Ukraine plant Offensive Präsident Selenskyj will Flotte bis 2035 aufrüsten

Zusätzliche Korvetten, U-Boote, Schnellboote: Die ukrainische Schwarzmeerflotte soll laut Präsident Selenskyj künftig in der Lage sein, »jedem eine Abfuhr zu erteilen«. Die Worte sind klar gegen Russland gerichtet.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj: »Unsere Aufgabe ist es, eine professionelle, mächtige Flotte zu bauen«

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj: »Unsere Aufgabe ist es, eine professionelle, mächtige Flotte zu bauen«

Foto: Efrem Lukatsky / dpa

Mit der russischen Annexion der Schwarzmeer-Halbinsel Krim hat die Ukraine 2014 mit Sewastopol den wichtigsten Hafen ihrer Flotte verloren. Nun will der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj offenbar in die Offensive gehen. »Wir bereiten uns darauf vor, die Blockade der Schwarzmeer-Region zu brechen«, sagte er mit Blick auf Russland in einem Interview mit mehreren ukrainischen Medien.

Dazu plant Selenskyj, die eigene Schwarzmeer-Flotte bis 2035 massiv aufzurüsten. »Unsere Aufgabe ist es, eine professionelle, mächtige Flotte zu bauen, die in der Lage ist, jedem eine Abfuhr zu erteilen«, sagte er. Der Staatschef kündigte Korvetten, Schnellboote und U-Boote an.

Seit 2014 kämpfen in den ostukrainischen Gebieten Donezk und Luhansk Regierungstruppen gegen von Russland unterstützte Separatisten. Uno-Schätzungen zufolge wurden seitdem mehr als 13.000 Menschen getötet.

Der ukrainische Schiffbau liegt mangels Aufträgen seit Jahren am Boden. Erst im Juni erklärte ein Gericht eine Traditionswerft in Mykolajiw für bankrott. Dort wurden zu sowjetischen Zeiten noch Kreuzer und Flugzeugträger gebaut. Aktuell kauft Kiew den USA und Großbritannien ausgemusterte Marineschiffe ab.

Ukrainische Kriegsschiffe sollen laut einer Ankündigung vom Juli zudem in der Türkei gebaut werden. Kiew hatte auch Deutschland um Kriegsschiffe und Rüstungslieferungen gebeten. Die Ukraine benötige Raketen-Schnellboote, Patrouillenboote, Sturmgewehre, Funkausrüstung und gepanzerte Militärfahrzeuge, sagte Selenskyj. Der Co-Vorsitzende der Grünen, Robert Habeck, hatte sich nach einem Besuch in der Ukraine für die Lieferung von Defensivwaffen an das Land ausgesprochen – und sich damit gegen die Parteilinie gestellt. Die Bundesregierung lehnte die Forderung ab.

Der 2019 gewählte Selenskyj kann im Falle einer Wiederwahl 2024 maximal bis 2029 regieren. Zuletzt hatte er zunehmend autoritäre Tendenzen gezeigt und die ukrainische Militärführung ausgetauscht.

mfh/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.