Ukraine-News am Sonntag Kiew kündigt Rückzug aus Lyssytschansk an

Die ukrainische Armee gibt nach eigenen Angaben die letzte Hochburg in der Region Luhansk auf. Und: Kremlchef Putin hat den Krieg lange geplant und könnte ihn noch »sehr lange fortsetzen«, sagt Kanzler Scholz. Der Überblick.
In der Stadt Lyssytschansk sind die Spuren der Kämpfe zu sehen

In der Stadt Lyssytschansk sind die Spuren der Kämpfe zu sehen

Foto: Militärverwaltung der Region Luhansk / dpa

Das war der Überblick zu den Entwicklungen im Ukrainekrieg am 3. Juli 2022.

+++ Das Wichtigste in Kürze +++
  • Russland hat nach eigenen Angaben Lyssytschansk eingenommen. Damit habe man auch die völlige Kontrolle über das Gebiet Luhansk, die gesamte Region sei nun »befreit«.

  • Die russische Militärverwaltung hat einen Angriff auf die besetzte Stadt Melitopol in der Ostukraine bestätigt. Zuvor hatte die Ukraine mehr als 30 abgefeuerte Geschosse auf einen der vier russischen Militärstützpunkte der Stadt gemeldet.

  • Bei Explosionen in der russischen Grenzstadt Belgorod sind nach Angaben des Gouverneurs der Region drei Menschen ums Leben gekommen. Vier Menschen seien verletzt worden, 50 Häuser beschädigt.

Lyssytschansk laut Selenskyj nicht verloren

23.09 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht die Stadt Lyssytschansk im Osten des Landes trotz des Rückzugs der ukrainischen Armee noch nicht als verloren an. »Wenn das Kommando unserer Armee Menschen von bestimmten Punkten der Front abzieht, wo der Feind den größten Feuervorteil hat – insbesondere Lyssytschansk –, bedeutet das nur eins: Dass wir dank unserer Taktik, dank der verstärkten Versorgung mit modernen Waffen, zurückkommen werden«, sagte er in einer Videobotschaft.

Die ukrainische Armee bewege sich vorwärts – sowohl im Gebiet Charkiw im Osten, als auch im Gebiet Cherson im Süden und auf dem Schwarzen Meer. Die jüngst wiedererlangte Schlangeninsel sei ein gutes Beispiel dafür. »Es wird einen Tag geben, an dem wir dasselbe über den Donbass sagen werden«, sagte Selenskyj. »Die Ukraine gibt nichts verloren.«

Selenksyj macht Teilnahme am G20-Gipfel von Kriegsverlauf abhängig

21.07 Uhr: Die Ukraine macht ihre Teilnahme am G20-Gipfel im November in Indonesien von der Situation im Land und von Russland abhängig. »Unsere Teilnahme hängt von der Russischen Föderation ab, ob sie dort anwesend sein wird«, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj der Agentur Interfax-Ukraine zufolge in Kiew. »Ich habe dem indonesischen Präsidenten (Joko Widodo) gesagt, dass wir für die Einladung dankbar sind, aber wir haben eine Sicherheitslage.«

Die Ukraine bestätigt den Abzug ihrer Streitkräfte aus Lyssytschansk

19.13 Uhr: Die ukrainischen Streitkräfte mussten nach eigenen Angaben aus der Stadt Lyssytschansk abziehen. Eine weitere Verteidigung der Stadt hätte fatale Konsequenzen gehabt, teilt die Militärführung der Ukraine in einer Erklärung mit. Um das Leben der ukrainischen Soldaten zu retten, sei die Entscheidung zum Abzug getroffen worden. Der Generalstab verwies auf die zahlenmäßige und materielle Überlegenheit der russischen Armee.

Lyssytschansk war die letzte ukrainische Festung in der Provinz Luhansk. Russland hatte zuvor mitgeteilt, Luhansk vollständig erobert zu haben.

Scholz: Putin könne den Krieg »noch sehr lange fortsetzen«

18.53 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin hat die Entscheidung für den Angriffskrieg gegen die Ukraine nach Ansicht von Bundeskanzler Olaf Scholz mit deutlichem Vorlauf getroffen. »Ich denke, die Entscheidung für diesen Krieg wurde ein Jahr vor seinem Beginn getroffen, oder möglicherweise schon früher«, sagte er in einem am Sonntag komplett veröffentlichten Interview des US-Senders CBS . »Und so wird er den Krieg noch sehr lange fortsetzen können«, sagte Scholz weiter auf Englisch. Das Gespräch wurde nach dem Nato-Gipfel in Madrid geführt.

Scholz gestand auch ein, dass es falsch gewesen sei, sich in der Vergangenheit einseitig abhängig von russischer Energie zu machen. »Wir hätten also in ganz Europa in eine Infrastruktur investieren sollen, die uns die Möglichkeit gibt, das Angebot von einem Tag auf den anderen zu ändern«, sagte Scholz. Das sei eine Lektion, die man in Europa nun gelernt habe.

Russland holt 70 ausgewiesene Diplomaten aus Bulgarien zurück

17:00 Uhr: Russland hat 70 Diplomaten und andere Beschäftigte seiner Vertretungen in Bulgarien zurückgeholt, die aus dem EU-Land ausgewiesen wurden. Zusammen mit ihren Familien verließen die Russen am Sonntag in zwei Sonderflugzeugen die Hauptstadt Sofia. Sie waren am Dienstag vom bulgarischen Außenministerium zu »unerwünschten Personen« erklärt worden. Russland droht deshalb damit, seine Botschaft in Sofia komplett zu schließen, was innerhalb der Europäischen Union einmalig wäre.

Bulgarien hatte den 70 Russen am Dienstag eine Frist gesetzt, das Land bis Ende der Woche zu verlassen: Begründet wurde die Ausweisung damit, dass ein Großteil der Diplomaten »direkt für fremde Dienste« gearbeitet habe – eine Umschreibung für Geheimdienste. Der einstige Ostblockstaat hatte zuvor schon russische Diplomaten des Landes verwiesen – seit 2019 insgesamt 21.

In Bulgarien ist Regierungschef Kiril Petkow nur noch kommissarisch im Amt, seit sein prowestliches Koalitionskabinett am 22. Juni durch einen Misstrauensantrag im Parlament gestürzt wurde. Petkow machte auch Russlands Botschafterin in Sofia, Eleonora Mitrofanowa, dafür verantwortlich. Das EU- und Nato-Mitglied hat Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine verurteilt. Der russische Energiekonzern Gazprom liefert kein Gas mehr nach Bulgarien, nachdem sich die Regierung in Sofia geweigert hatte, in Rubel zu bezahlen.

Bürgermeister: Viele Tote in Slowjansk in Region Donezk

14.30 Uhr: Die Stadt Slowjansk in der Ostukraine ist nach Angaben des Bürgermeisters von mehreren Raketenwerfern beschossen worden. Dabei seien viele Menschen getötet und verletzt worden, schreibt Bürgermeister Wadym Ljach auf Telegram. 15 Brände seien ausgebrochen. Es handle sich um den schwersten Beschuss dieser Stadt im Gebiet Donezk in der jüngeren Zeit.

Ukraine bestreitet russische Berichte über Lyssytschansk

13.14 Uhr: Die Ukraine hat russischen Angaben widersprochen, wonach die Stadt Lyssytschansk im Osten des Landes von Russland erobert worden sei. Die Stadt stehe nicht unter vollständiger russischer Kontrolle, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Kiew am Sonntag dem britischen Sender BBC. Die Situation sei seit einiger Zeit jedoch »sehr intensiv«, russische Truppen griffen die Stadt permanent an.

»Für Ukrainer hat der Wert menschlichen Lebens oberste Priorität«, sagte der Sprecher weiter. »Deshalb könnten wir uns manchmal aus gewissen Gebieten zurückziehen, um sie in der Zukunft zurückzuerobern.« Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu hatte zuvor gesagt, Russland habe die völlige Kontrolle über Lyssytschansk und das gesamte Gebiet Luhansk.

Der ukrainische Ministeriumssprecher sagte dazu, der Donbass sei nicht verloren, selbst wenn Russland ganz Luhansk erobere. Es gebe dort weitere große Städte, vor allem im Gebiet Donezk, die unter ukrainischer Kontrolle seien. »Diese Städte waren in den vergangenen Tagen Ziel schwerer Raketenangriffe und von Artilleriebeschuss. Aber der Kampf um den Donbass ist noch nicht vorbei.«

EU-Koordinatorin warnt vor sexueller Ausbeutung von Ukrainerinnen

13:00 Uhr: Die EU-Koordinatorin für den Kampf gegen Menschenhandel, Diane Schmitt, warnt vor sexueller Ausbeutung von Ukrainerinnen. Die »riesige Gruppe von besonders verletzlichen Frauen und Kindern bietet einen idealen Rekrutierungspool für die Kriminellen«, sagte die Luxemburgerin der »Welt«. Dies gelte »besonders jetzt, wo in einigen Ländern die Unterstützungsbereitschaft abzunehmen droht, weil der Krieg sich in die Länge zieht«.

Ukrainerinnen gehörten »seit vielen Jahren zu den Hauptopfern von Menschenhandel in der EU«, sagte Schmitt. Bisher gebe es »zum Glück keine Erkenntnisse, dass wesentlich mehr Ukrainerinnen Opfer von Menschenhandel wurden als vor dem russischen Angriffskrieg«. Internationale und nationale Ermittler, darunter auch das Bundeskriminalamt und das Landeskriminalamt Berlin, arbeiteten in der Frage eng zusammen. »Es wurde allen Hinweisen nachgegangen, und bis heute gibt es nicht sehr viele bestätigte Fälle.«

Scholz verteidigt geplante Gas-Vereinbarung mit Katar

12.50 Uhr: Kanzler Olaf Scholz hat angepeilte Gas-Lieferverträge mit Katar verteidigt. Es sei richtig, mit dem Golfstaat entsprechende Verhandlungen zu führen, sagte er in der ARD. »Wenn wir uns diversifizieren wollen, brauchen wir viele Lieferanten – auch dieses Land«, fügt der SPD-Politiker mit Blick auf den geplanten Ausstieg aus russischen Gaslieferungen hinzu. Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte Gespräche in Katar geführt. Das Emirat ist einer der weltweit größten LNG-Produzenten. Dem Staat am Persischen Golf werden Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen.

Der Ukraine versprach Scholz erneut Sicherheitsgarantien für die Zeit nach dem Krieg. Diese würden aber unterhalb einer Nato-Beistandsgarantie sein. Die Ukraine gehört nicht der Nato an. Details stimme man derzeit mit den Partnern und der Ukraine ab, sagte Scholz. Dazu gehöre aber sicher, Sanktionen auch wieder in Kraft zu setzen. Er habe Russlands Präsident Wladimir Putin gesagt, dass dieser ohnehin nicht mit einer Aufhebung der Sanktionen rechnen könne, sollte er weiter einen Diktatfrieden nach dem Angriff auf die Ukraine anstreben.

Russland meldet Einnahme von Lyssytschansk

11.58 Uhr: Russland hat nach Angaben von Verteidigungsminister Sergej Schoigu die einstige Großstadt Lyssytschansk im Osten der Ukraine eingenommen. Damit habe man nun die gesamte ostukrainische Region Luhansk »befreit«. Dies habe Schoigu dem russischen Präsidenten Wladimir Putin mitgeteilt, wie es in einer Mitteilung seines Ministeriums heißt. Russische Truppen und prorussische Kämpfer hätten »die vollständige Kontrolle« über Lyssytschansk und nahegelegene Ortschaften übernommen. Von ukrainischer Seite gab es dafür zunächst keine Bestätigung. Der Generalstab in Kiew hatte am Morgen lediglich mitgeteilt, dass russische Truppen in der Stadt seien und versuchten, ihre Positionen auszubauen.

Nachdem Russland beim ersten Versuch, die Hauptstadt Kiew einzunehmen, zurückgeschlagen wurde, hat Moskau seine Bemühungen darauf konzentriert, die ukrainischen Streitkräfte aus den Regionen Luhansk und Donezk im Osten des Landes zu vertreiben. Lyssytschansks Nachbarstadt Sjewjerodonezk war bereits vor einer Woche von russischen Truppen erobert worden. Nach der Einnahme von Lyssytschansk könnten die russischen Truppen nun auch Kramatorsk und Slowjansk in der zweiten Donbass-Teilregion Donezk ins Visier nehmen. 2014 hatten prorussische Separatisten in Teilen beider Regionen selbst ernannte »Volksrepubliken« ausgerufen.

Sportminister fordern Ausschluss von Russland und Belarus

10.35 Uhr: Sportministerinnen und -Minister aus 35 Ländern haben die internationalen Sportverbände dazu aufgefordert, ihre Mitglieder aus Russland und Belarus wegen des russischen Angriffskrieges zu suspendieren.

Die Politiker empfehlen außerdem, dass alle Personen wie Regierungsbeamte, die in enger Verbindung zu Russland und Belarus stehen, aus einflussreichen Ämtern in Sportorganisationen entlassen werden sollen. Auch sollten Sportverbände und Organisatoren erwägen, Vereinbarungen auszusetzen, die eine Übertragung ihrer Wettkämpfe im russischen und belarussischen Fernsehen ermöglichen.

Die Gruppe der Sportministerinnnen und -Minister umfasst unter anderem die Gastgeberländer der drei kommenden Olympischen Sommerspiele in Frankreich (2024), den USA (2028) und Australien (2032) sowie Italien als Ausrichter der Winterspiele 2026. Auch Deutschland gehört zu den Unterstützern.

Russische Millitärverwaltung bestätigt Angriff auf Melitopol

9.00 Uhr: Die Militärverwaltung des besetzten Melitopol hat einen Angriff auf die Stadt in der Ostukraine bestätigt. Ihren Angaben nach wurden mehrere Wohnhäuser durch den Beschuss mit Raketenwerfern beschädigt, Todesopfer habe es keine gegeben. Zudem sei ein Zug beschossen worden, der Lebensmittel von der Krim in die Stadt gebracht habe.

Während die russischen Truppen nach Beginn ihrer Invasion Melitopol relativ schnell erobern konnten, gibt es in der zweitgrößten Stadt des Gebiets Saporischschja nach wie vor Widerstand gegen die russische Besetzung. So wurden zuletzt vermehrt Partisanenaktivitäten und Anschläge auf prorussische Beamte in der Region gemeldet.

Meldungen über Angriffe auf russisch besetztes Melitopol

8.10 Uhr: Aus der russisch besetzten Stadt Melitopol im Süden der Ukraine werden ukrainische Angriffe gemeldet. Mehr als 30 Geschosse seien auf einen der vier russischen Militärstützpunkte der Stadt abgefeuert worden, teilte der im Exil lebende Bürgermeister Iwan Fjodorow in einer Videobotschaft mit. Der Stützpunkt sei damit außer Gefecht gesetzt worden.

Laut Fjodorow wurden Militärgerät und mehrere Treibstofflager getroffen. Daher hielten die Explosionen auch Stunden nach den Angriffen noch an. Zugleich wurde bekannt, dass Ein- und Ausfahrt aus der Stadt gesperrt wurden, zudem soll ein russischer Zug zum Entgleisen gebracht worden sein. Dieser habe Nachschub für die russischen Besatzer in die Stadt bringen sollen, so Fjodorow.

Kiew: Russische Truppen fassen in Lyssytschansk Fuß

8.00 Uhr: Die russischen Truppen sind nach ukrainischen Angaben in Lyssytschansk eingerückt. »Im Raum Donezk konzentrieren sich die Okkupanten darauf, ihre Positionen in den Städten Lyssytschansk und Werchnjokamjanka zu festigen«, teilte der ukrainische Generalstab mit. Auch der ukrainische Militärgouverneur von Luhansk, Serhij Hajdaj, bestätigte auf seinem Telegram-Kanal, dass die Russen weiter vorgerückt seien »und im Bezirk Lyssytschansk Fuß gefasst« hätten. Unklar ist noch, ob ukrainische Einheiten in der Stadt sind.

Am Samstag hatten die prorussischen Separatisten bereits die Einnahme von Lyssytschansk verkündet, Kiew entgegnete darauf, die strategisch wichtige Stadt sei noch unter eigener Kontrolle. Lyssytschansk war nach dem Fall von Sjewjerodonezk der letzte große ukrainisch kontrollierte Ort im Gebiet Luhansk.

Laut dem Generalstabsbericht gab es zudem russische Angriffe in Richtung Charkiw und Slowjansk. In beide Richtungen seien die russischen Attacken zurückgeschlagen worden. In Richtung Bachmut, einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt im Gebiet Donezk, hielten die Kämpfe hingegen an. Gleiches gelte für Spartak, eine Vorortsiedlung von Donezk, die die russischen Truppen zu stürmen versuchen. Im Süden sei die Siedlung Iwaniwka, die die ukrainischen Truppen am Vortag im Gebiet Cherson erobert hätten, schweren russischen Luftangriffen ausgesetzt. Zudem würde das Gebiet Mykolajiw von Raketen beschossen.

Russischer Turner Kuljak auch intern gesperrt

7.59 Uhr: Wohl aus Angst vor weiteren Sanktionen durch den Turn-Weltverband FIG hat der russische Verband den Turner Iwan Kuljak bis auf Weiteres für nationale Wettbewerbe gesperrt. Auf internationaler Ebene darf der 20-Jährige ohnehin frühestens im Mai kommenden Jahres wieder an Wettkämpfen teilnehmen.

Beim Weltcup-Turnier Anfang März in Doha war Kuljak bei der Siegerehrung mit einem »Z« auf seinem Trainingsanzug erschienen. Neben ihm auf dem Siegertreppchen stand der Gewinner Ilja Kowtun aus der Ukraine. Der Buchstabe Z wird von Befürwortern des russischen Angriffskriegs verwendet und steht für »Za pobedu«, »Für den Sieg«.

»Schlage deine eigenen Leute, damit die anderen Angst haben«

6.40 Uhr: Theater werden geschlossen, Intendanten gefeuert, Hochschuldirektoren verhaftet. Kulturschaffende und Forscher haben in Russland die Wahl: Entweder schwören sie Putin die Treue – oder sie werden zu »Volksfeinden«. Lesen Sie hier eine Kolumne über Putins Krieg gegen Künstler und Intellektuelle.

Gouverneur: Drei Tote nach Explosionen in russischer Grenzstadt

6.18 Uhr: Bei Explosionen in der russischen Stadt Belgorod nahe der Grenze zur Ukraine sind nach Angaben des Gouverneurs der Region drei Menschen ums Leben gekommen. Das schrieb Wjatscheslaw Gladkow laut der Agentur Tass im Nachrichtendienst Telegram. Vier weitere Menschen seien verletzt worden, darunter ein zehnjähriges Kind. Darüber hinaus seien 50 Häuser beschädigt worden. Die Ursachen des Vorfalls würden untersucht, das Luftabwehrsystem werde voraussichtlich aktiviert. Die Angaben waren von unabhängiger Seite nicht überprüfbar.

Russland hat am 24. Februar einen Angriffskrieg gegen das Nachbarland Ukraine begonnen und beklagte seitdem wiederholt auch Angriffe auf sein eigenes Staatsgebiet. Neben Belgorod werfen auch andere russische Regionen – darunter Kursk und Brjansk – der ukrainischen Seite immer wieder Beschuss vor. Kiew äußert sich zu den Vorwürfen in der Regel nicht.

sak/dop/ani/AFP/dpa/Reuters
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