Detonation in Munitionsdepot Moskau macht »Saboteure« für Explosion auf der Krim verantwortlich

Erneut eine Explosion, wieder auf der annektierten Krim: Ein Munitionsdepot brennt, der Zugverkehr kam zum Erliegen. Das russische Verteidigungsministerium sieht angeblich Saboteure am Werk.
Rauchwolken steigen nach der Explosion des Munitionslagers über der Krim auf

Rauchwolken steigen nach der Explosion des Munitionslagers über der Krim auf

Foto: Sergei Malgavko / ITAR-TASS / IMAGO

Es ist bereits der dritte militärische Zwischenfall auf der Krim in nur wenigen Wochen – in einem Munitionsdepot auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim ist es zu einer schweren Explosion gekommen. Nun hat das Verteidigungsministerium in Moskau von einem »Sabotageakt« gesprochen.

Bei dem Angriff sei am Morgen ein Militärlager getroffen worden, teilte das Ministerium nach Angaben der Agentur Interfax in Moskau mit. Es sei eine Reihe von zivilen Objekten beschädigt worden, darunter Stromleitungen, ein Kraftwerk und Bahngleise sowie einige Wohngebäude, hieß es. Es gebe keine Schwerverletzten. Es werde alles unternommen, um die Folgen zu beseitigen. Es war zunächst unklar, wer für die Explosion verantwortlich war.

Der Verwaltungschef der Krim, Sergej Aksjonow, hatte am Morgen von einer Explosion in einem Dorf des Gebiets Dschankoj im Norden der Krim berichtet. Dabei seien zwei Menschen verletzt worden. Auf Videos in den sozialen Netzwerken waren ein großes Feuer und eine Rauchwolke zu sehen. Mehr als 3000 Menschen wurden den Behörden zufolge bis zum frühen Nachmittag in Sicherheit gebracht. Zuvor war von rund 2000 Evakuierten die Rede gewesen.

Rauchwolken am Badestrand

Die Explosion hat weitreichende Folgen: Der Zugverkehr wurde eingeschränkt. Züge von Moskau sollten nur noch bis Wladislawowka fahren. Die annektierte Krim ist im Sommer beliebtes Ferienziel für viele Russinnen und Russen. Diesen Sommer wird am Strand jedoch der Ukrainekrieg sichtbar: Erst am Dienstag vor einer Woche hatte es schwere Explosionen auf einem russischen Militärstützpunkt gegeben. Die Rauchwolken waren für viele Urlaubende zu sehen.

Bei den Explosionen auf der Basis in Saki nahe dem Kurort Nowofjodorowka wurden nach Behördenangaben ein Mensch getötet und 14 weitere Menschen verletzt. Experten gehen davon aus, dass die Ukraine der Basis einen Schlag versetzte und dabei mehrere Kampfjets zerstörte. Offiziell bestätigt hat Kiew den Angriff aber nicht. Russland hingegen behauptet, es sei wegen Verstoßes gegen den Brandschutz zu der Explosion gekommen.

Schon am 31. Juli war bei der russischen Schwarzmeerflotte in der Hafenstadt Sewastopol nach Moskauer Angaben eine ukrainische Drohne eingeschlagen. Auch damals gab es Verletzte.

»Operation ›Entmilitarisierung‹«

Die Ukraine wies die russische Darstellung als »erfunden« zurück – einzelne Akteure bejubeln allerdings die jüngste Explosion. So nennt der Leiter des ukrainischen Präsidialamts, Andrij Jermak, die Explosion auf Telegram eine »Operation ›Entmilitarisierung‹« und lobte sie als »Meisterleistung der ukrainischen Streitkräfte«. Diese würden ihre Arbeit fortsetzen, bis alle ukrainischen Gebiete »vollständig befreit« seien.

Der Berater des ukrainischen Präsidenten, Mychailo Podoljak, erklärte auf Telegram, »in einem normalen Land« stünde die Krim für Meer, Berge, Erholung und Tourismus. »Aber die von den Russen besetzte Krim bedeutet explodierende Munitionsdepots und ein hohes Sterberisiko für die Invasoren und Diebe.«

mrc/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.