Krieg in der Ukraine Kiew behauptet, Attentat auf Verteidigungsminister verhindert zu haben

Russische Spione haben angeblich einen Anschlag auf Verteidigungsminister Resnikow geplant, der ukrainische Geheimdienst teilt mit, er habe dies vereitelt. Und: Ein US-Gericht billigt die Beschlagnahmung eines Oligarchen-Jets. Das waren die News am 8. August.
Russische Soldaten (14.6.2022)

Russische Soldaten (14.6.2022)

Foto: Uncredited / dpa

Selenskyj fordert internationalen Reisebann für Russen

23.11 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert einen internationalen Reisebann für alle Russen, um Moskau von einer Annexion besetzter Gebiete abzuhalten. »Die wichtigsten Sanktionen sind es, die Grenzen zu schließen, denn die Russen nehmen anderen ihr Land weg«, sagte er der US-Zeitung »Washington Post« in einem Interview vom Montag. Die Russen sollten »in ihrer eigenen Welt leben, bis sie ihre Philosophie ändern«.

Selenskyjs Äußerungen stoßen auch auf eine wachsende Diskussion in der EU, die Erteilung von Touristenvisa an Russen zu erschweren oder ganz einzustellen. Auch wenn der Reiseverkehr durch gekappte Flug- und Bahnverbindungen erschwert ist, sind doch im Sommer viele Russen trotz Krieges in die EU gereist. Russlands Nachbar Lettland im Baltikum hat bereits die Visa-Bestimmungen verschärft. Finnland erwägt dies, fordert aber eine Lösung für den ganzen Schengen-Raum.

Kiew meldet Vereitelung von russischem Anschlag auf Verteidigungsminister

22.38 Uhr: Der ukrainische Geheimdienst hat nach eigenen Angaben einen Anschlag russischer Spione auf Verteidigungsminister Oleksij Resnikow und den Chef des Militärgeheimdienstes, Kyrylo Budanow, vereitelt. Es seien »Mörder der russischen Spezialdienste verhaftet worden, die Attentate planten«, teilte der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU am Montag auf dem Onlinedienst Telegram mit. Ein zugleich veröffentlichtes SBU-Video zeigt, wie eine bewaffnete Gruppe zwei Männer in Zivil überwältigt und mit Handschellen fesselt.

Die beiden Männer wurden den Angaben zufolge in Kowel im Nordwesten der Ukraine verhaftet. Einer der mutmaßlichen Verschwörer sei aus Russland über Belarus ins Land gekommen. Sie sollen die »physische Liquidierung« von Resnikow und Budanow vorbereitet haben. Dafür sollen sie für jeden »Mord« bis zu 150.000 Dollar (147.000 Euro) Belohnung in Aussicht gestellt bekommen haben.

US-Gericht billigt Beschlagnahmung von Airbus-Jet von Oligarchen

20.53 Uhr: Ein US-Gericht hat die Beschlagnahmung eines Airbus-Jets im Wert von 90 Millionen US-Dollar vom Oligarchen Andrei Skotsch gebilligt. Das teilen Staatsanwälte des Bundes in New York nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters mit. Skotsch, der auch Abgeordneter im russischen Parlament ist, ist von der US-Regierung mit Sanktionen belegt worden. Das Flugzeug ist derzeit in Kasachstan geparkt.

Moskau setzt Kontrollen von Atomwaffen-Arsenalen aus

21.09 Uhr: Russland will die vertraglich vorgesehenen US-Inspektionen seines Atomwaffenarsenals zunächst nicht wieder zulassen. Die Regierung in Washington stelle Bedingungen, die einseitig die USA bevorzugen würden. Lesen Sie hier mehr dazu.

Getreide-Annahme verweigert – Schiff wartet auf neuen Käufer

20.28 Uhr: Das erste Schiff, das die Ukraine seit Ende der Hafen-Blockade für Getreide-Transporte verlassen hat, kann seine Fracht nicht löschen. Der libanesische Käufer verweigere wegen fünfmonatiger Verspätung die Annahme der Lieferung, teilt die ukrainische Botschaft im Libanon über Facebook mit. Die Reederei suche nun nach einem anderen Käufer. Die »Razoni« hat 26.527 Tonnen Getreide geladen. Derzeit ankert sie vor der türkischen Küste.

USA: Bis zum 80.000 Russen seit Kriegsbeginn getötet oder verletzt

19.50 Uhr: Nach Schätzungen des US-Verteidigungsministeriums auf russischer Seite 70.000 bis 80.000 Menschen getötet oder verletzt worden. Die Zahlen seien schwer zu beziffern. Die russische Armee aber habe außerordentliche Verluste gemacht, weil das ukrainische Militär gut funktioniere und viel Unterstützung bekommen habe, sagte der Pentagon-Spitzenbeamte Colin Kahl. Er bezeichnete den Krieg als den »intensivsten konventionellen Konflikt in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg«. Aktuelle Angaben der offiziellen Stellen in Russland zu Opferzahlen gibt es nicht.

Die Ukrainer sehe er derzeit klar im Vorteil, insbesondere weil sie den russischen Streitkräften hinsichtlich ihrer Moral und ihres Kampfeswillen überlegen seien, sagte Kahl. »Für sie steht existenziell viel auf dem Spiel. Sie kämpfen um das Überleben ihres Landes.« Kahl sagte weiter, der russische Präsident Wladimir Putin habe keines seiner Ziele erreicht. »Sein übergeordnetes Ziel war es, das gesamte Land zu überrennen, einen Regimewechsel in Kiew herbeizuführen und die Ukraine als unabhängige, souveräne und demokratische Nation auszulöschen. Nichts von alledem ist geschehen.«

USA: Keine erhöhte Strahlungswerte an ukrainischem Atomkraftwerk

19.16 Uhr: Durch die Kampfhandlungen um das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja ist es nach Erkenntnissen der USA bislang nicht zu einer Freisetzung von Radioaktivität gekommen. »Wir beobachten die Aktivitäten weiterhin genau: Das Kraftwerk, das Energieministerium und die Nationale Behörde für nukleare Sicherheit berichten, dass die Strahlungssensoren weiterhin Daten liefern – und glücklicherweise haben wir keine Anzeichen für erhöhte oder abnormale Strahlungswerte festgestellt«, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karine Jean-Pierre.

Die USA forderten Russland auf, alle militärischen Operationen in oder in der Nähe von ukrainischen Atomanlagen einzustellen und die volle Kontrolle an die Ukraine zurückzugeben. Zudem unterstützten die USA weiterhin die Bemühungen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), ihr Mandat zur technischen Sicherheitsüberwachung zu erfüllen und die Ukraine bei Maßnahmen zur nuklearen Sicherheit zu unterstützen, sagte Jean-Pierre.

Bundesnetzagentur: Gasnotlage könnte verhindert werden

18.55 Uhr: Deutschland könnte ohne Gasversorgungsprobleme durch den Winter kommen. Dafür müsste der Verbrauch runter – und die Transitmenge in Nachbarländer reduziert werden. Für den folgenden Winter ist Flüssiggas entscheidend. Lesen Sie hier mehr dazu.

USA stellen Ukraine zusätzlich 4,5 Milliarden Dollar zur Verfügung

18.15 Uhr: Die USA verdoppeln ihre Finanzhilfen für die Ukraine. Es würden zusätzlich 4,5 Milliarden Dollar für den Haushalt des Landes zur Verfügung gestellt, teilt die US-Behörde für Internationale Entwicklungszusammenarbeit mit. Damit greifen die USA der Ukraine insgesamt mit 8,5 Milliarden Dollar unter die Arme. Die Gelder sollen der ukrainischen Regierung helfen, die wichtigsten Ausgaben stemmen zu können, etwa Sozialhilfe und Finanzhilfen für Menschen, die im Land auf der Flucht sind.

Die Ukraine solle die Finanzmittel, die zusammen mit dem Finanzministerium und der Weltbank koordiniert würden, in mehreren Tranchen erhalten, teilt die Behörde mit. Im August sollten drei Milliarden Dollar ausgezahlt werden. Im Juli hatte die Ukraine 1,7 und im Juni 1,3 Milliarden Dollar erhalten.

Zusätzlich planen die USA auch weitere Militärhilfen. In dem eine Milliarde US-Dollar schweren Paket seien unter anderem zusätzliche Munition für die Raketenwerfersysteme des Typs Himars und Nasams und 1000 Panzerabwehrraketen vom Typ Javelin enthalten. Es handle sich um die bisher größte Waffenlieferung aus US-Beständen an die Ukraine. Insgesamt hätten die USA der Ukraine seit Antritt der Regierung von US-Präsident Joe Biden vor gut eineinhalb Jahren damit Waffen und Ausrüstung im Wert von rund 9,8 Milliarden Dollar zugesagt.

Putin fährt nicht zur Uno-Vollversammlung

17.33 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin verzichtet in diesem Jahr auf eine Rede vor der Uno-Vollversammlung im September. Die russische Delegation für die diesjährige Sitzung führt Außenminister Sergej Lawrow an, wie aus einem Präsidentenerlass hervorgeht. Der Kremlchef werde in diesem Jahr auch keinen virtuellen Auftritt vor der Versammlung haben, teilte sein Sprecher Dmitri Peskow zudem mit.

Zuletzt trat Putin bei der 75. Uno-Vollversammlung im September 2020 aufgetreten und machte Werbung für den russischen Covid-Impfstoff Sputnik V. In diesem Jahr dürfte der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine eins der zentralen Themen der Versammlung sein. Kurz nach Kriegsbeginn hatten die Vereinten Nationen schon eine Dringlichkeitssitzung einberufen, bei der die große Mehrheit der Nationen Russland zur Einstellung der Kampfhandlungen aufrief. Bei der regulären Vollversammlung sollen US-Präsident Joe Biden und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auftreten.

Putins Verzicht auf die Reise nach New York ist allerdings noch kein sicheres Indiz dafür, dass der russische Präsident auch nicht zum G20-Gipfel in Indonesien erscheint. Westliche Politikerinnen und Politiker wollen sein Erscheinen dort verhindern, der Kreml selbst hat eine Teilnahme bislang offen gelassen.

Diplomat: Ukrainischer Akw-Unfall wäre schlimmer als Fukushima

16.33 Uhr: Ein Unfall im ukrainischen Kernkraftwerk Saporischschja im Zuge von Kampfhandlungen könnte laut einen ukrainischen Diplomaten zu einem beispiellosen Atomunfall führen. »Was dann im Radius von 40 oder 50 Kilometern um das Kraftwerk passieren würde, wäre mit Tschernobyl und Fukushima absolut nicht vergleichbar«, sagte Kiews Botschafter bei der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Jewhenij Zymbaljuk. Nicht nur die Ukraine, sondern ganz Europa werde schwere Konsequenzen zu tragen haben.

Im ukrainischen Akw Tschernobyl kam es 1986 zu einer verheerenden Kernschmelze. 2011 lösten ein Erdbeben und ein Tsunami eine weitere Atomkatastrophe im japanischen Kraftwerk Fukushima Daiichi aus. Laut Nuklear-Experten ist Saporischschja durch einen getrennten Kühlkreislauf und eine besondere Schutzschicht besser geschützt als die zwei Unfall-Akw. Einem gezielten militärischen Angriff würde Saporischschja jedoch wohl nicht standhalten.

Ukrainisches Gericht verurteilt russischen Soldaten: Zehn Jahre Haft

15.58 Uhr: In der nordukrainischen Stadt Tschernihiw ist erneut ein russischer Soldat unter dem Vorwurf des Kriegsverbrechens zu vielen Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Panzersoldat kurz nach Kriegsbeginn Ende Februar auf Befehl ein mehrstöckiges Wohnhaus beschossen hatte, wie das ukrainische öffentlich-rechtliche Fernsehen mitteilte. Dabei sei eine Wohnung im zehnten Stock zerstört, aber niemand verletzt worden.

Der Soldat hatte sich schuldig bekannt. Er soll nun für zehn Jahre ins Gefängnis. Das Urteil wird erst nach einer möglichen Berufung rechtskräftig. Bereits im Mai war ein russischer Soldat wegen Mordes an einem ukrainischen Zivilisten zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden, die später auf 15 Jahre abgemildert wurde.

Im Präsidentenbüro wurden die Prozesse gegen russische Soldaten auch kritisiert, da diese mit Verfahrensbeginn nicht mehr als Kriegsgefangene gelten und somit in der Regel nicht mehr ausgetauscht werden können. Die kürzliche Entlassung von Generalstaatsanwältin Iryna Wenediktowa etwa wurde auch mit solchen eilig organisierten Kriegsverbrecherprozessen begründet.

Besatzer in Südukraine bereiten Beitrittsreferendum zu Russland vor

15.48 Uhr: Das russisch besetzte Gebiet von Saporischschja soll per Volksentscheid Teil Russlands werden. Das umstrittene Manöver erinnert an die Vorgänge auf der Krim – auch der Mann hinter der Aktion ist von dort. Lesen Sie hier mehr dazu.

Ukraine fordert Inspektion von AKW Saporischschja

15.05 Uhr: Der Ständige Vertreter der Ukraine bei der Uno-Atomenergiebehörde (IAEA), Jewgeni Zymbaljuk, fordert rasch eine internationale Inspektion des von russischen Truppen besetzten Atomkraftwerks Saporischschja im Südosten des Landes. »Wir brauchen diese Inspektion so schnell wie möglich, spätestens Ende dieses Monats. Das ist unser Ziel«, sagte Zymbaljuk in Wien.

Sollte das größte Atomkraftwerk in Europa beschädigt werden, würde das gewaltige Konsequenzen nicht nur für die Ukraine haben, warnte er. Die Vorbereitungen für einen solchen Inspektionseinsatz liefen bereits. Laut der russischen Nachrichtenagentur RIA sei der Kreml bereit, den Besuch der IAEA zu ermöglichen.

Schröder wird nicht aus der SPD ausgeschlossen

14.57 Uhr: Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder hat mit seinem Engagement für russische Staatskonzerne nicht gegen die Parteiordnung der SPD verstoßen.

Lettland will kräftig in Windenergie investieren

14.25 Uhr: Lettland will etwa eine Milliarde Euro in den Bau von Windparks investieren, um die lokale Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien zu erhöhen und die Energiesicherheit zu stärken. Ministerpräsident Krisjanis Karins sprach in Riga von einer der größten Investitionen in der Geschichte des baltischen EU- und Nato-Landes. »Das ist eine mittelfristige Lösung, die es uns ermöglichen wird, bei der Energieversorgung völlig unabhängig zu werden und weniger fossile Ressourcen verbrauchen zu müssen«, sagte Karins der lettischen Nachrichtenagentur Leta zufolge.

Nach Umsetzung des Projekts könnte der an Russland grenzende kleine Ostseestaat von einem Stromimporteur zu einem -exporteur werden, sagte Karins. Demnach produziere Lettland gegenwärtig 40 Prozent seines benötigten Stroms selbst, 60 Prozent werden mittels Importen gedeckt. Wenn Russland bisher die Hauptimportquelle gewesen sei, müsse die Quelle jetzt vergessen werden, sagte der Regierungschef.

Russischer Staatsfonds schmilzt auf 198 Milliarden Dollar

14.06 Uhr: Das Vermögen des russischen Staatsfonds hat sich verringert. Es summierte sich am 1. August auf 198,3 Milliarden Dollar oder 9,1 Prozent des in diesem Jahr erwarteten Bruttoinlandsprodukts, wie das Finanzministerium in Moskau mitteilte. Am 1. Juli waren es noch 210,6 Milliarden Dollar. Der Staatsfonds speist sich vor allem aus Einnahmen aus den Öl- und Gasexporten. Obwohl er eigentlich für die Finanzierung großer Infrastrukturprojekte gedacht ist, will ihn die Regierung in diesem Jahr anzapfen, um ihr Haushaltsdefizit zu decken.

Kreml will Himars-Raketen abgeschossen haben

13.48 Uhr: Russlands Streitkräfte haben nach eigenen Angaben im Süden und Osten der Ukraine 19 in den USA hergestellte Raketen abgeschossen, die vom Mehrfachraketenwerfersystem Himars abgefeuert worden seien. Zudem seien in der Nähe des ostukrainischen Kramatorsk mehrere Himars-Fahrzeuge zerstört worden, teilt das Verteidigungsministerium in Moskau weiter mit.

Russische Regionen rekrutieren Freiwillige

13.10 Uhr: Trotz seines Angriffskriegs gegen die Ukraine verzichtet der Kreml bislang auf eine offene Mobilisierung für die Armee – in der Provinz hingegen bilden die Behörden regionale Freiwilligenbataillone. »Nach unseren Berechnungen wurden in mindestens 20 Regionen Russlands schon mehr als 40 solcher Einheiten aufgestellt«, berichtete die Tageszeitung »Kommersant«. Regionale Behörden und Veteranenverbände machen schon seit Monaten dafür Werbung.

Die Größe der Einheiten unterscheidet sich nach Angaben des »Kommersant« mitunter deutlich. So werden für ein motorisiertes Schützenbataillon des Amur-Gebiets in Russlands Fernem Osten 400 bis 500 Kämpfer gesucht. Das Gebiet Perm nahe dem Ural wirbt Freiwillige für gleich zwei Einheiten; eine Schützenkompanie mit 90 Mann und ein Panzerbataillon mit 160 Mann. Auch die Bezahlung variiert. Am meisten verspricht Perm mit umgerechnet 5000 Euro pro Monat.

Experten sehen in den Initiativen den Versuch von Gouverneuren, dem Kreml ihre Loyalität zu beweisen. Eine mögliche Generalmobilmachung im ganzen Land schätzen viele als problematisch für Präsident Wladimir Putin ein, da er damit Probleme beim Krieg eingestehen könnte, der in Moskau nur als »militärische Spezialoperation« bezeichnet wird und offiziell »nach Plan« läuft. Die Rekrutierung auf regionaler Ebene soll Experten zufolge helfen, Personalmangel an der Front zu verringern.

Deutsche Sicherheitsbehörden registrieren seit Kriegsbeginn mehr Cyberangriffe

13.08 Uhr: Deutschlands Sicherheitsbehörden registrieren nach Angaben von Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) seit Beginn des russischen Angriffskriegs einen deutlichen Zuwachs an Cyberangriffen auf hiesige Netze. Es seien seit dem 24. Februar deutlich mehr Aktivitäten zu beobachten, sagte Faeser bei einem Besuch des Bundesamtes für die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Allerdings hätten die Behörden auch ihre Schutzmaßnahmen deutlich hochgefahren.

So sei Deutschland etwa mittelbar von dem Angriff Russlands auf einen ukrainischen Satelliten betroffen, über den auch ein hiesiger Windpark gesteuert werde, sagte Faeser. Daran lasse sich erkennen, dass Grenzen bei Cyberangriffen keine Rolle mehr spielten. Zudem sei seit dem Angriff Russlands auch verstärkt zu beobachten, dass Schwachstellen in deutschen Netzen »abgescannt« würden. »Für uns ist wichtig, dass die Sicherheit der Netze garantiert wird«, sagte die Innenministerin. Auch die sichere staatliche Kommunikation habe durch den Krieg an Bedeutung gewonnen.

Faeser plant, im Zuge der von ihr angekündigten Cybersicherheitsagenda auch das BSI zu stärken. Dazu soll die Zentralstellenfunktion der Behörde im Grundgesetz verankert werden. Das BSI solle die entscheidende Stelle für Cybersicherheit in Deutschland werden, sagte sie.

Schwere Kämpfe in Ostukraine – Brücken im Süden beschossen

11.25 Uhr: In der ostukrainischen Provinz Donezk toben weiter schwere Kämpfe bei den Städten Bachmut und Awdijiwka. Östlich und südlich der Nachbarstädte Soledar und Bachmut seien russische Angriffe abgewehrt worden, teilte der ukrainische Generalstab auf Facebook mit. Ebenso seien russische Vorstöße östlich von Siwersk und südwestlich der Stadt Awdijiwka gescheitert. Unabhängig überprüfen ließen sich diese Angaben zunächst nicht.

Bei der von russischen Truppen besetzten Großstadt Cherson im Süden startete die ukrainische Armee erneut Gegenangriffe mit Raketen auf die strategisch wichtige und bereits zuvor beschädigte Antoniwka-Brücke über den Fluss Dnjepr. Das bestätigte die Sprecherin des ukrainischen Südkommandos, Natalja Humenjuk.

Zudem sei die Straße über den Dnjepr-Staudamm bei Nowa Kachowka mit Raketen beschossen worden. Seit der Beschädigung der drei einzigen Flussquerungen beim russisch besetzten Unterlauf des Dnjepr Ende Juli ist der Nachschub für die russischen Truppen auf dem rechten Ufer erheblich gestört.

Russland: AKW Saporischschja läuft normal

10.52 Uhr: Der Betrieb des mehrfach beschossenen ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja verläuft nach russischen Angaben normal. Das Militär und Vertreter der russischen Atomaufsicht seien vor Ort und beobachteten die Lage, zitiert die Nachrichtenagentur Interfax den von Russland eingesetzten Leiter der lokalen Provinzverwaltung. »Wir haben von ihnen die Information, dass alles im normalen Modus funktioniert.« Die Anlage werde von russischen Behörden kontrolliert.

Das AKW ist das größte in Europa. Die Anlage war seit Freitag mehrfach unter Beschuss geraten. Russland und die Ukraine haben sich gegenseitig verantwortlich gemacht. Der Chef der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO), Rafael Grossi, warnte vor dem Risiko einer atomaren Katastrophe.

Erster Getreidefrachter aus Ukraine erreicht Zielhafen in Türkei

10.03 Uhr: Erstmals seit Abschluss des internationalen Getreideabkommens hat ein Frachter mit Mais aus der Ukraine seinen Zielhafen in der Türkei erreicht. Das unter türkischer Flagge fahrende Schiff »Polarnet« sei am Montag in Kocaeli am Marmara-Meer angekommen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Bisher haben dem türkischen Verteidigungsministerium zufolge zehn Getreideschiffe ukrainische Häfen verlassen. Der Frachter »Razoni« war am Montag vergangener Woche als erster mit dem Ziel Libanon aufgebrochen. Dessen Ankunft verzögert sich jedoch weiter.

Zuvor waren Agrarexporte über die ukrainischen Schwarzmeerhäfen wegen des russischen Angriffskriegs auf das Nachbarland seit Ende Februar blockiert. Die Kriegsgegner unterzeichneten am 22. Juli unter Uno-Vermittlung jeweils getrennt mit der Türkei ein Abkommen, um von drei Häfen Getreideausfuhren aus der Ukraine zu ermöglichen. Mit Inspektionen soll sichergestellt werden, dass die Schiffe keine Waffen transportieren.

London: Moskau setzt an Frontlinie mutmaßlich Antipersonenminen ein

9.46 Uhr: Nach Einschätzung britischer Geheimdienste setzt Russland in der Ukraine höchstwahrscheinlich hochgefährliche Antipersonenminen ein. Moskau wolle damit wohl seine Frontlinien in der ukrainischen Donbass-Region verteidigen, hieß es in einem Tweet des britischen Verteidigungsministeriums. Die Minen seien sowohl für Truppen als auch die lokale Zivilbevölkerung extrem gefährlich.

Die Minen des Typs PFM-1 – auch Schmetterlingsmine genannt – seien »zutiefst umstritten«, hieß es. Im Afghanistan-Krieg hätten sie furchtbare Auswirkungen gehabt, Kinder hätten sie dort für Spielzeuge gehalten. Es sei außerdem wahrscheinlich, dass Russland seinen Bestand aus Sowjetzeiten nutze, der über die Jahre marode geworden und damit nun noch unberechenbarer sei, hieß es in der Mitteilung der Briten. Dies stelle ein erhebliches Risiko für Spezialkräfte dar, die die Gebiete entminen.

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Ukraine beschießt laut russischen Angaben Brücke im besetzten Cherson

9.23 Uhr: Ukrainische Truppen haben laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Interfax erneut eine strategisch wichtige Brücke in der russisch-kontrollierten Stadt Cherson beschossen. Baumaschinen seien beschädigt worden, was die Wiedereröffnung der Brücke verzögere, meldet die Agentur unter Berufung auf einen Behördenvertreter.

Die Brücke ist einer von nur zwei Übergängen, über die russische Streitkräfte Zugang zu einem Gebiet bekommen, das sie am Westufer des Flusses Dnjepr in der Südukraine besetzt haben. Die ukrainischen Truppen haben die Brücke in den vergangenen Wochen mit von den USA gelieferten Hochpräzisionsraketen beschossen und versucht zu zerstören – womöglich zur Vorbereitung einer Gegenoffensive.

Türkei: Zwei weitere Getreidefrachter legen in der Ukraine ab

8.25 Uhr: Der wieder aufgenommene Export von Getreide aus den ukrainischen Schwarzmeerhäfen hält nach türkischen Angaben an. Zwei weitere mit Getreide beladene Schiffe liefen am Montag aus, wie das Verteidigungsministerium in Ankara mitteilte. Die »Sacura« habe mit 11.000 Tonnen Sojabohnen an Bord von Jusni abgelegt, Ziel sei Italien. Die »Arizona« wiederum transportiere 48.458 Tonnen Mais von Tschernomorsk in die südliche Türkei.

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Eskalation um AKW Saporischschja droht

8 Uhr: Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage warfen sich Moskau und Kiew gegenseitig den Beschuss der Anlage vor. Die ukrainische Armee habe in der Nacht zum Sonntag eine Rakete auf das AKW-Gelände abgefeuert, meldete die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf die Besatzungsverwaltung der Stadt Enerhodar, in der das Kraftwerk liegt.

Die ukrainische Atombehörde Enerhoatom hingegen beschuldigte die Russen, das unter ihrer Kontrolle stehende Gelände selbst beschossen zu haben. Die Angaben beider Seiten ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Die Internationale Atombehörde fordert von beiden Seiten, unabhängigen Atomexperten den ungehinderten Zugang zu der Anlage zu ermöglichen.

Selenskyj kündigt »gute Nachrichten« an

7.30 Uhr: Wolodymyr Selenskyj hat angedeutet, dass weitere Waffen an sein Land geliefert werden könnten. »Nächste Woche erwarten wir Neuigkeiten von Partnern bezüglich der Hilfspakete. Gute Nachrichten!«, sagte Selenskyj in seiner täglichen Videoansprache. Schlüssel der erfolgreichen Verteidigung seien nach wie vor Waffenlieferungen aus dem Westen.

Nach Angaben Selenskyjs verlaufen die härtesten Kämpfe im Donbass. Die Lage dort bleibe schwierig. Die Verteidigung von Orten wie »Awdijiwka, Pisky, Marjinka und Bachmut erfordern unsere Hauptanstrengung und leider viele Leben«, sagte er.

Tichanowskaja rechnet mit Widerstand gegen Ukrainekrieg

7.12 Uhr: Belarus soll Russland im Krieg gegen die Ukraine unterstützen – bislang jedoch nicht vollumfänglich. Die Oppositionelle Swetlana Tichanowskaja sieht kein Interesse ihrer Landsleute an einem Kriegseintritt.

Guterres warnt vor einer nuklearen Konfrontation

7.02 Uhr: Uno-Generalsekretär António Guterres hat auf das Risiko einer nuklearen Konfrontation hingewiesen. Es sei »nach Jahrzehnten wieder da«. Die Atomstaaten sollten sich verpflichten, diese Waffen nicht erstmalig einzusetzen, sagte Guterres in Tokio vor dem Hintergrund der Hiroshima-Friedensgedenkfeier zum 77. Jahrestag des ersten Atombombenabwurfs.

Auch jegliche Angriffe auf ein Atomkraftwerk seien »selbstmörderisch«, sagte er mit Blick auf Berichte über den erneuten russischen Beschuss des größten europäischen AKW Saporischschja in der Ukraine.

svs/col/sak/dpa/Reuters/AFP
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