Papst twittert auf Russisch »Krieg ist ein Versagen der Politik und der Menschheit«

Papst Franziskus meldet sich mit einem emotionalen Tweet zum Krieg in der Ukraine. Ausnahmsweise sendet er seine Botschaft auch in der Sprache des Aggressors Putin.
Papst Franziskus äußert sich zum Ukrainekrieg (Archivbild)

Papst Franziskus äußert sich zum Ukrainekrieg (Archivbild)

Foto: ANDREAS SOLARO / AFP

Papst Franziskus hat sich mit einem russischen Tweet zum Krieg in der Ukraine zu Wort gemeldet. »Jeder Krieg hinterlässt unsere Welt schlechter, als er sie vorgefunden hat«, schrieb das Oberhaupt der katholischen Kirche am Freitag auf Twitter. »Krieg ist ein Versagen der Politik und der Menschheit, eine beschämende Kapitulation, eine Niederlage gegenüber den Mächten des Bösen.«

Normalerweise twittert der Papst auf Italienisch, Englisch, Deutsch, Portugiesisch oder Französisch. Das Zitat aus einer Enzyklika des Papstes von 2020 wurde nun ausnahmsweise auch auf Russisch und Ukrainisch gepostet.

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Papst Franziskus hatte angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine zuvor bereits Russlands Botschaft beim Heiligen Stuhl aufgesucht. Franziskus habe bei dem gut halbstündigen Besuch »seine Besorgnis über den Krieg« zum Ausdruck gebracht, teilte der Vatikan am Freitag mit, ohne Angaben dazu zu machen, wer bei dem Treffen anwesend war und was genau besprochen wurde.

Franziskus hatte am Mittwoch, einen Tag vor Russlands Einmarsch, vor »zunehmend alarmierenden Szenarien« in der Ukraine gewarnt. »Ein weiteres Mal ist der Frieden aller durch Einzelinteressen bedroht«, sagte der Papst.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte am Donnerstag begonnen, die Ukraine von mehreren Flanken aus anzugreifen. Bereits am Freitag drangen russische Truppen an den Rand der Hauptstadt Kiew vor, die auch aus der Luft beschossen wurde. Kämpfe gab es auch um Odessa, Mariupol und andere Städte im ganzen Land. Die Europäische Union und die USA wollen nicht militärisch in den Konflikt eingreifen, verhängten aber scharfe Sanktionen, auch gegen Putin selbst (lesen Sie hier alle aktuellen Entwicklungen im Überblick).

kry/AFP/dpa