Ukraine-News am Dienstag Hochrangiger russischer Offizier offenbar bei Kampfjetabschuss getötet

Im Osten der Ukraine ist einem Medienbericht zufolge ein General der russischen Luftwaffe ums Leben gekommen. Im Gebiet Donezk haben russische Truppen wohl eine Kleinstadt erobert. Der Überblick.
Ein Kampfjet vom Typ Su-25

Ein Kampfjet vom Typ Su-25

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IMAGO/RIA Novosti / IMAGO/SNA

Das waren die Ukraine-News am 24. Mai 2022.

Das Wichtigste in Kürze
  • Russland will das Verfahren zur Einbürgerung von Bewohnern in den besetzten ukrainischen Regionen Cherson und Saporischschja erleichtern.

  • Russland verlangt angesichts der durch Kreml-Streitkräfte blockierten Häfen und der daraus resultierenden Nahrungsmittel-Krise weiter auf eine Lockerung westlicher Sanktionen.

  • Nach Kiewer Angaben sind in den drei Monaten seit Beginn des russischen Angriffskrieges etwa 20.000 mutmaßliche Kriegsverbrechen angezeigt worden.

  • Ukraine berichtet von Raketenangriff auf Großstadt Saporischschja. Auch die ostukrainische Großstadt Sjewjerodonezk wird nach ukrainischen Angaben weiterhin schwer beschossen.

  • Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj pocht auf ein direktes Gespräch mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin.

  • Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier appelliert an Putin: »Ziehen Sie Ihre Truppen zurück«

  • Lesen Sie hier die Zusammenfassung des 91. Kriegstages.

Laut Selenskyj befinden sich die ukrainischen Truppen im Donbass in schwieriger Lage

23.30 Uhr: Die ukrainischen Truppen im Donbass sind nach Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj angesichts schwerer russischer Angriffe in einer schwierigen Lage. »In diesen Angriff wirft die russische Armee alle Kräfte, die sie noch hat«, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Er zählte die Städte Lyman, Popasna, Sjewjerodonezk und Slowjansk im Osten des Landes auf. »Die die Besatzer wollen dort alles zerstören.« Es werde große Anstrengungen des ukrainischen Volkes bedürfen, um die russische Überlegenheit an Rüstung und Technik zu überwinden.

Zugleich erinnerte Selenskyj die Ukrainer und Ukrainerinnen daran, dass sie dem russischen Angriff bereits 90 Tage standgehalten haben. An die ausländischen Partner seines Landes wiederholte er die Bitte um schwere Waffen wie Raketenartillerie, Panzer oder Anti-Schiffs-Raketen. »Das ist die beste Investition in den Erhalt von Stabilität in der Welt«, sagte der Präsident.

Russland verschärft Offensive in Ostukraine

21 Uhr: Drei Monate nach dem Beginn ihrer Invasion in der Ukraine versuchen russische Truppen mit einer breit angelegten Offensive Teile im Osten des umkämpften Landes unter ihre Kontrolle zu bringen. Im Mittelpunkt des Kriegsgeschehens stand am Dienstag unter anderem erneut das Gebiet um die Zwillingsstädte Sjewjerodonezk und Lyssytschansk im Donbass. Russische Truppen rückten aus drei Richtungen vor, um die Städte zu umzingeln.

»Wir beobachten jetzt die aktivste Phase der umfassenden Aggression, die Russland gegen unser Land entfaltet hat«, schilderte ein Sprecher des ukrainischen Verteidigungsministeriums die Lage. Die Situation an der Front sei äußerst schwierig, weil sich dort vielleicht gerade das Schicksal des Landes entscheide.

Tichanowskaja ruft Westen zu Geschlossenheit auf

19.51 Uhr: Die belarussische Oppositionelle Swetlana Tichanowskaja hat den Westen angesichts des Ukrainekriegs zu Geschlossenheit aufgerufen. »Für uns ist es sehr wichtig, dass der Westen bei der Unterstützung der Ukraine und Belarus vereint bleibt. Heute versuchen Diktatoren, diese Einheit zu brechen, einen Keil zwischen die Vereinigten Staaten und die Europäische Union, zwischen einzelne EU-Länder zu treiben«, sagte sie in einer Rede im litauischen Parlament in Vilnius.

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Ein Sieg der Ukraine in dem von Russland begonnenen Krieg sei für alle Völker notwendig – auch ihres eigenes. »Ohne eine freie Ukraine wird es kein freies Belarus geben, und ohne ein freies Belarus wird es keine sichere Ukraine und kein sicheres Europa geben«, betonte die im Exil in Litauen lebende Tichanowskaja. Die Bürgerrechtlerin dankte dem baltischen EU-Land für die Unterstützung der Demokratiebewegung in Belarus im Kampf gegen Machthaber Alexander Lukaschenko.

Russen sollen Stadt im Gebiet Donezk erobert haben

18.40 Uhr: Im Osten der Ukraine haben russische Truppen nach Angaben beider Seiten im Gebiet Donezk die Kleinstadt Switlodarsk erobert. Der Chef der kommunalen Militärverwaltung, Serhij Hoschko, bestätigte nach Berichten ukrainischer Medien entsprechende Angaben der prorussischen Separatisten. In der Nähe von Switlodarsk befindet sich das größte Kohlekraftwerk der Ukraine. Zuvor hatten die Separatisten über den Abzug ukrainischer Truppen aus dem Gebiet berichtet, die von der Einkesselung bedroht waren.

Parallel dazu sei im nördlichen Donezker Gebiet mit dem Sturm der Stadt Lyman begonnen worden, hieß es von den Separatisten. Der ukrainische Generalstab bestätigte, dass russische Truppen mit Unterstützung von Artillerie und Luftwaffe die Stadt angriffen. Zur Lage in Switlodarsk gab es vom Generalstab keinen Kommentar.

Heil: G7-Arbeitsmärkte sollen Geflüchteten umfassenden Schutz bieten

18.19 Uhr: Geflüchtete aus der Ukraine sollen in den Arbeitsmärkten und Sozialsystemen der G7-Staaten einen möglichst umfassenden Schutz erhalten. Es sei ihm wichtig, dass sich alle führenden westlichen Industrieländer hierzu bekannt hätten, sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil nach Beratungen mit seinen Kollegen in Wolfsburg. Ziel sei ein »anständiger, fairer und guter« Umgang – der bei Bedarf oder im Fall längerer Aufenthalte auch weitere Schritte einschließen könne.

»Wir wollen, dass sie gut versorgt werden, auch was die medizinische Versorgung betrifft«, so Heil. »Und wir werden ganz praktische Barrieren zur Seite räumen.« Er bezog sich etwa auf die Anerkennung von Qualifikationen, Hilfe bei der Kinderbetreuung oder Sprachkurse.

Heil hatte schon darauf eingestimmt, dass viele Kriegsflüchtlinge womöglich länger in Deutschland bleiben und feste Jobs suchen dürften. Man habe das Thema nun auch im G7-Rahmen besprochen. Die Ergebnisse zu dieser sowie weiteren Fragen sollen in die Vorbereitung des Gipfels Ende Juni auf Schloss Elmau in Bayern einfließen.

Studie: Oligarchen im Vorstand sind ein Unternehmensrisiko

18.15 Uhr: Was bringen Sanktionen gegen die russischen Superreichen? DIW-Forscherinnen zufolge mehr als gedacht: Auch die von den Oligarchen geführten Konzerne leiden demnach kräftig. Lesen Sie hier mehr über die Studie zur Wirkung von Sanktionen. 

Russland verhängt Einreiseverbot gegen britische Lords

17.40 Uhr: Russland hat ein Einreiseverbot gegen 154 Mitglieder des britischen Oberhauses verhängt. Wie das Außenministerium in Moskau mitteilte, geschieht dies als Reaktion auf die Entscheidung der britischen Regierung vom März, fast alle Mitglieder des Föderationsrats, des russischen Oberhauses, mit Sanktionen zu belegen.

Von dem Einreiseverbot ist unter anderen der konservative frühere britische Außenminister William Hague betroffen. Der in Russland geborene Medienunternehmer Jewgeni Lebedew, der vor zwei Jahren von Premierminister Boris Johnson einen Adelstitel erhielt, darf hingegen weiterhin nach Russland reisen.

Lebedews enge Beziehungen zu Johnson haben in Großbritannien einige Fragen aufgeworfen, da dessen Vater, der Oligarch Alexander Lebedew, früher als KGB-Agent tätig war. Jewgeni Lebedew, dem unter anderem die Zeitung »Evening Standard« gehört, hat Russlands Vorgehen in der Ukraine kritisiert.

Schröder für Gazprom-Aufsichtsrat nominiert

17.25 Uhr: Erst vor ein paar Tagen verkündete Altbundeskanzler Gerhard Schröder, er werde seinen Job im Rosneft-Aufsichtsrat aufgeben. Beim russischen Staatskonzern Gazprom könnte es nun für ihn weitergehen.

Wohl kein Entscheid über Ölembargo auf Eurogipfel

17.19 Uhr: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erwartet nach eigenen Worten nicht, dass es auf dem Eurogipfel Anfang kommender Woche zu einer Entscheidung über ein Ölembargo gegen Russland kommt. Der Gipfel sei nicht der richtige Ort für eine solche Entscheidung. Die Verhandlungen mit den Mitgliedsländern zu dem Thema liefen noch, sagt sie. Ungarn hat am Dienstag erneut bekräftigt, einem Embargo zunächst nicht zustimmen zu wollen. Für eine Entscheidung ist Einstimmigkeit notwendig.

BBC: Russischer General bei Flugzeugabschuss getötet

16.55 Uhr: Im Osten der Ukraine ist nach einem Bericht der BBC ein General der russischen Luftwaffe abgeschossen worden und ums Leben gekommen. Das Flugzeug von Generalmajor Kanamat Botaschow sei bereits am Sonntag über der Kleinstadt Popasna im Donbass von einer Stinger-Rakete getroffen worden, berichtete der britische Sender in seinem russischsprachigen Dienst. Botaschow wäre der ranghöchste russische Luftwaffenoffizier, der seit Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine getötet wurde.

Ukrainische Medien hatten am Sonntag den Abschuss eines russischen Kampfjets vom Typ Su-25 gemeldet. Wie die BBC nun unter Berufung auf mehrere Quellen berichtet, saß Botaschow im Cockpit. Offiziell wurde der Tod des Piloten nicht bestätigt. Ukrainischen Angaben nach wäre er der neunte russische General, der im Krieg ums Leben gekommen ist.

Lindner gegen gemeinsame Schulden für Zuschüsse

16.45 Uhr: Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) hat gemeinschaftlichen EU-Schulden für die Finanzierung von Zuschüssen an die Ukraine eine Absage erteilt. Ein Vorgehen wie beim Corona-Aufbaufonds sei für Deutschland ausgeschlossen, sagte Lindner nach einem Treffen mit seinen EU-Amtskollegen in Brüssel. Er zeigte sich jedoch offen dafür, Kredite an die Ukraine durch die Aufnahme von Schulden zu ermöglichen. Zuschüsse müsste die Ukraine nicht zurückzahlen, Kredite hingegen schon.

Der französische Finanzminister Bruno Le Maire sagte nach dem Treffen, die EU-Länder seien sich insgesamt einig, dass man die Ukraine unterstützen müsse. Es müssten jedoch noch technische Details der Hilfen geklärt werden.

Um der Ukraine kurzfristig zu helfen, hatte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vorgeschlagen, dem Land eine neue Makrofinanzhilfe in Höhe von neun Milliarden Euro bereitzustellen, um laufende Kosten zu decken. Diese soll nach Angaben des Wirtschaftskommissars Valdis Dombrovskis vor allem aus Krediten und teilweise auch aus Zuschüssen bestehen. Die Kommission werde im Juni einen konkreteren Vorschlag dazu machen.

Wie Russland die Gefangenen von Mariupol vorführt

16.15 Uhr: Filmaufnahmen sollen belegen, wie gut es den Verteidigern von Mariupol in russischer Gefangenschaft geht. International wächst die Sorge vor Schauprozessen. Aus Moskau gibt es sogar Rufe nach der Todesstrafe. Lesen Sie hier mehr dazu. 

Offenbar 600 Krankenhäuser durch Krieg beschädigt

16.05 Uhr: Durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sind nach ukrainischen Angaben bereits 600 Krankenhäuser zerstört oder beschädigt worden. Etwa hundert Kliniken könnten nicht wieder aufgebaut werden, sagte das Vorstandsmitglied des ukrainischen Ärzteverbandes Andrij Basylewytsch beim Deutschen Ärztetag in Bremen. Viele Medizinerinnen und Mediziner seien getötet oder verwundet worden.

Die medizinische Betreuung sei stark beeinträchtigt. »Frauen müssen unter unzumutbaren Umständen gebären.« Zugleich habe sich der Arbeitsanfall verdoppelt oder verdreifacht. Verletzungen nicht nur von Soldaten, sondern auch von Zivilisten, Frauen und Kindern müssten behandelt werden, sagte der Medizinprofessor aus Lwiw.

Er dankte der deutschen Ärzteschaft für humanitäre Hilfe. Von Deutschland forderte er die Lieferung schwerer Waffen. Deutschland könne auch beim Aufbau von Orthopädiewerkstätten in der Ukraine helfen, viele Menschen hätten Gliedmaßen verloren. Auch sollten westliche Einrichtungen Ärztinnen und Ärzten aus der Ukraine Assistenzstellen oder Praktika geben, damit sie besser ausgebildet in ihre Heimat zurückkehrten.

EU beschließt Finanzierung weiterer Waffen für Ukraine

15.33 Uhr: Die EU hat die Finanzmittel zur Unterstützung der ukrainischen Streitkräfte auf zwei Milliarden Euro aufgestockt. Wie der Rat der Mitgliedstaaten mitteilte, wurde dazu der noch ausstehende Beschluss gefasst. Die politische Einigung auf weitere 500 Millionen gab es bereits Mitte des Monats bei einem Treffen der EU-Außenministerinnen und -Außenminister.

Von dem zusätzlichen Geld sollen 490 Millionen für Waffen und Munition sowie zehn Millionen für Dinge wie Schutzausrüstung, Erste-Hilfe-Kits und Treibstoff ausgegeben werden. Als konkrete Beispiele für geplante Waffenlieferungen hatte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell jüngst Artilleriegeschütze und Panzerfahrzeuge genannt.

Die Finanzmittel kommen aus der sogenannten Europäischen Friedensfazilität – einem neuen Finanzierungsinstrument der EU, das genutzt werden kann, um Streitkräfte in Partnerländern zu stärken. Für 2021 bis 2027 ist sie mit fünf Milliarden Euro ausgestattet. Deutschland finanziert nach Angaben von Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) rund ein Viertel. Ein erstes Paket über 500 Millionen Euro war bereits Ende Februar bewilligt worden, zwei weitere folgten im März und April.

»Die Geschichte von morgen wird heute geschrieben – auf den Schlachtfeldern der Ukraine. Die EU und ihre Mitgliedstaaten sind entschlossen, sich weiter zu engagieren. Wir werden bis zum Ende weitermachen.«

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell zur Finanzierung weiterer Waffen für die Ukraine

Polens Präsident wirft Deutschland Wortbruch bei Panzern vor

15.30 Uhr: Der Streit um die Lieferung von Leopard-Panzern belastet die deutsch-polnischen Beziehungen. Nun legt Polens Präsident Andrzej Duda nach, er sagt: »Wir sind sehr enttäuscht.«

EU erlässt Ukraine Einfuhrzölle für ein Jahr

15.22 Uhr: Die Europäische Union erlässt der Ukraine für vorerst ein Jahr die Einfuhrzölle. Die Mitgliedsländer besiegelten einen entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission, wie der Rat in Brüssel mitteilte. Das Europaparlament hatte sich bereits vor knapp einer Woche für die Liberalisierung des Handels ausgesprochen.

Die vorübergehende Aufhebung der Einfuhrzölle durch die EU betrifft demnach vor allem ukrainische Industrieprodukte, Obst und Gemüse sowie andere landwirtschaftliche Erzeugnisse. Der Schritt zielt darauf ab, Exporte aus der Ukraine in die EU zu unterstützen und die Lage der Produzenten angesichts des russischen Angriffskrieges zu verbessern. Nach EU-Angaben hatte der Handel mit der Ukraine im vergangenen Jahr ein Rekordvolumen von 52 Milliarden Euro erreicht.

Ukrainischer Außenminister fordert schnellere Waffenlieferungen

14.51 Uhr: Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba hat angesichts der schweren russischen Angriffe im Osten schnellere Militärhilfen des Westens gefordert. »Es ist zu früh, um zu dem Schluss zu kommen, dass die Ukraine bereits über alle Waffen verfügt, die sie benötigt«, schrieb Kuleba auf Twitter. »Die russische Offensive im Donbass ist eine erbarmungslose Schlacht, die größte auf europäischem Boden seit dem Zweiten Weltkrieg.«

Sein Land benötige insbesondere schnell Mehrfachraketenwerfer und Langstreckenartillerie. Er habe mit Blick auf die Lieferung schwerer Waffen auch mit US-Außenminister Antony Blinken telefoniert, schrieb Kuleba. Einmal mehr warf er dem Nachbarland Russland vor, das vor drei Monaten den Krieg begonnen hatte, ukrainisches Getreide zu stehlen.

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Moskau bereitet Aufhebung der Altersgrenze für Militärdienst vor

13.46 Uhr: Russland bereitet die Aufhebung der Altersgrenze für den Militärdienst vor. Das geht aus der Tagesordnung der Moskauer Duma, des russischen Unterhauses, hervor. Entsprechend den Erläuterungen zu der Gesetzesvorlage können sich nach den bisherigen Bestimmungen nur russische Bürger zwischen 18 und 40 Jahren bei der Armee verpflichten, für Ausländer gilt ein Alter zwischen 18 und 30 Jahren.

Es sei jedoch für den Einsatz von Waffen »mit hoher Präzision« wichtig, »hoch spezialisierte Fachkräfte« zur Armee zu holen, heißt es in den Erläuterungen weiter. Dabei ist offenbar daran gedacht, die Altersgrenze aufzuheben. Durch diese Maßnahme sollen Spezialisten in den Bereichen medizinische Unterstützung, Ingenieurswesen und Kommunikation gewonnen werden.

Bei ihrer Offensive in der Ukraine hat die russische Armee schwere materielle und menschliche Verluste zu verzeichnen, auch wenn diese von Moskau nie beziffert wurden. Im April startete Russland den Frühjahrsaufruf, dessen Ziel es ist, rund 134.500 junge Leute einzuziehen. Die Behörden erklärten allerdings, die Rekruten würden nicht an die Front beordert.

Von der Leyen will russische Vermögenswerte für Ukrainehilfe nutzen

13.25 Uhr: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat sich beim Weltwirtschaftsforum dafür ausgesprochen, für den Wiederaufbau der Ukraine auch beschlagnahmte russische Gelder zu nutzen. »Wir sollten dafür jeden Stein umdrehen – wenn möglich auch russische Vermögenswerte, die wir eingefroren haben.« Es gehe darum, die Schäden des zerstörerischen Furors von Russlands Präsident Wladimir Putin zu beheben und die Zukunft der Ukraine nach den Wünschen ihrer Bürger zu gestalten.

Ziel der Weltgemeinschaft sollte laut von der Leyen eine Niederlage Russlands sein: »Die Ukraine muss diesen Krieg gewinnen. Und Putins Aggression muss sich als strategisches Versagen herausstellen«, sagte sie. »Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um der Ukraine zu helfen, sich zu behaupten und die Zukunft wieder in ihre eigene Hand zu nehmen.« Die Ukraine sei ein Teil der »europäischen Familie«, und man habe es mit einem entscheidenden Moment für alle Demokratien auf der Welt zu tun.

Scholz: Sind in Gesprächen zu Erhöhung von Öl- und Gasförderung

13.15 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) wirbt für eine Erhöhung der Fördermengen von Öl und Gas, um den hohen Energiepreisen entgegenzuwirken. »Wir diskutieren jetzt mit all diesen Ländern, die Öl und Gas fördern, und versuchen sie zu überzeugen, ihre Kapazitäten zu erhöhen, sodass dies dem Weltmarkt helfen würde«, sagte Scholz in einem Interview mit der Deutschen Welle im südafrikanischen Pretoria. Er erwarte eine sehr schwierige Lage bei den Treibstoffpreisen, sagte Scholz. Man werde diese nicht mithilfe von Subventionen niedrig halten können. Es sei aber nötig, die Versorgung mit Gas und Treibstoffen zu erhöhen, damit Staaten ihre Rechnungen bezahlen könnten.

Finnland und Schweden schicken Delegationen nach Ankara

12.59 Uhr: Präsident Erdoğan rät finnischen und schwedischen Delegationen von einer Reise in die Türkei ab, um über deren Nato-Beitritt zu sprechen. Doch die beiden Nordländer wollen bereits morgen in Ankara verhandeln.

Nawalny: Putin hat in der Ukraine einen dummen Krieg angefangen

12.35 Uhr: Der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny hat Wladimir Putin vor einem Moskauer Gericht verbal angegriffen. In der live übertragenen Anhörung bezeichnet er ihn nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters als einen Verrückten, der in der Ukraine einen dummen Krieg angefangen habe. »Das ist ein dummer Krieg, den euer Putin angefangen hat«, sagt Nawalny, der von einem Straflager per Video dem Berufungsgericht zugeschaltet war. »Dieser Krieg basiert auf Lügen.«

Obwohl er mehrfach von dem Richter unterbrochen wurde, ließ sich Nawalny nicht beirren. Russland werde von Dieben und Kriminellen geführt, die zu Feinden des russischen Volkes geworden seien, sagte er. »Ein Verrückter hat sich in die Ukraine verkrallt, und ich weiß nicht, was er damit will – dieser wahnsinnige Dieb.«

Später wies das Gericht erwartungsgemäß die Berufung Nawalnys gegen seine neunjährige Haftstrafe zurück.

KfW: 150-Millionen-Euro-Hilfskredit für Ukraine

12.17 Uhr: Deutschland unterstützt die Ukraine mit einem Hilfskredit in Höhe von 150 Millionen Euro. Im Auftrag der Bundesregierung unterzeichnete die staatliche Förderbank KfW den Kreditvertrag mit dem ukrainischen Finanzministerium, wie die KfW Bankengruppe mitteilte. Es handele es sich um einen weiteren ungebundenen Finanzkredit der Bundesregierung für das von Russland angegriffene Land. Das »Wirtschaftliche Nothilfeprogramm Ukraine« soll der ukrainischen Regierung Liquidität zur Verfügung stellen, um staatliche Sozialausgaben, Renten sowie Gehälter für Schul- und Krankenhauspersonal und Medikamentenbestellungen bezahlen zu können.

Warum auch der »Terminator« Russland nur wenig helfen wird

11.05 Uhr: Es ist äußerst schwer bewaffnet – und seit Kurzem in der Ukraine im Einsatz. Ein neues russisches Fahrzeug soll Kampfpanzern auch in unübersichtlichen Situationen Feuerschutz bieten. Lesen Sie hier mehr über das schwer gepanzerte Kampffahrzeug: Was kann der BMPT wirklich? 

Offenbar Massengrab mit etwa 200 Leichen in Mariupol entdeckt

10.45 Uhr: Ukrainischen Angaben zufolge wurde in Mariupol ein Massengrab mit etwa 200 Leichen entdeckt. Dies teilte unter anderem der Berater im ukrainischen Innenministerium Anton Geraschtschenko via Twitter mit. »Ein weiteres Massengrab in Mariupol – etwa 200 Leichen wurden im Keller eines Wohnhauses gefunden«, schrieb Geraschtschenko unter Berufung auf Angaben eines Beraters des Bürgermeisters von Mariupol, Petro Andrjuschtschenko. Er schrieb auf seinem Telegram-Kanal, russische Truppen hätten von der Lokalbevölkerung verlangt, die Leichen abzuräumen, doch die Menschen weigerten sich. Die Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.

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Russland will ukrainisches Waffenlager getroffen haben

9.57 Uhr: Russland hat nach eigenen Angaben bei Angriffen im Donbass ein ukrainisches Waffenlager getroffen. Dieses werde genutzt, um Artilleriegranaten für Haubitzen des Typs M777 aus amerikanischer Produktion zu lagern, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Astronaut Maurer beobachtete Krieg in der Ukraine von Weltall aus

9.56 Uhr: Der deutsche Astronaut Matthias Maurer hat den Krieg in der Ukraine von der Internationalen Raumstation ISS aus gut beobachten können. »Ich konnte aus dem Weltall hervorragend sehen, was auf dem Boden passierte«, sagte der 52-Jährige im ARD-»Morgenmagazin«. Am Anfang sei das Land nachts ganz dunkel geworden – die Beleuchtung der Städte sei reduziert worden.

»Man hat eigentlich nur noch Kiew erkannt«, sagte er. In den ersten Kriegstagen habe er auch die Einschläge erkennen können. Über Kiew habe er nachts Blitze gesehen. Da habe er gewusst, dass Raketen eingeschlagen seien. »Tagsüber standen riesige schwarze Rauchsäulen über Städten wie Mariupol – das war mit bloßem Auge aus dem Weltraum ganz deutlich zu erkennen«, fügte er hinzu.

In der Raumstation habe es durch den Krieg keinen Streit gegeben. »Wir sind ein eingeschworenes Team«, sagte Maurer. »Es war sehr schnell klar, dass wir alle einer Meinung waren – wir alle finden, dass ganz schreckliche Dinge passieren in der Ukraine.« Keiner im Team habe das unterstützt. Maurer war vor gut zwei Wochen nach einem halben Jahr auf der ISS auf die Erde zurückgekehrt. Er war der 600. Mensch und der zwölfte Deutsche im All.

Ukrainischer Generalstab meldet heftige Kämpfe im Osten

9.04 Uhr: Russlands Truppen streben im Donbass ukrainischen Angaben zufolge weiterhin die vollständige Eroberung des Gebiets Luhansk an. »Der Feind hört nicht auf anzugreifen«, teilte der ukrainische Generalstab mit. Insbesondere werde versucht, die strategisch wichtigen Städte Sjewjerodonezk und Lyssytschansk einzukreisen.

Zugleich hätten Russlands Streitkräfte bei Sjewjerodonezk aber auch besonders hohe Verluste zu beklagen, hieß es weiter. Diese Angaben ließen sich zunächst nicht überprüfen. Auch um die Stadt Bachmut im Gebiet Donezk werde weiter heftig gekämpft.

Drei Monate nach Kriegsbeginn hat sich Russlands Armee vor allem auf Angriffe im Osten des Nachbarlandes konzentriert. Insbesondere nach dem Fall der Hafenstadt Mariupol vor einigen Tagen befürchtet die Ukraine dort nun verstärkt russische Offensiven.

Großbritannien sucht Wege für den Export von Getreide aus der Ukraine

8.35 Uhr: Großbritannien sucht mit der Regierung in Kiew Wege für den Export von Getreide aus der Ukraine. »Wir schauen uns alle möglichen Optionen an«, sagt der britische Verkehrsminister Grant Shapps. »Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Getreide und andere Güter außer Landes zu schaffen.« Um Hungersnöte zu vermeiden, sei es wichtig, eine Lösung zu finden. Er habe dies in der vergangenen Woche mit dem ukrainischen Infrastrukturminister Olexander Kubrakow besprochen. Die ukrainischen Häfen, über die ein Großteil des Getreides gewöhnlich verschifft wird, werden von den russischen Streitkräften blockiert.

Selenskyj bezeichnet Lage im Donbass als »extrem schwierig«

7.46 Uhr: Russland versucht laut ukrainischen Angaben, mit heftigen Bombardierungen Schlüsselpositionen im Osten der Ukraine zu erobern. Die Lage im Donbass sei »extrem schwierig«, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in der Nacht zum Dienstag. Die Russen versuchten, »alles Lebende zu eliminieren«. Das Verteidigungsministerium berichtete von heftigen Kämpfen um Bachmut.

Der Fall von Bachmut in der Region Donezk würde den russischen Truppen die Kontrolle über einen entscheidenden Knotenpunkt verschaffen, der derzeit als Kommandozentrale für einen Großteil der ukrainischen Kriegsanstrengungen im Osten dient. »Wir haben einen Punkt erreicht, an dem wir dabei sind, Evakuierungen zur Pflicht zu machen«, erklärte der Leiter der Militärverwaltung von Bachmut, Serhij Kalian.

Der Gouverneur von Luhansk, Serhij Gajdaj, berichtete hingegen von so schwerem Beschuss in Sjewjerodonezk, dass Evakuierungen unmöglich seien. »Eine solche Dichte des Beschusses wird es uns nicht erlauben, die Menschen in aller Ruhe zu sammeln und sie zu holen«, erklärte er auf Telegram.

Ukrainischer Militärberater sieht Hauptziel in Mariupol erreicht

7.35 Uhr: Trotz des Falls der Hafenstadt Mariupol sieht ein Berater des ukrainischen Verteidigungsministers das militärische Hauptziel dort als erreicht an. »Das Hauptziel wurde erreicht in Mariupol. Es war, die russischen Gruppierungen zurückzuhalten, (...) mehr als 20.000 russische Soldaten«, sagte Jurij Sak am Dienstag im ARD-»Morgenmagazin«.

Möglich geworden sei dies »dank der Heldentaten der Verteidiger von Mariupol und der Verteidiger, die später in Azovstal waren«, sagte Sak. Dadurch hätten die russischen Truppen keine anderen Gebiete im Osten der Ukraine erobern können.

Die Soldaten von Azovstal hätten den Ukrainern Zeit gegeben, sich neu zu gruppieren und mehr Militärhilfe von ihren internationalen Partnern zu erhalten. »Aus dieser Perspektive wurde das Ziel erreicht«, so Sak. Die letzten ukrainischen Kämpfer im Asow-Stahlwerk in Mariupol hatten sich in der vergangenen Woche ergeben.

Britischer Militärgeheimdienst: Russland verstärkt Operationen im Donbass

7.25 Uhr: Die russischen Streitkräfte erhöhen nach Ansicht des britischen Militärgeheimdienstes die Intensität ihrer Operationen im Donbass. Wie das britische Verteidigungsministerium auf Twitter mitteilte, versuche die russische Armee, die Städte Sjewjerodonezk, Lyssytschansk und Rubischne einzukreisen. Derzeit lägen die nördliche und die südliche Achse des russischen Vormarsches in dem Gebiet etwa 25 Kilometer voneinander entfernt. Das dazwischenliegende Areal sei unter ukrainischer Kontrolle.

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Den britischen Angaben zufolge wäre die gesamte Oblast Luhansk unter russischer Kontrolle, sollte den Kremltruppen die Einnahme gelingen. Zuletzt seien Russland lokale Erfolge gelungen, insbesondere durch die Massierung von Artillerieeinheiten. Die ukrainische Armee sei jedoch weiterhin in guten Verteidigungsstellungen, so das britische Außenministerium.

Moskau will sich künftig mehr gen Osten wenden

6.47 Uhr: Die »diktatorische Position« des Westens gegenüber Russland beschleunigt nach Ansicht des russischen Außenministers Sergej Lawrow die Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen seines Landes zu China. Moskau werde sich nur auf sich selbst und auf diejenigen Staaten verlassen, die »ihre Zuverlässigkeit bewiesen haben«, sagte Lawrow den Staatsagenturen Ria und Tass zufolge in der Nacht zum Dienstag.

Die Zukunft Russlands liege demnach in der Region Eurasien. Außer China nannte Lawrow auch Indien und Iran als wichtige Partner. Auf westliche Lieferungen sollte sich Russland seiner Meinung nach nicht mehr verlassen. Russland werde sich vielmehr »ernsthaft überlegen«, ob es eine Wiederaufnahme der Beziehungen brauche, wenn der Westen etwas anbiete.

Selenskyj dringt auf Unterstützung für Gefangenenaustausch

6.41 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wendet sich mit der Bitte um mehr Unterstützung für einen Gefangenenaustausch mit Russland an verbündete Staaten.

»Es ist wichtig (...), politisch Druck auf jeder Ebene, durch mächtige Unternehmen, durch die Schließung von Unternehmen, Ölembargo (...) und durch diese Drohungen aktiv den Austausch unserer Leute für russische Soldaten zu forcieren«, sagte Selenskyj in einer Videoschalte zum Weltwirtschaftsforum in Davos. »Wir brauchen die russischen Soldaten nicht, wir brauchen nur unsere.« Die Ukraine sei schon morgen zu einem Austausch bereit

fek/col/sak/kim/jok/AFP/dpa/Reuters/AP