Interview mit der BBC Ukrainischer Verteidigungsminister bezeichnet sein Land als De-facto-Mitglied der Nato

Mehr Militärhilfe für die Ukraine – dafür wirbt Verteidigungsminister Oleksij Resnikow. Sein Argument in einem Interview: Das Land sei praktisch bereits jetzt Mitglied der Nato.
Oleksij Resnikow, Verteidigungsminister der Ukraine: »Die Sorge vor einer neuen Eskalationsstufe ist mehr was fürs Protokoll«

Oleksij Resnikow, Verteidigungsminister der Ukraine: »Die Sorge vor einer neuen Eskalationsstufe ist mehr was fürs Protokoll«

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Martin Sylvest / dpa

In einem Interview mit der britischen BBC  hat sich Oleksij Resnikow, Verteidigungsminister der Ukraine, zuversichtlich gezeigt, bald weitere westliche Militärhilfe zu erhalten. Begründung: Sein Land sei de facto schon jetzt Mitglied des Militärbündnisses Nato.

»Die Ukraine als Land und die Streitkräfte der Ukraine sind Mitglied der Nato geworden. De facto, nicht de jure. Weil wir Waffen haben und das Verständnis, wie man sie benutzt«, sagte Resnikow der BBC.

Er sei zudem sicher, dass die Ukraine lang erhoffte Waffen erhalten würde, darunter Panzer und Kampfjets, da sich sowohl die Ukraine als auch Russland auf neue Offensiven im Frühjahr vorzubereiten schienen. »Die Sorge vor einer neuen Eskalationsstufe ist mehr was fürs Protokoll«, sagte Resnikow demnach.

Die Nato hat im Verlauf des Krieges stets betont, nicht in den Konflikt hineingezogen wollen zu werden. Sorge, dass seine Äußerung in Nato-Staaten daher kontrovers aufgenommen werden, zeigte Resnikow nicht: »Es ist eine Tatsache«, verteidigte er seine Worte über die De-facto-Mitgliedschaft. »Ich bin sicher, dass wir in naher Zukunft de jure Mitglied der Nato werden«, fügte er an.

Die Ukraine versucht seit Jahren, Mitglied des nordatlantischen Verteidigungsbündnisses zu werden. Im Herbst hatte das Land einen beschleunigten Beitritt beantragt. Westliche Staaten reagierten allerdings zurückhaltend darauf.

»Unsere Ansicht ist, dass wir der Ukraine am besten durch praktische Unterstützung vor Ort helfen können. Und dass das Verfahren in Brüssel zu einer anderen Zeit aufgegriffen werden sollte«, sagte seinerzeit der Nationale Sicherheitsberater im Weißen Haus, Jake Sullivan.

sol
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