Krieg in der Ukraine US-Journalist stirbt bei Gefechten nahe Kiew

In dem Kiewer Vorort Irpin ist ein US-Journalist getötet worden, offenbar von russischen Truppen. Ein weiterer Journalist wurde verwundet.
Brent Renaud (Foto aus dem Jahr 2014)

Brent Renaud (Foto aus dem Jahr 2014)

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AP Invision / picture alliance/Todd Wiillamson/Invision/AP

Bei Gefechten im Kiewer Vorort Irpin ist ein US-Journalist erschossen worden. Wie die Polizei der Oblast Kiew auf Twitter mitteilte, sei Brent Renaud durch russische Einheiten getötet worden. Berichten zufolge wurde ein weiterer Journalist verletzt.

Renaud war in der Vergangenheit unter anderem für die »New York Times« im Einsatz. Wie der frühere Moskauer Büroleiter der Zeitung, Cliff Levy, mitteilte, war Renaud jedoch nicht im Auftrag des Blattes in der Ukraine unterwegs.

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»Wir sind sehr traurig, vom Tod Brent Renauds zu erfahren«, hieß es in einem von Levy geteilten Statement der »Times«. Renaud sei ein talentierter Fotograf und Filmemacher gewesen, der zuletzt 2015 für die Zeitung im Einsatz gewesen sei. Ein Presseausweis der Zeitung, der zusammen mit Bildern der mutmaßlichen Leiche Renauds in den sozialen Medien kursierte, stammt demnach von einem früheren Auftrag.

Verletzter Kollege gibt Interview

Reporter der Nachrichtenagentur AFP bestätigten den Tod des US-Journalisten und die Verwundung eines weiteren Kollegen. Bei dem Verletzten handelt es sich offenbar um den ebenfalls US-amerikanischen Fotografen und Filmemacher Juan Arredondo. Dieser meldete sich nach dem Vorfall in einem Video zu Wort, während er medizinisch behandelt wurde. Renaud sei demnach von einer Kugel am Nacken getroffen worden. Vom Tod seines Kollegen wusste Arredondo zum Zeitpunkt der Aufnahme noch nichts.

AFP berichtete unter Berufung auf einen vor Ort arbeitenden Freiwilligen, dass die beiden gemeinsam mit einem ukrainischen Zivilisten in einem Fahrzeug unterwegs gewesen sein sollen. Auch der Zivilist wurde demnach verletzt. Arredondo bestätigte dies in dem Video.

Der Kiewer Vorort Irpin ist bereits seit Tagen schwer umkämpft. (Lesen Sie hier  einen Bericht von der Front.) Über eine zerstörte Brücke in dem Ort waren in den vergangenen Tagen etliche Menschen aus dem Gebiet geflüchtet.

Fotostrecke

Die Brücke von Irpin

Foto: Johanna-Maria Fritz und Mila Teshaieva / DER SPIEGEL

Es ist nicht das erste Mal, dass in dem Konflikt Journalisten attackiert werden. Anfang März war ein Team des britischen TV-Senders Sky unter Beschuss geraten. Den insgesamt fünf Betroffen gelang – teils mit leichten Verletzungen – die Flucht.

fek/Reuters/AFP