Ukrainekrieg Selenskyj will Waffenstillstand, dann Verhandlungen – Putin beharrt auf seinen Forderungen

Ukraines Präsident Selenskyj will Gespräche mit Russland nur führen, wenn zunächst die Bombardierungen eingestellt werden. Präsident Putin besteht weiterhin darauf, die Ukraine zu entmilitarisieren.
Wolodymyr Selenskyj

Wolodymyr Selenskyj

Foto: Uncredited / dpa

Wolodymyr Selenskyj lehnt Verhandlungen mit Russland ab, solange es keinen Waffenstillstand gibt. Nur wenn Moskau mit dem Bombardement der Ukraine aufhöre, könne es »sinnvolle« Gespräche mit der russischen Führung geben, sagte der Präsident.

Erstmals seit den Friedensverhandlungen hat sich auch Russlands Präsident Wladimir Putin geäußert. Als Bedingung für die Beendigung der Invasion in der Ukraine bekräftigte Putin, dass die Regierung in Kiew die »Volksrepubliken« Luhansk und Donezk sowie Russlands Souveränität über die Schwarzmeer-Halbinsel Krim anerkennen müsse. Zudem müsse die Ukraine entmilitarisiert und in einen neutralen Status überführt werden, hieß es in der Mitteilung zu einem Telefonat Putins mit Venezuelas Präsident Nicolás Maduro.

Selenskyj fordert Flugverbotszone

Selenskyj forderte die Nato auf, eine Flugverbotszone über der Ukraine einzurichten, um russische Luftangriffe zu verhindern. Dies sei als präventive Maßnahme gedacht und habe nicht zum Ziel, die Allianz in einen Krieg mit Russland zu ziehen, sagte er in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. US-Präsident Joe Biden habe ihm aber bereits gesagt, jetzt sei nicht die Zeit, eine solche Flugverbotszone einzurichten.

Doch wenn die Ukraine falle, stünden bald russische Truppen an der Nato-Grenze, warnte er. Wenn die Allianz die Ukraine nicht als Mitglied aufnehmen wolle, benötige die Ukraine Sicherheitsgarantien. Selenskyj forderte ein »schnelles Handeln«.

Ähnlich äußerte sich auch Außenminister Dmytro Kuleba. Kiew sei bereit, mit Russland zu verhandeln, um Lösungen zu finden. Aber man werde nicht einfach russischen Ultimaten folgen. Die Nato habe die moralische und politische Pflicht, die militärischen Anstrengungen der Ukraine zu unterstützen. Kuleba soll bei einer Online-Pressekonferenz an die Nato-Staaten gewandt gesagt haben: »Wenn Russland gewinnt, seid Ihr die Nächsten.«

In einer dramatischen Videoansprache aus dem Kriegsgebiet hatte Selenskyj zuvor von der Europäischen Union eine »gleichberechtigte« Mitgliedschaft seines Landes gefordert. »Beweisen Sie, dass Sie auf unserer Seite stehen«, appellierte der ukrainische Präsident am Dienstag an die hochrangigen EU-Vertreter, die sich zu einer Sondersitzung im Brüsseler Europaparlament versammelt hatten. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen stellte »mindestens 500 Millionen Euro« an humanitärer Hilfe in Aussicht und nannte den Krieg in der Ukraine »einen Moment der Wahrheit für Europa«.

als/kim/dpa/Reuters
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