Ukrainekonflikt US-Regierung zeigt sich besorgt über russische Truppenverlegungen nach Belarus

Im Westen wächst die Furcht vor einer russischen Invasion in die Ukraine. Ein geplantes Manöver zwischen Moskau und Minsk alarmiert nun das US-Außenministerium: Könnte Russland die Ukraine über ein Drittland angreifen?
Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko begrüßt Soldaten auf dem Flughafen von Minsk

Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko begrüßt Soldaten auf dem Flughafen von Minsk

Foto: Maxim Guchek / AP

Der Westen fürchtet eine russische Invasion in die Ukraine – und die könnte aus Sicht der US-Regierung auch über Belarus geschehen. Angesicht einer russischen Truppenverlegung in das nördliche Nachbarland der Ukraine zeigte sich nun das US-Außenministerium besorgt. »Der Zeitpunkt ist bemerkenswert und gibt natürlich Anlass zur Sorge, dass Russland beabsichtigen könnte, unter dem Deckmantel gemeinsamer Manöver Truppen in Belarus zu stationieren, um die Ukraine möglicherweise von Norden her anzugreifen«, sagte eine hochrangige US-Regierungsvertreterin. Sie betonte, eine »Komplizenschaft« des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko bei einem solchen Angriff wäre »völlig inakzeptabel«.

Die US-Regierungsvertreterin machte keine Angaben zu etwaigen Kenntnissen darüber, was für Truppen oder Waffen nach Belarus verlegt worden seien. Das belarussische Verteidigungsministerium hatte für Februar ein gemeinsames Manöver mit Russland angekündigt. Das Ministerium veröffentlichte dazu Fotos, die russische Panzer und Militärlastwagen auf Eisenbahnwaggons zeigten.

»Dies ist weder eine Übung noch eine normale Truppenbewegung«, hieß es dazu aus dem US-Außenministerium. Es handele sich vielmehr um »eine Machtdemonstration«, die darauf abziele, eine Krise auszulösen oder einen falschen Vorwand für einen Einmarsch Russlands in die Ukraine zu schaffen.

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Scholz warnt Russland

Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine schwelt bereits seit Wochen. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte Russland am Dienstag zur Reduzierung seiner Truppen an der Grenze zur Ukraine aufgefordert und erneut mit »hohen Kosten« für den Fall eines Einmarschs gewarnt. Auf die Frage, ob es bei einer Invasion auch Konsequenzen für die Gaspipeline Nord Stream 2 geben werde, antwortete Scholz (SPD), »dass alles zu diskutieren ist, wenn es zu einer militärischen Intervention gegen die Ukraine kommt«.

Verhandlungen zwischen den USA und Russland im Nato-Russland-Rat sowie im Rahmen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in der vergangenen Woche waren weitgehend ergebnislos geblieben. Baerbock traf daraufhin am Montag in Kiew mit Präsident Selenskyj und ihrem Amtskollegen Kuleba zusammen, bevor sie Lawrow tags darauf zu ihrem Antrittsbesuch in Moskau empfing. Im Beisein Lawrows warb Baerbock für eine rasche Wiederaufnahme von Friedensverhandlungen im Ukrainekonflikt – zugleich lehnte Baerbock Waffenlieferungen an die Ukraine ab.

mrc/dpa
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