Konflikt in der Ostukraine Selenskyj besucht die Front

In der Ostukraine spitzt sich die Lage zu. Präsident Selenskyj ist deshalb zu einer Visite bei den kämpfenden Truppen eingetroffen. Russland verlegt unterdessen laut einem Bericht Kriegsschiffe ins Schwarze Meer.
Ukrainischer Präsident Selenskyj: Truppenbesuch an der Front

Ukrainischer Präsident Selenskyj: Truppenbesuch an der Front

Foto: Ukrainian Presidential Press Service / REUTERS

Vor dem Hintergrund zunehmender Gewalt zwischen der ukrainischen Armee und prorussischen Separatisten im Osten des Landes ist der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zu einem Besuch an der Frontlinie eingetroffen. Der Staatschef plane, zu Stellungen zu fahren, wo der vereinbarte Waffenstillstand »in den vergangenen Tagen systematisch verletzt wurde«, teilte das Präsidentenbüro in Kiew mit. Mit dem Besuch wolle er »den Kampfgeist« der Armee stärken. Selenskyj schrieb auf Twitter, er wolle am Ort der »Eskalation« mit den Soldaten sein.

Am Donnerstagmorgen war ein weiterer ukrainischer Soldat bei einem Beschuss durch prorussische Kämpfer getötet worden, wie die Armee mitteilte. Damit stieg die Zahl der seit Jahresbeginn getöteten Armeeangehörigen auf 25. Seit Mitte Februar gibt es wieder verstärkt Kämpfe zwischen den Separatisten und der Regierungsarmee in der Ost-Ukraine.

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Zuletzt lösten Berichte über massive russische Truppenverlegungen große Besorgnis im Westen aus. Nach Angaben der ukrainischen Regierung zieht Russland derzeit Tausende Soldaten an den nördlichen und östlichen Grenzen zur Ukraine sowie auf der von Moskau annektierten ukrainischen Halbinsel Krim zusammen. Russland widersprach den Berichten nicht. Der Kreml betonte aber, niemanden zu bedrohen.

Selenskyj hofft auf Nato-Beitritt der Ukraine

Einem Bericht der Nachrichtenagentur Interfax zufolge verlegt Russland mehrere Artillerie- und Landungsschiffe vom Kaspischen ins Schwarze Meer, an dem auch die Ukraine liegt. Dort sollen sie an Übungen teilnehmen, berichtet die Agentur unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Moskau. Russlands Schwarzmeerflotte hat ihren Hauptstützpunkt auf der Halbinsel Krim, die das Land 2014 von der Ukraine annektierte.

Selenskyj hatte am Dienstag einen Beitritt der Ukraine zur Nato gefordert, um ein »Signal« an Russland zu schicken. In den Beschlüssen des Nato-Gipfels von Bukarest 2008 hatte die Allianz der Ukraine nur eine unverbindliche Aufnahmeperspektive gegeben und den Status als Beitrittskandidat abgelehnt. Die Allianz äußerte sich nicht konkret zu Selenskyjs Forderung nach einem Beitritt, sondern verwies auf weiteren Reformbedarf in der Ukraine sowie die notwendige Festigung der demokratischen Institutionen und der Rechtsstaatlichkeit.

In dem seit 2014 andauernden Konflikt mit prorussischen Separatisten in der Ost-Ukraine wurden mehr als 13.000 Menschen getötet. Im Juli vergangenen Jahres hatten sich die Konfliktparteien auf einen Waffenstillstand geeinigt, der jedoch seither immer wieder gebrochen wurde.

asa/dpa/Reuters
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