+++ Krieg in Osteuropa +++ Ukrainer berichten von Massengrab in befreiter Stadt Lyman

Russland hat sich aus Lyman zurückgezogen – und soll zahlreiche Tote hinterlassen haben. Es könnte sich um Zivilisten sowie Soldaten handeln. Und: Selenskyj spricht von Geländegewinnen im Osten. Das waren die News am 7. Oktober.
Einsatzkräfte bei den Gräbern von Lyman: Anzahl der Toten noch unklar

Einsatzkräfte bei den Gräbern von Lyman: Anzahl der Toten noch unklar

Foto: YEVGEN HONCHARENKO / EPA
Das Wichtigste in Kürze
  • In der kürzlich von Kiew zurückeroberten Stadt Lyman im ostukrainischen Gebiet Donezk sind nach Angaben des dortigen Militärgouverneurs rund 200 Gräber und ein Massengrab gefunden worden.

  • Die US-Regierung hat bekräftigt, die Drohungen aus Russland nicht auf die leichte Schulter zu nehmen – will ihre Haltung in der Atomfrage aber nicht ändern.

  • Der pensionierte US-General Ben Hodges geht davon aus, dass die Ukraine die von Russland annektierte Krim im kommenden Jahr zurückerobern wird. Das begründet er mit russischen Logistikproblemen.

  • Auch in der Ukraine ist Gas knapp und teuer. Ein Energieversorger ruft nun dazu auf, die Heizung erst ab November einzuschalten: Das beschleunige den Sieg.

Selenskyj erkennt Südkurilen als Teil Japans an

22.50 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat per Dekret die russische Pazifik-Inselgruppe der Südkurilen als Hoheitsgebiet Japans anerkannt. »Eine wichtige Entscheidung ist heute getroffen worden. Sie ist fair, rechtlich einwandfrei. Historisch«, sagte er in einem in Kiew verbreiteten Video. Zuvor hatte das ukrainische Parlament einen entsprechenden Beschluss gefasst. Die russischen Besatzer müssten überall vertrieben und als Aggressor besiegt werden.

Die im Norden von Japan gelegenen Gebiete hatte die Sowjetunion als Siegermacht im Zweiten Weltkrieg erobert. Japan und Russland als Rechtsnachfolger der Sowjetunion haben wegen des Territorialstreits bis heute keinen Friedensvertrag. »Russland hat kein Recht auf diese Gebiete«, sagte Selenskyj nun. Das sei jedem auf der Welt bekannt, jetzt müsse gehandelt werden.

Der Konflikt zwischen Japan und Russland hatte sich zuletzt verschärft. Russland untersagte etwa japanischen Schiffen den Fischfang vor den zwischen beiden Ländern umstrittenen vier südlichsten Kurileninseln.

Selenskyj entschärft Aussagen zu »Präventivschlägen« gegen Russland

22.08 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seine umstrittenen Aussagen zu einem »Präventivschlag« gegen Russland in einem Fernsehinterview entschärft. »Man muss präventive Tritte ausführen, keine Angriffe. Wir sind keine Terroristen, wir greifen kein anderes Territorium an«, sagte Selenskyj in einem BBC-Interview  auf Englisch. Auch nach all dem Kriegsleid sei die Ukraine noch immer nicht bereit, »Menschen umzubringen, so wie die Russen es tun«.

Selenskyj hatte am Donnerstag mit Forderungen nach der entschiedenen Verhinderung eines russischen Atomwaffeneinsatzes für Aufsehen gesorgt. Bei einem Auftritt sagte er: »Was soll die Nato tun? Den Einsatz von Atomwaffen durch Russland unmöglich machen. Wichtig ist aber – ich wende mich wie vor dem 24. (Februar) deshalb an die Weltgemeinschaft – dass es Präventivschläge sind, damit sie wissen, was ihnen blüht, wenn sie sie anwenden.«

Ukrainischer Gouverneur: Massengrab in befreitem Lyman entdeckt

22.00 Uhr: In der kürzlich von Kiew zurückeroberten Stadt Lyman im ostukrainischen Gebiet Donezk sind nach Angaben des dortigen Militärgouverneurs rund 200 Gräber und ein Massengrab gefunden worden. Das erklärte Pawlo Kyrylenko über seinen Telegram-Kanal . Dazu veröffentlichte er Fotos, die viele kleine Holzkreuze und Einsatzkräfte in weißen Schutzanzügen zeigten. Mit den Exhumierungen sei bereits begonnen worden, schrieb Kyrylenko. Die zeitweise von russischen Truppen besetzte strategisch wichtige Kleinstadt war von den Ukrainern Anfang Oktober zurückerobert worden.

Bei den Toten könne es sich ersten Erkenntnissen zufolge sowohl um ukrainische Soldaten als auch um Zivilisten handeln, heißt es. Wie viele Leichen in dem Massengrab lägen, müsse erst noch ermittelt werden. Polizeiangaben zufolge sollen unter den getöteten Menschen auch mehrere Kleinkinder und teils ganze Familien sein. Bereits am vergangenen Mittwoch hatten ukrainische Medien über den Fund Dutzender Gräber in Lyman berichtet.

Schriftsteller Gluchowski und Rapper Oxxxymiron zu »ausländischen Agenten« erklärt

21.53 Uhr: Moskau hat weitere Oppositionelle zu »ausländischen Agenten« erklärt, darunter der Schriftsteller Dmitri Gluchowski und der Rapper Oxxxymiron. Ihre Namen wurden von den russischen Behörden veröffentlicht. Gluchowski ist ein bekannter Science-Fiction-Autor, der wegen »Diskreditierung« der russischen Armee gesucht wird. Er hat ebenso wie der Rapper, der mit bürgerlichem Namen Miron Fjodorow heißt, das Land bereits verlassen. Der 37-jährige Rapper hatte den russischen Angriff auf die Ukraine Ende Februar als »Katastrophe und ein Verbrechen« bezeichnet. Der besonders bei jungen Russen populäre Musiker hat mehrere Konzerte zur Unterstützung ukrainischer Flüchtlinge im Ausland organisiert.

Selenskyj: In jüngster Offensive 2434 Quadratkilometer Land zurückerobert

21.30 Uhr: Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj bei ihrer jüngsten Offensive 2434 Quadratkilometer Land zurückerobert. Außerdem hätten die ukrainischen Truppen 96 Siedlungen im Osten des Landes befreit, sagte Selenskyj in seiner täglichen Videoansprache.

»Washington Post«: Putin-Vertrauter kritisierte offenbar Kriegsführung

20.35 Uhr: Der russische Präsident Wladimir Putin soll von einem Vertrauten direkt mit Kritik an der Kriegsführung gegen die Ukraine konfrontiert worden sein. Das berichtet die »Washington Post« , die Zeitung beruft sich auf Informationen der US-Geheimdienste. Der Vertraute habe im direkten Austausch mit Putin ein Missmanagement bei der Kriegsführung angesprochen und der russischen Militärführung Fehler vorgeworfen.

»Seit Beginn der Besetzung haben wir eine wachsende Beunruhigung einiger Mitglieder von Putins innerem Kreis beobachtet«, zitiert die »Washington Post« einen westlichen Geheimdienstmitarbeiter: »Unsere Einschätzungen deuten darauf hin, dass sie durch die jüngsten russischen Verluste, den fehlgeleiteten Kurs und die erheblichen militärischen Mängel besonders beunruhigt sind.«

Aktuelle Friedensnobelpreisträger: Russische Justiz entzieht Memorial seine Büros in Moskau

20.35 Uhr: Vor wenigen Stunden erhielten die Menschenrechtsaktivisten der Organisation Memorial den Friedensnobelpreis – nun geht der russische Staat gegen sie vor.

Weißes Haus: »Nehmen Russlands Drohungen ernst«

18.32 Uhr: Die US-Regierung hat bekräftigt, die Drohungen aus Russland nicht auf die leichte Schulter zu nehmen – will ihre Haltung in der Atomfrage aber nicht ändern. Die Vereinigten Staaten sähen derzeit keine Anzeichen dafür, dass Russland sich auf den bevorstehenden Einsatz von Atomwaffen vorbereite, teilt das Weiße Haus mit. Zuvor hatte Präsident Joe Biden von einem »Armageddon« gewarnt.

»Er hat bekräftigt, was wir gesagt haben, nämlich wie ernst wir diese Drohungen nehmen«, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karine Jean-Pierre, gegenüber Reportern auf eine Frage Bidens Bemerkungen. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte mit einem Einsatz von Atomwaffen gedroht.

Scholz zu russischen Atom-Drohungen: »Das sollen alle bleiben lassen«

18.23 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz hat Russland vor dem Einsatz von Atomwaffen gewarnt. »Der Einsatz von Atomwaffen ist inakzeptabel«, sagte der SPD-Politiker nach einem informellen EU-Gipfel in Prag. »Das wäre gefährlich für die Welt.« Es sei wichtig, eine klare Antwort auf die Drohungen zu geben. »Und diese Antwort muss sein: Das sollen alle bleiben lassen.«

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte, man nehme die Drohungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin ernst, lasse sich von seinen Worten aber nicht erpressen.

Trotz Sanktionen: Niederländer soll Mikrochips an Russland verkauft haben

17.56 Uhr: Die Behörden in den Niederlanden haben einen Mann festgenommen, der unter Umgehung von Sanktionen Mikrochips an Russland verkauft haben soll. Diese könnten für militärische Zwecke genutzt werden, teilt die niederländische Steuerfahndungsbehörde Fiod mit. Der 55 Jahre alte Verdächtige habe die niederländische und die russische Staatsbürgerschaft. Er sei aufgrund eines Hinweises von einer Bank am 27. September im Osten der Niederlande festgenommen worden.

Der Mann habe die Mikrochips an Firmen und andere Stellen in Russland verkauft, erklärte die Fiod weiter. »Es ist bekannt, dass die russische Waffenindustrie derzeit mit einem schwerwiegenden Mangel an Mikrochips zu kämpfen hat.« An den Ermittlungen beteiligt waren auch die EU-Polizeibehörde Europol und der niederländische Zoll.

Unternehmen unterstützen Russland bei Mobilisierung: Putins eifrige Helfer

17.50 Uhr: Die Kreml-Armee rekrutiert Soldaten bei deutschen Firmen in Russland, Tausende Mitarbeiter sind betroffen. Eine Tochter des Familienkonzerns Knauf soll besonders beflissen gewesen sein. 

Drohne auf Militärflughafen im Gebiet Kaluga nahe Moskau explodiert

17.45 Uhr: Auf einem Militärflughafen im Gebiet Kaluga südwestlich von Moskau ist nach russischen Behördenangaben eine Drohne explodiert. »Eine Drohne ist heruntergekommen, die vermutlich aus dem Ausland hergeflogen ist«, teilte Gebietsgouverneur Wladislaw Schapscha in seinem Telegram-Kanal  mit. Zerstörungen und Opfer habe es durch die Detonation nicht gegeben. Der Flughafen »Schaikowka« sei weiter in Betrieb.

»Vor Ort arbeitet eine Gruppe von operativen Ermittlern, um die Ursachen und Umstände des Vorfalls zu klären«, schrieb der Gouverneur. Medien hatten zuvor berichtet, der unbemannte Flugapparat sei über der Landebahn explodiert. »Schaikowka« ist der Stützpunkt eines schweren Bomberregiments. Zum Geschwader zählen eine Reihe von Überschallbombern des Typs Tu-22M3, die auch am Krieg gegen die Ukraine beteiligt sind. Der Flugplatz ist nur gut 200 Kilometer von Moskau entfernt, doch mehr als 400 Kilometer von der ukrainischen Grenze.

Ehepaar Melnyk im Interview: »Ich habe meinem Mann oft gesagt, er muss noch lauter werden«

17.20 Uhr: Kein anderer Diplomat hat in Deutschland je so ausgeteilt wie der ukrainische Botschafter Andreij Melnyk. Hier sagen er und seine Frau Switlana, was sie antreibt – und sprechen über eine bewegende Begegnung mit Robert Habeck. 

Eurostat: Polen nahm im August die meisten Ukrainer auf

17.07 Uhr: Polen hat im EU-Vergleich im August die meisten geflüchteten Ukrainer aufgenommen. In dem Land fanden 67.280 Menschen aus der Ukraine Schutz, die vor dem Angriffskrieg Russlands geflohen waren, wie das EU-Statistikamt Eurostat mitteilt. Nach Deutschland kamen den Angaben zufolge im August 62.140 Menschen aus der Ukraine. Dahinter liegen Rumänien mit 9715, Frankreich mit 6410 und Spanien mit 6165 Schutzsuchenden.

Im Vergleich zum Vormonat Juli stieg die Zahl der Geflüchteten aus der Ukraine in Polen um 9990 Menschen, wie es weiter heißt. Auch nach Frankreich (plus 2585) und Rumänien (plus 2320) kamen demnach mehr Geflüchtete. Vergleichszahlen aus Deutschland lagen dem Statistikamt nicht vor.

Ehemaliger US-General: Ukraine wird Krim »bis Mitte nächsten Jahres befreien«

16.35 Uhr: Der pensionierte US-General Ben Hodges geht davon aus, dass die Ukraine die von Russland annektierte Krim im kommenden Jahr zurückerobern wird. »Ich prognostiziere, dass die Ukrainer die Russen bis zum Ende des Jahres zurück zur Linie des 23. Februar drängen«, sagte er dem britischen Fernsehsender Channel 4: »Sie werden die Krim bis Mitte des nächsten Jahres befreien.« Russland hatte den Angriff auf die Ukraine am 24. Februar begonnen.

Hodges, der zwischen 2014 und 2017 Oberkommandierender der US-Landstreitkräfte in Europa war, begründet seine Prognose mit russischen Schwächen: »Das russische Logistiksystem wird jede Woche schwächer. Die Ukrainer werden jede Woche besser.«

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Mehr als eine Million Flüchtlinge aus der Ukraine erfasst

16.23 Uhr: In Deutschland sind inzwischen mehr als eine Million geflüchtete Menschen aus der Ukraine erfasst worden. Bundesinnenministerin Nancy Faeser nannte dem Nachrichtenportal »T-online« die Zahl 1.002.763. »Wir haben das Leben vieler Frauen und Kinder aus der Ukraine gerettet«, sagte die SPD-Politikerin demnach: »Wir haben diese Riesenaufgabe bisher gut bewältigt, deutlich besser als bei früheren Fluchtbewegungen.«

Baerbock über Ukraine-Abstimmung bei der Uno: »Jede Stimme zählt«

15.51 Uhr: Die deutsche Außenministerin fordert von den Vereinten Nationen eine unmissverständliche Botschaft gegen die russische Annexion. Die internationale Gemeinschaft müsse »Russland klarmachen: Diese Gebiete gehören zur Ukraine«, sagte Baerbock in Berlin nach Gesprächen mit ihrem pakistanischen Amtskollegen. Jede Stimme werde zählen bei der Abstimmung über die Resolution zur Verurteilung der russischen Annexion ukrainischer Gebiete. Die Resolution der Uno-Generalversammlung würde Russlands »illegale sogenannte Referenden« und die »versuchte illegale Annexion« der Gebiete, in denen abgestimmt wurde, verurteilen.

Ukrainischer Energieversorger ruft dazu auf, die Heizung erst ab November anzuschalten

15.14 Uhr: Der Chef des staatlichen ukrainischen Energiekonzerns Naftogaz hat die örtlichen Behörden kritisiert, weil sie die Heizung vor dem wahrscheinlich schwierigen Winter nach dem Einmarsch Russlands zu früh angestellt haben. »Das Wetter ist warm und sonnig in Kiew. Am Nachmittag etwa +19«, schreibt Jurij Witrenko auf Facebook . »Es ist erst Anfang Oktober, und die lokalen Behörden in den ukrainischen Städten beschließen, die Heizung einzuschalten :(((.«

Offenbar liefert Naftogaz Gas für 7.400 Griwna (205 Euro) pro 1000 Kubikmeter an die Heizwerke, der Preis für importiertes Gas erreicht jedoch 100.000 Griwna (2776 Euro). Die Differenz müsse der Staat ausgleichen. Die Wetterbedingungen erlaubten es jedoch, die Heizperiode im November zu beginnen, schreibt Witrenko. »Was dem Land sehr helfen würde, ist weniger importiertes Gas zu kaufen und diese Gelder für die Armee auszugeben, um unseren Sieg zu beschleunigen!«

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Tschechien und Ukraine planen gemeinsame Kabinettssitzung in Kiew

15.01 Uhr: Tschechien und die von Russland angegriffene Ukraine planen für den 31. Oktober eine gemeinsame Kabinettssitzung in Kiew. Themen des Treffens sollen die Auswirkungen der russischen Aggression und die Wiederaufbaupläne für das Land sein, sagte ein tschechischer Regierungssprecher der Agentur CTK zufolge in Prag. Es wäre das erste Mal seit Beginn der russischen Invasion Ende Februar, dass eine größere Zahl an Ministern aus einem einzigen EU- und Nato-Staat gemeinsam nach Kiew reist.

Es werde erwartet, dass sich mindestens die Hälfte des tschechischen Kabinetts an der Reise beteiligt, hieß es. Tschechien hat derzeit die rotierende EU-Ratspräsidentschaft inne. Regierungskonsultationen hält Prag regelmäßig unter anderem mit Polen, der Slowakei und Israel ab. Ministerpräsident Petr Fiala hatte Kiew Mitte März zusammen mit dem polnischen Regierungschef Mateusz Morawiecki und dem damaligen slowenischen Premier Janez Jansa besucht.

Russische Diplomaten wollen ein »Telefongespräch« mit den zwei nach Alaska geflüchteten Männern führen

14.55 Uhr: Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur TASS will die russische Botschaft in Washington Kontakt mit den beiden russischen Männern aufnehmen, die nach Alaska geflohen sind. Sie sei sich »der Situation mit den inhaftierten russischen Staatsbürgern im Bundesstaat Alaska bewusst«, zitiert die Agentur Nadezhda Shumova, die Leiterin der Konsularabteilung der russischen Botschaft in Washington. Die beiden Russen waren mit einem Boot über die Beringstraße gefahren, um der Einberufung zum Militär zu entgehen. Sie baten in den USA um Asyl.

Kurz vor dem Ukrainekrieg: Hat Uniper das Russlandrisiko verharmlost?

14.39 Uhr: Noch am Tag vor dem russischen Einmarsch in die Ukraine stufte der kriselnde Gasimporteur Uniper seine politischen Risiken als »moderat« ein, nun muss er vom Staat gerettet werden. Die Kritik am Management wächst. Lesen Sie hier die gesamte Meldung .

Uno-Menschenrechtsrat untersucht Lage in Russland

14.20 Uhr: Der Uno-Menschenrechtsrat untersucht die Lage der Menschenrechte in Russland. Er beschloss in Genf, dafür einen Sonderberichterstatter einzusetzen. 17 Länder stimmten für die Resolution, einschließlich Deutschland, sechs dagegen und 24 enthielten sich der Stimme. »Dieser Schritt war überfällig«, sagte die deutsche Botschafterin Katharina Stasch. »Russland tritt die Menschenrechte auch zu Hause schon lange mit den Füßen«. Opfer von Menschenrechtsverletzungen, Nichtregierungsorganisationen und Opposition hätten nun endlich wieder eine Stimme. Die gut 25 westlichen Länder, die die Resolution eingebracht hatten, waren am Tag zuvor mit einem Antrag zu China noch gescheitert.

In dem Resolutionstext äußern sie große Sorge unter anderem über die Einschränkung der Meinungs- und Versammlungsfreiheit, Einschüchterungen von Journalistinnen und Journalisten, Juristen und Oppositionskräften, außergerichtliche Tötungen von Regierungskritikern, willkürlichen Verhaftungen, Druck auf zivilgesellschaftliche Organisationen und Mangel an fairen Gerichtsverhandlungen. Sie riefen Russland auf, die Grundrechte der Menschen unter anderem auf freie Meinungsäußerung zu garantieren. Im September hatte ein Uno-Bericht bereits zahlreiche russische Kriegsverbrechen im Ukrainekrieg dokumentiert.

Deutsche Haubitzen sollen in der Slowakei statt in Polen repariert werden

14.05 Uhr: Deutsche Waffen helfen der Ukraine im Kampf gegen Russland – aber sie müssen auch gewartet werden. Ein Reparaturzentrum scheitert bislang an Polen, nun ist nach SPIEGEL-Informationen eine Alternative im Gespräch. Lesen Sie hier  mehr.

Sanna Marin: »Weg für Russland aus dem Konflikt ist, die Ukraine zu verlassen«

13.53 Uhr: Die Frage, ob es für Russland einen Weg aus dem »Konflikt« gebe, hat bei der finnischen Ministerpräsidentin Sanna Marin offenbar für Unverständnis gesorgt. Auf einem Video, das in den sozialen Netzwerken viral geht, antwortete sie fast schon pikiert: »Der Weg aus dem Konflikt? Der Weg für Russland aus dem Konflikt ist, die Ukraine zu verlassen.« Danach stieß sie ein kurzes Lachen heraus und verließ die wartenden Journalisten.

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Bundesregierung stellte mutmaßlichem russischen Spion Visum aus

13.27 Uhr: Kurz nach Russlands Angriffs auf die Ukraine wies die Bundesregierung 40 mutmaßliche russische Spione aus. Seither gilt, keine Agenten des Kreml hereinzulassen. Das wäre nach SPIEGEL-Informationen beinahe schiefgegangen. Lesen Sie hier den gesamten Bericht.

Kritik aus der Ukraine an der Vergabe des Friedensnobelpreises

13.13 Uhr: Die Vergabe des Friedensnobelpreises an Menschenrechtler aus Belarus, Russland und der Ukraine stößt in der Ukraine auf Kritik. Ein Vorwurf ist, dass auf diese Weise die drei Länder gleichgesetzt würden, dabei seien Belarus und Russland autokratisch geführte Länder und die Ukraine eine Demokratie. Der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak schreibt auf Twitter : »Das Nobelkomitee hat ein interessantes Verständnis des Wortes ›Frieden‹, wenn Vertreter zweier Länder, die ein drittes angegriffen haben, gemeinsam den Nobelpreis erhalten.« So seien weder russische noch belarussische Organisationen in der Lage gewesen, Widerstand gegen den Krieg zu organisieren.

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Auch der in Kiew ansässige freie Korrespondent Denis Trubetskoy berichtet in einem Tweet  von ukrainischem Unwohlsein gegenüber der Vergabe: »Die Ukraine wird mal wieder in einen gemeinsamen Raum mit Belarus und Russland gedrängt, zu dem sie nicht mehr gehören will.« Er würdigte die Preisträger aus Belarus und Russland aber ausdrücklich.

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Ukrainisches Parlament setzt neuen Notenbankchef ein

12.58 Uhr: In Kiew hat das Parlament mit Andrij Pyschnyj einen neuen Chef der Notenbank eingesetzt. Für die Personalie stimmten 290 Abgeordnete, wie ukrainische Medien berichteten, 226 Stimmen wären notwendig gewesen. Der 47-Jährige hatte zwischen 2014 und 2020 die staatliche Sparkasse reformiert. Vorher war er lange Jahre ein enger Mitstreiter des damaligen Ministerpräsidenten Arsenij Jazenjuk. Die Kandidatur wurde von Präsident Wolodymyr Selenskyj eingereicht.

Die Position des Zentralbankchefs war nach dem Rücktritt von Kyrylo Schewtschenko am Dienstag vakant geworden. Dieser reichte den Rücktritt zwar offiziell aus »gesundheitlichen Gründen« ein. Der 49-Jährige hatte sich jedoch am Donnerstag über »beinahe zwei Jahre politischen Drucks« beklagt und vor Inflation gewarnt. Nach seinem Rücktritt wurde ein Verfahren wegen Unterschlagung von Geldern der von ihm von 2014 bis 2020 geleiteten staatlichen Ukrhasbank eingeleitet.

Putin-Geburtstag: Patriarch ruft zum Gebet auf, Kadyrow gratuliert

12.45 Uhr: Zu seinem 70. Geburtstag hat der russische Präsident Wladimir Putin auch geistlichen Beistand erhalten. Das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Kyrill, rief zum Gebet für den Kremlchef auf, der auch Oberbefehlshaber und Initiator des Krieges gegen die Ukraine ist. »Gott hat Sie an das Steuer der Macht gestellt, damit Sie einen Dienst besonderer Wichtigkeit und großer Verantwortung für das Schicksal des Landes und des Ihnen anvertrauten Volkes leisten«, heißt es im Glückwunschtelegramm Kyrills.

Ein langes Glückwunschvideo nahm der mit harter Hand regierende und wegen schwerster Verbrechen gegen die Menschlichkeit kritisierte Chef der russischen Teilrepublik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, im Nordkaukasus auf. Putin habe in der Geschichte des tschetschenischen Volkes eine Schlüsselrolle gespielt und die Region vom Terror befreit, meinte der 46-Jährige.

Der Chef der Staatsduma, Wjatscheslaw Wolodin, versah seinen Glückwunsch mit der Zeile: »So lange es Putin gibt, gibt es Russland«. Aus dem Ausland trafen nach Kremlangaben zunächst Glückwünsche der Machthaber Alexander Lukaschenko (Belarus), Emomali Rachmon (Tadschikistan) und Kim Jong Un (Nordkorea) ein. Putin empfing im Petersburger Konstantinpalast die Chefs mehrerer früherer Sowjetrepubliken. Das Treffen soll zeigen, dass Putin trotz des Angriffskriegs gegen die Ukraine international nicht isoliert ist.

Zwei Russen flüchten mit Kleinboot nach Alaska

12.43 Uhr: Um Putins Mobilisierung zu entgehen, haben sich zwei Russen auf eine lebensgefährliche Bootsreise gemacht: Durch die Beringsee fuhren sie Dutzende Kilometer zur Sankt-Lorenz-Insel und beantragten Asyl in den USA. Lesen Sie hier die gesamte Meldung.

Erdoğan telefoniert mit Putin

12.41 Uhr: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat nach Angaben seines Büros mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin telefoniert. Dabei habe Erdoğan seine Bereitschaft bekräftigt, seinen Teil zur friedlichen Beilegung des Krieges in der Ukraine beizutragen. Zudem sei es um eine Verbesserung der bilateralen Beziehungen gegangen.

Kiew verspricht Schutz für russische Soldaten, die sich ergeben

12.21 Uhr: Die Ukraine hat die im Land kämpfenden russischen Soldaten zum Aufgeben aufgerufen und ihnen im Gegenzug Schutz zugesichert. Die Ukraine garantiere »Leben, Sicherheit und Gerechtigkeit für alle, die sofort den Kampf verweigern«, sagte Verteidigungsminister Oleksij Resnikow in einem Video in russischer Sprache, das über Telegram verbreitet wurde . »Ihr könnt immer noch Russland vor einer Tragödie und die russische Armee vor Demütigung bewahren.«

Die Ukraine werde dafür sorgen, dass die russischen Befehlshaber, die »kriminelle Befehle erteilt« hätten, vor ein Tribunal gestellt werden, sagte Resnikow. »Ihr seid getäuscht und betrogen worden«, betonte der Verteidigungsminister. Es sei für die Befehlshaber einfacher, »euch zu erzählen, dass ihr im Kampf gegen imaginäre Nato-Horden heroisch gestorben seid«. Zwar lieferten Nato-Länder der Ukraine Waffen, doch seien es »ukrainische Soldaten, die euch mit diesen Waffen schlagen«.

Der BBC-Mitarbeiter Francis Scarr postete auf Twitter  einen zweiminütigen Ausschnitt des Videos mit englischen Untertiteln.

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Ukraine will prorussische Gruppe in Kiew ausgehoben haben

12.05 Uhr: Der Inlandsgeheimdienst der Ukraine meldet die Zerschlagung einer russischen Partisanengruppe in Kiew, die in Verbindung zum früheren Abgeordneten Ilya Kiwa gestanden haben soll. Bei Durchsuchungen seien Schusswaffen und Munition gefunden worden, heißt es in einer Mitteilung des Geheimdienstes . Die Gruppe habe aus 12 Personen bestanden und sich »Patrioten auf Lebenszeit« genannt. Schon vor dem Krieg habe die Gruppe bei Massenveranstaltungen prorussische Provokationen durchgeführt und dafür Geld aus dem Ausland erhalten.

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Nach dem Beginn der Invasion seien die Mitglieder der Gruppe in Kiew geblieben, um die Besatzer zu unterstützen. Sie hätten sich über Drogengeschäfte finanziert. Ilya Kiwa war bis zum 15. März 2022 Abgeordneter einer prorussischen Partei im ukrainischen Parlament, dann wurde ihm das Mandat entzogen, da er sich während des russischen Einmarsches für Russland ausgesprochen hatte. Danach lief er zu Russland über und bat Putin um einen russischen Pass und politisches Asyl.

Auf dem Telegram-Kanal von Ilya Kiwa gibt es keinen Hinweis auf die vom Geheimdienst geschilderten Geschehnisse. In den aktuellsten Einträgen gratuliert er Putin zu dessen 70. Geburtstag und wütet gegen den ukrainischen Präsidenten Selenskyj.

EU-Chefdiplomat will weitere Militärhilfe für Ukraine

11.23 Uhr: Zur Stärkung der ukrainischen Streitkräfte sollen nach dem Willen des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell weitere EU-Gelder freigegeben werden. Er werde den Eurogipfel um Unterstützung für den Vorschlag einer weiteren Auszahlung aus der sogenannten Europäischen Friedensfazilität bitten, sagte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell am Rande des Treffens in Prag. Bislang wurden fünfmal je 500 Millionen Euro bewilligt, insgesamt also 2,5 Milliarden Euro.

Den formellen Vorschlag will Borrell beim Treffen der EU-Außenminister Mitte des Monats vorlegen. Dann soll es auch einen Vorschlag für eine Trainingsmission für die ukrainische Armee geben. Die Europäische Friedensfazilität ist ein neues Finanzierungsinstrument der EU, das genutzt werden kann, um Streitkräfte in Partnerländern zu stärken. Für 2021 bis 2027 ist sie mit 5,7 Milliarden Euro ausgestattet. Deutschland finanziert nach Angaben von Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) etwa ein Viertel.

Friedensnobelpreis geht an Menschenrechtler aus Belarus, Russland und Ukraine

11.06 Uhr: Das norwegische Nobelkomitee hat beschlossen, den Friedensnobelpreis 2022 an den Menschenrechtsverteidiger Ales Bialatzki aus Belarus, die russische Menschenrechtsorganisation Memorial und die ukrainische Menschenrechtsorganisation Center for Civil Liberties zu vergeben.

Lesen Sie hier die ausführliche Meldung.

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Selenskyj-Berater Podoljak wirft Merkel »Heuchelei« vor

10.56 Uhr: Nachdem Altbundeskanzlerin Angela Merkel gestern am Rande einer Veranstaltung in München erklärt hatte, es könne ohne Russland keinen dauerhaften Frieden geben, hat sie der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak scharf kritisiert. »Russland fällt in die Ukraine ein, zerstört Städte, arrangiert Massenhinrichtungen, droht der Welt, wenn es Völkermord und Annexion nicht zulässt«, schreibt er auf Twitter. »Es scheint, dass alles klar ist. Aber Frau Merkel kommt wieder raus und sagt: Ohne Russland gibt es keinen dauerhaften Frieden. – Wie kann man das stoppen?« Merkels Aussagen seien »Heuchelei«.

Merkels Aussagen wurden unterdessen auch von der russischen Nachrichtenagentur Ria Novosti aufgegriffen und verbreitet. Am Rande eines Festakts 77-jährigen Bestehen der »Süddeutschen Zeitung« in München hatte Merkel erklärt, der Angriff auf die Ukraine sei eine »tief greifende Zäsur« gewesen. »Wir alle« seien »gut beraten sind, Worte ernst zu nehmen und sich ernsthaft mit ihnen auseinanderzusetzen und sie nicht von vornherein als Bluff einzustufen«.

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Kim Jong Un gratuliert Putin zum Geburtstag

10.15 Uhr: Der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un hat dem Kremlchef Wladimir Putin einen Geburtstagsgruß geschickt und ihm dazu gratuliert, dass er »die Herausforderungen und Drohungen der Vereinigten Staaten zerschlagen« habe. Dies ist das jüngste Zeichen für die Vertiefung der Beziehungen zwischen den beiden Pariastaaten. Nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine hat Nordkorea Moskau öffentlich unterstützt.

Zu Putins heutigem Geburtstag erwartet der russische Machthaber mehrere Staatschefs in St. Petersburg. Welche das sind, ist jedoch nicht bekannt.

TASS meldet fünf Tote bei ukrainischem Angriff auf Brücke in der Region Cherson

10.08 Uhr: Mindestens fünf Menschen wurden getötet und ebenso viele verletzt, als ukrainische Streitkräfte einen Bus in dem von Russland kontrollierten Teil der südlichen ukrainischen Region Cherson beschossen haben. Das berichtet die russische Nachrichtenagentur TASS. Die von Russland installierten Behörden in der Region erklärten, der Beschuss habe stattgefunden, als der Bus mit Zivilisten über eine Brücke in der Nähe des Dorfes Dariwka fuhr.

Videos, die vom russischen Militärnachrichtendienst Swesda veröffentlicht wurden, zeigten das ausgebrannte Wrack eines Busses und einen schwer beschädigten Lieferwagen dahinter, aus dessen vorderem Bereich Rauch aufsteigt. »Sanitäter trafen sofort am Unglücksort ein und versorgten die Opfer medizinisch«, heißt es im Telegram-Kanal der russischen Gesundheitsbehörden.

Die Daryivskiy-Brücke, die sich über fast 100 Meter erstreckt, ist eine der wenigen von Russland kontrollierten Übergänge über den Fluss Inhulets, einen Nebenfluss des großen Dnipro. Die Brücke ist von strategischer Bedeutung, da sie zwei russisch besetzte Gebiete der Region verbindet und nur 20 Kilometer nordöstlich der Stadt Cherson liegt.

Berichte über Kampfhandlungen lassen sich nicht unabhängig verifizieren.

Luxusjacht von sanktioniertem russischen Oligarchen legt in Hongkong an

9.27 Uhr: Eine Luxusjacht im Wert von über einer halben Milliarde US-Dollar, die dem mit Sanktionen belegten russischen Oligarchen Alexej Mordaschow gehört, hat nach einer einwöchigen Reise von Russland aus in Hongkong angedockt. Mordaschow gehört zu einer Reihe russischer Oligarchen, die nach dem Einmarsch Russlands in der Ukraine von der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten wegen ihrer Verbindungen zu Präsident Wladimir Putin sanktioniert wurden.

Im März wurde eine weitere Luxusjacht Mordaschows, die 65 Meter lange »Lady M«, von der italienischen Polizei im Hafen von Imperia beschlagnahmt. In den letzten Monaten wurde eine Reihe von Superjachten in russischem Besitz in Teile der Welt gebracht, um sie vor westlichen Sanktionen zu schützen, etwa in die Türkei, Teile Asiens und die Karibik. Unter Berücksichtigung des Vermögens seiner Familie schätzt Forbes, dass Mordaschow vor der Verhängung der Sanktionen ein geschätztes Nettovermögen von 29,1 Milliarden Dollar hatte, was ihn zum reichsten Mann Russlands macht.

Zahl der Opfer des gestrigen Angriffs auf Saporischschja steigt auf elf

9.18 Uhr: Der ukrainische Katastrophenschutz meldet via Twitter , dass die Zahl der Todesopfer der russischen Angriffe auf die Stadt Saporischschja am 6. Oktober auf 11 Personen gestiegen ist. 13 Menschen wurden verletzt.

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Biden warnt vor »Armageddon«

9.03 Uhr: Die Gefahr einer atomaren Konfrontation mit Russland ist laut US-Präsident Joe Biden so groß wie seit 60 Jahren nicht mehr. Auf einer Parteiveranstaltung verglich er die Lage mit der Kubakrise. Lesen Sie hier die ausführliche Meldung.

Seit Kriegsbeginn hat die Ukraine laut London 440 russische Kampfpanzer erbeutet

8.43 Uhr: Ein großer Teil der ukrainischen Militärausrüstung besteht aus erbeuteter russischer Ausrüstung, die wiederverwendet wird. Das meldet das britische Außenministerium unter Berufung auf Geheimdienstinformationen via Twitter . Demnach habe die Ukraine seit Beginn der Invasion mindestens 440 russische Kampfpanzer und etwa 650 andere gepanzerte Fahrzeuge in Besitz genommen. »Mehr als die Hälfte der derzeit im Einsatz befindlichen ukrainischen Panzerflotte besteht möglicherweise aus erbeuteten Fahrzeugen«, heißt es dort.

2.10.2022, Bachmut: Ukrainische Soldaten fahren einen T-80-Panzer, den sie nach eigenen Angaben von der russischen Armee erbeutet haben

2.10.2022, Bachmut: Ukrainische Soldaten fahren einen T-80-Panzer, den sie nach eigenen Angaben von der russischen Armee erbeutet haben

Foto: Inna Varenytsia / dpa

Das Versäumnis der russischen Truppen, intakte Ausrüstung zu zerstören, bevor sie sich zurückziehen oder ergeben, verdeutlicht für die Briten einen schlechten Ausbildungsstand und ein geringes Maß an Kampfdisziplin. »Da die russischen Verbände in mehreren Sektoren stark belastet und die Truppen zunehmend demoralisiert sind, wird Russland wahrscheinlich weiterhin schwere Waffen verlieren.«

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Strack-Zimmermann erneuert Forderung nach Panzer-Lieferung an Ukraine

8.28 Uhr: Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), hat bei ihrem Besuch der Ukraine ihre Forderung nach einer Lieferung auch von Kampf- und Schützenpanzern an das Land erneuert. »Der Wille, das eigene Land zu verteidigen, ist ungebrochen«, teilte Strack-Zimmermann der Deutschen Presse-Agentur mit. »Aber die Ukraine braucht weiterhin Unterstützung von uns, um über den Winter zu kommen. Das betrifft allen voran Munition, aber auch die Lieferung von Schützen- oder Kampfpanzern, um russische Stellungen zurückzudrängen.«

Wettbüros handeln Selenskyj für Friedensnobelpreis, Experten zweifeln

8.26 Uhr: Am Vormittag lüftet das Nobelkomitee in Oslo das Geheimnis, wer inmitten des russischen Angriffskriegs in der Ukraine die höchste aller Friedensauszeichnungen erhält. Nominiert sind 251 Persönlichkeiten und 92 Organisationen, wer genau auf der Liste steht, ist aber nicht bekannt. Das ist gute Tradition. Ebenso wie die weltweite Spekulation, an wen der Friedensnobelpreis vergeben werden könnte. Wettbüros haben unter anderen den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ganz oben auf dem Zettel. Experten glauben eher nicht, dass die Auszeichnung an jemanden aus der gerade mitten im Krieg steckenden Ukraine vergeben wird. Auflösung folgt heute um 11 Uhr.

Die Lage am Morgen: Machtkämpfe in Moskau

8.14 Uhr: Lesen Sie die Lage am Morgen, heute verfasst von Mathieu von Rohr, Leiter des SPIEGEL-Auslandsressorts. Es geht um die erbitterten Angriffe auf Putins Verteidigungsminister Schoigu aus dem Lager der Kriegsbefürworter, um den europäischen Ärger über deutsche Alleingänge bei den Energiepreisen – und um den schwindenden Einfluss des Westens in der Welt.

Biden warnt vor »Armageddon«, Moskau verurteilt Selenskyjs Worte über Nato-Präventivschläge

8.08 Uhr: Die Gefahr einer atomaren Konfrontation mit katastrophalen Folgen ist laut den USA so groß wie seit 60 Jahren nicht. Zwei Russen fliehen per Boot nach Alaska. Putin feiert seinen 70. Geburtstag. Das geschah in der Nacht.

mgo/ptz/sol/AFP/AP/dpa/Reuters
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