Nahe der Grenze zur Ukraine Pentagon prüft Berichte über russische Truppenbewegung

Videos zeigen mit Panzern und Raketen beladene Lkw-Konvois im Südwesten Russlands – auf dem Weg zur ukrainischen Grenze. In Kiew will man den möglichen Aufmarsch nicht bemerkt haben. Nun schalten sich die USA ein.
Satellitenbilder vom 1. November: Panzer und Militäreinheiten im russischen Jelnja unweit der ukrainischen Grenze

Satellitenbilder vom 1. November: Panzer und Militäreinheiten im russischen Jelnja unweit der ukrainischen Grenze

Foto: Maxar Technologies / AFP

Das US-Verteidigungsministerium geht Berichten über neuerliche russische Truppenbewegungen nahe der Grenze zur Ukraine nach. Das Pentagon verfolge die Entwicklungen in der Region aufmerksam, erklärte dessen Sprecher John Kirby am Montag. Laut der »Washington Post« sind US-Regierungsvertreter beunruhigt über Bewegungen russischer Militäreinheiten nach der Grenze zur Ukraine. Im Internet verbreitete Videos zeigen Militärzüge und mit Panzern und Raketen beladene Lkw-Konvois im Südwesten Russlands.

»Wir kennen öffentliche Berichte über ungewöhnliche russische Militäraktivitäten nahe der Ukraine«, sagte Kirby dazu. Washington stehe zu dem Thema mit seinen Verbündeten und Partnern im Kontakt.

Die ukrainische Regierung dementierte hingegen die Berichte. Bewegungen russischer Einheiten in Richtung der Grenze seien nicht aufgezeichnet worden, heißt es aus einem Statement des Verteidigungsministeriums in Kiew.

Aufmarsch im März

Im März hatte Russland in einem massiven Truppenaufmarsch Tausende Soldaten, schwere Militärausrüstung, Marineschiffe und Luftwaffenflugzeuge nahe der ukrainischen Grenze und auf der von Russland annektierten Krim-Halbinsel zusammengezogen. Die massiven Truppenbewegungen nährten Befürchtungen, dass es zu einem russischen Einmarsch in die Ukraine kommen könnte, und hatten international Besorgnis ausgelöst. Nach Wochen erklärte Moskau das angebliche Manöver schließlich für beendet und zog seine Soldaten wieder ab.

Moskau hatte die Übung damit begründet, dass im Frühjahr traditionell die Verteidigungsbereitschaft der Streitkräfte überprüft werde. Allerdings war der militärische Aufmarsch nach Einschätzung westlicher Experten so stark wie seit 2014 nicht mehr, als Russland sich die Krim einverleibte.

Die ukrainische Armee kämpft seit 2014 gegen prorussische Separatisten im Osten des Landes. Der Westen wirft Russland vor, die Separatisten zu unterstützen, was die Regierung in Moskau bestreitet.

mrc/Reuters
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