Ukrainischer Präsident Selenskyj erwartet »gute Nachrichten« zu Waffenlieferungen – und droht Russland

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gibt sich wegen der Lieferung von Waffen optimistisch. Russland solle sich zudem hüten, im Donbass »Pseudo-Referenden« durchzuführen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj über sein Treffen mit US-Schauspielerin Jessica Chastain: »Ihre Geschichte über den Krieg wird definitiv Gehör finden«

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj über sein Treffen mit US-Schauspielerin Jessica Chastain: »Ihre Geschichte über den Krieg wird definitiv Gehör finden«

Foto: Ukrainian Presidential Press Office / dpa

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seinen Landsleuten angesichts schwerer Kämpfe im Donbass neue Waffenlieferungen angedeutet. »Nächste Woche erwarten wir Neuigkeiten von Partnern bezüglich der Hilfspakete. Gute Nachrichten!«, sagte Selenskyj am Sonntag in seiner täglichen Videoansprache. Schlüssel der erfolgreichen Verteidigung seien nach wie vor Waffenlieferungen aus dem Westen, mahnte er.

Nach Angaben Selenskyjs toben die härtesten Kämpfe im Donbass, die Lage dort bleibe schwierig. Die Verteidigung von Orten wie »Awdijiwka, Pisky, Marjinka und Bachmut erfordern unsere Hauptanstrengung und leider viele Leben«, konstatierte er.

Zudem erneuerte er seine Vorwürfe an Russland, das Atomkraftwerk Saporischschja beschossen zu haben. Darauf müsse eine »prinzipielle Antwort der Weltgemeinschaft« erfolgen, forderte er. Das Kraftwerk war am Sonntag erneut unter Feuer geraten. Russland und die Ukraine geben sich gegenseitig die Schuld für den Beschuss. Die Internationale Atombehörde fordert von beiden Seiten, internationalen Atomexperten den ungehinderten Zugang zu der Anlage zu ermöglichen.

Referenden Russlands in besetzten ukrainischen Gebieten bedeuten Ende von Gesprächen

Selenskyj drohte Russland mit einem endgültigen Abbruch von Gesprächen, wenn Russland eine Annexion weiterer ukrainischer Gebiete vorantreibe. Selenskyj bezieht sich dabei auf die von russischer Seite angekündigten Referenden in besetzten Gebieten über einen Anschluss an Russland. »Wenn die Besatzer den Weg der Pseudo-Referenden fortsetzen, beenden sie jede Gesprächsmöglichkeit mit der Ukraine und der freien Welt«, sagt Selenskyj.

In den ersten Wochen nach der russischen Invasion im Februar hatten sich Delegationen beider Seiten wiederholt zu Gesprächen getroffen, die seit Ende März aber nicht fortgesetzt wurden. Russland hatte bereits 2014 die Krim annektiert und sich dabei auf ein international nicht anerkanntes Referendum berufen.

In seiner Videoansprache ging der ukrainische Präsident auf ein Treffen mit Schauspielerin und Oscarpreisträgerin Jessica Chastain nur am Rande ein. Sie habe sich in der Kleinstadt Irpin mit eigenen Augen ein Bild von den Folgen der russischen Besatzung verschafft. »Ihre Geschichte über den Krieg wird definitiv Gehör finden«, gemeinsam werde eine wichtige humanitäre Aktion vorbereitet, kündigte Selenskyj an, ohne Details zu nennen. In den vergangenen Wochen waren mehrfach bekannte internationale Schauspieler in Kiew zu Gast.

jso/dpa/Reuters
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