Ukrainekonflikt Gefahren eines russischen Einmarschs laut Selenskyj »nicht größer geworden«

Russland wird vorgeworfen, einen Überfall auf die Ukraine zu planen. Nach einem Treffen mit dem US-Außenminister beruhigt Präsident Selenskyj die Bürger nun. Nicht die Risiken seien größer geworden, nur der Rummel.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei einem Treffen mit US-Außenminister Antony Blinken: »Größer ist nur der Rummel«

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei einem Treffen mit US-Außenminister Antony Blinken: »Größer ist nur der Rummel«

Foto: Alex Brandon / dpa

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich zurückhaltend zu der Gefahr eines Einmarschs Russlands  in sein Land geäußert. »Die Risiken bestehen nicht erst seit einem Tag, und sie sind nicht größer geworden«, sagte er in einer Ansprache. »Größer ist nur der Rummel um sie geworden.« Selenskyj sagte, ob es nicht schon 2014 einen Einmarsch gegeben habe und spielte damit auf die Annexion der Krim durch Russland an.

Nicht das Land, sondern die Nerven der Bürger würden angegriffen, »damit bei Ihnen ein ständiges Alarmgefühl herrscht«, sagte Selenskyj, der offenbar wirtschaftliche Folgen durch die Kriegsangst im Land fürchtet: Die Bürger sollten von Hamsterkäufen und eiligem Abheben von Bargeld absehen. Ziel sei es, die Wirtschaft der Ukraine zu schwächen, damit das ukrainische »Nein« in bestimmten Fragen schwächer werde, sagte Selenskyj.

Selenskyj hatte sich zuvor mit US-Außenminister Antony Blinken getroffen. Am Donnerstag wird Blinken zu Gesprächen über den Ukrainekonflikt in Berlin erwartet, am Freitag will Blinken den russischen Außenminister Sergej Lawrow in Genf treffen. Zuvor hatte auch Bundesaußenministerin Annalena Baerbock mit Selenskyj und Lawrow gesprochen.

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Die USA und die Nato werfen Russland seit Monaten vor, einen Überfall auf die Ukraine zu planen. An der Grenze zur Ukraine zog das russische Militär rund 100.000 Soldaten zusammen. Moskau weist darauf hin, es handele sich um eigene Truppen auf eigenem Staatsgebiet. Russland will mit dem Aufmarsch nahe der Ukraine vor allem eine Drohkulisse aufbauen, weil es sich nach eigenen Angaben zunehmend bedroht sieht von einer Ausdehnung der Nato. Moskau fordert vom Westen verbindliche Sicherheitsgarantien.

hba/dpa
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