Konflikt mit Moskau Ukrainischer Botschafter fordert Abkopplung Russlands von Swift

Der Westen droht Moskau im Fall eines Einmarsches in die Ukraine mit harten Sanktionen. Kiews Botschafter in Deutschland drängt darauf, Russland aus dem Zahlungssystem Swift auszuschließen.
Andrij Melnyk, der Botschafter der Ukraine in Deutschland

Andrij Melnyk, der Botschafter der Ukraine in Deutschland

Foto: Susanne Hübner / IMAGO

Unmittelbar vor dem Treffen von US-Außenminister Antony Blinken mit seinem Moskauer Kollegen Sergej Lawrow verlangt der ukrainische Botschafter in Deutschland, Russland vom Zahlungssystem Swift zu lösen.

»Die Ukrainer fordern daher die Ampelregierung auf, alle Bedenken beiseitezulegen und Russland von Swift abzukoppeln«, sagte Andrij Melnyk den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Diese harte Strafmaßnahme müsse »im Werkzeugkasten von höllischen Sanktionen als effiziente Abschreckung gegenüber Putin unbedingt bleiben«.

Können Banken das internationale Banken-Kommunikationsnetzwerk Swift nicht mehr nutzen, kann das weitreichende Folgen für ihre Geschäfte haben. Denn die Institute sind dann quasi von internationalen Geldströmen ausgeschlossen. Geld aus dem Ausland in ein Land zu transferieren, wird dann schwieriger, umgekehrt genauso. Ein möglicher Ausschluss Russlands aus Swift wird als Sanktion gegen das Land im angespannten Ukraine-Konflikt intensiv diskutiert.

Blinken warnte Russland vor dem Treffen mit Lawrow in Genf vor der Gefahr einer weiteren Eskalation im Ukraine-Konflikt. Auf die Frage, wie groß er das Risiko eines russischen Einmarschs in die Ukraine einschätze, sagte Blinken am Donnerstagabend im ZDF-»heute journal« nach einer Übersetzung des Senders: »Es ist ein reales Risiko und es ist ein hohes Risiko.«

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa sagte, Lawrow wolle mit Blinken im Detail Moskaus Forderungen an die Nato und die USA nach Sicherheitsgarantien für Russland durchgehen. Erwartet werde bald eine schriftliche Antwort der US-Seite mit Kommentaren zu den einzelnen Punkten des russischen Dokuments.

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Die USA und die Nato kritisieren einen Truppenaufmarsch mit rund 100.000 russischen Soldaten an der Grenze zur Ukraine. Moskau verweist darauf, dass es sich um eigene Truppen auf eigenem Staatsgebiet handele.

als/dpa