Konflikt in der Ostukraine Ukraine startet Militärmanöver mit Nato-Staaten

Seit Russland die Halbinsel Krim annektierte, sucht die Ukraine immer stärker die Nähe zur Nato. Mit rund 6000 Soldaten aus einem Dutzend Staaten werden nun Kampfeinsätze trainiert.
Eröffnungszeremonie der Militärübung mit US-Truppen

Eröffnungszeremonie der Militärübung mit US-Truppen

Foto: Gleb Garanich / REUTERS

Seit 2014 schwelt der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine, im Frühjahr spitzte sich die Lage deutlich zu. Vor diesem Hintergrund hat in der Westukraine ein Manöver auch mit Nato-Truppen begonnen. Knapp 25 Kilometer vom EU-Staat Polen entfernt werden etwa 6000 Soldaten aus rund einem Dutzend Staaten Kampfeinsätze trainieren, wie das Verteidigungsministerium in Kiew mitteilte. Geübt werden bei dem jährlichen US-amerikanisch-ukrainischen Manöver »Rapid Trident« (Schneller Dreizack) noch bis Freitag kommender Woche auch Offensiv- und Luftlandeoperationen. Die Bundeswehr entsandte einen Beobachter.

Ukraine will der Nato beitreten

Die Ukraine trainiert seit den Neunzigerjahren regelmäßig mit Einheiten aus Nato-Staaten. Seit 2019 ist das Ziel eines Beitritts zum westlichen Militärbündnis in der Verfassung verankert. In den vergangenen Monaten hatten wiederholt Militärübungen des Westens und Russlands für Spannungen gesorgt. Im Juni hatte die russische Schwarzmeerflotte nach eigenen Angaben ein britisches Kriegsschiff mit Warnschüssen und Bombenabwürfen an der Halbinsel Krim zum Kurswechsel gezwungen. Russland konzentrierte mehr Militäreinheiten als bisher entlang der Grenze, die Ukraine bereitete die Einberufung von Reservisten vor.

Die Ukraine wird von Russland massiv bedroht. Russland hat die ukrainische Halbinsel Krim annektiert, außerdem unterstützt das Land Rebellen in der Ostukraine militärisch. In den vergangenen Jahren gab es mehrfach militärisch heikle Situationen entlang der russisch-ukrainischen Grenze.

Die Nato ging im vergangenen Jahr eine noch engere Partnerschaft mit der Ukraine ein. Wie das Bündnis mitteilte , wurde das Land in das sogenannte »Enhanced Opportunities Program« aufgenommen.

Fragiler Waffenstillstand wird untergraben

Damit bekam die Ukraine erweiterte Beteiligungsmöglichkeiten an Nato-Manövern und Kooperationsprojekten sowie Zugriff auf ausgewählte geheime Bündnisinformationen. Bislang sind Australien, Finnland, Georgien, Jordanien und Schweden Teilnehmer des Programms.

Im seit 2014 andauernden Konflikt um die Ostukraine wurden mehr als 13.000 Menschen getötet. Im Juli vergangenen Jahres hatten sich die Konfliktparteien auf einen Waffenstillstand geeinigt. Seit Mitte Februar wird aber wieder mehr gekämpft, was den ohnehin fragilen Waffenstillstand untergräbt.

muk/dpa
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