zu beachten. »Es besteht immer noch Gefahr, aber wir kämpfen«, sagte er. Die Ukraine lasse sich nicht einschüchtern. Die Besatz griffen zu diesem Terror, weil sie den ukrainischen Streitkräften auf dem Schlachtfeld nichts entgegenzusetzen hätten.
Russland kritisiert USA für Fördern von »kriegerischer Stimmung«
20.10 Uhr: Das russische Außenministerium schießt mal wieder gegen die USA: Russland sei offen für Diplomatie, sagte eine Sprecherin, aber Washington fördere eine »kriegerische Stimmung« in der Ukraine. Das erschwere die diplomatischen Bemühungen zur Lösung des Konflikts, sagte Maria Sacharowa. Die Aussagen sind immer auch als Teil einer Propaganda zu sehen, die zur modernen Kriegsführung gehört. Die internationale Gemeinschaft ist sich einig, dass Russland der Aggressor im Ukrainekrieg ist.
Angriffe zeigen laut Biden »äußerste Brutalität« von Putin
18.58 Uhr: US-Präsident Joe Biden hat die russischen Raketenangriffe auf die Ukraine »aufs Schärfste« verurteilt. Sie zeigten einmal mehr »die äußerste Brutalität des illegalen Kriegs« von Kremlchef Wladimir Putin gegen das ukrainische Volk, erklärte Biden. Die Angriffe bestärkten die US-Regierung darin, dem ukrainischen Volk beizustehen, solange es nötig sei. Man werde Russland weiterhin gemeinsam mit den internationalen Partnern zur Rechenschaft ziehen. »Wir fordern Russland erneut auf, diese unprovozierte Aggression sofort zu beenden und seine Truppen aus der Ukraine abzuziehen«, sagte Biden.
US-Außenminister Antony Blinken versicherte seinem ukrainischen Amtskollegen Dmytro Kuleba angesichts der Angriffe in einem Telefonat die »unerschütterliche wirtschaftliche, humanitäre und sicherheitspolitische Hilfe« der US-Regierung.
Stromausfall legt Verkehr an Polens Grenze zur Ukraine zeitweise lahm
18.23 Uhr: Nach den russischen Angriffen, die auch die als vergleichsweise sicher geltende Stadt Lwiw nahe der Grenze zu Polen trafen, hat ein Stromausfall auf der ukrainischen Seite den Verkehr an den zwei größten Grenzübergängen zwischen Polen und der Ukraine für mehrere Stunden gestoppt. Am Montagmittag sei die Abfertigung an den Übergängen Korczowa und Medyka in beide Richtungen wieder angelaufen, sagte eine Sprecherin des polnischen Grenzschutzes.
Unter anderem war ein Teil der westukrainischen Großstadt Lwiw (Lemberg) nach den Angriffen ohne Strom. Lwiw liegt knapp 80 Kilometer von der polnisch-ukrainischen Grenze entfernt.
Ukrainischer Geheimdienst schreibt Medwedew zur Fahndung aus
17.58 Uhr: Der ukrainische Geheimdienst SBU hat den russischen Ex-Präsidenten Dmitrij Medwedew zur Fahndung ausgeschrieben. Demnach wird Medwedew der Angriff auf die Grenzen und die Souveränität der Ukraine vorgeworfen. Nach Paragraf 110 Absatz 2 des ukrainischen Strafgesetzbuches droht ihm damit eine Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren. Medwedew, der derzeit Vizesekretär des nationalen Sicherheitsrats in Russland ist, hatte am Sonntag praktisch die Vergeltungsschläge Russlands für die Explosion auf der Krimbrücke angekündigt. Die Explosion sei ein Terroranschlag, auf die Russland mit der »Vernichtung der Terroristen« reagieren werde, schrieb er.
Truss: Russische Angriffe sind Zeichen für Putins Verzweiflung
17.45 Uhr: Die britische Premierministerin Liz Truss hat dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nach den jüngsten russischen Raketenangriffen auf Kiew weitere Rückendeckung zugesichert. Truss sehe in den Angriffen »ein Zeichen des ukrainischen Erfolgs und der zunehmenden Verzweiflung« des russischen Präsidenten Wladimir Putin, sagte ein britischer Regierungssprecher nach einem Telefonat der Premierministerin mit Selenskyj. Truss habe die Angriffe scharf verurteilt und betont, dass Putins »zerstörerische Rhetorik und sein Verhalten« nichts an Großbritanniens Entschluss ändern würden, fest an der Seite der Ukraine zu stehen.
Analyse: Putins Rache
Mit massiven Luftangriffen reagiert Russland auf die Beschädigung der Krimbrücke. Moskau hatte es auf den Energiesektor der Ukraine abgesehen. Doch nicht bei allen Zielen war die Absicht so eindeutig. Den Text aus Kiew und Dnipro von Christian Esch und Thore Schröder lesen Sie hier .
Belgorod schließt Schulen, Berufsschulen und Universitäten
17.26 Uhr: In der russischen Grenzregion um die Stadt Belgorod bleiben für zwei Wochen die Schulen, Berufsschulen und Universitäten geschlossen, das teilte der Gouverneur des Gebiets Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, bei Telegram mit. Gladkow sprach davon, dass die Sicherheit der Kinder das Wichtigste sei, man müsse sicherstellen, dass sie in einer sicheren Umgebung sind. Aus mehreren Orten nahe der Grenze zur Ukraine meldeten Behörden in den vergangenen Tagen Beschuss.
Unlängst zogen sich die russischen Truppen fast komplett aus der ukrainischen Region Charkiw zurück. Diese grenzt unmittelbar an die russische Oblast Belgorod. Das Artillerieduell zwischen beiden Seiten in der Grenzregion geht aber weiter, wie SPIEGEL-Reporter im September vor Ort beobachten konnten .
Indien »zutiefst besorgt« über Eskalation in der Ukraine
16.53 Uhr: Die indische Regierung hat nach den russischen Raketenangriffen auf ukrainische Großstädte »zutiefst besorgt« reagiert. Indien rufe zu einem sofortigen Ende der Kampfhandlungen auf und biete Unterstützung für Deeskalationsbemühungen an, sagte ein Sprecher des Außenministeriums. Die Aussagen sind beachtenswert, weil sich die Regierung wegen ihrer engen Beziehungen zum Westen wie zum Kreml neutral verhält und nicht von Wladimir Putin abrückt .
Russischer Oppositioneller Kara-Mursa gewinnt Vaclav-Havel-Preis
16.39 Uhr: Der russische Oppositionspolitiker und Journalist Wladimir Kara-Mursa ist mit dem prestigeträchtigen Vaclav-Havel-Preis des Europarats ausgezeichnet worden. Es erfordere unglaublichen Mut, sich im heutigen Russland gegen die Obrigkeit zu stellen, sagte der Präsident der Parlamentarischen Versammlung, Tiny Kox. Kara-Mursa gilt als prominenter Kritiker von Kremlchef Wladimir Putin. Zweimal hat er rätselhafte Vergiftungen nur knapp überlebt. Er ist wegen Hochverrats angeklagt und sitzt seit einigen Monaten im Gefängnis. Seine Frau nahm den Menschenrechtspreis entgegen. Sie las ein Statement von ihm vor, wonach er den Gewinn all jenen widmet, die sich in Russland gegen den Ukrainekrieg auflehnen.
Macron nennt russische Angriffe eine »tiefgreifende Veränderung« im Krieg
16.29 Uhr: Der französische Präsident Emmanuel Macron hat die Angriffe Russlands auf Städte in der Ukraine scharf kritisiert. »Die vorsätzlichen Angriffe Russlands auf dem gesamten Territorium der Ukraine und gegen Zivilisten stellen eine tiefgreifende Veränderung in der Natur dieses Kriegs dar«, sagte er Medienberichten zufolge am Montag im französischen Château-Gontier. Er werde sich in Paris mit seinen diplomatischen und militärischen Beratern treffen, um eine Bestandsaufnahme der Situation vorzunehmen. Macron hatte am Morgen bereits mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj telefoniert und seine große Besorgnis ausgedrückt.
Orbán spricht mit Scholz über Ukraine – und trifft Merkel
15.44 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat am Montag den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán im Berliner Kanzleramt empfangen. Im Mittelpunkt des Gesprächs sollen nach Angaben von deutscher Seite die Reaktionen auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine stehen. Der rechtsnationale ungarische Regierungschef wettert seit Monaten gegen die Sanktionen, die die EU gegen Russland verhängt hat. Trotzdem stimmte sein Land bisher immer für die Strafmaßnahmen, die einstimmig beschlossen werden müssen. Vor wenigen Tagen hatte Orbán eine Volksbefragung in Ungarn zu den Sanktionen angekündigt.
Eine Pressekonferenz mit Scholz ist ungewöhnlicherweise nicht geplant. Bei Besuchen von Regierungschefs aus Mitgliedstaaten der Europäischen Union ist das eigentlich die Regel. Es gibt aber Ausnahmen.
Bei seinem Besuch in Berlin traf Orbán nicht nur Scholz, sondern auch dessen Vorgängerin Angela Merkel. Ein Gespräch zwischen den beiden habe bereits am Sonntag stattgefunden, teilte das Büro Merkels am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit. Zu den Gesprächsinhalten gab es keine Auskunft. »Wir bitten um Verständnis, dass wir – wie grundsätzlich bei nicht öffentlichen persönlichen Gesprächen – darüber hinaus keine weitere Auskunft auch zu diesem nicht öffentlichen Gespräch geben«, hieß es.
Medwedew droht mit neuen Raketenangriffen auf Ukraine
15.01 Uhr: Russlands Ex-Präsident Dmitrij Medwedew hat mit neuen Raketenangriffen auf ukrainische Städte gedroht. »Die erste Episode ist vorbei. Es wird weitere geben«, schrieb Medwedew, der Vizesekretär des Sicherheitsrats ist, bei Telegram. Der ukrainische Staat sei in seiner jetzigen Form eine ständige Bedrohung für Russland. Deshalb müsse die politische Führung des Nachbarlands vollständig beseitigt werden, betonte Medwedew. Dies sei seine »persönliche Position«.
Russland hatte zuletzt mehr als 80 Raketen auf Kiew und andere Städte in der Ukraine gefeuert. Die Angriffe am Montagmorgen töteten dem ukrainischen Zivilschutz zufolge mindestens elf Menschen landesweit. Kremlchef Wladimir Putin nannte den Angriff eine Reaktion auf die »Terroranschläge« gegen russisches Gebiet.
Von der Leyen: Putins Russland steht für Brutalität und Terror
14.25 Uhr: EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat sich entsetzt über die jüngsten russischen Angriffe auf zahlreiche Städte in der Ukraine gezeigt. »Putins Russland hat der Welt erneut gezeigt, wofür es steht: Brutalität und Terror«, schrieb die deutsche Politikerin auf Twitter. Sie wisse, dass die Ukrainer stark bleiben würden. Zudem bekräftigte von der Leyen, dass man der Ukraine so lange zur Seite stehen werde, wie dies nötig sei: »Mit allen Mitteln, die wir haben.« Zudem drückte sie in einer Videobotschaft, die in Narwa in Estland nahe der russischen Grenze aufgezeichnet wurde, ihr Mitgefühl für die Opfer der Angriffe aus.
Shocked and appalled by the vicious attacks on Ukrainian cities.
— Ursula von der Leyen (@vonderleyen) October 10, 2022
Putin’s Russia has again shown the world what it stands for: brutality and terror.
I know that Ukrainians will stay strong.
We will stand with Ukraine for as long as it takes, with all the means we have. pic.twitter.com/Q9wgh62nzF
Stoltenberg verurteilt Angriffe auf zivile Ziele in der Ukraine
14.18 Uhr: Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat die russischen Angriffe auf zivile Ziele in der Ukraine verurteilt. Diese seien »entsetzlich« und »rücksichtslos«, schrieb Stoltenberg nach einem Gespräch mit dem ukrainischen Außenminister Dmytro Kuleba auf Twitter. Die Nato werde das tapfere ukrainische Volk weiterhin unterstützen, sich gegen die Aggression des Kreml zu wehren, solange es nötig sei, so Stoltenberg weiter.
Spoke with Foreign Minister @DmytroKuleba & condemned #Russia's horrific & indiscriminate attacks on civilian infrastructure in #Ukraine. #NATO will continue supporting the brave Ukrainian people to fight back against the Kremlin's aggression for as long as it takes.
— Jens Stoltenberg (@jensstoltenberg) October 10, 2022
Baerbock: Tun alles für schnelle Stärkung der ukrainischen Luftabwehr
14.10 Uhr: Nach den russischen Raketenangriffen auf ukrainische Großstädte hat Bundesaußenministerin Annalena Baerbock Kiew schnelle Hilfe bei der Luftverteidigung versprochen. »Wir tun alles, um die ukrainische Luftverteidigung schnell zu verstärken«, schreibt die Grünenpolitikerin auf Twitter. Sie sprach mit Blick auf das russische Raketenfeuer von Menschen in Todesangst im Kiewer Morgenverkehr und einem Einschlagskrater neben einem Spielplatz: »Es ist niederträchtig und durch nichts zu rechtfertigen, dass Putin Großstädte und Zivilisten mit Raketen beschießt.«
Bewohner*innen von Kiew in Todesangst im Morgenverkehr. Ein Einschlagskrater neben einem Spielplatz. Es ist niederträchtig & durch nichts zu rechtfertigen, dass Putin Großstädte und Zivilisten mit Raketen beschießt. Wir tun alles, um die 🇺🇦 Luftverteidigung schnell zu verstärken.
— Außenministerin Annalena Baerbock (@ABaerbock) October 10, 2022
Russisches Militär sieht nach Raketenangriffen »Ziel erreicht«
14.00 Uhr: Das russische Verteidigungsministerium hat die massiven Raketenangriffe auf Kiew und andere ukrainische Großstädte als Erfolg bezeichnet. »Das Ziel des Schlags wurde erreicht. Alle benannten Ziele wurden getroffen«, erklärte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow.
Ukrainischen Angaben nach hat das russische Militär Dutzende Raketen, darunter auch strategische Lenkwaffen vom Typ Kalibr, auf Ziele im ganzen Land abgeschossen. Vor allem Objekte der Energieinfrastruktur seien getroffen worden, hieß es. Doch auch im Zentrum der Hauptstadt schlugen Geschosse ein.
Brennendes Auto in Kiew
Foto: GLEB GARANICH / REUTERSLuftalarm in Kiew nach mehr als fünfeinhalb Stunden aufgehoben
13.38 Uhr: Nach den russischen Raketenangriffen ist der Luftalarm in der ukrainischen Hauptstadt Kiew nach mehr als fünfeinhalb Stunden aufgehoben worden. Eine Reporterin der Deutschen Presse-Agentur im Zentrum der Metropole berichtet, dass Menschen die Keller verließen und auf den Straßen wieder Fußgänger zu sehen seien.
Nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko wurde der Verkehr auf allen U-Bahn-Linien der Hauptstadt vorerst wieder aufgenommen. Er rief die Bewohner aber zur Vorsicht auf. »Fahren Sie heute nicht ohne Not in die Stadt«, teilte er bei Telegram mit. »Ich erinnere Sie auch daran, dass U-Bahn-Stationen auch als Schutzräume funktionieren.« Klitschko zufolge ist die Stromversorgung derzeit teilweise auf Industriekunden und einen Teil der Haushalte in Kiew beschränkt.
Ukrainischen Medien zufolge soll der Luftalarm mit fünf Stunden und 37 Minuten der längste seit Kriegsbeginn am 24. Februar gewesen sein.
EU-Sprecher: Angriffe auf Kiew kommen Kriegsverbrechen gleich
13.31 Uhr: Ein Sprecher des Europäischen Auswärtigen Dienstes (EEAS) hat die Attacken auf Kiew und andere ukrainische Städte als Kriegsverbrechen bezeichnet. »Diese Angriffe sind barbarische und feige Angriffe«, sagte er in Brüssel. Sie zeigten nur, dass Russland sich für eine Taktik mit gezielten und wahllosen Bombardierungen der Zivilbevölkerung entschieden habe. »Dies verstößt gegen das humanitäre Völkerrecht, und diese wahllose Bombardierung von Zivilisten kommt einem Kriegsverbrechen gleich«, sagte er. Die EU werde der Ukraine weiter in allen notwendigen Bereichen zur Seite stehen.
Selenskyj will Russland weiter isolieren
13.16 Uhr: Nach den russischen Raketenangriffen unter anderem auf Kiew bemüht sich die Ukraine um eine noch größere Isolation Russlands. Sein Land versuche zudem, die internationale Hilfe zu konsolidieren, Zerstörtes wiederaufzubauen und seine Verteidigungsfähigkeit zu stärken, schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf Twitter. »Wir haben die Schritte mit dem polnischen Präsidenten Andrzej Duda koordiniert.«
We've coordinated steps with President of Poland @AndrzejDuda. We will work on consolidating international support, strengthening Ukraine's defense capabilities, restoring the destroyed, as well as increasing Russia's isolation.
— Volodymyr Zelenskyy / Володимир Зеленський (@ZelenskyyUa) October 10, 2022
Kuleba fordert harte Uno-Antwort auf die Angriffe
13.09 Uhr: Die Ukraine bemüht sich um eine harte Antwort der Uno auf die russischen Raketenangriffe vom Morgen. Das teilt der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba auf Twitter mit und verweist auf ein Telefonat mit seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Çavuşoğlu. »Wir haben uns koordiniert, um eine entschlossene Reaktion innerhalb der Uno-Generalversammlung zu erreichen.« Details nennt Kuleba nicht. Er erklärt jedoch, dass der russische Präsident Wladimir Putin nicht zu den Angriffen provoziert worden sei – die Schuld solle nicht auf das Opfer der Aggression abgewälzt werden.
Lambrecht kündigt Lieferung von Luftabwehrsystem IRIS-T »in den nächsten Tagen« an
12.46 Uhr: Deutschland will in den kommenden Tagen ein neues Luftabwehrsystem an die Ukraine liefern. »Der neuerliche Raketenbeschuss auf Kiew und die vielen andere Städte macht deutlich, wie wichtig die schnelle Lieferung von Luftverteidigungssystemen an die Ukraine ist«, sagte Verteidigungsministerin Christine Lambrecht. »Deshalb unterstützen wir jetzt besonders mit Flugabwehrwaffen. In den nächsten Tagen steht das erste von vier hochmodernen IRIS-T-SLM-Luftverteidigungssystemen zum wirksamen Schutz für die Menschen in der Ukraine bereit.« Die restlichen drei Systeme sollen laut dem Ministerium im kommenden Jahr folgen.
Tschechien wirft Russland nach Angriffen »Zynismus und Barbarei« vor
12.43 Uhr: Tschechien hat die jüngsten russischen Raketenangriffe auf zahlreiche ukrainische Städte scharf verurteilt. Sie seien ein Ausdruck von »Zynismus und Barbarei«, teilte das Außenministerium in Prag am Montag mit. Es sei feige, auf Zivilisten zu zielen. Russland müsse diesen »sinnlosen Krieg« beenden. Tschechien hat derzeit die rotierende EU-Ratspräsidentschaft inne und nimmt damit eine Vermittlerrolle innerhalb der Europäischen Union wahr.
Der tschechische Vizeministerpräsident Ivan Bartos ging noch einen Schritt weiter. Die Bombardierung ukrainischer Stadtzentren sei »nichts anderes als ein rachsüchtiges Kriegsverbrechen«, schrieb er auf Twitter. Angriffe gegen Zivilisten und Kinder seien unentschuldbar.
Kadyrow beleidigt Selenskyj und droht ihm
12.32 Uhr: Nach massiven russischen Raketenangriffen auf die Ukraine hat der tschetschenische Machthaber Ramsan Kadyrow die Attacken als Vergeltung für die Explosion an der Krim-Brücke am Samstag verteidigt. »Was hast du Penner-Selenskyj denn gedacht: Du darfst und andere nicht«, schrieb er am Montag auf seinem Telegram-Kanal an den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gerichtet.
Der Führung in Kiew warf Kadyrow die langjährige Bombardierung des Donbass-Gebiets in der Ostukraine vor und erklärte: »So, jetzt bin ich zu 100 Prozent zufrieden mit der Durchführung der militärischen Spezialoperation.« In Russland heißt der Krieg gegen die Ukraine nach wie vor offiziell militärische Spezialoperation.
Kadyrow forderte Selenskyj zur Flucht auf. »Wir haben dich, Selenskyj, gewarnt, dass Russland noch nicht einmal richtig angefangen hat, also hör auf zu jammern wie eine Niete und renn lieber, solange es noch nicht bei dir eingeschlagen hat«, forderte der 46-jährige Machthaber der russischen Teilrepublik Tschetschenien, dem zahlreiche Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden.
Putin droht Ukraine mit weiteren Attacken
12.18 Uhr: Kremlchef Wladimir Putin hat die Raketenangriffe Moskaus gegen zahlreiche ukrainische Städte als Reaktion auf die »Terroranschläge« gegen russisches Gebiet bezeichnet. Zugleich drohte der russische Präsident Kiew am Montag bei einer Sicherheitsratssitzung mit einer noch härteren »Antwort«, sollten die »ukrainischen Angriffe« fortgesetzt werden.
In einer im Fernsehen übertragenen Rede sagte Putin, Moskau habe am Montag als Vergeltung für einen Angriff auf eine wichtige Brücke, die Russland mit der annektierten Halbinsel Krim verbindet, Langstreckenraketen gegen die Energie-, Militär- und Kommunikationsinfrastruktur der Ukraine eingesetzt.
»Es ist offensichtlich, dass die ukrainischen Geheimdienste den Terroranschlag mit dem Ziel, die kritische zivile Infrastruktur Russlands zu zerstören, angeordnet, organisiert und durchgeführt haben«, sagte Putin über die Explosion der Brücke. Kiew hat sich bislang nicht zu der Tat bekannt.
Putin empfängt IAEA-Chef Grossi am Dienstag
12.15 Uhr: Der russische Präsident Wladimir Putin wird nach Angaben seines Büros am Dienstag den Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, Rafael Grossi, zu Beratungen in Russland empfangen. Grossi dringt seit Monaten darauf, dass Russland und die Ukraine einer entmilitarisierten Zone um das südukrainische Atomkraftwerk Saporischschja zustimmen. Das AKW ist von russischen Truppen besetzt, wird aber von ukrainischem Personal betrieben. Das AKW mit seinen sechs Meilern ist das größte in Europa und gerät bei den Kämpfen in der Region immer wieder unter Beschuss.
Frankreich sichert Ukraine Hilfe zu
12.10 Uhr: Frankreich hat der Ukraine seine volle Unterstützung zugesichert und mehr Hilfe auch bei der militärischen Ausrüstung in Aussicht gestellt. Das habe Präsident Emmanuel Macron in einem Telefonat mit seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj bekräftigt, teilt das Präsidialamt in Paris mit. Selenskyj schreibt auf Twitter, Thema des Dringlichkeitsgesprächs seien die Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung, die Notwendigkeit einer harten europäischen und internationalen Reaktion sowie ein erhöhter Druck auf Russland gewesen. »Frankreich steht zur Ukraine«, schreibt Selenskyj.
Also had an urgent call with @EmmanuelMacron. We discussed the strengthening of our air defense, the need for a tough European and international reaction, as well as increased pressure on the Russian Federation. France stands with Ukraine.
— Volodymyr Zelenskyy / Володимир Зеленський (@ZelenskyyUa) October 10, 2022
Berlin verurteilt Raketenangriffe
12.07 Uhr: Nach den jüngsten Raketenangriffen auf die Ukraine hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj telefoniert. Der Kanzler habe Selenskyj dabei die Solidarität Deutschlands und der anderen G7-Staaten zugesichert, sagte Regierungssprecher Steffen Hebestreit in Berlin. Deutschland werde alles tun, um zusätzliche Hilfe zu mobilisieren und bei der Reparatur der beschädigten Infrastruktur zu helfen. Die Bundesregierung verurteile die russischen Angriffe auf das Schärfste, betonte Hebestreit. Nach seinen Angaben werden die G7-Staaten am Dienstag in einer gemeinsamen Videoschalte mit Selenskyj beraten.
EU-Außenbeauftragter Borrell »zutiefst schockiert« über Angriffe auf Kiew und andere ukrainische Städte
12.05 Uhr: Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell hat die Raketenangriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew und weitere Städte im Land »aufs Schärfste« verurteilt. Er sei »zutiefst schockiert über die Angriffe Russlands auf Zivilisten in Kiew und andere Städte in der Ukraine«, schreibt Borrell bei Twitter. »Solche Taten haben keinen Platz im 21. Jahrhundert«, fügte er hinzu. Borrell sagte, dass zusätzliche militärische Unterstützung der EU »auf dem Weg« sei.
Deeply shocked by Russia’s attacks on civilians in #Kyiv and other cities in Ukraine.
— Josep Borrell Fontelles (@JosepBorrellF) October 10, 2022
Such acts have no place in 21st century. I condemn them in the strongest possible terms.
We stand with Ukraine. Additional military support from the EU is on its way.
Militärexperte zweifelt am Nutzen von belarussischen Kampfhandlungen in der Ukraine
12.01 Uhr: Der Militärexperte Franz-Stefan Gady zweifelt am militärischen Nutzen eines direkten belarussischen Eingreifens in Kampfhandlungen: »Das belarussische Militär hat als eine ›Präsenzkraft‹, die die ukrainischen Streitkräfte entlang der belarussisch-ukrainischen Grenze in Schach hält, für den Kreml einen größeren militärischen Wert als eine tatsächliche Kampftruppe, die sich an Kampfhandlungen beteiligt.«
The Belarusian military has more military value to the Kremlin as a 'force in being' tying down Ukrainian forces along the Belorussian-Ukrainian border than an actual fighting force engaging in combat. https://t.co/wctQqahixR
— Franz-Stefan Gady (@HoansSolo) October 10, 2022
Ostukrainische Großstadt Charkiw teilweise ohne Strom und Wasser
12.00 Uhr: In der ostukrainischen Metropole Charkiw ist es nach russischen Angriffen teilweise zu einem Stromausfall gekommen. Es habe am Morgen drei Attacken aus der Luft gegeben, teilt Bürgermeister Ihor Terechow via Telegram mit. Ein Ziel sei die Energieinfrastruktur gewesen. »In einigen Teilen der Stadt ist der Strom weg, es gibt keine Wasserversorgung«, erklärte Terechow. An der Behebung der Probleme werde gearbeitet.
Auch der ukrainische Gebietsgouverneur Oleh Synjehubow berichtet von Explosionen in der Stadt. »Der Feind schlägt mit Raketenangriffen auf Charkiw und die kritische Infrastruktur der Region Charkiw zu«, teilt er per Telegram mit. Strom- und Wasserversorgung seien beschädigt. »Die Gefahr ist noch nicht vorüber. Bleibt in Deckung.«
Republik Moldau meldet russische Raketen über eigenem Territorium
11.56 Uhr: Über das Territorium der Republik Moldau sind nach deren Angaben drei russische Marschflugkörper geflogen. Sie seien von russischen Schiffen im Schwarzen Meer auf Ziele in der Ukraine abgefeuert worden und hätten den Luftraum der Republik Moldau durchquert, teilt Außenminister Nicu Popescu auf Twitter mit. Der russische Botschafter in dem Land sei einbestellt worden, um den Vorfall zu erklären. Die Republik Moldau, eine frühere Sowjetrepublik, grenzt im Osten an die Ukraine und im Westen an Rumänien, das sowohl in der EU als auch in der Nato ist.
Three cruise missiles launched on Ukraine this morning from Russian ships in the Black Sea crossed Moldova's airspace.
— Nicu Popescu (@nicupopescu) October 10, 2022
I instructed that Russia's ambassador be summoned to provide an explanation.
Knapp fünf Millionen Menschen aus Ukraine in OECD-Länder geflohen
11.30 Uhr: Knapp fünf Millionen Menschen sind nach Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bis Mitte September aus der Ukraine in OECD-Staaten geflohen. Der Angriffskrieg Russlands habe eine historische Massenflucht verursacht, heißt es in einem in Paris veröffentlichten Bericht. Zu den 38 OECD-Staaten gehören neben den EU-Ländern beispielsweise auch die USA, Kanada und Japan. Ein Großteil der Menschen sei in europäische Staaten geflohen. Die meisten Länder haben dem Bericht zufolge schnell Maßnahmen ergriffen und die Einwanderung für Ukrainerinnen und Ukrainer erleichtert, beispielsweise durch Ausnahmen von der Visumspflicht oder die Priorisierung von Anträgen aus der Ukraine.
Selenskyj: G7-Sondersitzung soll einberufen werden
11.25 Uhr: Wegen der russischen Raketenangriffe auf die Ukraine soll es laut Präsident Wolodymyr Selenskyj eine Sondersitzung der G7, der sieben führenden westlichen Industrienationen, geben. Darauf habe er sich mit Bundeskanzler Olaf Scholz als amtierendem G7-Vorsitzenden verständigt, teilt Selenskyj auf Twitter mit. Er selbst werde dabei über die Angriffe Russlands berichten. Er habe mit Scholz auch über die Frage der Erhöhung des Drucks auf Russland und Hilfe bei der Wiederherstellung der beschädigten Infrastruktur gesprochen.
Agreed with Chancellor @OlafScholz of 🇩🇪 holding presidency of #G7 on an urgent meeting of the Group. My speech is scheduled, in which I'll tell about the terrorist attacks by RF. We also discussed the issue of increasing pressure on RF & aid in restoring damaged infrastructure.
— Volodymyr Zelenskyy / Володимир Зеленський (@ZelenskyyUa) October 10, 2022
EU-Parlamentspräsidentin: Angriffe auf Kiew sind abscheulich
11.20 Uhr: EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola hat die jüngsten russischen Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew als abscheulich bezeichnet. Auf Twitter schrieb sie, die Geschehnisse zeigten der Welt einmal mehr, mit was für einer Führung man es in Moskau zu tun habe. Diese lasse Terror und Tod auf Kinder herabregnen. »Das ist kriminell«, schrieb Metsola. Die Verantwortlichen würden zur Rechenschaft gezogen werden. Die Ukraine werde gewinnen und Europa nicht wegschauen.
What is happening now in #Kyiv is sickening.
— Roberta Metsola (@EP_President) October 10, 2022
It shows the world, again, the regime we are faced with: One that targets indiscriminately. One that rains terror & death down on children.
This is criminal. They will be held to account. Ukraine will win. Europe will not look away. pic.twitter.com/0I594UlCMg
Nach eigenen Angaben befand sich zum Zeitpunkt der Angriffe auch EU-Justizkommissar Didier Reynders in Kiew. Dank der schnellen Reaktion des Sicherheitspersonals seien sein Team und er schnell in den Schutzraum eines Hotels gebracht worden, schrieb der frühere belgische Außenminister. Man sei in Sicherheit und warte auf weitere Informationen, so der Spitzenpolitiker am Montagmorgen auf Twitter.
A series of explosions in downtown #Kyiv this morning. Thanks to the quick reaction of the security staff, my team and I were rapidly transferred to the hotel shelter. We are safe and waiting for updates. #UkraineRussianWar pic.twitter.com/QtWwCwCqr6
— Didier Reynders (@dreynders) October 10, 2022
Westukrainische Großstadt Lwiw nach Beschuss teilweise ohne Strom
11.15 Uhr: Nach russischem Raketenbeschuss ist ein Teil der westukrainischen Großstadt Lwiw nach Angaben von Bürgermeister Andrij Sadowyj ohne Energie. »Wegen des fehlenden Stroms wurde der Betrieb des städtischen Heizkraftwerks vorübergehend eingestellt«, teilt Sadowyj bei Telegram mit. Es gebe daher kein heißes Wasser.
»An mehreren Pumpstationen wurden Ersatzstromgeneratoren in Betrieb genommen, um die Wasserversorgung der Stadt wiederherzustellen«, erklärte der Bürgermeister. Sadowyj rief die Bewohner auf, in Schutzräumen zu bleiben. Es würden Explosionen an wichtiger Infrastruktur registriert. »Die zuständigen Dienste sind ausgerückt.«
Ukraine: Elf wichtige Infrastrukturanlagen bei Angriffen beschädigt
11.13 Uhr: Bei den russischen Luftangriffen am Montagvormittag sind laut der ukrainischen Regierung elf wichtige Infrastruktureinrichtungen in der Hauptstadt Kiew und acht weiteren Regionen beschädigt worden. »Einige Gebiete sind nun von der Außenwelt abgeschnitten«, teilt Ministerpräsident Denys Schmyhal über Telegram mit. Die Menschen müssten sich auf zeitweilige Unterbrechungen von Licht, Wasserversorgung und Kommunikation einstellen.
Russland und Belarus wollen gemeinsame militärische Einheit aufbauen
11.08 Uhr: Russland und Belarus wollen offenbar eine gemeinsame militärische Einheit aufbauen. Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko teilt mit, die beiden Länder würden eine gemeinsame militärische Eingreiftruppe einsetzen, um auf eine vermeintliche Verschärfung der Spannungen an den westlichen Grenzen des Landes zu reagieren. Das berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Belta. Lukaschenko sagte, die beiden Länder würden eine regionale Militärgruppe einsetzen und hätten bereits vor zwei Tagen damit begonnen, ihre Kräfte zusammenzuziehen, also offenbar nach der Explosion auf der russischen Krim-Brücke.
Wie eine solche gemeinsame Einheit genau aussehen soll, ist unklar. Insbesondere bleibt unklar, wo genau die gemeinsame Truppe operieren soll und ob Belarus eigene Soldaten in die Ukraine schickt.
Lukaschenko warf den Nachbarländern Litauen, Polen und Ukraine die Ausbildung belarussischer »Radikaler« zur Ausführung von Terroranschlägen vorgeworfen. »Die Ausbildung von Kämpfern, darunter belarussische Radikale, in Polen, Litauen und der Ukraine für Sabotage, Terroranschläge und die Organisation einer militärischen Meuterei im Land wird zu einer direkten Bedrohung«, sagte Lukaschenko am Montag bei einem Treffen mit Militärvertretern. Der belarussische Staatschef beschuldigte zudem die USA und die Europäische Union, »die Situation verschärfen« zu wollen. Washington und Brüssel gewährten Flüchtenden aus Belarus Unterschlupf, um sie zu einer »politischen Kraft« zu machen.
Ministerin Stark-Watzinger spricht von »russischem Terrorismus«
11.03 Uhr: Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger hat die Raketenangriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew verurteilt. Diese seien »ein neuer Tiefpunkt im russischen Terrorismus gegen die ukrainische Zivilbevölkerung«, schreibt die FDP-Politikerin bei Twitter. »Auf diese Bilder kann es nur eine Antwort geben: die entschlossene weitere Unterstützung der Ukraine, gerade durch Waffenlieferungen«, fügte sie hinzu.
Die Angriffe auf #Kiew sind ein neuer Tiefpunkt im russischen Terrorismus gegen die ukrainische Zivilbevölkerung. Auf diese Bilder kann es nur eine Antwort geben: die entschlossene weitere Unterstützung der Ukraine, gerade durch Waffenlieferungen. 🇺🇦 #StandWithUkraine
— Bettina Stark-Watzinger (@starkwatzinger) October 10, 2022
Ukrainische Armee schoss offenbar 41 russische Raketen ab
10.55 Uhr: Die ukrainischen Streitkräfte haben nach Angaben ihres obersten Generals mindestens 41 russische Raketen abgefangen, die am Montagmorgen auf ukrainische Gebiete abgefeuert worden waren. »Heute Morgen wurden 75 Raketen abgeschossen. 41 von ihnen wurden von unserer Luftabwehr neutralisiert«, schreibt General Walerij Saluschnyj, Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, auf Twitter.
This morning russian federation - the terrorist state - launched 75 missiles on Ukraine. 41 of them have been shot down.
— Defense of Ukraine (@DefenceU) October 10, 2022
General Valerii Zaluzhnyi, Commander-in-Chief of the Ukrainian Armed Forces@CinC_AFU
Visastelle der Deutschen Botschaft: »Von unserem Personal ist zum Glück niemand betroffen«
10.45 Uhr: Fotos und Videos bei Twitter sollen zeigen, dass auch ein Hochhaus in Kiew in Mitleidenschaft gezogen worden sein könnte, in dem sich die Visastelle der Deutschen Botschaft befindet. Auf SPIEGEL-Anfrage teilt die Deutsche Botschafterin Anka Feldhusen mit: »Unsere Visastelle war schon seit Anfang Februar nicht mehr besetzt. Soweit ich gesehen habe, sind in dem Tower aber auch nur einige Scheiben zu Bruch gegangen. Von unserem Personal ist zum Glück niemand betroffen.«
The aftermath of Russian attack on the business center 101 Tower in Kyiv pic.twitter.com/l4Bxrd4rsz
— Giorgi Revishvili (@revishvilig) October 10, 2022
Bürgermeister Klitschko warnt vor weiteren Raketenangriffen auf Kiew
10.37 Uhr: Der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko hat vor weiteren Raketenangriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew gewarnt. »Die russischen Terroristen hören nicht auf«, schreibt Klitschko bei Telegram. Auch eine Reporterin der Deutschen Presse-Agentur berichtet aus dem Zentrum der Metropole von neuen Explosionen.
Klitschko fordert die Einwohner auf, nicht in die Stadt zu gehen und sich in Notunterkünfte zu begeben. »Nehmen Sie warme Kleidung, Wasser, einen Vorrat an Lebensmitteln und Ladegeräte für Telefone mit«, appellierte er. Die U-Bahn befördere derzeit keine Fahrgäste. In Kiew fungieren die Metrostationen als Schutzbunker. Die Notfalldienste der Stadt seien im Einsatz, so Klitschko.
London: Russische Raketenangriffe auf Ukraine sind Kriegsverbrechen
10.28 Uhr: Ein Mitglied der britischen Regierung hat russische Raketenangriffe auf ukrainische Städte als Kriegsverbrechen kritisiert. »Zivilisten anzugreifen ist eine abscheuliche Tat«, twitterte Kabinettsmitglied Tom Tugendhat. Der Sicherheits-Staatssekretär betonte, russische Kriegsverbrechen seien ein Beleg des Scheiterns und der Schande. Die britische Botschafterin in Kiew, Melinda Simmons, sagte, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien in Sicherheit.
Selenskyj: Russen haben es offenbar auf Energieanlagen abgesehen
10.15 Uhr: Dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge hat es Russland mit den jüngsten Raketenangriffen auf zwei Ziele abgesehen: Energieanlagen und Menschen. »Sie wollen Panik und Chaos, sie wollen unser Energiesystem zerstören«, schreibt Selenskyj bei Telegram. Energieanlagen im ganzen Land zählten zu den Zielen der russischen Angriffe. Die Uhrzeit und die Ziele der Angriffe seien ausgewählt worden, »um so viel Schaden wie möglich anzurichten«. Der Morgen sei schwierig, man habe es mit Terroristen zu tun.
Ukrainische Außenminister: »Putin ist ein Terrorist, dessen Sprache Raketen sind«
10.05 Uhr: Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba bezeichnet den russischen Präsidenten Wladimir Putin als »einen Terroristen, dessen Sprache Raketen sind«. Dies zeige die Serie russischer Raketenangriffe auf die Ukraine am Morgen, schreibt Kuleba auf Twitter. Putins einzige Taktik sei Terror gegen friedliche ukrainische Städte, aber er werde die Ukraine nicht zerstören. Die Raketenangriffe seien auch Putins Antwort auf alle Beschwichtiger, die mit ihm über Frieden reden wollten.
Multiple Russian missile strikes across Ukraine. Putin’s only tactic is terror on peaceful Ukrainian cities, but he will not break Ukraine down. This is also his response to all appeasers who want to talk with him about peace: Putin is a terrorist who talks with missiles.
— Dmytro Kuleba (@DmytroKuleba) October 10, 2022
Offenbar auch kritische Infrastruktur in Kiew getroffen
10.00 Uhr: Beim Beschuss der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko zum Teil auch »kritische Infrastruktur« getroffen worden. Mehrere Gebäude seien betroffen, auch Menschen seien Opfer geworden. Details nennt Klitschko nicht.
Raketenangriff: Behörden melden fünf Tote und zwölf Verletzte in Kiew
09.35 Uhr: Bei den russischen Raketenangriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew hat es Behördenangaben nach mindestens fünf Tote und zwölf Verletzte gegeben. »Zum jetzigen Zeitpunkt ist der Tod von fünf und die Verletzung von zwölf Kiewern bestätigt«, teilt der Berater des Innenministeriums, Anton Geraschtschenko, auf seinem Telegram-Kanal mit. Es sei auch ein Kinderspielplatz getroffen worden.
Zerstörung in Kiew: Einsatzkräfte vor Ort
Foto: Adam Schreck / dpaOffenbar auch Explosion im russischen Belgorod
9.21 Uhr: Auch in der russischen Region Belgorod an der Grenze zur Ukraine hat es am Montagmorgen Zeugen zufolge eine Explosion gegeben. Es sei ein lauter Knall zu hören gewesen, und die Fenster hätten gewackelt, sagt ein Zeuge. Der Grund für die Explosion war zunächst unklar. Russland hat im Zuge des Kriegs der Ukraine wiederholt vorgeworfen, die Grenzregion zu beschießen.
Belgorod liegt etwa 30 Kilometer von der russisch-ukrainischen Grenze entfernt. Südlich der Grenze befindet sich die ukrainische Großstadt Charkiw.
Luftalarm in weiten Teilen der Ukraine
8.55 Uhr: Nach schweren Explosionen in einer Reihe von Großstädten herrscht in fast allen Landesteilen der Ukraine Luftalarm. »Ein massiver Raketenangriff auf das Gebiet, es gibt Tote und Verletzte«, teilte der Militärgouverneur der Region Dnipropetrowsk um die Industriestadt Dnipro, Walentyn Resnitschenko, via Telegram mit. Über Einschläge berichten auch die Behörden von Lwiw, Chmelnyzkyj und Schytomyr.
Resnitschenko rief die Bewohner des Gebiets dazu auf, in den Bombenschutzkellern zu bleiben. Getroffen wurden Berichten zufolge nicht nur die Gebietshauptstadt Dnipro, sondern auch die Städte Nikopol und Marhanez, die dem Atomkraftwerk Saporischschja gegenüber am anderen Ufer des Flusses Dnipro liegen. In der Großstadt Saporischschja war nach den nächtlichen Raketenangriffen am Morgen ebenfalls Luftalarm.
Vier Tote gab es Behördenangaben zufolge durch einen Raketenangriff in der ostukrainischen Großstadt Slawjansk im Gebiet Donezk. Der Einschlag sei im Stadtzentrum erfolgt, teilte Bürgermeister Wadym Ljach mit. In der westukrainischen Großstadt Lwiw seien schwere Explosionen zu hören, teilte der Bürgermeister Andrij Sadowyj mit. In mehreren Stadtteilen ist der Strom ausgefallen.
Ukrainisches Präsidialamt spricht von Angriffen auf »viele« Städte
8.45 Uhr: Russland hat offenbar eine Serie von Raketenangriffen auf verschiedene Städte in der Ukraine gestartet. Neben der Hauptstadt Kiew sind Berichten zufolge auch Lwiw, Ternopil und Dnipro betroffen. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete, sprach das ukrainische Präsidialamt von Angriffen auf »viele« Städte. »Sie versuchen uns zu zerstören«, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj laut der Nachrichtenagentur Reuters. Demnach gebe es infolge der Angriffe Tote und Verletzte.
Kiew: BBC-Journalist muss Liveübertragung abbrechen
8.35 Uhr: Die Wucht der Explosionen in Kiew hat den BBC-Korrespondenten Hugo Bachega am Montagmorgen gezwungen, eine Liveübertragung aus der ukrainischen Hauptstadt abzubrechen. In einem Video, das auf Twitter kursierte, waren die Einschläge selbst zwar nicht zu sehen, die Stärke der Detonationen zwang den Reporter jedoch, seinen Posten vor der Kamera zu verlassen. Wie der Sender mitteilte, hätten sich Bachega und das Kamerateam nach dem Angriff in Sicherheit begeben.
Rockets hit Kiev live on TV (BBC) pic.twitter.com/zpP7ow5FDl
— Russian Market (@runews) October 10, 2022
Fast eine Million Menschen aus der Ukraine seit Februar in Deutschland angekommen
8.17 Uhr: Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine hat massive Fluchtbewegungen zur Folge. Das macht sich auch in Deutschland bemerkbar. Wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte, sind seit Beginn der russischen Invasion im Februar bis August 952.000 Menschen aus der Ukraine in Deutschland angekommen.
Offenbar Tote und Verletzte nach Explosionen in Kiew
8.02 Uhr: In der ukrainischen Hauptstadt Kiew hat es am Morgen mehrere Explosionen gegeben. Sie hätten sich im Zentrum ereignet, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Betroffen sei der Stadtteil Schewtschenskiwskji. Weitere Details nannte Klitschko zunächst nicht. Auf Bildern unter anderem in den sozialen Medien waren Rauchwolken zu sehen, die über Gebäuden im Zentrum aufsteigen.
Nach Angaben der Rettungsdienste gab es bei dem Angriff Tote und Verletzte. Reporter der Nachrichtenagentur AP berichteten, dass es sich bei der Attacke vermutlich um Raketenangriffe handelte.
Die Angriffe auf die Hauptstadt könnten eine Reaktion Moskaus auf die schweren Explosionen an der Krimbrücke sein, für die Kremlchef Wladimir Putin den ukrainischen Geheimdienst SBU verantwortlich macht. Der Vizechef des russischen Sicherheitsrats, Dmitrij Medwedew, hatte der Ukraine bereits Vergeltung für die Explosion auf der Brücke angedroht.
Russland macht offenbar leichte Gebietsgewinne nahe Bachmut
7.57 Uhr: Die russische Armee ist der strategisch wichtigen Stadt Bachmut in der Oblast Donezk offenbar etwas näher gekommen. Wie der britische Militärgeheimdienst in seinem täglichen Update mitteilte, sei es den Kremltruppen im Verlauf der vergangenen Woche gelungen, der Stadt auf zwei Achsen bis zu zwei Kilometer näherzukommen. Bachmut ist demnach seit Kriegsbeginn durch Beschuss bereits schwer beschädigt worden.
Latest Defence Intelligence update on the situation in Ukraine - 10 October 2022
— Ministry of Defence 🇬🇧 (@DefenceHQ) October 10, 2022
Find out more about the UK government's response: https://t.co/2ShOubaSWD
🇺🇦 #StandWithUkraine 🇺🇦 pic.twitter.com/5cTI5Id89t
Nach britischen Angaben gehörten zu den beteiligten Einheiten vermutlich auch solche der Söldnergruppe Wagner sowie Kämpfer, die zuletzt in russischen Gefängnissen rekrutiert worden seien. Der britische Geheimdienst betonte zugleich, dass die ukrainischen Offensiven im Nordosten und in der Oblast Cherson Russlands Armee weiter unter Druck setzten. Moskau konzentriere seine offensiven Bemühungen nun auf das Gebiet bei Bachmut.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte bereit am Sonntag von harten Kämpfen bei Bachmut gesprochen. »Wir halten unsere Stellungen im Donbass, insbesondere in Richtung Bachmut, wo es jetzt sehr, sehr schwierig ist«, sagte Selenskyj in einer Videoansprache.
Schäden nach Raketenangriff in Saporischschja
7.48 Uhr: Bei Raketenangriffen auf die ukrainische Großstadt Saporischschja im Südosten des Landes ist nach Behördenangaben in der Nacht ein Wohnhaus schwer beschädigt worden. Es sei erneut ein mehrstöckiges Wohnhaus zerstört worden, teilte der regionale Militärgouverneur, Olexander Staruch, mit.
Seinen Angaben zufolge gibt es Opfer. Zur Anzahl möglicher Toter oder Verletzter machte er keine Angaben. Der Gouverneur machte Russland für die Angriffe verantwortlich.
Laut Staruch gab es insgesamt rund zehn Einschläge in der Stadt. Bereits am Vortag waren durch Raketenangriffe offiziellen Angaben zufolge 17 Menschen getötet worden, als eine Rakete nachts in einem Wohnhaus einschlug. Am Montagmorgen gab es erneut Luftalarm.