Ukraine-News am Dienstag Kiew fürchtet Angriffe zum Unabhängigkeitstag

Vor dem Nationalfeiertag verlassen offenbar viele Einwohner Kiew. Selenskyj fürchtet, Russland könnte ukrainische Soldaten vor Gericht stellen. Und: Polens Präsident fordert die »Beseitigung« von Nord Stream 2. Der Überblick.
Ukrainische Fahne und zerstörte russische Panzer auf dem Maidan in Kiew am Vorabend des Unabhängigkeitstages

Ukrainische Fahne und zerstörte russische Panzer auf dem Maidan in Kiew am Vorabend des Unabhängigkeitstages

Foto: David Goldman / AP

Das war der Überblick zu den Entwicklungen im Ukrainekrieg am 23. August 2022.

Das Wichtigste in Kürze
  • Die Ukraine bereitet sich auf den Unabhängigkeitstag am Mittwoch vor und fürchtet Angriffe auch etwa in Kiew.

  • Der polnische Präsident Andrzej Duda hat in Kiew eine Beseitigung der brachliegenden Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 zwischen Russland und Deutschland gefordert.

  • Nach dem tödlichen Anschlag auf Darja Dugina hat Moskau angekündigt, dass es »keine Gnade« für die Mörder und die Drahtzieher geben werde.

  • Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eröffnet eine internationale Onlinekonferenz zur Rückholung der Krim mit der Ankündigung, Kiew werde die ukrainische Herrschaft über die bereits 2014 von Russland annektierte Schwarzmeer-Halbinsel wiederherstellen.

  • Nach dem ukrainischen Beschuss strategisch wichtiger Brücken über den Fluss Dnipro arbeitet Russland nach britischer Einschätzung an einer Behelfsbrücke.

  • Polens Präsident Andrzej Duda ist zu einem Treffen mit seinem ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenskyj nach Kiew gereist. Duda wolle mit Selenskyj über militärische und humanitäre Hilfe für die Ukraine sprechen, heißt es.

Getreideexporte aus der Ukraine erreichen nach US-Angaben fast Vorkriegsniveau

23.47 Uhr: Die Ukraine dürfte nach Angaben aus US-Regierungskreisen bis Ende August fast so viel Getreide exportieren wie in einem durchschnittlichen Monat vor Beginn des russischen Angriffskriegs. Dank »intensiver internationaler Zusammenarbeit« sei das Land auf dem Weg, vier Millionen Tonnen landwirtschaftlicher Produkte auszuführen, sagte ein hoher Beamter des US-Außenministeriums der Nachrichtenagentur AFP.

Laut dem Vertreter des US-Außenministeriums gelang infolge der Getreideabkommen in den vergangenen Wochen die Ausfuhr von mehr als 720.000 Tonnen Getreide auf 33 Schiffen. Erheblich wichtiger waren ihm zufolge jedoch von der EU organisierte Ausfuhren über alternative Routen. Über Flüsse, Eisenbahnstrecken und Straßenverbindungen seien monatlich zwischen 2,5 und drei Millionen Tonnen ukrainischer Agrarprodukte in die EU und auf den restlichen Weltmarkt gelangt.

Riga reißt sowjetisches Siegesdenkmal ab

23.39 Uhr: In Lettland haben die Behörden mit der Demontage des sowjetischen Siegesdenkmals in der Hauptstadt Riga begonnen. Mit Baugeräten beseitigten Arbeiter mehrere riesige Bronze-Statuen des umstrittenen Monuments, das mit einem Sichtschutz umgeben und von der Polizei weiträumig abgesperrt wurde. Wann der 79 Meter hohe Obelisk mit Sowjetstern an der Spitze abgerissen wird, ist noch unklar, die Vorbereitungen laufen. Sprengstoff soll dabei nach Angaben der Stadtverwaltung aber nicht eingesetzt werden.

In Lettland müssen nach einem Parlamentsbeschluss alle Objekte, die totalitäre Regime verherrlichen, bis zum 15. November demontiert werden. Die Regelung zielt speziell auch auf den Abriss des sowjetischen Siegesdenkmals. Russland hat dagegen scharf protestiert.

Öffentliche Zusammenkünfte in Kiew zum Unabhängigkeitstag untersagt

22.25 Uhr: Die Ukraine bereitet sich auf den Unabhängigkeitstag am Mittwoch vor – der zugleich den Tag markiert, an dem der russische Angriffskrieg sechs Monate dauert. In der Hauptstadt Kiew wurden alle öffentlichen Zusammenkünfte untersagt, in der zweitgrößten Stadt Charkiw im Nordosten der Ukraine wurde eine Ausgangssperre verhängt.

Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte gewarnt, Russland könnte im Kontext des Unabhängigkeitstages »etwas besonders Widerwärtiges und Gewalttätiges unternehmen«. Die Ukraine hatte am 24. August 1991 im Zuge des Zusammenbruchs der Sowjetunion ihre staatliche Unabhängigkeit erklärt. Der ukrainische Präsident warnte außerdem, Russland könnte Soldaten seines Landes anlässlich des ukrainischen Unabhängigkeitstages vor Gericht stellen. »Das wird die Grenze sein, ab der keine Verhandlungen mehr möglich sind«, heißt es von Selenskyj, wie AFP berichtet.

Ein Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Zelenskiy hatte im Radio BBC 4 gesagt, dass viele Zivilisten aus Angst vor einem russischen Angriff am Unabhängigkeitstag versuchen würden, Kiew zu verlassen. Darüber berichtet hatte etwa der »Guardian« . Die Menschen würden nicht viel Zeit in der Nähe von Regierungsgebäuden verbringen wollen.

Auch die USA haben vor verstärkten russischen Angriffen in den nächsten Tagen gewarnt. »Abschließend möchte ich meine russischen Kollegen daran erinnern, dass die Welt zuschaut, während sich der Tag der Unabhängigkeit der Ukraine nähert«, sagte der stellvertretende amerikanische Uno-Botschafter Richard Mills vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. »Das sollte nicht nötig sein zu sagen, aber bitte bombardieren Sie keine Schulen, Krankenhäuser, Waisenhäuser oder Heime«. Die USA würden weiterhin alle Verstöße gegen das Völkerrecht verfolgen.

Moskau wirft der Uno erneut Blockade von Mission an ukrainischem AKW vor

22.08 Uhr: Das russische Außenministerium hat den Vereinten Nationen erneut die Blockade einer Mission internationaler Experten zum besetzten Kernkraftwerk Saporischschja in der Ukraine vorgeworfen. Niemand sei an einer Mission der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in dem AKW so interessiert wie Russland, sagte die Sprecherin des Ministeriums, Maria Sacharowa. Dass die Reise noch nicht stattgefunden habe, sei die »traurige Folge von falschem Spiel des Sekretariats der Vereinten Nationen«.

Die erhoffte IAEA-Mission scheitert bislang an der Streitfrage, ob die Experten über russisch kontrolliertes Territorium oder – was völkerrechtlich korrekt wäre – ukrainisches Gebiet anreisen. Schon vor zwei Wochen hatte das russische Außenministerium den Vorwurf erhoben, eine Einigung sei durch Einspruch der UN-Führung verhindert worden.

Die Vereinten Nationen haben von Russland und Kiew derweil erneut grünes Licht für eine Experten-Mission zum umkämpften Kernkraftwerk Saporischschja angemahnt. »Wir fordern die Parteien erneut auf, der Mission sofortigen, sicheren und ungehinderten Zugang zum Standort zu gewähren«, sagte die Uno-Beauftragte für politische Angelegenheiten, Rosemary DiCarlo, bei einer Sitzung des Uno-Sicherheitsrats in New York.

Superjacht von russischem Oligarchen in Gibraltar versteigert

21.58 Uhr: In Hafen von Gibraltar wurde im März die 75 Millionen Dollar teure Jacht »Axioma« festgesetzt, die Dmitrij Pumpjanskij gehören soll – nun ist sie versteigert worden. Seit dem russischen Einmarsch in der Ukraine war es laut Gerichtskreisen die erste Versteigerung einer Jacht, die einem russischen Oligarchen gehörte. Auftraggeber der Festsetzung sei die US-Bank JPMorgan. Pumpjanskij soll bei dem Geldhaus einen Kredit von rund 20 Millionen Dollar aufgenommen haben, der auf seine Firma Pyrene Investments lief. Im Zuge des Ukrainekriegs wurde Pumpjanskij auf die Sanktionsliste der EU und der USA gesetzt. Ein mit der Auktion vertrauter Anwalt sagt, dass die Jacht voraussichtlich deutlich unter ihrem eigentlichen Marktpreis versteigert werde, wie Reuters berichtet.

Offenbar Explosionen in russischem Munitionsdepot an der ukrainischen Grenze

20.25 Uhr: Erneut ist offenbar Munition in einem russischen Depot an der Grenze zur Ukraine detoniert. Der Gouverneur der russischen Region Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, sprach von einer Selbstzündung der Geschosse, die noch nicht entschärft worden seien. In großer Hitze habe die Linsenwirkung, die Sonnenlicht verstärkt, eine Rolle gespielt. Niemand sei verletzt worden, meldete die Agentur Interfax am Dienstag nach diesen Angaben. In dem Munitionslager bei dem Dorf Timonowo, etwa 4,5 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt, war es schon am vergangenen Donnerstag zu heftigen Explosionen gekommen.

Trauerfeier für getötete russische Kriegspropagandistin

20.12 Uhr: Hunderte haben in Moskau Abschied von Daria Dugina genommen, der Tochter des ultrarechten Ideologen Alexander Dugin. Der russische Geheimdienst spricht von einem Bombenattentat, das der ukrainische Geheimdienst beauftragt hätte – doch an der Darstellung gibt es erhebliche Zweifel. Mehr dazu lesen Sie hier .

Kiew wirft Moskau Deportation und Zwangsadoption ukrainischer Kinder vor

19.53 Uhr: Die Ukraine hat Russland beschuldigt, ukrainische Kinder zu verschleppen und massenweise zur Adoption freizugeben. »Russland entführt weiterhin Kinder aus ukrainischem Staatsgebiet und arrangiert ihre rechtswidrige Adoption durch russische Staatsbürger«, erklärte das ukrainische Außenministerium . Mehr als 300 ukrainische Kinder seien auch in »speziellen Einrichtungen« in der Region Krasnodar untergebracht, hieß es aus Kiew.

Nach Angaben des Ministeriums wurden mehr als tausend Kinder aus der von Russland kontrollierten ukrainischen Hafenstadt Mariupol »illegalerweise Fremden in Tjumen, Irkutsk, Kemerowo und in der sibirischen Republik Altaj übergeben«. Das Ministerium beruft sich unter anderem auf Informationen, die von Behörden der Stadt Krasnodar im Südwesten Russlands veröffentlicht wurden. Kiew beschuldigt Moskau nun, die Genfer Konventionen zum Schutz von Zivilisten sowie die Uno-Kinderrechtskonvention zu verletzen.

Polens Präsident fordert »Beseitigung« von Nord Stream 2

19.43 Uhr: Der polnische Präsident Andrzej Duda hat in Kiew eine Beseitigung der brachliegenden Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 zwischen Russland und Deutschland gefordert. Wegen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine könne es im Verhältnis zu Moskau keine Rückkehr zur Normalität geben, sagte Duda bei den Online-Beratungen der sogenannten Krim-Plattform. Deshalb sei eine andere Politik des Westens nötig, »die nicht nur dazu führt, Nord Stream 2 zu stoppen, sondern Nord Stream 2 zu beseitigen«, sagte Duda der polnischen Nachrichtenagentur PAP zufolge, wie dpa berichtet.

Polen und andere östliche EU-Länder kritisieren das russisch-deutsche Projekt seit Jahren, weil es den Gastransit durch die Ukraine aushebelt.

Scholz kündigt weitere Waffenlieferungen an Ukraine an

19.17 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat umfangreiche weitere Waffenlieferungen an die Ukraine angekündigt. Kiew soll etwa drei Flugabwehrsysteme des Typs Iris-T erhalten, wie ein Regierungssprecher mitteilte. Insgesamt geht es demnach um Rüstungsgüter im Wert von deutlich mehr als 500 Millionen Euro. Mehr dazu lesen Sie hier.

DRK: Winter wird humanitäre Lage um Vielfaches verschlechtern

17.11 Uhr: Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) befürchtet eine weitere Verschärfung der Situation für die Zivilbevölkerung in der Ukraine im Winter. »Wir gehen davon aus, dass sich die humanitäre Lage um ein Vielfaches verschlechtern wird. Es wird sehr kalt, und es gibt lange Winter in der Ukraine«, sagte Oana Bara, globale Kommunikationsdelegierte des DRK, der Nachrichtenagentur Reuters.

Finnland als Tor nach Europa: Russische Luxusautos füllen Tiefgarage am Flughafen Helsinki

16.45 Uhr: Direktflüge sind gestrichen, doch mit Umweg über Finnland können Russen relativ unkompliziert nach Westeuropa reisen. Das zeigt sich besonders in einem Parkhaus in Helsinki.

Ukraine hofft auf mehr ausländische Hilfe bis Ende 2022

16.35 Uhr: Die Ukraine hofft bis Ende des Jahres auf weitere finanzielle Unterstützung in Höhe von 12 bis 16 Milliarden Dollar von ausländischen Partnern. Das sagte Premierminister Denys Shmygal. Der Ukraine sei es gelungen, ihre finanzielle Stabilität dank der Hilfe aus dem Ausland aufrechtzuerhalten, die bereits 14 Milliarden US-Dollar ausmache.

Wie in der Ukraine die Saison beginnt: Fußball neben Luftschutzkellern

15.52 Uhr: Spielunterbrechung bei Flugalarm, keine Fans im Stadion: In der Ukraine soll im Krieg wieder Fußball gespielt werden – als Zeichen der Hoffnung. Die Klubs wollen sich auch gegen eine umstrittene Fifa-Regel wehren.

Erster Zug mit Mais aus Ukraine in Rostock eingetroffen

15.26 Uhr: Ein erster Zug mit 1200 Tonnen Mais aus der Ukraine ist am Getreideterminal Rostock (GTR) entladen worden. Der 450 Meter lange Zug mit 21 Waggons kam am Vormittag an. »Es ist ein Testzug. Vier weitere sollen noch folgen«, sagte GTR-Standortleiter Jacob Lubig. Der Futtermais wurde an der ukrainisch-polnischen Grenze umgeladen und dann von der Güterbahn DB Cargo via Polen nach Rostock gebracht. Dort wurde der Mais in einer Schüttanlage aus den Waggons abgelassen und mit Förderbändern in die Silos transportiert. »Es ist der erste Mais überhaupt, den wir am GTR umschlagen«, so Lubig. Je Waggon wurden rund 60 Tonnen Mais entladen.

Noch ist unklar, wie lange der Mais in Rostock gelagert wird. Aufgrund des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine sind viele Exportwege für die dortige Landwirtschaft schwierig oder unmöglich geworden. Allerdings lief nach einer Verständigung der Export über das Schwarze Meer in diesem Monat wieder an.

Moskau: »Keine Gnade« für Drahtzieher des Anschlags auf Dugina

15.10 Uhr: Nach dem tödlichen Anschlag auf Darja Dugina hat Moskau angekündigt, dass es »keine Gnade« für die Mörder und die Drahtzieher geben werde. Der russische Außenminister Sergej Lawrow sprach in Moskau von einem »barbarischen Verbrechen« gegen die Tochter des ultrarechten russischen Ideologen Alexander Dugin. »Es kann keine Gnade für die Organisatoren, Auftraggeber und Ausführenden geben«, fügte er hinzu. Lawrow sagte, dass in dem Fall »die Ermittlungen hoffentlich bald abgeschlossen werden«.

Baerbock sichert Ukraine weitere deutsche Waffenlieferungen zu

15.00 Uhr: Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat der Ukraine die weitere Unterstützung Deutschlands mit der Lieferung moderner Waffen zugesichert. Baerbock sagte in Berlin ein halbes Jahr nach Kriegsbeginn, es gebe kein Zurück mehr, Deutschland und seine Verbündeten müssten sich dieser »bitteren Realität« stellen.

»Sechs Monate später sind russische Gräueltaten, unendliches Leid und unfassbare Zerstörung, die wir uns in unserem gemeinsamen Europa eigentlich nicht mehr vorstellen konnten, schreckliche Realität geworden«, sagte Baerbock nach einem Treffen mit ihrer isländischen Kollegin Þórdís Kolbrún Reykfjörð Gylfadóttir. Deutschland werde die Ukraine »weiterhin konsequent bei ihrer Selbstverteidigung unterstützen, politisch, wirtschaftlich, finanziell und auch mit der Lieferung moderner Waffen«, sagte die Außenministerin.

Zerstörte russische Panzer in Kiew: Die Trümmerparade

14.50 Uhr: Die Ukraine stellt in Kiew kaputte russische Panzer aus – eine Demonstration des eigenen Erfolgs im Krieg gegen Putins Truppen. Und trotzdem ist die Sorge vor neuen Angriffen groß, gerade zum bevorstehenden Unabhängigkeitstag.

DER SPIEGEL

Scholz sichert Ukraine anhaltende Unterstützung zu

14.45 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz hat der Ukraine anhaltende Unterstützung im Krieg gegen Russland zugesichert. »Die internationale Gemeinschaft wird Russlands illegale, imperialistische Annexion ukrainischen Territoriums niemals akzeptieren«, sagte der SPD-Politiker bei einer Konferenz zur Lage auf der Krim, zu der er per Video aus Kanada zugeschaltet war. Die Partner der Ukraine seien vereint wie nie. »Ich kann Ihnen versichern: Deutschland steht fest an der Seite der Ukraine, solange die Ukraine unsere Unterstützung braucht.«

Weiter sagte Scholz, Deutschland werde mit seinen Partnern die Sanktionen gegen Russland aufrechterhalten, finanziell helfen, Waffen liefern und sich auch am Wiederaufbau beteiligen. »Ich bin sicher, die Ukraine wird den dunklen Schatten des Krieges überwinden – weil sie stark, mutig und vereint ist in ihrem Kampf für Unabhängigkeit und Souveränität«, sagte der Kanzler: »Und weil sie Freunde in Europa und überall auf der Welt hat.«

Frankreich: Russland will Experten der Internationale Atomenergie-Organisation nach Saporischschja lassen

14.25 Uhr: Russland hat signalisiert, einer Expertenmission der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) Zugang zum besetzten ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja gewähren zu wollen. Das berichtet das französische Außenministerium nach einem Telefonat zwischen Außenministerin Catherine Colonna und ihrem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow.

Colonna habe erklärt, Frankreich unterstütze eine rasche Entsendung einer IAEA-Expertenmission. Sie habe die Bestätigung der grundsätzlichen Zustimmung Russlands zu diesem Punkt zur Kenntnis genommen. Russland habe außerdem zugesagt, alles zu unterlassen, was die Sicherheit dieser Mission gefährden könne. Zuletzt hatte bereits Russlands Präsident Wladimir Putin sich für eine solche Mission ausgesprochen. Russland besetzt das größte Atomkraftwerk Europas bereits seit März.

Von Russland gelenkte Separatisten berichten über Beschuss von Donezk

14.10 Uhr: Die von Russland gelenkten Separatisten in der Ostukraine haben über schwere Angriffe auf die Stadt Donezk durch die ukrainische Armee berichtet. Getroffen worden sei unter anderem das Verwaltungsgebäude von Separatistenführer Denis Puschilin, teilt die selbst ernannte Territorialverteidigung Donezk am Dienstag auf Telegram mit. Puschilin selbst sei nicht verletzt worden, es seien aber drei Zivilisten getötet worden. Unabhängig überprüfen ließ sich das nicht.

Ebenfalls zunächst nicht verifizierbar war die Behauptung, die Ukrainer hätten Donezk mit aus den USA gelieferten Himars-Raketen beschossen. Russlands Verteidigungsministerium teilt unterdessen mit, in den südlichen Gebieten Cherson und Mykolajiw einige Dutzend Quadratkilometer weiter vorgerückt zu sein. Das ukrainische Oblast Donezk steht zu rund 60 Prozent unter russischer Kontrolle.

Slowakei erhält in Ringtausch 15 Leopard-Panzer aus Deutschland

13.36 Uhr: Die Slowakei wird im Gegenzug für eine Lieferung von 30 Schützenpanzern an die Ukraine nun 15 deutsche Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 A4 erhalten. Dies teilte der slowakische Verteidigungsminister Jaroslav Nad in Bratislava mit. Dazu wurde auch eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Die deutschen Panzer werden demnach aus Beständen der deutschen Industrie geliefert und um ein sogenanntes Munitions-, Ausbildungs- und Logistikpaket ergänzt.

In der Slowakei stehen bereits deutsche und niederländische Flugabwehrraketen vom Typ Patriot, mit denen der an die Ukraine grenzende Nato-Partner unterstützt wird. Die Lieferung der Leopard-Panzer wird der erste Ringtausch aus Beständen der Industrie.

Selenskyj schwört, die ukrainische Herrschaft auf der Krim wiederherzustellen

13.30 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eröffnet eine internationale Onlinekonferenz zur Rückholung der Krim mit der Ankündigung, Kiew werde die ukrainische Herrschaft über die bereits 2014 von Russland annektierte Schwarzmeer-Halbinsel wiederherstellen: »Um den Terror zu überwinden, ist es notwendig, einen Sieg im Kampf gegen die russische Aggression zu erringen. Es ist notwendig, die Krim zu befreien. Dies wird die Wiederbelebung von Recht und Ordnung in der Welt sein.«

Bei der sogenannten Krim-Plattform, die nach 2021 schon zum zweiten Mal stattfindet, sind mehr über 50 Teilnehmer aus Europa, Asien, Amerika und Afrika angekündigt. Bei dem Gipfel wird eine Rede von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) erwartet. Auch Kanadas Premierminister Justin Trudeau, Japans Ministerpräsident Fumio Kishida und Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sollen sprechen.

Tausenden Ukrainern droht Ende von privater Unterkunft bei Briten

12.53 Uhr: Viele Europäer nahmen Geflüchtete aus der Ukraine in ihrem Zuhause auf. In Großbritannien könnten den Familien bald die Mittel fehlen, um den Menschen weiter Obdach zu bieten. Lesen Sie hier mehr dazu.

Mögliche Einreisesperren für russische Reisende: Litauen macht Druck

12.40 Uhr: Die EU-Mitglieder Estland, Lettland, Litauen, Polen und Finnland, die alle eine gemeinsame Grenze mit Russland haben, könnten russischen Touristen die Einreise in ihre Länder verweigern, wenn die EU nicht ein unionsweites Verbot erlässt. Das stellt Litauens Außenminister Gabrielius Landsbergis in Aussicht.

»Ich habe mit Ministern aus all diesen Ländern gesprochen«, sagte er in Vilnius: »Ich sehe nicht viele politische Differenzen«. Und weiter: »Russische Touristen sollten nicht in der Europäischen Union sein.« Ihr Land begehe einen Völkermord.

Mehr als 967.000 Ukraine-Flüchtlinge seit Kriegsbeginn in Deutschland registriert

12.20 Uhr: Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor einem halben Jahr sind fast eine Million Flüchtlinge aus dem Land in Deutschland registriert worden. Bis 21. August seien insgesamt 967.546 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine verzeichnet worden, die »zumindest übergangsweise« nach Deutschland gekommen seien, teilt das Bundesinnenministerium in Berlin mit. Bei den meisten handele es sich um Frauen und Kinder. 36 Prozent der Registrierten seien Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, erklärte das Ministerium. Von den Erwachsenen seien 74 Prozent Frauen.

720.000 Tonnen Lebensmittel nach Getreideabkommen aus der Ukraine exportiert

12.15 Uhr: Die Ukraine hat in den vergangenen vier Wochen seit Abschluss des Getreideabkommens mit Russland Hunderttausende Tonnen Lebensmittel per Schiff exportiert. Insgesamt haben 33 Frachtschiffe mit rund 719.549 Tonnen Lebensmitteln an Bord die Schwarzmeerhäfen verlassen können, wie das ukrainische Landwirtschaftsministerium am Dienstag mitteilte. Möglich macht das ein am 22. Juli von Moskau und Kiew unterzeichnetes Abkommen, für das sich die Vereinten Nationen und die Türkei eingesetzt haben. Seither können Güterschiffe in drei Häfen ablegen. Das Gemeinsame Koordinierungszentrum in der Türkei, das die Umsetzung der Vereinbarung überwacht, bezifferte die Gesamtmenge an Getreide und Lebensmitteln sogar auf 721.449 Tonnen.

Nach Angaben des Ministeriums könnten die ukrainischen Getreideexporte im August vier Millionen Tonnen erreichen. Das wären rund eine Million mehr als im Juli. 18 weitere Schiffe seien bereits beladen oder warteten auf die Genehmigung, ukrainische Häfen verlassen zu können. Trotzdem seien die Ausfuhren wichtiger ukrainischer Agrarrohstoffe seit Beginn der russischen Invasion vor einem halben Jahr um fast die Hälfte zurückgegangen.

Steinmeier spricht Ukraine »Hochachtung« für Freiheitskampf aus

12.10 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat der Ukraine seine »größte Hochachtung« für ihren Freiheitskampf gegen Russland ausgesprochen. »Ich bewundere, mit welchem Mut, welcher Entschlossenheit Sie, die Streitkräfte und die gesamte Bevölkerung sich dem brutalen russischen Angriffskrieg entgegenstellen«, schrieb er am Dienstag dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj aus Anlass des Nationalfeiertags der Ukraine an diesem Mittwoch. »Sie lassen sich Ihr Land, Ihr Leben, Ihre Freiheit nicht nehmen. Sie wissen Deutschland und Europa dabei an Ihrer Seite.«

Als Kandidat für den Beitritt zur Europäischen Union gehe die Ukraine zudem einen Weg von großer transformativer Kraft, der enorme Chancen biete und das Land Schritt für Schritt der EU-Mitgliedschaft näherbringen werde, schrieb Steinmeier weiter.

Hunderte bei Trauerfeier für getötete Darja Dugina

12.02 Uhr: Hunderte Menschen haben in Moskau an einer Trauerfeier für die bei einem Anschlag getötete Darja Dugina teilgenommen. Auch ihr Vater Alexander Dugin und seine Frau nahmen an der Feier in einem Saal des Ostankino-Fernsehzentrums teil. »Sie starb für das Volk, für Russland, an der Front. Die Front – sie ist hier«, sagte der ultranationalistische Intellektuelle zu Beginn der Zeremonie.

DER SPIEGEL

Uno befürchten Schauprozesse in Mariupol

11.55 Uhr: Der Uno-Menschenrechtsrat äußert sich besorgt über die angekündigten russischen Prozesse gegen ukrainische Kriegsgefangene aus der wochenlang umkämpften Hafenstadt Mariupol. Solche Prozesse könnten auch als Kriegsverbrechen eingestuft werden, erklärt das Genfer Gremium. »Wir sind sehr besorgt über die Art, wie das gemacht wird«, sagte Sprecherin Ravina Shamdasani: »Es gibt Bilder in den Medien mit massiven Käfigen, die in der Philharmonie in Mariupol gebaut werden, wirklich massive Käfige, und offenbar steckt die Absicht dahinter, die Gefangenen zu zähmen«, vermutet sie: »Das ist inakzeptabel, das ist demütigend.«

Russland verstärkt Zugriff auf Medien – Yandex verkauft Plattformen

11.34 Uhr: Der Internetriese Yandex verkauft Nachrichtenseiten und Plattformen wie die Seite yandex.ru an den weitgehend dem russischen Staat nahestehenden Rivalen VK. Es sei im Interesse der Anteilseigner, sich aus dem Mediengeschäft zurückzuziehen, teilt Yandex mit. Die Gruppe wolle sich nun auf andere Geschäftsfelder konzentrieren – und übernehme dazu im Rahmen der Vereinbarung mit dem russischen Facebook-Rivalen VK die alleinige Kontrolle am Lebensmittel-Lieferdienst Delivery Club. Mithilfe der Transaktion könnten die russischen Behörden nach dem Einmarsch in der Ukraine ihre Kontrolle über den Internetzugang weiter ausweiten.

Yandex gilt als die russische Antwort auf Google. Tatsächlich hat Yandex aber schon Inhalte zensiert und nach Kreml-Linie Informationen kuratiert.

USA rufen ihre Bürger zum Verlassen der Ukraine auf

11.16 Uhr: Die USA rufen ihre Bürger einen Tag vor dem ukrainischen Unabhängigkeitstag am 24. August erneut auf, die Ukraine zu verlassen. »Das Außenministerium hat Informationen, dass Russland seine Anstrengungen verstärkt, in den nächsten Tagen in der Ukraine zivile Ziele und Regierungseinrichtungen anzugreifen«, heißt es auf der Seite der US-Botschaft in Kiew. Daher würden US-Bürger aufgerufen, die Ukraine mit privaten Transportmitteln – sofern sicher – auf dem Landweg zu verlassen.

Besonders hohe Reichweite: Was die neue Vulcano-Munition der Ukraine bringt

10.57 Uhr: Deutschland will erstmals neuartige Geschosse in die Ukraine schicken – nicht einmal die Bundeswehr verfügt bisher darüber. Eine Besonderheit der Granaten: Sie können ihre Flugbahn nach dem Abschuss verändern.

Fast 155.000 ukrainische Kinder an deutschen Schulen

10.28 Uhr: Ein halbes Jahr nach Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine ist die Zahl der ukrainischen Schülerinnen und Schüler an deutschen Schulen auf fast 155.000 gestiegen. Die Bundesländer meldeten für die am Sonntag zu Ende gegangene 33. Kalenderwoche 154.761 Schülerinnen und Schüler an den Schulen, wie die Kultusministerkonferenz (KMK) in Berlin mitteilt. Im Vergleich zur Vorwoche stieg die Zahl damit um 4690 an.

Die meisten Bundesländer veröffentlichten wegen der Sommerferien noch keine aktuellen Zahlen. Die von der KMK angegebenen Schülerzahlen beziehen sich auf allgemeinbildende Schulen und Berufsschulen.

London: Russland will zerstörte Dnjepr-Brücke mit Pontons ersetzen

10.06 Uhr: Nach dem ukrainischen Beschuss strategisch wichtiger Brücken über den Fluss Dnjepr arbeitet Russland nach britischer Einschätzung an einer Behelfsbrücke. Russische Truppen hätten am Wochenende vermutlich damit begonnen, Lastkähne in Position zu bringen, um direkt neben der beschädigten Antoniwskyj-Brücke eine Pontonbrücke zu errichten, teilt das Verteidigungsministerium in London unter Berufung auf Geheimdienstinformationen mit. Die Brücke ist von zentraler Bedeutung für die Versorgung russischer Truppen in der besetzten südukrainischen Großstadt Cherson.

In den vergangenen Wochen seien sowohl das russische Militär als auch die örtliche Bevölkerung von einer Fähre abhängig gewesen, heißt es weiter. »Wenn Russland die improvisierte Brücke fertigstellt, wird dies mit ziemlicher Sicherheit die Kapazität des Übergangs im Vergleich zur Fähre erhöhen.« Allerdings sei eine Pontonbrücke sehr anfällig für ukrainische Angriffe, betonte das Ministerium. Wegen ukrainischer Angriffe ist die gut 1,3 Kilometer lange Antoniwskyj-Brücke seit Ende Juli kaum noch zu benutzen. Das bedroht den Nachschub der russischen Truppen in Cherson.

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Polens Präsident spricht in Kiew über weitere Hilfe für die Ukraine

09.34 Uhr: Polens Präsident Andrzej Duda ist zu einem Treffen mit seinem ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenskyj nach Kiew gereist. Duda wolle mit Selenskyj über militärische und humanitäre Hilfe für die Ukraine sprechen, sagte sein Kabinettschef Pawel Szrot in Warschau. Anschließend werde Duda gemeinsam mit Selenskyj an den Online-Beratungen der sogenannten Krim-Plattform teilnehmen.

Mit dem Online-Gipfel will die Ukraine zum zweiten Mal internationale Unterstützung für die Rückholung der 2014 von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim mobilisieren. Bei dem Forum am Dienstag soll auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sprechen – ebenso wie Kanadas Premierminister Justin Trudeau, Japans Ministerpräsident Fumio Kishida und Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Insgesamt sind mehr als 50 Teilnehmer aus Europa, Asien, Amerika und Afrika angekündigt.

Ukraine-Flüchtlinge: Integrationsbeauftragte zieht positive Bilanz

09.58 Uhr: Die Aufnahme und Integration der Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine hat aus Sicht der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung bislang gut funktioniert und sollte deshalb als Vorbild dienen. Die SPD-Politikerin Reem Alabali-Radovan sagte der Deutschen Presse-Agentur, mit sofortigem Zugang zu Arbeitsmarkt und Integrationskurs sowie mit Leistungen aus einer Hand von den Jobcentern sei das Ankommen insgesamt gut gelungen: »Das muss Blaupause für unsere Migrations- und Integrationspolitik sein, damit wir ein Einwanderungs- und Integrationsland auf der Höhe der Zeit sind.«

Die Staatsministerin würdigte in diesem Zusammenhang erneut das Engagement der vielen ehrenamtlichen Helfer, die nach dem Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine am 24. Februar an Bahnhöfen und in Notunterkünften geholfen oder in der eigenen Wohnung Platz gemacht hatten. Verlässliche Perspektiven für die Kriegsflüchtlinge seien wichtig, »denn viele werden Monate, Jahre oder sogar ein Leben lang bei uns bleiben«, sagte Alabali-Radovan.

US-Regierung: Wissen »nicht wirklich«, wer hinter Dugina-Mord steckt

01.21 Uhr: Die US-Regierung hat eigenen Angaben zufolge keine genauen Informationen über die Hintergründe des Mordanschlags auf die russische Kriegsunterstützerin Darja Dugina in Moskau. »Wir wissen nicht wirklich, wer dahintersteckt und was das Motiv gewesen sein könnte«, sagte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrats, John Kirby, dem Nachrichtensender CNN. Es habe keine direkte Kommunikation mit der von Russland beschuldigten ukrainischen Regierung gegeben.

Dugina, die als Verfechterin von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine galt, war in der Nacht zum Sonntag im Alter von 29 Jahren gestorben, als ihr Auto unweit von Moskau explodierte. Russland macht für das Attentat ukrainische Geheimdienste verantwortlich. Kiew hat allerdings jegliche Beteiligung zurückgewiesen. Duginas Vater ist der bekannte rechtsnationalistische russische Denker Alexander Dugin. Quellen im russischen Sicherheitsapparat sagten der Agentur Tass, der Anschlag habe eindeutig der Tochter gegolten, nicht dem Vater.

FDP-Politikerin ruft zu Opferbereitschaft in Krise mit Russland auf

01.05 Uhr: Die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat an die Deutschen appelliert, in der Auseinandersetzung mit Russland zu Opfern bereit zu sein. »Wir müssen Putin und den Diktatoren dieser Welt, die unser demokratisches Leben hassen und zerstören wollen, entschlossen entgegenstehen«, sagte die Verteidigungsexpertin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. »Das wird von uns allen auch persönlich Opfer erfordern, schwach sollten wir trotz alledem nicht werden.«

Es sei angesichts der hohen Energiepreise wichtig, die Menschen in Deutschland zu entlasten, die den Preisanstieg kaum stemmen könnten, erklärte Strack-Zimmermann. Ihre Bitte an die Bürgerinnen und Bürger sei es aber, die Lage realistisch einzuschätzen. »Wir alle haben nur ein Leben und das will jeder von uns, so schön und angenehm wie möglich gestalten. Aber es geht nicht nur um uns, sondern, ich bin jetzt auch mal pathetisch: Es geht auch um das zukünftige Leben unserer Kinder und Enkelkinder, die auch das Recht haben, so wie wir Jahrzehnte lang, in einem freiheitlichen und friedlichen Deutschland zu leben.«

ptz/ani/AFP/dpa/Reuters
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