Selenskyj wendet sich an russische Soldaten »Rettet euer Leben und geht heim!«

Präsident Selenskyj hat sich mit einem neuen Video zur Lage in der Ukraine gemeldet. Er verkündet darin neue Opferzahlen – und richtet einen Appell an die russischen Soldaten.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyi bei seiner Videoansprache

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyi bei seiner Videoansprache

Foto: AFP

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyi will ukrainische Gefangene freilassen, sofern sie bereit seien, für die ukrainische Seite zu kämpfen. Das hat der Staatschef in einem neuen, auf Facebook veröffentlichten Video angekündigt. Demnach werde jedem Mann mit militärischer Erfahrung Freiheit gewährt, so er sich dem Kampf gegen Russland anschließe.

Auch an russischen Soldaten im Land richtete Selenskyj einen Appell: »Rettet eure Leben und geht heim!«

DER SPIEGEL

Insgesamt seien laut Selenskyj seit Kriegsbeginn vor fünf Tagen bereits mehr als 4500 russische Soldaten durch das ukrainische Militär getötet worden. Kurz zuvor hatte die ukrainische Armee sogar bereits von 5300 getöteten Soldaten geschrieben. Seit Beginn der Invasion am vergangenen Donnerstag habe das russische Militär zudem unter anderem 29 Flugzeuge, 29 Hubschrauber und 191 Panzer verloren. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

»Unser Ziel ist, bei den Europäern zu sein«

Im Video spricht Selenskyi auch von zivilen Opfern. Demnach seien bereits 16 Kinder getötet und mindestens 45 durch russische Angriffe verletzt worden. Auch erneuerte der Präsident den Wunsch der Ukraine, möglichst rasch Teil der Europäischen Union (EU) werden zu können. Entsprechend solle die EU ein Sonderverfahren für eine rasche Mitgliedschaft starten. »Unser Ziel ist, bei den Europäern zu sein und, vor allem, gleichgestellt zu sein«, sagte Selenskyi im Video. »Ich bin mir sicher, das ist fair. Ich bin mir sicher, wir verdienen das.«

Parallel zur veröffentlichten Videobotschaft war eine ukrainische Delegation zu Gesprächen mit russischen Vertretern an der ukrainisch-belarussischen Grenze eingetroffen. Die Ukraine fordere einen »sofortigen Waffenstillstand« und den Abzug der russischen Truppen, teilte das ukrainische Präsidialamt mit. Russland hofft nach Kremlangaben auf eine rasche Einigung bei den Gesprächen mit der Ukraine, wollte aber vorab nicht über mögliche Zugeständnisse reden.

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Die Ukraine hatte am Sonntag den Gesprächen mit Russland zugestimmt. »Ich glaube nicht allzu sehr an ein Ergebnis«, aber »man muss es versuchen«, hatte Selenskyi über die Gesprächsanbahnung gesagt.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hatten wir geschrieben, Selenskyj wolle russische Gefangene zum Überlaufen bewegen. Tatsächlich ging es um ukrainische Gefangene, denen Freiheit gewährt werden soll. Die Stelle ist korrigiert. Zudem hatten wir von 53.000 getöteten Soldaten geschrieben – ein Tippfehler. Es waren laut ukrainischer Angaben 5300.

mrc/Reuters
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