Wegen Marinemanöver Ukraine wirft Russland Seeblockade im Schwarzen Meer vor

Zahlreiche russische Kriegsschiffe liegen im Schwarzen Meer – der Kreml spricht von Manövern. In der Ukraine befürchtet man hingegen dunklere Motive. Das Land sei praktisch vom Seeweg abgeschnitten.
Russisches Marineschiff im Schwarzen Meer (Ende Januar)

Russisches Marineschiff im Schwarzen Meer (Ende Januar)

Foto: RUSSIAN DEFENCE MINISTRY PRESS SERVICE HANDOUT / EPA

Ab der kommenden Woche, so hat es das russische Verteidigungsministerium verkündet, sollen ausgedehnte Marinemanöver im Schwarzen Meer stattfinden. Zu diesem Zweck habe das Land erhebliche Seekräfte zusammengezogen. In der extrem angespannten Lage werden diese Bewegungen natürlich auch in der Ukraine genauestens beobachtet.

Nun hat sich das Außenministerium in Kiew zu Wort gemeldet und Russland eine Seeblockade des Landes vorgeworfen. Sowohl das Schwarze Meer, als auch das über die Straße von Kertsch verbundene Asowsche Meer seien für die Ukraine praktisch nicht mehr nutzbar, hieß es weiter. Dabei handele es sich um internationale Gewässer, so Verteidigungsminister Oleksiy Reznikov.

Die US-Botschaft in Kiew schloss sich an und twitterte, unter dem Vorwand von Manövern habe Russland »Seeverkehr unterbunden, der für die ukrainische Wirtschaft essenziell ist«.

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Für die Manöver hat Russland für weite Teile der Meeresregion Warnungen vor Raketen- und anderem Beschuss ausgesprochen, wie unter anderem die BBC berichtet . Die Ukraine nannte die betroffenen Gebiete »derart ungewöhnlich groß, dass die Navigation in beiden Meeren praktisch unmöglich wird«.

Zuletzt hatten die USA alle Staatsbürgerinnen und Staatsbürger zur sofortigen Ausreise aus der Ukraine aufgefordert. Falls es zu einer russischen Invasion der Ukraine kommen sollte, wäre ein Evakuierungseinsatz mithilfe von US-Truppen undenkbar, sagte Präsident Joe Biden dem Sender NBC.

US-Kräfte in Polen könnten bei Evakuierung helfen

Im Westen gibt es wegen des Aufmarschs von mehr als 100.000 russischen Soldaten im Grenzgebiet zur Ukraine seit Wochen Sorgen vor einer Invasion. Moskau bestreitet, einen solchen Schritt zu planen.

Das US-Militär hat in den ukrainischen Nachbarländern Polen und Rumänien Soldaten stationiert. Der Sprecher des Verteidigungsministeriums, John Kirby, hatte am Mittwoch auf Nachfrage nicht ausgeschlossen, dass US-Soldaten auf polnischem Staatsgebiet auch bei möglichen Evakuierungen helfen würden. Allerdings gebe es im Moment keine Bemühungen, Amerikaner mithilfe des Militärs aus der Ukraine zu bringen. »Es gibt viele Möglichkeiten, die Ukraine zu verlassen«, sagte Kirby.

jok
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