Ankündigung des Verteidigungsministeriums Russland verkündet Abzug erster Einheiten von ukrainischer Grenze

Ist es ein Anzeichen für eine Entspannung? Einige russische Truppen werden laut Kreml aus der Grenzregion zur Ukraine abgezogen. Kiews Außenminister hält eine Eskalation vorerst für abgewendet.
Russische Soldaten im Panzer auf dem Rückweg in ihre Garnisonen

Russische Soldaten im Panzer auf dem Rückweg in ihre Garnisonen

Foto: Uncredited / dpa

Russland hat nach eigenen Angaben damit begonnen, einige Einheiten von der ukrainischen Grenze abzuziehen. Sie hätten ihre »Aufgaben erfüllt«, teilte der Kreml mit, und würden nun zurück in ihre Heimatgarnisonen geschickt. Die Truppen aus den Militärbezirken im Süden und Westen Russlands würden sich noch im Laufe des Tages auf den Weg zurück in ihre Militärbasen machen, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen. Wie viele Soldaten der Abzug betrifft, ist bislang unklar.

Verteidigungsminister Sergej Schoigu hatte dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Montag mitgeteilt, einige der umstrittenen Militärmanöver der russischen Armee im eigenen Land sowie in Belarus gingen ihrem Ende zu.

Bei dem Rückzug der Truppen handele es sich um einen »gewöhnlichen Vorgang«, sagte Kremlsprecher Dmitrij Peskow am Dienstag vor Journalisten. Zugleich kündigte er an, dass Russland »weitere Militärübungen vornehmen« werde. »Wir haben immer gesagt, dass die Truppen nach dem Ende der Militärübungen in ihre Militärbasen zurückkehren würden«, sagte Peskow. Dieser Prozess sei nun im Gange.

Der massive russische Truppenaufmarsch an der Grenze zur Ukraine schürt seit Wochen die Furcht vor einem russischen Einmarsch in das Nachbarland. Nach US-Angaben wurden in dem Grenzgebiet »deutlich« mehr als 100.000 russische Soldaten mobilisiert. Für zusätzliche Besorgnis sorgte auch ein russisches Marinemanöver nahe der Krimhalbinsel im Schwarzen Meer.

Als Reaktion auf die russischen Truppenbewegungen hatte der Westen seine Militärpräsenz in Osteuropa verstärkt. Am Montag trafen die ersten zusätzlichen Bundeswehrsoldaten zur Stärkung der sogenannten Enhanced Forward Presence (EFP) der Nato im EU-Land Litauen ein. Insgesamt will die Bundeswehr 350 weitere Soldaten und etwa hundert Militärfahrzeuge nach Litauen entsenden. Bisher sind rund 550 deutsche Soldaten in der früheren Sowjetrepublik stationiert.

Nach Einschätzung der Ukraine ist eine russische Invasion vorerst abgewendet. »Es ist uns und unseren Verbündeten gelungen, Russland von einer weiteren Eskalation abzuhalten«, sagte Außenminister Dmytro Kuleba am Dienstag in Kiew. »Es ist bereits Mitte Februar, und Sie sehen, dass die Diplomatie weiter funktioniert.«

Die Sicherheitskrise in Osteuropa steht auch im Zentrum des Besuchs von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) bei Putin an diesem Dienstag in Moskau. Am Montag hatte Scholz bereits den ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj in Kiew getroffen (lesen Sie hier mehr ). Scholz ist bereits in der russischen Hauptstadt gelandet. Die Gespräche mit Putin sollen rund vier Stunden dauern.

als/Reuters/AFP
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